Hallo!
Meine ersten 15l Rotwein liegen in drei 5l Ballons und haben seit einigen Wochen den BSA hinter sich. Das Lesegut war nicht so dolle, aber wir haben alles von Hand abgebeert und sauber gearbeitet. Nach der Gärung mit einer Rotweinhefe in geschlossenen Glasbehältern wurde abgepresst und der BSA mit Oenococcus oeni eingeleitet. Seitdem habe ich den Wein nur noch in den Keller gestellt. Alle drei Ballons sind bisher fehlerfrei.
Hat von euch jemand eine Ahnung, wann ich schwefeln und abfüllen sollte? Ich will den Wein eigentlich nicht noch einmal umziehen.
Herzliche Grüße
Lars
Ausbau von Rotwein im Glasballon nach BSA
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Lars Dragl
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Re: Ausbau von Rotwein im Glasballon nach BSA
Hallo und ein frohes Neues!
Bei Rotwein bin ich leider unbeleckt, mein Weißwein wird aber aller Voraussicht nach gegen Ende Februar füllfertig eingestellt und dann auch gefüllt. Bis dahin liegt er jetzt noch im Edelstahl.
Da die BSA schon durch ist und du ja nicht im Holz ausbaust, würde ich vermuten, dass das ggf. auch eine ganz gute Richtung für die Füllung deines Roten sein könnte.
VG
Fabian
Bei Rotwein bin ich leider unbeleckt, mein Weißwein wird aber aller Voraussicht nach gegen Ende Februar füllfertig eingestellt und dann auch gefüllt. Bis dahin liegt er jetzt noch im Edelstahl.
Da die BSA schon durch ist und du ja nicht im Holz ausbaust, würde ich vermuten, dass das ggf. auch eine ganz gute Richtung für die Füllung deines Roten sein könnte.
VG
Fabian
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Lars Dragl
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Re: Ausbau von Rotwein im Glasballon nach BSA
Hallo!
Für jene, die es interessiert: Den Wein habe ich Mitte Januar nach etwa 3 Monaten von der Feinhefe geholt und dabei leicht geschwefelt. Es war ordentlich Sediment am Boden der Glasgefäße, aber der Geruch und Geschmack waren fehlerfrei. Nach einer weitern Schwefelgabe habe ich den Wein nun einen Tag vor der Füllung auf die Terrasse gestellt und dort dann kalt abgefüllt. Eine Flaschen wurde nur halb voll und wird seitdem immer mal wieder probiert. Soweit passt alles und das Ergebnis ist für den ersten Versuch sehr befriedigend.
Falls es dieses Jahr ordentliche Trauben gibt, werde ich mal einen Pied de Cuve Gäransatz ausprobieren und den Wein nach dem zweiten Abstich länger im Ballon lassen.
Herzliche Grüße
Lars
Für jene, die es interessiert: Den Wein habe ich Mitte Januar nach etwa 3 Monaten von der Feinhefe geholt und dabei leicht geschwefelt. Es war ordentlich Sediment am Boden der Glasgefäße, aber der Geruch und Geschmack waren fehlerfrei. Nach einer weitern Schwefelgabe habe ich den Wein nun einen Tag vor der Füllung auf die Terrasse gestellt und dort dann kalt abgefüllt. Eine Flaschen wurde nur halb voll und wird seitdem immer mal wieder probiert. Soweit passt alles und das Ergebnis ist für den ersten Versuch sehr befriedigend.
Falls es dieses Jahr ordentliche Trauben gibt, werde ich mal einen Pied de Cuve Gäransatz ausprobieren und den Wein nach dem zweiten Abstich länger im Ballon lassen.
Herzliche Grüße
Lars
Re: Ausbau von Rotwein im Glasballon nach BSA
Hi Lars,
klingt doch ganz gut! Frage: Wie viele Rebstöcke hast du, aus denen du die Weinmenge erzeugt hast?
LG
Fabian
klingt doch ganz gut! Frage: Wie viele Rebstöcke hast du, aus denen du die Weinmenge erzeugt hast?
LG
Fabian
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Lars Dragl
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Re: Ausbau von Rotwein im Glasballon nach BSA
Hallo Fabian!
