http://www.welt.de/wissenschaft/article ... etrug.html
Kaum zu glauben das die Testpersonen es nicht geschafft haben, die teuren von den billigen Weinen blind zu unterscheiden. Mich hätten die Ergenisse mit Weinkennern interessiert. Ob da die Quote wenigstens 80:20 gewesen wäre?
Wer teuren Wein kauft, betreibt Selbstbetrug
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Grüße, Chris
- susa
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Re: Wer teuren Wein kauft, betreibt Selbstbetrug
Mich wundert das gar nicht. Es waren ja mit Absicht keine Weinkenner zugelassen und das Ziel dieses Tests war es auch nicht, die Weinkenntnisse der Menschen herauszufinden oder zu beweisen, dass die Unterschiede zwischen einem Jacob's Creek und einem Léoville Las Cases auf reiner Einbildung beruhen.
Wenn man eine beliebige Menge Menschen verschiedene Joghurts, Honige, Brote, Fruchtsäfte probieren lässt, wäre das Ergebnis kein bisschen anders. Differenziert schmecken können ist ein langer Lernprozess.
Dass allerdings die "Message", dass teurer Wein nicht besser ist als nicht teurer so mitschwingt, wird billigend in Kauf genommen.
lieben Gruß
susa
Wenn man eine beliebige Menge Menschen verschiedene Joghurts, Honige, Brote, Fruchtsäfte probieren lässt, wäre das Ergebnis kein bisschen anders. Differenziert schmecken können ist ein langer Lernprozess.
Dass allerdings die "Message", dass teurer Wein nicht besser ist als nicht teurer so mitschwingt, wird billigend in Kauf genommen.
lieben Gruß
susa
Red wine with fish. Well, that should have told me something.
James Bond in From Russia with Love
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Re: Wer teuren Wein kauft, betreibt Selbstbetrug
Hallo Chris,
sowas kann ich eigentlich nicht glauben vor ein paar Jahren hab ich so einen Test auch schon mal in der Glotze gesehen wollte es damals schon nicht wahr haben ...
Haben dann im kleinen Kreis selbst einen ähnlichen Test durchgeführt ich glaube es waren 6-8 unterschiedliche Bordeaux´s angefangen bei 1,83 - 28,90 EUR natürlich blind und durcheinander Verkostet.
Das Ergebniss war eindeutig man schmeckt es sehrwohl raus wo der "Fusel" ist und wo das "Hochgewächs" schwieriger war es so in der mitte die Weine 8 - 15 Euro ...kaum wahrnembare Unterschiede.
sowas kann ich eigentlich nicht glauben vor ein paar Jahren hab ich so einen Test auch schon mal in der Glotze gesehen wollte es damals schon nicht wahr haben ...
Haben dann im kleinen Kreis selbst einen ähnlichen Test durchgeführt ich glaube es waren 6-8 unterschiedliche Bordeaux´s angefangen bei 1,83 - 28,90 EUR natürlich blind und durcheinander Verkostet.
Das Ergebniss war eindeutig man schmeckt es sehrwohl raus wo der "Fusel" ist und wo das "Hochgewächs" schwieriger war es so in der mitte die Weine 8 - 15 Euro ...kaum wahrnembare Unterschiede.
Re: Wer teuren Wein kauft, betreibt Selbstbetrug
Hallo Marc,
so geht es mir auch. Ich habe es ja in meinem privaten Umfeld nicht nur mit Weinkennern zu tun. Wenn man da einen ordentlichen Wein auftischt (ohne das man sagt in welcher Preisklasse er sich befinndet) wird das in der Regel auch mit entsprechenden Kommentaren honoriert.
Allerdings weis ich nicht ob mein Bekanntenkreis repräsentativ für den Durchschnitt unserer Gesellschaft ist. Wahrscheinlich eher nicht. Liebhaber von Erdbeerrkäse sind zb nicht dabei.
Auf der anderen Seite würde sich z.b. ein Hartz IV Empfänger sowieso keinen 30+ Euro Wein kaufen. Von daher ist es auch egal ob er dieser Zielgruppe schmeckt oder nicht.
so geht es mir auch. Ich habe es ja in meinem privaten Umfeld nicht nur mit Weinkennern zu tun. Wenn man da einen ordentlichen Wein auftischt (ohne das man sagt in welcher Preisklasse er sich befinndet) wird das in der Regel auch mit entsprechenden Kommentaren honoriert.
