Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
Aus dem Vipava-Tal: Fedora Zelen 2022. 4 Monate Maische dann 18 Monate großes Holz. Slowenische autochthone Rebsorte. Lebendig, sich ständig ändernde Eindruck am Gaumen. Fein, elegant ,langer Abgang. Von Fedora gibts noch einiges Spannendes, dann ausführlicher.
Guerila Rebula Selection 2019, Vipava-Tal, 12,5 % vol.
Orange-gelbe Farbe, nur minimal trüb. In der Nase zunächst etwas überreif wirkend, mit Anklängen von Klebstoff. Nach einem Tag und etwas Zeit in der Karaffe deutlich offener: kandierte Orange, etwas Honig, dazu herb kräutrig-würzige Noten,insgesamt angenehm und nicht anstrengend. Am Gaumen leichte Schmelzigkeit, etwas Gerbstoff von der einjährigen Reife im Akazienholz sowie eine feine Bitterkeit. Mittellanger Abgang. Kam auch bei Mitverkostern gut an, die keine ausgewiesenen Naturwein-Fans sind.
Fedora Pinela 365 2020 (11,5 % vol.)
Herkunft: Vipava-Tal
Rebsorte: Pinela (autochthon)
Maischestandzeit: 365 Tage
1 Jahr im großen Eichenfass
ungefiltert, ungeschwefelt
Strohgelb, etwas dunkel,
mit leicht grünen Reflexen, klar im Glas.
In der Nase würzig-kräutrig. Feine Noten von Senfsaat und getrockneten Wiesenkräutern mit exotischen Fruchtanklängen: Kiwi, Ananas, Melone und Pomelo, dezente Oxidationsnote durch die lange Maischestandzeit.
Die Aromatik der Nase setzt sich am Gaumen konsequent fort. Kräutrig unterlegt, begleitet von einer präsenten, gut eingebundenen Säure, die dem Wein trotz der Maischestandzeit Frische verleiht. Die Textur wirkt leicht griffig, aber sanft. Mittellanger Abgang.
Eines meiner Lieblingsweine aus dem Fedora-Portefolio, Naturwein mit Anspruch und m.E. sehr passend z.B. zu gereiftem Käse mit Weißbrot.
Marija & Božidar Zorjan
Muskat Ottonel
Štajerska, Slowenien
12,5 %
lt. Etikett 2023 abgefüllt
Ist mir bereits vor über einem Jahr auf einer Naturweinmesse aufgefallen, weil der Winzer seine Weine bewusst ungekühlt ausschenkte, die Weine aber hochspannend waren.
Das vier Hektar große Familienweingut bewirtschaftet biodynamisch auf rund 500 Metern Höhe an den Südhängen des Pohorje-Gebirges auf vulkanisch geprägten Böden. Bio-zertifiziert seit 2013, Demeter-zertifiziert seit 2016. Die Trauben werden als Ganztrauben etwa ein Jahr in Amphoren vergoren und anschließend weitere zwei Jahre in Amphoren oder alten grossen Eichenfässern ausgebaut. Ein Teil der Amphoren ist unter freiem Himmel vergraben. Auf die Angabe des Jahrgangs wird grundsätzlich verzichtet.
Dunkles orange-braun, trüb
Nase: reife Früchte, Mandarine, Honigmelone, später etwas Klebstoff
Gaumen: wenig Säure, Senfsaat, Orange Grapefruit u Pomello, leichte Schärfe, Bitterkeit im Abgang, aber dezent, nicht anstrengend, leichte, nicht störende Mostigkeit, erfrischend, leicht und gleichzeitig komplex, mit langem Abgang
Ein sehr guter Naturwein, der insbesondere geübte Naturweintrinker ansprechen dürfte.
officertommy hat geschrieben: ↑So 7. Jun 2026, 11:47
Ein sehr guter Naturwein, der insbesondere geübte Naturweintrinker ansprechen dürfte.
...also quasi mich...
Da Du ja begeistert mein Punkteschema anwendest: machst Du das bezüglich der Gesamtpunktzahl stringent nach meiner Matrix oder ist das eher eine gefühlte Einordnung in den 25er Zahlenraum?
Viele Grüße
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.