...im Bordelais anscheinend schon! Jedenfalls kenne ich keine Weinbauregion, die hinsichtlich der Preisgestaltung so viel Diskussionsbedarf hat und diese auch befriedigt. Diese Flut an Vergleichen, wieviel Prozent ein Wein nun billiger oder teurer ist mit umfangreichen Tabellen, Linien- und Kuchendiagrammen, dieses Fiebern hinsichtlich der Emissionspreise jedes Jahr, das ist anscheinend ein Muß bei BDX, oder? Scheint ohne nicht denkbar zu sein...small talk hat geschrieben: ↑Do 16. Apr 2026, 07:40 Braucht es das ganze Bimbamborium für eine Preisgestaltung um massgeblich zu sein?
Bordeaux 2025
- EThC
- Beiträge: 10590
- Registriert: Fr 27. Feb 2015, 16:17
- Wohnort: ...mal hier, mal dort...
- Kontaktdaten:
Re: Bordeaux 2025
Viele Grüße
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
https://ec1962.wordpress.com/
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
https://ec1962.wordpress.com/
- Dominik Mueller
- Beiträge: 266
- Registriert: Sa 8. Jul 2023, 17:48
- Wohnort: Deutschland
- Kontaktdaten:
Re: Bordeaux 2025
Gut, das ist, was die Branche etabliert hat. Als mündiger Trinker kann man sich schon ein Stück weit von diesen Spekulationen und Vergleichen lösen und einfach genießen, was gefällt (so weit, wie es das persönliche Budget erlaubt
).
Es braucht andererseits natürlich auch nicht verwundern, dass diese Diskussionen in einem "nerdigen" Weinforum zum Entertainment beitragen und somit per se eine gewisse Daseinsberechtigung haben.
Es braucht andererseits natürlich auch nicht verwundern, dass diese Diskussionen in einem "nerdigen" Weinforum zum Entertainment beitragen und somit per se eine gewisse Daseinsberechtigung haben.
Meine Wein-Notizen
Ihr findet mich außerdem in den wineBANKs, zumeist im Rheingau.
Ihr findet mich außerdem in den wineBANKs, zumeist im Rheingau.
Re: Bordeaux 2025
Jane Anson mit ersten Eindrücken zum Jahrgang 2025 Bordeaux Primeur.
Auf Englisch. Free to Read. Den ersten Absatz stelle ich mal übersetzt rein:
Ein Jahr, das in mancher Hinsicht stark an 2022 erinnert … und in anderer Hinsicht überhaupt nicht.
Man hört derzeit viel darüber, dass dies nach der Dürre im Sommer und den außergewöhnlich frühen Erntezeitpunkten ein weiteres 2022 sein könnte. Falls das stimmt, kann das bitte jemand den Weinen mitteilen?
Nach fast zwei Wochen Verkostung finde ich nur sehr wenige Weine, die tatsächlich die Opulenz und extreme Reife von 2022 aufweisen. Dies ist eine völlig andere Struktur, und wenn wir die letzten fünf Jahre betrachten, sind die beiden Jahrgänge, denen es am ähnlichsten zu sein scheint, 2020 und 2023. Es wird Sie freuen zu hören, dass er weitaus besser ist als 2021 oder 2024, sich aber in Form und Charakter stark von 2022 unterscheidet. Es gibt einige ausgezeichnete Weine, aber sicher ist, dass die Geschichte dieses Jahrgangs nicht dort endete, wo man es noch vier Wochen vor dem Abschlusstermin erwartet hatte.
Schauen wir uns also an, warum…
https://janeanson.com/ten-things-to-kno ... 929945cf2f
Auf Englisch. Free to Read. Den ersten Absatz stelle ich mal übersetzt rein:
Ein Jahr, das in mancher Hinsicht stark an 2022 erinnert … und in anderer Hinsicht überhaupt nicht.
Man hört derzeit viel darüber, dass dies nach der Dürre im Sommer und den außergewöhnlich frühen Erntezeitpunkten ein weiteres 2022 sein könnte. Falls das stimmt, kann das bitte jemand den Weinen mitteilen?
Nach fast zwei Wochen Verkostung finde ich nur sehr wenige Weine, die tatsächlich die Opulenz und extreme Reife von 2022 aufweisen. Dies ist eine völlig andere Struktur, und wenn wir die letzten fünf Jahre betrachten, sind die beiden Jahrgänge, denen es am ähnlichsten zu sein scheint, 2020 und 2023. Es wird Sie freuen zu hören, dass er weitaus besser ist als 2021 oder 2024, sich aber in Form und Charakter stark von 2022 unterscheidet. Es gibt einige ausgezeichnete Weine, aber sicher ist, dass die Geschichte dieses Jahrgangs nicht dort endete, wo man es noch vier Wochen vor dem Abschlusstermin erwartet hatte.
