Dönnhoff

amateur des vins
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Re: Dönnhoff

Beitrag von amateur des vins »

Bernd Schulz hat geschrieben: Di 16. Dez 2025, 20:44 mit der Maßgabe, ihn möglichst bald zu trinken. Der Spender vertritt die Auffassung, dass man die meisten hervorragenden Süßweine keineswegs etliche Jahre liegen lassen muss
Ein Hoch auf den Spender! Und mit Gebrauchsanweisung kann man ja auch nix falsch machen.

(Hatte ich schonmal erwähnt, daß ich das nicht nur auf Süßweine beschränken würde?)
Besten Gruß, Karsten
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EThC
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Re: Dönnhoff

Beitrag von EThC »

...beim Lesen der Beiträge saugt mein Hirn in den ersten Zehntelsekunden nur die wesentlichen Triggerworte auf. Spätburgunder von der Nahe? Mit 97 Bernd-Punkten?? Von Dönnhoff???
Ach so... :oops:
...ich sollte in der Früh erst meinen Kaffee austrinken... :mrgreen:
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.

https://ec1962.wordpress.com/
Bernd Schulz
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Re: Dönnhoff

Beitrag von Bernd Schulz »

Nach dem Motto "muss wirklich dringend getrunken werden" habe ich heute meine letzte (kleine) Flasche von Dönnhoffs 05er Auslese aus der Hermannshöhle aufgezogen:

Bild

Diesmal hatte ich relatives Glück beim Korkroulette - der Wein wirkte im Vergleich zum Januar 2024 deutlich intakter. Von komplettem Glück mag ich trotzdem nicht reden, denn der Korken war ein so elender Brösler, dass er auch im Monopol-Spangenkorkenzieher dazu neigte, sich in tausend Einzelteile zu zerlegen. Mit einem leicht gekrümmten Uraltkorkenzieher, den ich mittlerweile extra für solche Fälle in der Schublade liegen habe, ist es mir in einer gut zehnminütigen OP dann doch gelungen, die Baumrinde komplett aus dem Flaschenhals zu entfernen, aber wer möchte erst mal etliche Minuten mit einer Engelsgeduld an einem zerbröckelnden Korken herumfummeln, bevor er sich dann endlich seinen Wein ins Glas schütten kann?

Ganz vom Korken abgesehen handelt(e) es sich aber einfach nicht um eine große Auslese. Dönnhoff habe ich immer wieder als eine Art Wundertüte wahrgenommen, zwischen wirklich grandiosen Weinen fanden sich bei ihm auch ab und an mal ziemlich mittelmäßige Erzeugnisse. Die Kabis aus den letzten Jahren waren allerdings alle gut bis sehr gut und zudem erschwinglich gepreist; den einen oder anderen von ihnen werde ich wohl auch zukünftig erwerben.

Herzliche Grüße

Bernd
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UlliB
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Re: Dönnhoff

Beitrag von UlliB »

Bernd Schulz hat geschrieben: Di 16. Dez 2025, 20:44 In meinem Glas befindet sich gerade eine der besten Spätlesen, die ich bislang getrunken habe:

Bild
Da bin ich neugierig geworden und habe mir etwas davon besorgt. Und ich kann die Begeisterung voll und ganz nachvollziehen. Das ist wirklich eine großartige Spätlese und gehört in dieser Kategorie mit zum Besten, was ich in den letzten Jahren im Glas hatte. Bemerkenswert ist übrigens, dass es sich hier auch von den analytischen Werten her tatsächlich "nur" um eine Spätlese handelt und nicht - wie bei Spitzenproduzenten inzwischen so häufig - um eine abgestufte Auslese.

Gruß
Ulli
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Jochen R.
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Re: Dönnhoff

Beitrag von Jochen R. »

Ein weiteres Jahr später ...
Luft tut gut. Was die Nase anbelangt, hat sich das deutlich in Richtung Tabak, Herbstlaub, bisschen nasses Leder, verschoben. Im Hintergrund Nectarinen, Zitronen und was weiß ich noch, toll! Am Gaumen wieder dieser wunderbare Früchtekorb, jugendlich, druckvoll, trinkanimierend, würzig, sehr lang. Ja, das ist (für mich) reproduzierbar ein großer Riesling, 95 P. Leider die letzte Eintel - eine Magnum habe ich zum Glück noch.

(Ach ja, Flaschen sind/waren mit einem Korken verschlossen HaschtagKorklottoDiffussionsGeschwafel)
Jochen R. hat geschrieben: So 19. Jan 2025, 12:32 2 Jahre später ...
und auch diese Flasche kommt sowas von jugendlich daher. Die Notiz vom Feb.´23 kann ich fast 1:1 übernehmen. Was für eine wunderbare Frucht: Nectarinen, Passionsfrucht, Zitronen - zum reinlegen, dazu eine trinkanimierende Säure. Großer Wein!
Jochen R. hat geschrieben: Do 2. Feb 2023, 18:15 Dellchen Riesling GG 2015:
Ein helles gelb. Sofort springt einen ein Korb gelber Früchte an, dazu
anfangs etwas brauner Kandis, dezent floral. Schon mit wenig Luftzufuhr
feiner heller Tabak, ein Hauch von Herbstlaub, ständig wechselnder Ein-
drücke, mittelkräftig bis intensiv.
Mittlerer Körper. Auch hier wunderbar gelbfruchtig, baut schnell Druck
auf, salzig/würzig/adstringierend, frisch/trinkig, komplex, sehr lang.

Großer Wein, m. E. aber erst ganz am Anfang, 94(-95)+ P.. Fast unverschämter
Trinkfluss.

Viele Grüße,
Jochen
"Viele haben eine Meinung, aber keine Ahnung." (Franz Müntefering)
joern_ribu
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Re: Dönnhoff

Beitrag von joern_ribu »

Gestern Abend kam ich nicht umhin, diesen Wein zu öffnen:

2021 Dönnhoff Kreuznacher Kahlenberg Riesling Erste Lage

Bereut habe ich es nicht, auch wenn der erste Eindruck ein "boah, ganz schön krass" war. Man merkt den Jahrgang 2021 jedenfalls deutlich, und mit einer guten Portion Säure, die erstmal ziemlich direkt durchschlägt, sollte man kein Problem haben. Der Wein kommt noch sehr jung und druckvoll aus dem Glas, auch farblich ein helles zitronengelb. Sehr präzise und mineralisch, viel Kräuternoten, wenig Frucht. Mit der Zeit öffnet sich der Wein, wird etwas weicher, man spürt wieviel innere Kraft und Struktur da noch drin steckt. Ich habe ihn wohl viel zu jung geöffnet, karaffieren hätte sicher auch gut getan. Man muss sich auf diesen Kahlenberg einlassen wollen, der springt nicht auf den Schoß und ist gleich Everybody's Darling. Es braucht Geduld, dann entdeckt man unter dem mineralischen Säuremantel auch die subtileren Spuren, gar ein wenig florale Noten und vor allem bietet er einen richtig langen Abgang. Ja, der Wein hat mich gefordert, aber die Herausforderung hat Spaß gemacht. Bis zur nächsten Begegnung werden aber noch einige Jahre vergehen, mindestens drei, eher fünf.
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Salute - und immer einen guten Wein im Glas wünscht

Jörn
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