Bernhard Huber

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EThC
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Re: Bernhard Huber

Beitrag von EThC »

...kleine, ketzerische Frage dazu: waren die 44 Euronen / Flasche für Dich i.O.? Es ist natürlich immer schwierig, aus der verbalen Beschreibung eines Weins den möglichen eigenen Eindruck abzuleiten, aber bei mir steigt da gerade kein Interesse auf...
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.

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Figeac78
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Re: Bernhard Huber

Beitrag von Figeac78 »

… na ja, so gerade noch.
Viel heftiger finde ich die Preise (und Konditionen) für die Huber GGs speziell im Handel, zumal diese GGs aus meiner Sicht vom Trinkgenuss oft nicht wirklich allzu weit über den Alten Reben stehen und die Preise für gute Burgunder und auch viele sehr gute deutsche Spätburgunder sind ja auch nicht gerade konsumfreundlich.
Das gleiche Gefühl :o bezüglich der hohen Preise beschleicht mich aber auch wenn ich ein gutes Stück Rinderfilet oder eine gute Tafel Schokolade im Supermarkt kaufe. Meine persönliche Lösung ist halt bei all diesen Dingen eher keine Qualitätsabstriche zu machen und eher etwas weniger zu konsumieren und dazwischen gesünder zu leben. Bei fortschreitendem Alter scheint mir das nicht die schlechtestes Problembehandlung zu sein. :)
Herzliche Grüsse,
Detlef
Nora
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Re: Bernhard Huber

Beitrag von Nora »

Seit 3 Tagen im Glas:

Huber Chardonnay Alte Reben 2019

Leichte Reduktion mit Feuerstein und Rauch; elegante Holznoten neben weißen Blüten; etwas Birne und Zitrone im Hintergrund und auch schwarzer Tee.


Viel Substanz und eine feine Cremigkeit am Gaumen neben einer lebendigen, aber keinesfalls spitzen, lediglich leicht zitronigen Säure; die feinen Gerbstoffe bringen eine gewisse teeige und kräutrige  Dunkelwürze; viel Kraft, Saft und Zug; mineralisch, salziger langanhaltender Abgang.

Spannender, komplexer und gleichzeitig puristischer Chardonnay für Fans.

VG Nora
Nora
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Re: Bernhard Huber

Beitrag von Nora »

Seit 2 Tagen im Glas:

Spätburgunder Alte Reben 2019

Kühle Nase mit fruchtseitig Kirschen, florale Nuancen, dann etwas Rauch und heller Tabak, ganz im Hintergrund duftige, mediterrane Kräuter.

Sehr eleganter, feiner, recht nachhaltiger Gaumen, fast luftig. Auch hier zunächst wieder die Kirschfrucht, kräutrige Anklänge und subtile Holzaromen, alles untermalt von einer zarten Säure, die sich vertikal durch den Mundraum zieht und sich am Ende mit den feingeschliffen Tanninen und einer dezenten Mineralik bis in den mittellangen Abgang zieht.

Sehr schön! Der eleganteste Spätburgunder Alte Reben von Huber, den ich bisher im Glas hatte. Für damals knapp über 30 Euro ein sehr gutes PGV.

VG Nora
Nora
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Re: Bernhard Huber

Beitrag von Nora »

Seit 3 Tagen im Glas:

Spätburgunder Alte Reben 2018

Am Anfang eine leichte Reduktion, die mit Luft fast völlig verfliegt.

Recht zurückhaltende Nase nach süßen Kirschen, mit Luft wandelt sich das zu Beeren-Confit, darüber schweben feine holzige, leicht röstige Raucharomen, etwas schwarzer Pfeffer und präsente mineralische Noten. Am zweiten und dritten Tag entwickelt sich die Frucht weiter und macht deutlich auf.

Am Gaumen zart, schwebend, filigran, dabei ausreichend komplex und harmonisch. Die Rotbeerigkeit wird wieder unterstützt/untermalt von leicht röstigen Holznoten, etwas ätherischen Kräutern und wieder einer schönen und deutlichen Mineralik. Die recht lebendige, nie scharfe, zum Wein passende Säure und die feinkörnigen, zurückhaltenden Tannine starten moderat, wandern vertikal durch den Mundraum und verstärken sich am hinteren oberen Gaumen, wo sie lange verbleiben und dann bis in den mittellangen Abgang fortwirken, was dem Wein Energie und einen schönen Zug verleiht.

Ich habe das jetzt runtergeschrieben, ohne auf meine letzte VKN vom 19er SB AR zu schauen (s.o.). Nun stelle ich fest, die sind ziemlich ähnlich.
Jedoch meine ich, beim 18er etwas mehr röstige Noten wahrzunehmen, was den Wein im Gegensatz zum 19 minimal rustikaler macht. 19 gefiel mir daher eine Spur besser.

Ansonsten bleibe ich bei der Einschätzung: Ein ausgesprochen feiner und eleganter Spätburgunder mit einer schönen Balance aller Komponenten. Er zeigt für die GGs schon in die richtige Richtung, die dann aber mehr Dichte und Tiefe haben (sollten). Für einen Ortswein und den damals aufgerufenen Preis ausgezeichnet. Für 55 Euro würde ich über einen Kauf etwas länger nachdenken.

