Verwirrung um A.P.Nr.

Was Sie schon immer über Wein wissen wollten, aber nie zu fragen wagten
Benutzeravatar
Budi
Beiträge: 194
Registriert: Di 18. Okt 2011, 22:23
Wohnort: BW
Kontaktdaten:

Verwirrung um A.P.Nr.

Beitrag von Budi »

Bislang meinte ich immer, mich mit den amtlichen Prüfnummern und den Infos, die man daraus entnehmen kann, auszukennen.

Heute habe ich in einem Weinhandel eine Auslese von J.J. Prüm entdeckt. Jahrgang 1998!

Soweit so gut. Der Verkäufer meinte, dass Prüms die Flaschen entdeckt hatten und diese eig. schon längst aus dem Verkauf draußen sein müssten.

Die Flasche gekauft. Da wunderte ich mich schon über das "neue" moderne Etikett der Prüms, trotz Jahrgang 1998.

Die Prüfnummer endet dann mit 0110 - also wurde der Wein erst letztes Jahr abgegeben.

Das verwirrt mich nun etwas. Was kann ich mit der Info anfangen. Irgendwas stimmt da für mich nicht... :(
Benutzeravatar
UlliB
Beiträge: 5152
Registriert: Mo 6. Dez 2010, 18:27

Re: Verwirrung um A.P.Nr.

Beitrag von UlliB »

Doch, passt schon - nur der Verkäufer ist schlecht orientiert.

JJ Prüm ist berühmt-berüchtigt für das hier praktizierte AP-Lotto: es gibt von fast jedem Wein mehrere, gelegentlich auch geschmacklich deutlich unterschiedliche Versionen mit unterschiedlicher AP-Nr., so dass man von einem Profi auf die Mitteilung, man habe z.B. eine Wehlener Sonnenuhr Spätlese aus einem bestimmten Jahr getrunken, wie aus der Pistole geschossen die Frage bekommt: welche AP-Nummer?

Häufiger stellt JJ Prüm Partien auch sehr spät zur amtlichen Weinprüfung an, das ist absolut zulässig und hier ganz offensichtlich der Fall. Ich habe im Keller z.B. eine 94er WeSo Auslese mit 07er Prüfnummer.

Falsch ist insofern nur die Behauptung des Verkäufers, dass der Wein im Keller "entdeckt" wurde und schon lange "draußen" sein müsste. Irgendeine 98er Auslese aus gleicher Lage ziemlich sicher (wahrscheinlich sogar mehrere), aber halt mit anderer AP-Nummer...

Gruß
ulli
Benutzeravatar
Budi
Beiträge: 194
Registriert: Di 18. Okt 2011, 22:23
Wohnort: BW
Kontaktdaten:

Re: Verwirrung um A.P.Nr.

Beitrag von Budi »

Das man bei Prüm auf die A.P.Nr. achten muss, war mir bekannt.
Nur hat mich eben diese Aussage irritiert bzw. dann bezog sie sich nicht auf diese Auslese, sondern den anderen Karton.

Aber dann habe ich das schon richtig verstanden, dass dieser 98er Wein quasi bis vor kurzem noch im Keller der Prüms geschlummert hat?

Im Laden steht momentan ein Karton voll Prüm Riesling Auslesen von der Wehlener Sonnenuhr aus 1998, Goldkapseln, 0,75l.
Preis ist keiner bekannt und auch Herr Prüm muss sich noch erkundigen, wie der angesiedelt wird, da eben eig. schon längst Rarität. :D
Wer als Interesse für die Auslese hat...ich kann gerne die Tage vorbeischauen, wenn der Preis feststeht. ;)
Benutzeravatar
UlliB
Beiträge: 5152
Registriert: Mo 6. Dez 2010, 18:27

Re: Verwirrung um A.P.Nr.

Beitrag von UlliB »

Budi hat geschrieben:Aber dann habe ich das schon richtig verstanden, dass dieser 98er Wein quasi bis vor kurzem noch im Keller der Prüms geschlummert hat?
Ja. Der Wein darf nicht in Verkehr gebracht werden (zumindest nicht als Qualitätswein, in diesem Fall sogar mit Prädikat), bevor er die amtliche Qualitätsweinprüfung absolviert hat. Und die war ausweislich der AP-Nr. erst letztes Jahr gewesen.

Ob der Wein deswegen besonders gut oder besonders schlecht ist, ist eine andere Frage. Es wird wohl Gründe gegeben haben, den Wein so lange zurückzuhalten.

