Weinprobe Burgundersorten in Würzburg
Verfasst: Mo 18. Nov 2013, 13:48
Hallo zusammen,
letzten Freitag trafen sich wieder einmal einige Weininteressierte, die diverse Burgunderrebsorten durchgetestet haben.
Es waren 14 Weine am Start, je zur Hälfte Weiß- und Rotwein. Alle 14 Weine hatten Korkverschluss und -absolut nicht selbstverständlich- war tatsächlich kein Korkschmecker dabei.
Die probierten Weine in der tatsächlichen Reihenfolge mit kurzen Anmerkungen von mir:
--- Bouzy Grand Cru "Silver" Brut Nature (Andre Clouet, Bouzy)
100%iger Pinot Noir-Champagne, völlig ohne Dosage, Ausbau der Grundweine teilweise in gebrauchten Sauternes-Fässern von Doisy-Daene. Dezent goldgelbe Farbe, zartes Perlenspiel, trocken wie ein Pokerauge, aber mit reifer Säure und Reife, ein vorbildlicher Blanc de Noirs mit guter Länge zu einem sehr fairen Preis (bei Lobenberg knapp 30 EURO).
90 P.
2012er Malterdinger Auxerrois Kabinett trocken (Bernhard Huber, Malterdingen)
über 40 Jahre alte Rebstöcke, nur 11,5 Vol%.
ein sehr klarer und feiner Auxerrois mit ausreichend Säure, der trotz der geringen Alkoholgradation genügend Schmalz mitbringt. Sehr guter Trinkfluss, mittlere Länge, sehr gekonnt vinifiziert. 86 P.
2010er Weißburgunder Riserva "Passion" (Kellerei St. Pauls, Eppan)
18 Monate im großen Holzfass ausgebaut. Einer der Premium-Weine dieser Südtiroler Kellerei: kräftige Goldreflexe, sehr kraftvoller Stil, reife Früchte in der Nase, mächtig am Gaumen, sehr reife Frucht nach Apfel und Mirabellen, Alkohol kommt etwas durch, aufgrund der niedrigen Säure (weniger als 5 Promill) geht der Wein deutlich in die Breite, mittlerer, etwas brandiger Abgang. Kein Solist, mit entsprechendem Essen macht er wahrscheinlich eine bessere Figur. 82 P.
1998er Haardter Herrenletten Grauburgunder Spätlese trocken (Müller-Catoir)
nur die -wahrscheinlich eher bortrytisbedingte- kräftige Goldfärbung verrät sein Alter, zunächst die übliche Sauerkrautnase, die aber in kürzester Zeit verschwindet, dahinter verbirgt sich eine kräftige und intensiv-würzige Frucht, die 13,5 Vol% sind dank der kräftigen Säure überhaupt nicht spürbar, langer und kraftvoller Abgang, trotzdem alles andere als ein Sattmacher. Toller, fast zeitloser Grauburgunder, der noch einige Jahre Leben vor sich haben könnte. 92P.
1999er Kirrweiler Mandelberg Weißburgunder Spätlese trocken (Bergdolt)
unglaublich jugendliche Farbe, superklare Apfel und Aprikosenfrucht, trotz 13,6 Umdrehungen fast spielerisch, tolle Würze und Länge, ein filigraner und trotzdem sehr dichter Weißburgunder der absoluten Spitzenklasse. Chapeau, Herr Bergdolt! Leider sind die Weißburgunder aus diesem Hause in den letzten Jahren nicht mehr auf diesem Niveau.
P.S: keiner der Teilnehmer schätzte den Wein älter als 3-4 Jahre ein !!
93P.
Fortsetzung folgt !!
Grüsse
Bodo
letzten Freitag trafen sich wieder einmal einige Weininteressierte, die diverse Burgunderrebsorten durchgetestet haben.
Es waren 14 Weine am Start, je zur Hälfte Weiß- und Rotwein. Alle 14 Weine hatten Korkverschluss und -absolut nicht selbstverständlich- war tatsächlich kein Korkschmecker dabei.
Die probierten Weine in der tatsächlichen Reihenfolge mit kurzen Anmerkungen von mir:
--- Bouzy Grand Cru "Silver" Brut Nature (Andre Clouet, Bouzy)
100%iger Pinot Noir-Champagne, völlig ohne Dosage, Ausbau der Grundweine teilweise in gebrauchten Sauternes-Fässern von Doisy-Daene. Dezent goldgelbe Farbe, zartes Perlenspiel, trocken wie ein Pokerauge, aber mit reifer Säure und Reife, ein vorbildlicher Blanc de Noirs mit guter Länge zu einem sehr fairen Preis (bei Lobenberg knapp 30 EURO).
90 P.
2012er Malterdinger Auxerrois Kabinett trocken (Bernhard Huber, Malterdingen)
über 40 Jahre alte Rebstöcke, nur 11,5 Vol%.
ein sehr klarer und feiner Auxerrois mit ausreichend Säure, der trotz der geringen Alkoholgradation genügend Schmalz mitbringt. Sehr guter Trinkfluss, mittlere Länge, sehr gekonnt vinifiziert. 86 P.
2010er Weißburgunder Riserva "Passion" (Kellerei St. Pauls, Eppan)
18 Monate im großen Holzfass ausgebaut. Einer der Premium-Weine dieser Südtiroler Kellerei: kräftige Goldreflexe, sehr kraftvoller Stil, reife Früchte in der Nase, mächtig am Gaumen, sehr reife Frucht nach Apfel und Mirabellen, Alkohol kommt etwas durch, aufgrund der niedrigen Säure (weniger als 5 Promill) geht der Wein deutlich in die Breite, mittlerer, etwas brandiger Abgang. Kein Solist, mit entsprechendem Essen macht er wahrscheinlich eine bessere Figur. 82 P.
1998er Haardter Herrenletten Grauburgunder Spätlese trocken (Müller-Catoir)
nur die -wahrscheinlich eher bortrytisbedingte- kräftige Goldfärbung verrät sein Alter, zunächst die übliche Sauerkrautnase, die aber in kürzester Zeit verschwindet, dahinter verbirgt sich eine kräftige und intensiv-würzige Frucht, die 13,5 Vol% sind dank der kräftigen Säure überhaupt nicht spürbar, langer und kraftvoller Abgang, trotzdem alles andere als ein Sattmacher. Toller, fast zeitloser Grauburgunder, der noch einige Jahre Leben vor sich haben könnte. 92P.
1999er Kirrweiler Mandelberg Weißburgunder Spätlese trocken (Bergdolt)
unglaublich jugendliche Farbe, superklare Apfel und Aprikosenfrucht, trotz 13,6 Umdrehungen fast spielerisch, tolle Würze und Länge, ein filigraner und trotzdem sehr dichter Weißburgunder der absoluten Spitzenklasse. Chapeau, Herr Bergdolt! Leider sind die Weißburgunder aus diesem Hause in den letzten Jahren nicht mehr auf diesem Niveau.
P.S: keiner der Teilnehmer schätzte den Wein älter als 3-4 Jahre ein !!
93P.
Fortsetzung folgt !!
Grüsse
Bodo