Ja, ich bin selbst überrascht, dass es beim ersten mal gleich funktioniert hat. Zum Wein machen sind es etwas über 50 und dann noch 6 zum Essen, also Tafeltrauben. Es steht alles überdacht am Spalier an irgendwelchen Mauern. Leider sind die Stöcke zum Wein machen noch recht jung. Das meiste davon habe ich zwischen 2020 und 2022 gepflanzt. Im letzten Jahr hat es leider kurz vor der Lese gehagelt und es war kaum was zu retten.
Ich hoffe mal so rund 30 l erzeugen zu können.
Spannend ist auch der Pflanzenschutz. Cabernet Noir kommt gut mit etwas Schwefel klar, aber der Regent kriegt schnell Peronospora, wenn man nicht das richtige Mittel findet.
Herzliche Grüße
Ja, ich bin selbst überrascht, dass es beim ersten mal gleich funktioniert hat. Zum Wein machen sind es etwas über 50 und dann noch 6 zum Essen, also Tafeltrauben. Es steht alles überdacht am Spalier an irgendwelchen Mauern. Leider sind die Stöcke zum Wein machen noch recht jung. Das meiste davon habe ich zwischen 2020 und 2022 gepflanzt. Im letzten Jahr hat es leider kurz vor der Lese gehagelt und es war kaum was zu retten.
Ich hoffe mal so rund 30 l erzeugen zu können.
Spannend ist auch der Pflanzenschutz. Cabernet Noir kommt gut mit etwas Schwefel klar, aber der Regent kriegt schnell Peronospora, wenn man nicht das richtige Mittel findet.
Herzliche Grüße
Re: Ausbau von Rotwein im Glasballon nach BSA
Hi Lars,
perspektivisch sollten bei 50 Stöcken auch bei ordentlicher Ertragsreduzierung locker 50 Liter drinnen sein. Weniger kann sich je nach Rebsorte dann durchaus auch wieder negativ auf die Weinqualität auswirken, auch wenn das erstmal kontraintuitiv klingt...
Ja der Pflanzenschutz ist so eine Sache. Ich habe auch mal rein mit Schwefel und Kupfer angefangen, das ist aber gerade in feuchten Jahren gerade im Hobbybereich schon echt aufwändig - eben wegen dem falschen Mehltau. Ich habe dann mit Kaliumphosphonat ergänzt, da sich das im Boden nicht anreichert und für mich daher auch aus biologischen Gesichtspunkten anbietet. Problematisch ist dabei natürlich die Beschaffung, da nur mit Pflanzenschutzsachkunde erhältlich.
LG
Fabian
perspektivisch sollten bei 50 Stöcken auch bei ordentlicher Ertragsreduzierung locker 50 Liter drinnen sein. Weniger kann sich je nach Rebsorte dann durchaus auch wieder negativ auf die Weinqualität auswirken, auch wenn das erstmal kontraintuitiv klingt...
Ja der Pflanzenschutz ist so eine Sache. Ich habe auch mal rein mit Schwefel und Kupfer angefangen, das ist aber gerade in feuchten Jahren gerade im Hobbybereich schon echt aufwändig - eben wegen dem falschen Mehltau. Ich habe dann mit Kaliumphosphonat ergänzt, da sich das im Boden nicht anreichert und für mich daher auch aus biologischen Gesichtspunkten anbietet. Problematisch ist dabei natürlich die Beschaffung, da nur mit Pflanzenschutzsachkunde erhältlich.
LG
Fabian
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Lars Dragl
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Re: Ausbau von Rotwein im Glasballon nach BSA
Hallo Fabian!
Meinst du wirklich, dass sich mit Cabernet Noir 1l/Stock realisieren lässt? Die Beeren sind schon wirklich klein und außerdem stehen die Stöcke auf 500 NN in einer kühlen Senke. Andererseits war zu hohe Säure letztes Jahr überhaupt kein Problem. Mal sehen.
Beim Pflanzenschutz sind wir uns ganz offensichtlich einig, obwohl ich zusätzlich noch Pottasche und Ackerschachtelhalm verwende. Der Sachkundenachweis ist bei mir kein Problem, aber die Gebäude gehören offiziell zum Dorf, auch wenn sie etwas außerhalb stehen, und da darf ich eben vieles nicht spritzen. Gott sei Dank sind 90 % überdacht, das führt eher zu Problemen mit Oidium, außer eben bei meinen 10 Regent-Stöcken.
Was hast du denn stehen und wie läuft es so?