Gruß
Ulli
Benutzeravatar
Budi
Beiträge: 194
Registriert: Di 18. Okt 2011, 22:23
Wohnort: BW
Kontaktdaten:

Re: Verwirrung um A.P.Nr.

Beitrag von Budi »

Bin auch mal gespannt!
Habe die Flasche aber definitiv zu einem Preis bekommen, da kann man gerne mal "testen"... :D
Benutzeravatar
Oh Dae-Su
Beiträge: 752
Registriert: Di 1. Nov 2011, 14:00
Bewertungssystem: Auf Benutzername klicken
Wohnort: BW
Kontaktdaten:

Re: Verwirrung um A.P.Nr.

Beitrag von Oh Dae-Su »

Hallo alle zusammen,

ich hab diesen Thread erst jetzt entdeckt.

Gibt es noch weitere Weingüter, neben J.J. Prüm, bei denen man ein Augenmerk auf die A.P. Nummer richten sollte wegen Abfüllungsschwankungen usw.?

Schönen Abend

Chris
Benutzeravatar
Erdener Prälat
Beiträge: 758
Registriert: Mo 6. Dez 2010, 23:24
Wohnort: Erfurt

Re: Verwirrung um A.P.Nr.

Beitrag von Erdener Prälat »

Oh Dae-Su hat geschrieben:Hallo alle zusammen,

ich hab diesen Thread erst jetzt entdeckt.

Gibt es noch weitere Weingüter, neben J.J. Prüm, bei denen man ein Augenmerk auf die A.P. Nummer richten sollte wegen Abfüllungsschwankungen usw.?

Schönen Abend

Chris
An Mittelmosel, Saar und Ruwer würde ich generell darauf achten.
Benutzeravatar
Oh Dae-Su
Beiträge: 752
Registriert: Di 1. Nov 2011, 14:00
Bewertungssystem: Auf Benutzername klicken
Wohnort: BW
Kontaktdaten:

Re: Verwirrung um A.P.Nr.

Beitrag von Oh Dae-Su »

Sowas hab ich schon fast befürchtet :shock: . Jetzt sollte man nur immer wissen was die vorteilhafteren Abfüllungen sind :(
Vielen Dank für die Info! :)
Bernd Schulz
Beiträge: 7597
Registriert: Sa 11. Dez 2010, 23:55

Re: Verwirrung um A.P.Nr.

Beitrag von Bernd Schulz »

Naja, "generell" scheint mir ein wenig übertrieben. Es gibt etliche gute M-S-R-Erzeuger, bei denen die A.P.-Nummer keine Rolle spielt. Aber wenn es um Auslesen vom Karthäuserhof, von Grünhaus, Fritz Haag und Willi Schaefer etc. geht, kann die Fassnummer durchaus wichtig sein.
Jetzt sollte man nur immer wissen was die vorteilhafteren Abfüllungen sind
Vielen Dank für die Info!
Der GM bietet hier in der Regel eine brauchbare Orinetierungshilfe. Und ansonsten kann man natürlich auch einfach im Forum nachfragen.

Beste Grüße

Bernd
Benutzeravatar
UlliB
Beiträge: 5152
Registriert: Mo 6. Dez 2010, 18:27

Re: Verwirrung um A.P.Nr.

Beitrag von UlliB »

Bernd Schulz hat geschrieben: Aber wenn es um Auslesen vom Karthäuserhof, von Grünhaus, Fritz Haag und Willi Schaefer etc. geht, kann die Fassnummer durchaus wichtig sein.
Bei Grünhaus und Haag wird die Fassnummer aber extra ausgewiesen (bei Grünhaus auf der Halsschleife, bei Haag auf dem Etikett - zumindest ist das bei den GK-Auslesen so). Beim Karthäuserhof meine ich auch, dass die jeweilige Nummer der Auslese noch einmal separat erscheint.

Mir wäre ansonsten noch Zilliken eingefallen (hier sind auch Spätlesen betroffen, und das ohne weiteren Hinweis). Ein ganz eigener Fall scheint Molitor zu sein, aber da kenne ich mich nicht aus.

JJ Prüm scheint aber diesbezüglich schon ein Extremfall zu sein, vor allem auch, was das spätere Anstellen zur Prädikatsweinprüfung betrifft. Gerade kürzlich ist mir wieder so ein Exemplar in die Hände gekommen: eine 99er Zeltinger Himmelreich Spätlese mit 2004er AP-Nr. (es gibt mindestens eine weitere mit 2000er AP-Nr., vielleicht auch mehrere).

Gruß
Ulli
Antworten

Zurück zu „Allgemeines Weinwissen“