Schauen wir uns also an, warum…
https://janeanson.com/ten-things-to-kno ... 929945cf2f
Viele Grüße
Rainer
"Nein, Alkohol trinke ich nicht. Ich trinke hier einen Schoppen Winzerwein!"
Rainer
"Nein, Alkohol trinke ich nicht. Ich trinke hier einen Schoppen Winzerwein!"
Re: Bordeaux 2025
Ich wollte nichts gegen den Wein sagen, aber gerade weil er ja nicht gehyped oder auf eine Sau gebunden wird, kann ich diese Preisgestaltung wohl nicht einfach so pauschalisieren.small talk hat geschrieben: ↑Do 16. Apr 2026, 07:40Warum ist das so?
Der Preis ist auf jeden Fall näher an der Produktionskostenrealität!
Der Preis ist nicht ‚gehyped‘ durch phantasievollstes Marketingblabla.
Es sieht auch nicht nach der nächsten Sau aus, die durchs Dorf getrieben wird.
Gruss, Sascha
„Riesling geht immer“!
„Riesling geht immer“!
Re: Bordeaux 2025
Zu den Preisen: Also ganz sicher hat man in dieser Preiskategorie wenig Spielraum bei der Preisgestaltung, da man nicht "Status" verkauft, sondern ein Produkt, das mit Kosten verbunden ist. Und wie wir alle wissen, sind die Kosten für Energie, Glas(!) und anderes "Zubehör", das ein oder eine Winzer/in benötigt, von der Arbeit gar nicht zu reden, in den letzten paar Jahren massiv gestiegen. Schon nur deswegen muss man in dieser Kategorie einfach einen Teil der Mehrkosten an die Kunden weitergeben. Ob das Jahr jetzt saugut war oder nicht, spiel da erst mal weniger eine Rolle.
Bei grossen Chateaux bzw. Weinen über 25 EUR ist das schon etwas weniger relevant, zur Not entlässt man einen Teil des Marketing-Teams
Da 2025 jetzt ja eher wie 2020/2023 kommen soll, was mir persönlich besser gefällt als vieles von 2022, ist sicher mehrheitsfähiger als die eher kühlen, aber trinkfreudigen 2021er oder 2024er.
Fazit: Subskription setzte ich wohl wieder aus ... es gibt zu viele tolle Bordeaux der letzten Jahre, die jetzt laufend mit Abschlag (z.B. Top CC oder Pierre Wyss: aktuell DdC 2019 für unter 60 CHF) verscherbelt werden - zumindest in der Schweiz.
Bei grossen Chateaux bzw. Weinen über 25 EUR ist das schon etwas weniger relevant, zur Not entlässt man einen Teil des Marketing-Teams
Fazit: Subskription setzte ich wohl wieder aus ... es gibt zu viele tolle Bordeaux der letzten Jahre, die jetzt laufend mit Abschlag (z.B. Top CC oder Pierre Wyss: aktuell DdC 2019 für unter 60 CHF) verscherbelt werden - zumindest in der Schweiz.
Re: Bordeaux 2025
Ich habe mir den Bericht von Jane Anson durchgelesen, und mir ist da einiges aufgefallen, was den Jahrgang 2025 nicht zu einen Jahrhundertjahrgang auf der ganzen Linie macht.
Es ist die Rede von teils harschen Tanninen, leichter Unreife und das Potenzial die Weine bei falscher Behandlung eine unharmonische Richtung zu geben, sowie generelle Vorsicht bei Zweitweinen angeraten ist.
Alles Atribute die gegen einen großartigen Jahrgang sprechen.
Bei richtiger Ausarbeitung des gegebenen Ausgangsmaterial können sehr wohl schöne Weine entstehen, jedoch ist auch wieder Zeit eine Komponente, also viele Jahre bis daraus wirklich was gutes wird, und mehr Aussagekraft gibt dann erst die Verkostung der abgefüllten Weine auf der Flasche preis.
Am Ende sind das für mich genug Hinweise, auf eine Subcription zu verzichten und die Arrivage abzuwarten.
Gruß Heiko
Es ist die Rede von teils harschen Tanninen, leichter Unreife und das Potenzial die Weine bei falscher Behandlung eine unharmonische Richtung zu geben, sowie generelle Vorsicht bei Zweitweinen angeraten ist.
Alles Atribute die gegen einen großartigen Jahrgang sprechen.
Bei richtiger Ausarbeitung des gegebenen Ausgangsmaterial können sehr wohl schöne Weine entstehen, jedoch ist auch wieder Zeit eine Komponente, also viele Jahre bis daraus wirklich was gutes wird, und mehr Aussagekraft gibt dann erst die Verkostung der abgefüllten Weine auf der Flasche preis.