Herzliche Grüße
Lars
Meinst du wirklich, dass sich mit Cabernet Noir 1l/Stock realisieren lässt? Die Beeren sind schon wirklich klein und außerdem stehen die Stöcke auf 500 NN in einer kühlen Senke. Andererseits war zu hohe Säure letztes Jahr überhaupt kein Problem. Mal sehen.
Beim Pflanzenschutz sind wir uns ganz offensichtlich einig, obwohl ich zusätzlich noch Pottasche und Ackerschachtelhalm verwende. Der Sachkundenachweis ist bei mir kein Problem, aber die Gebäude gehören offiziell zum Dorf, auch wenn sie etwas außerhalb stehen, und da darf ich eben vieles nicht spritzen. Gott sei Dank sind 90 % überdacht, das führt eher zu Problemen mit Oidium, außer eben bei meinen 10 Regent-Stöcken.
Was hast du denn stehen und wie läuft es so?
Herzliche Grüße
Lars
Re: Ausbau von Rotwein im Glasballon nach BSA
Hi Lars,
ohne dass ich jetzt deine Anlage kenne oder eigene Erfahrungen mit deiner Rebsorte habe: bei normalen Pflanzabständen und normaler Ertragsreduzierung ist 1 Liter/Stock in einer gesunden Anlage kein Problem.
Du hast ja jetzt noch eine recht junge Anlage und hattest noch einen Hagelschaden und bist ja so schon bei 15 Liter gelandet....
Ich hatte ein kleines Stück mit ca. 200 Stöcken Müller-Thurgau gepachtet, die Pacht aus Zeitgründen aber zu Anfang diesen Jahres zurückgegeben.
Ich bin jetzt sehr gespannt auf das endgültige Ergebnis - der Wein wurde vom ausbauenden Winzer Anfang letzter Woche gefüllt. Nach der Fastenzeit gibt es dann mal die erste Probeflasche. Letztes Jahr lief im Weinberg aber ganz gut. (das Jahr davor war aufgrund Spätfrost ein Totalausfall
)
LG
Fabian
ohne dass ich jetzt deine Anlage kenne oder eigene Erfahrungen mit deiner Rebsorte habe: bei normalen Pflanzabständen und normaler Ertragsreduzierung ist 1 Liter/Stock in einer gesunden Anlage kein Problem.
Du hast ja jetzt noch eine recht junge Anlage und hattest noch einen Hagelschaden und bist ja so schon bei 15 Liter gelandet....
Ich hatte ein kleines Stück mit ca. 200 Stöcken Müller-Thurgau gepachtet, die Pacht aus Zeitgründen aber zu Anfang diesen Jahres zurückgegeben.
Ich bin jetzt sehr gespannt auf das endgültige Ergebnis - der Wein wurde vom ausbauenden Winzer Anfang letzter Woche gefüllt. Nach der Fastenzeit gibt es dann mal die erste Probeflasche. Letztes Jahr lief im Weinberg aber ganz gut. (das Jahr davor war aufgrund Spätfrost ein Totalausfall
LG
Fabian
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Lars Dragl
- Beiträge: 804
- Registriert: Mo 3. Okt 2016, 23:24
Re: Ausbau von Rotwein im Glasballon nach BSA
Hallo Fabian!
Okay, das kann ich verstehen, dass 200 Stöcke dir zu viel sind. Kann sein, dass bei mir in den kommenden Jahren noch 20 dazu kommen, aber dann ist Schluss. Bei uns werden die Trauben auch schön nacheinander reif, was das ganze sehr entzerrt. Meine Frau und ich wollen alles mit der Hand abbeeren, und das dauert eben. Ich hoffe, dass Most und Jungwein dann sauber genug sind, damit wir im Keller nicht groß tricksen müssen. Dafür bin ich nicht angerichtet und zu unerfahren.
Lass doch höre, wie dein Wein geworden ist und was im Keller gemacht wurde. Das finde ich immer total spannend.
LG
Lars
Okay, das kann ich verstehen, dass 200 Stöcke dir zu viel sind. Kann sein, dass bei mir in den kommenden Jahren noch 20 dazu kommen, aber dann ist Schluss. Bei uns werden die Trauben auch schön nacheinander reif, was das ganze sehr entzerrt. Meine Frau und ich wollen alles mit der Hand abbeeren, und das dauert eben. Ich hoffe, dass Most und Jungwein dann sauber genug sind, damit wir im Keller nicht groß tricksen müssen. Dafür bin ich nicht angerichtet und zu unerfahren.