Allerdings weis ich nicht ob mein Bekanntenkreis repräsentativ für den Durchschnitt unserer Gesellschaft ist. Wahrscheinlich eher nicht. Liebhaber von Erdbeerrkäse sind zb nicht dabei.
Grüße, Chris
- Rinquinquin
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Re: Wer teuren Wein kauft, betreibt Selbstbetrug
Hallo,
"Auch für den gewöhnlichen Weintrinker macht es einen Unterschied, ob die Flasche fünf oder 30 Euro kostet – rein psychologisch. "
Ah bon?? Eher würde ich gerne wissen, wie sich der Kopf der Probanden am nächsten Tag anfühlte. Aber bei den probierten wenigen Tröpfchen wird das wohl nicht bemerkbar sein.
Wir jedenfalls haben früher, als wir noch Weine aus dem unteren Preissegment verkonsumierten, wesentlich mehr Probleme am nächsten Tag gehabt als heute.
Gruss von Rinquinquin
"Auch für den gewöhnlichen Weintrinker macht es einen Unterschied, ob die Flasche fünf oder 30 Euro kostet – rein psychologisch. "
Ah bon?? Eher würde ich gerne wissen, wie sich der Kopf der Probanden am nächsten Tag anfühlte. Aber bei den probierten wenigen Tröpfchen wird das wohl nicht bemerkbar sein.
Wir jedenfalls haben früher, als wir noch Weine aus dem unteren Preissegment verkonsumierten, wesentlich mehr Probleme am nächsten Tag gehabt als heute.
Gruss von Rinquinquin
Re: Wer teuren Wein kauft, betreibt Selbstbetrug
Guter Einwand, speziell was die Weine in den sehr niedrigen Preiskategorien angeht.Rinquinquin hat geschrieben: Eher würde ich gerne wissen, wie sich der Kopf der Probanden am nächsten Tag anfühlte.
P.S. Ein Kommentar zu dem Artikel auf der Welt.de Seite: "Weinkenner sind Menschen, die viel Geld und Zeit geopfert haben, damit ihnen der Wein, den sie früher mal gern getriunken haben, nicht mehr schmeckt"
Grüße, Chris
-
Bernd Schulz
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Re: Wer teuren Wein kauft, betreibt Selbstbetrug
Sorry, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Discounterwein zu 2,99 grundsätzlich schlechter verträglich ist als ein klassifiziertes Gewächs zu 50 Euro. Warum sollte das denn der Fall sein?
Dagegen sind die sensorischen Unterschiede in der Regel groß, aber sie werden logischerweise nur von denjenigen wahrgenommen, die sich ein wenig mit der Materie beschäftigt haben.
Wenn ich ein paar Leute von der Strasse hole und ihnen neben einem Meisterquartett von Mozart ein deutlich schwächeres Stück von -sagen wir mal - Johann Baptist Vanhal vorspiele, wird auch kaum einer blind sagen können, von welchem der beiden Komponisten das jeweilige Werk stammt, obwohl die qualitativen Unterschiede für jeden, der sich etwas näher mit klassischer Musik auskennt, eveident sind. Wie susa schon gesagt hat: Die Ergebnisse solcher "Tests" sind alles andere als verwunderlich!
Beste Grüße
Bernd
Dagegen sind die sensorischen Unterschiede in der Regel groß, aber sie werden logischerweise nur von denjenigen wahrgenommen, die sich ein wenig mit der Materie beschäftigt haben.
Wenn ich ein paar Leute von der Strasse hole und ihnen neben einem Meisterquartett von Mozart ein deutlich schwächeres Stück von -sagen wir mal - Johann Baptist Vanhal vorspiele, wird auch kaum einer blind sagen können, von welchem der beiden Komponisten das jeweilige Werk stammt, obwohl die qualitativen Unterschiede für jeden, der sich etwas näher mit klassischer Musik auskennt, eveident sind. Wie susa schon gesagt hat: Die Ergebnisse solcher "Tests" sind alles andere als verwunderlich!
Beste Grüße
Bernd
- thvins
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Re: Wer teuren Wein kauft, betreibt Selbstbetrug
Hallo Chris,
dein Vergleich zu Erdbeerkäseliebhabern und Hartz IV Empfängern greift allerdings ein wenig daneben.
Ich kenne jede Menge (gutsituierter) Mittelständler oder Normalverdiener und sogar Besserverdiener, denen Wein sowas von Schnuppe ist, dass sie da voll in das Raster fallen.