VG Nora
Taunus Südhang
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Re: Bernhard Huber

Beitrag von Taunus Südhang »

Wie viele Jahre Genußreife traust Du dem 18er noch zu?
Ich habe eine Flasche im etwas zu warmen Keller.
Viele Grüße

Thomas
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maha
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Re: Bernhard Huber

Beitrag von maha »

Hallo Thomas

Ohne den 18er AR kürzlich probiert zu haben, traue ich generell den Huber Pinots einiges an Strecke zu. Ich hatte vor kurzem Maltertinger 14, der war sensationell und frisch wie die junge Fa :lol: . Und mein Keller ist jetzt auch nicht der kühlste.
Ich werde in den nächsten 2 Wochen sicher noch den 17er AR aufreißen, welchen ich in den Urlaub mitgenommen habe. Wenn ich Muße haben sollte werde ich berichten

Gruß Marko
Zuletzt geändert von maha am So 12. Jul 2026, 21:34, insgesamt 1-mal geändert.
Der schönste Sport ist der Weintransport!
Taunus Südhang
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Re: Bernhard Huber

Beitrag von Taunus Südhang »

Danke für die schnelle Antwort
Viele Grüße

Thomas
Nora
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Re: Bernhard Huber

Beitrag von Nora »

Schwierige Frage. Ich finde den jetzt top. Ein paar Jahre wird der sicherlich insbesondere auch auf Grund seiner Säurestruktur noch auf dem Level bleiben. Wo er sich im Alter wegen seiner filigranen Struktur hin entwickelt, kann ich nicht einschätzen.

Ich hatte allerdings vor Kurzem noch den SB AR aus 13, immer noch schön. Der war soweit ich weiß aber noch von seinem Vater Bernhard und deshalb eventuell nicht mit dem 18er vergleichbar.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig weiterhelfen. Ich würde die Flasche beim nächsten schönen Anlass vielleicht zu einem Kalbsfilet öffnen.

VG Nora

PS. Kreuzpost
Kle
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Re: Bernhard Huber

Beitrag von Kle »

Mein erster Kontakt mit einem Weinforum war die Frage, ob es eigentlich trinkbare Spätburgunder gibt. Eine Empfehlung war damals Huber und sie hat mein Weltbild verändert, da ich derart substanzvolle, vielschichtige deutsche Rotweine nicht kannte. Ich habe das Weingut dann allerdings nicht sehr verfolgt, mehr die Kommentare hier über Preisauftrieb und einen eventuell mehr „südlichen“ Stil der roten 18er Rotweine. Vor 20 Jahren kamen mir die empfohlenen Weine allerdings auch schon zum Teil etwas forciert vor und so war ich nun enorm gespannt, nach langer Huber-Abstinenz dank Nora den Spätburgunder Alte Reben 2018 probieren zu können.
Zuerst schmeckte ich etwas stallige Noten, nicht unangenehm, aber sehr präsent. Ich habe gern hineingeschmeckt und wurde durch ein leichtes Schoko-Zartbitteraroma belohnt. Vielleicht Einbildung, war aber schön. Ich hatte keine Ahnung, was aus dem Wein werden soll, aber plötzlich schüttelte er die „ländlichen“ Noten ab und entwickelte sich, ähnlich wie Nora es beschreibt. "Am Gaumen zart, schwebend, filigran, dabei ausreichend komplex und harmonisch. Die Rotbeerigkeit wird wieder unterstützt/untermalt von leicht röstigen Holznoten, etwas ätherischen Kräutern und wieder einer schönen und deutlichen Mineralik.“
Ja, so war es und begeisterte mich durch seine so spannende wie ausbalancierte Komposition. Zuerst glaubte ich, einen uferlos sich entwickelnden Wein im Glas zu haben. Dann schien es, dass er Frucht, Tannine und Säure unglaublich fein, stimmig und auch geschickt miteinander sprechen lässt. Sie waren für mich wie Fäden, die immer wieder ein wunderbares Muster ergeben. Das Tannin (oder was ich dafür hielt) wirkte wie ein gekonnt eingesetztes Gewürz, aber auch die Säure ergänzte einen Geschmackseindruck genau im richtigen Moment. Später merkte ich, dass der Wein garnicht sooo komplex ist, sondern das gekonnte Arrangement seiner Komponenten mich in den Bann zog.
Eine gewisse animalische Note bestand für mich weiter. Die Frucht wurde üppiger, blieb gleichwohl fein, fokussiert und von Säure wunderbar akzentuiert. Ein druckvoller, intensiver Eindruck, der sich sofort wieder abfedert und den dunkleren Aromen Raum lässt.
Ich kann mein jetziges Erlebnis sehr gut mit dem von vor über 20 Jahren in Einklang bringen. Für das Erlebte würde ich allerdings nicht den Preis des aktuellen Jahrgangs bezahlen.

Gruß, Kle
Zuletzt geändert von Kle am Mo 13. Jul 2026, 09:27, insgesamt 1-mal geändert.
„Wenn man die Augen zumacht, schmeckt er noch bitterer, es ist phantastisch.“
Julio Cortázar, Rayuela (Übers. Fritz Rudolf Fries)
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