Lass doch höre, wie dein Wein geworden ist und was im Keller gemacht wurde. Das finde ich immer total spannend.
LG
Lars
Re: Ausbau von Rotwein im Glasballon nach BSA
Hallo Lars,
also eigentlich würde das mit den 200 Stöcken schon gehen für mich - wenn du aber eine alte, pflegbedürftige Anlage und keine Möglichkeit der Mechanisierung hast, dann wird es einfach viel. Vor allem der Pflanzenschutz macht mit der Buckelspritze keinen Spaß und ist auch trotz weitestgehender biologischer Mittel und mit aller PSA etc. sicher nicht gesundheitsfördernd, da man doch immer mal wieder voll in einer Pflanzenschutzwolke steht. Rebschnitt und Lese empfinde ich zwar als arbeitsintensiv aber auch als schöne Arbeiten.
Was im Keller gemacht wurde kann ich dir jetzt schon schreiben:
Die Beeren habe ich mit 91 Grad Oechsle im September eingefahren (gesundes Lesegut, selektive Handlese). Nach etwas Maischestandzeit auf der Presse wurde mit Reinzuchthefe (eine die sonst eher für Chardonnay oder Burgundersorten verwendet wird) angeimpft. Das ist dann alles im Edelstahl durchgegoren (komplett trocken, nur 0,2 Gramm Restzucker). Anschließend von der Hefe abgezogen und Lagerung auf der Feinhefe bis kurz vor der Füllung Mitte März. Das ganze schmeckte bei der Fassprobe auch eher nach Chardonnay als nach Müller (schöne Nuss- und Brioche-Anklänge) was durchaus beabsichtigt war.
Füllfertig eingestellt wurde mit Schwefel (klar). Da das ganze mit 13 % Alkohol doch etwas kantig kommt, wurde die Restsüße etwas angehoben. Allerdings nicht mittels Süßreserve sondern durch Verschnitt mit einer stark restsüßen Auslese (auch Müller, selbe Lage). Das Endprodukt ist nach wie vor trocken aber hat jetzt etwas mehr Schmelz. Bin gespannt wie es aus der Flasche schmeckt
Sonst wurde im Keller wenig gemacht. Auch eine Schönung war nicht nötig. Entsäuern oder ansäuern war nicht nötig.
LG
Fabian
also eigentlich würde das mit den 200 Stöcken schon gehen für mich - wenn du aber eine alte, pflegbedürftige Anlage und keine Möglichkeit der Mechanisierung hast, dann wird es einfach viel. Vor allem der Pflanzenschutz macht mit der Buckelspritze keinen Spaß und ist auch trotz weitestgehender biologischer Mittel und mit aller PSA etc. sicher nicht gesundheitsfördernd, da man doch immer mal wieder voll in einer Pflanzenschutzwolke steht. Rebschnitt und Lese empfinde ich zwar als arbeitsintensiv aber auch als schöne Arbeiten.
Was im Keller gemacht wurde kann ich dir jetzt schon schreiben:
Die Beeren habe ich mit 91 Grad Oechsle im September eingefahren (gesundes Lesegut, selektive Handlese). Nach etwas Maischestandzeit auf der Presse wurde mit Reinzuchthefe (eine die sonst eher für Chardonnay oder Burgundersorten verwendet wird) angeimpft. Das ist dann alles im Edelstahl durchgegoren (komplett trocken, nur 0,2 Gramm Restzucker). Anschließend von der Hefe abgezogen und Lagerung auf der Feinhefe bis kurz vor der Füllung Mitte März. Das ganze schmeckte bei der Fassprobe auch eher nach Chardonnay als nach Müller (schöne Nuss- und Brioche-Anklänge) was durchaus beabsichtigt war.
Füllfertig eingestellt wurde mit Schwefel (klar). Da das ganze mit 13 % Alkohol doch etwas kantig kommt, wurde die Restsüße etwas angehoben. Allerdings nicht mittels Süßreserve sondern durch Verschnitt mit einer stark restsüßen Auslese (auch Müller, selbe Lage). Das Endprodukt ist nach wie vor trocken aber hat jetzt etwas mehr Schmelz. Bin gespannt wie es aus der Flasche schmeckt
Sonst wurde im Keller wenig gemacht. Auch eine Schönung war nicht nötig. Entsäuern oder ansäuern war nicht nötig.
LG
Fabian