Die trinken eben ihr Bier und gut - oder sie bleiben bei der "All die - Plörre" und bei Fertiggerichten, weil sie sich weder Zeit zum Kochen noch zum Genießen nehmen und ihnen ihr Porsche als Statussymbol wichtiger ist als der Lafite als Statussymbol. Es sitzen genug junge Neureiche mit schniekem Auto beim Mac Donalds, weil sie es nie besser gelernt haben - Genuss ist niemandem in die Wiege gelegt...
Zum Anderen kenne ich etliche, die nicht aus bildungsfernen Schichten a la Erdbeerkäsefan kommen und die irgendwann trotzdem in Hartz IV rutschen oder davon bedroht sind - und wenn es Genießertypen sind, schätzen sie den 30 € Wein wohl - und die kaufen auch kaum das grottenschlechte 1,99 € Zeug, sondern suchen nach dem kleinsten Übel hinsichtlich der Budgetbelastung bei gleichzeitiger Genussmaximierung - ebenso wie etliche Studenten, die ja auch oft nicht wissen, ob hinterher nicht gleich Hartz IV droht...
Uns selbst bei Bildungsferneren Schichten hab ich schon Leute erlebt, die im Genuss geschulter waren, als die Gutverdiener, denen Genuss eher unwichtig ist.
Pauschalstempel tun hier nicht not.
Umso erschreckender das eigentliche Ergebnis der Betrachtungen im Welt online Artikel.
Aber auch das erschrickt mich nicht wirklich, wenn ich sehe, wie die meisten Einkaufswagen der Leute bei egal welchem Supermarkt / Discounter aussehen. Das spricht eher für die These, dass wir Genussmenschen, die sich z.B. in diesem und ähnlichen Foren tummeln, in der rauen Wirklichkeit draußen bei den gemeinen Deutschen in erschreckend geringer Zahl zu finden sind. Das mag in Ländern, die genussorientierter leben, sicher anders laufen...
Theoretisch wäre aber jeder in der Lage, seine Geschmackssinne so weit zu schulen, dass man zwischen minderwertiger Masse und Qualität unterscheiden lernt. Soweit meine persönliche Erfahrung mit all den Leuten verschiedenster Schichten, die bereit waren, sich darauf einzulassen. Die Leute müssen es nur von sich aus wollen.
dein Vergleich zu Erdbeerkäseliebhabern und Hartz IV Empfängern greift allerdings ein wenig daneben.
Ich kenne jede Menge (gutsituierter) Mittelständler oder Normalverdiener und sogar Besserverdiener, denen Wein sowas von Schnuppe ist, dass sie da voll in das Raster fallen.
Die trinken eben ihr Bier und gut - oder sie bleiben bei der "All die - Plörre" und bei Fertiggerichten, weil sie sich weder Zeit zum Kochen noch zum Genießen nehmen und ihnen ihr Porsche als Statussymbol wichtiger ist als der Lafite als Statussymbol. Es sitzen genug junge Neureiche mit schniekem Auto beim Mac Donalds, weil sie es nie besser gelernt haben - Genuss ist niemandem in die Wiege gelegt...
Zum Anderen kenne ich etliche, die nicht aus bildungsfernen Schichten a la Erdbeerkäsefan kommen und die irgendwann trotzdem in Hartz IV rutschen oder davon bedroht sind - und wenn es Genießertypen sind, schätzen sie den 30 € Wein wohl - und die kaufen auch kaum das grottenschlechte 1,99 € Zeug, sondern suchen nach dem kleinsten Übel hinsichtlich der Budgetbelastung bei gleichzeitiger Genussmaximierung - ebenso wie etliche Studenten, die ja auch oft nicht wissen, ob hinterher nicht gleich Hartz IV droht...
Uns selbst bei Bildungsferneren Schichten hab ich schon Leute erlebt, die im Genuss geschulter waren, als die Gutverdiener, denen Genuss eher unwichtig ist.
Pauschalstempel tun hier nicht not.
Umso erschreckender das eigentliche Ergebnis der Betrachtungen im Welt online Artikel.
Aber auch das erschrickt mich nicht wirklich, wenn ich sehe, wie die meisten Einkaufswagen der Leute bei egal welchem Supermarkt / Discounter aussehen. Das spricht eher für die These, dass wir Genussmenschen, die sich z.B. in diesem und ähnlichen Foren tummeln, in der rauen Wirklichkeit draußen bei den gemeinen Deutschen in erschreckend geringer Zahl zu finden sind. Das mag in Ländern, die genussorientierter leben, sicher anders laufen...