Am Ende sind das für mich genug Hinweise, auf eine Subcription zu verzichten und die Arrivage abzuwarten.
Gruß Heiko
- small talk
- Beiträge: 311
- Registriert: Mi 19. Feb 2020, 10:04
- Wohnort: Bégadan (F)
- Kontaktdaten:
Re: Bordeaux 2025
Nichts für ungut Sascha. Dein Beitrag ist ja auch ganz OK. Es ist eben nur dieses völlig realitätsfremde Marketingblabla, was so schnell dazu kommt, was mit dem Wein nichts zu tun hat und was mich nervt.
Wein ist Genuss. Wein schult den Geschmack. Seit Jahrtausenden ist Wein Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Bei einem Glas Wein kommt man sich näher. Wein inspiriert, belebt, löst Begeisterung aus, versetzt uns in eine andere Zeit und Welt. Schon der Wein an sich ist ein Universum.
All das soll wird dem Hype um die goldene Flasche (anstelle des Kalbs) geopfert. Anfangs haben mich diese Diskussionen noch erstaunt, wurden jedoch schnell befremdlich und stoßen mich mittlerweile nur noch ab. 'Für dreistellige Preise ist das ein echtes Schnäppchen' (oder ähnliches) kann und will ich nicht mehr hören/lesen!
Hier wird bei den Produzenten zurzeit die gegenteilige Pervertierung exerziert. Das letzte Angebot für einen guten Crus Bourgeois, das ich erhielt, lag bei 2,6 € (der Négoce hätte gerne den 2022er…). Das ist der ‚Place Bordeaux‘ mal von der anderen Seite und von diesem verabschiede ich mich nur zu gerne.
Zum Glück kommen mehr und mehr Besucher mit echtem Interesse an Wein hierher, die mir zeigen, dass meine Arbeit einen Wert hat.
Beste Grüße aus Médoc
Stefan
Wein ist Genuss. Wein schult den Geschmack. Seit Jahrtausenden ist Wein Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Bei einem Glas Wein kommt man sich näher. Wein inspiriert, belebt, löst Begeisterung aus, versetzt uns in eine andere Zeit und Welt. Schon der Wein an sich ist ein Universum.
All das soll wird dem Hype um die goldene Flasche (anstelle des Kalbs) geopfert. Anfangs haben mich diese Diskussionen noch erstaunt, wurden jedoch schnell befremdlich und stoßen mich mittlerweile nur noch ab. 'Für dreistellige Preise ist das ein echtes Schnäppchen' (oder ähnliches) kann und will ich nicht mehr hören/lesen!
Hier wird bei den Produzenten zurzeit die gegenteilige Pervertierung exerziert. Das letzte Angebot für einen guten Crus Bourgeois, das ich erhielt, lag bei 2,6 € (der Négoce hätte gerne den 2022er…). Das ist der ‚Place Bordeaux‘ mal von der anderen Seite und von diesem verabschiede ich mich nur zu gerne.
Zum Glück kommen mehr und mehr Besucher mit echtem Interesse an Wein hierher, die mir zeigen, dass meine Arbeit einen Wert hat.
Beste Grüße aus Médoc
Stefan
Die Wahrheit liebt es, sich zu verstecken. (Heraklit - Interpretation)
- EThC
- Beiträge: 10590
- Registriert: Fr 27. Feb 2015, 16:17
- Wohnort: ...mal hier, mal dort...
- Kontaktdaten:
Re: Bordeaux 2025
...die komplette Entkopplung von Genuß und Preis wäre eine an sich eine schöne Idee, so eine Art klassenlose Weingesellschaft. Wird nur im realen Leben nicht ganz funktionieren, weil durch unterschiedliche Qualitäten, Gestehungskosten und den nicht zu unterschätzenden Einfluß aus Angebot und Nachfrage sich bei den "Endverbrauchern" zwangsläufig solche PLV-Gedanken ergeben, wenn Wein A mit Wein B und C verglichen wird. Umso mehr, wenn der Geldbeutel etwas knapper bemessen ist, kaum dagegen, wenn man eh im Überfluß lebt. Bleibt halt die Frage, welchen Stellenwert die Preisdiskussion tatsächlich einnimmt, meiner Wahrnehmung nach ist sie halt bei BDX extrem hoch...small talk hat geschrieben: ↑Sa 18. Apr 2026, 08:39 All das soll wird dem Hype um die goldene Flasche (anstelle des Kalbs) geopfert. Anfangs haben mich diese Diskussionen noch erstaunt, wurden jedoch schnell befremdlich und stoßen mich mittlerweile nur noch ab. 'Für dreistellige Preise ist das ein echtes Schnäppchen' (oder ähnliches) kann und will ich nicht mehr hören/lesen!
Viele Grüße
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
https://ec1962.wordpress.com/
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
https://ec1962.wordpress.com/