Theoretisch wäre aber jeder in der Lage, seine Geschmackssinne so weit zu schulen, dass man zwischen minderwertiger Masse und Qualität unterscheiden lernt. Soweit meine persönliche Erfahrung mit all den Leuten verschiedenster Schichten, die bereit waren, sich darauf einzulassen. Die Leute müssen es nur von sich aus wollen.
Re: Wer teuren Wein kauft, betreibt Selbstbetrug
Hallo Bernd,
ein 2,99 Wein wird der Discounter für 2 Euro netto oder weniger einkaufen. Der Produzent muss also auf Ertrag arbeiten. Das geschieht nicht selten unter Zuhilfenahme von Kunstdünger und Herbiziden. In der Preisklasse wird auch nicht selektiert und damit auch verfaultes Rebgut mitverarbeitet. Das kann durchaus zu Kopfschmerzen führen, speziell wenn bei der alkoholischen Gärung Nebenprodukte des Hefestoffwechsels wie Fuselöle entstehen.
@Torsten
Pauschalisieren ist immer schlecht. Wollte ich aber auch nicht. Es gibt, wie du schon sagst genug Besserverdiener, die billigen Wein trinken. Ich habe auch nie das Gegenteil behauptet. Allerdings wird ein Hartz IV Empfänger sich wohl kaum ein Weinbudget von mehreren hundert Euro pro Monat leisten können, oder? Mehr wollte ich nicht sagen. Natürlich sind gute sensorische Fähigkeiten nicht vom Bildungsstand oder Einkommen abhängig. So etwas würde ich nie behaupten.
ein 2,99 Wein wird der Discounter für 2 Euro netto oder weniger einkaufen. Der Produzent muss also auf Ertrag arbeiten. Das geschieht nicht selten unter Zuhilfenahme von Kunstdünger und Herbiziden. In der Preisklasse wird auch nicht selektiert und damit auch verfaultes Rebgut mitverarbeitet. Das kann durchaus zu Kopfschmerzen führen, speziell wenn bei der alkoholischen Gärung Nebenprodukte des Hefestoffwechsels wie Fuselöle entstehen.
@Torsten
Pauschalisieren ist immer schlecht. Wollte ich aber auch nicht. Es gibt, wie du schon sagst genug Besserverdiener, die billigen Wein trinken. Ich habe auch nie das Gegenteil behauptet. Allerdings wird ein Hartz IV Empfänger sich wohl kaum ein Weinbudget von mehreren hundert Euro pro Monat leisten können, oder? Mehr wollte ich nicht sagen. Natürlich sind gute sensorische Fähigkeiten nicht vom Bildungsstand oder Einkommen abhängig. So etwas würde ich nie behaupten.
Grüße, Chris
-
Bernd Schulz
- Beiträge: 7597
- Registriert: Sa 11. Dez 2010, 23:55
Re: Wer teuren Wein kauft, betreibt Selbstbetrug
Hallo Chris,
die Weine, die heute aus den großen *Fabriken* kommen, sind, wenn sie nicht gerade dem alleruntersten Preissegment (99 Cent
) entstammen, technisch sauber und mit Sicherheit nicht schlechter verträglich als Spitzenprodukte. So etwas wie Herbizidrückstände kann man im Regelfall vernachlässigen; der für den Körper problematischste Stoff ist schlichtweg der Alkohol. Und Fuselöle findest du in hochwertigen Spontis vermutlich in größerer Menge als in mit Reinzuchthefen gestylten Einheitsweinen!
Auch wenn das hier vermutlich keiner gerne liest, aber die Sache mit der Verträglichkeit halte ich für eine Legende, die realistischen Betrachtungen nicht standhält.
Ich trinke -von meinen neusten Norma-Experiementen abgesehen
-trotzdem keine Discounterweine, aber das hat erst einmal geschmackliche Gründe. Und dann vielleicht noch "ethische", weil ich den kleinen, indiviuell arbeitenden Winzern anstelle der Massenproduzenten meine Kohle zukommen lassen möchte.
Was zum Teufel ist denn eigentlich "Erdbeerkäse"?
Beste Grüße
Bernd
die Weine, die heute aus den großen *Fabriken* kommen, sind, wenn sie nicht gerade dem alleruntersten Preissegment (99 Cent
Auch wenn das hier vermutlich keiner gerne liest, aber die Sache mit der Verträglichkeit halte ich für eine Legende, die realistischen Betrachtungen nicht standhält.
Ich trinke -von meinen neusten Norma-Experiementen abgesehen
Was zum Teufel ist denn eigentlich "Erdbeerkäse"?
Beste Grüße
Bernd