Seite 4 von 4

Re: "Best of Red" in Berlin

Verfasst: Di 3. Jun 2014, 07:15
von Oberpfälzer
MichaelWagner hat geschrieben:Ich zerre mir jetzt ne Beerenauslese rein und dann genieße ich nen schönen halbtrockenen Kabinett...mal sehen, vielleicht passt ja auch noch ein kühles Pils dazwischen. Dem Kabi gebe ich ohne zu probieren schonmal 48 Punkte...
Hallo Michael,
das war dann wohl ne lange Nacht. :D

Dalmau

Verfasst: Mi 4. Jun 2014, 12:27
von Don Miguel
Über alle Weine wird mehr oder weniger ausführlich gesprochen, völlig unerwähnt bleibt leider der vermeintliche „Sieger des Abends“, der Marques de Murrieta, Dalmau Reserva, 2004. Schade eigentlich!

Wir hatten bei unserer kleinen Kunterbuntprobe am Wochenende einen verdeckten Dalmau 1998 und der hatte es gewaltig in sich. Vinos und ich sind nun zumindest nicht ganz unerfahren in Spanien, aber diesen Wein hatten wir nicht einmal nach Spanien verortet, das war schon krass, denn Riojas und auch Tempranillo kann man schon relativ gut erraten oder erkennen. Oder können die geringen Anteile von Cabernet Sauvignon und Graciano das Geschmacksbild so verändern? Der 98er war jedenfalls sehr elegant und feingliedrig, wirklich hervorragend, ganz anders als ich z. B. den powervollen 2001er in Erinnerung habe.

Insofern hätte mich schon der Eindruck des 2004er interessiert, überzeugte er durch Power oder auch durch Eleganz?

Der 98er hätte sich meines Erachtens in der Weinumgebung dieses Abends in Berlin nicht als „bester“ Wein durchsetzen können, dazu war er zu elegant und zart im Verhältnis zu den zahlreichen schwergewichtigeren Weinen.

Ansonsten fand ich diese Probe völlig in Ordnung, man muss sich nur bewusst sein, dass das eine Spaßprobe :) mit einem begrenzten objektiven Erkenntniswert ist.

Beste Grüße
Don

Re: Dalmau

Verfasst: Mi 4. Jun 2014, 13:45
von austria_traveller
Don Miguel hat geschrieben:man muss sich nur bewusst sein, dass das eine Spaßprobe :) mit einem begrenzten objektiven Erkenntniswert ist.
Naja, einen 2010er Clau de Nell als Spaßwein zu bezeichnen, empfinde ich doch als eher weniger lustig.
ich weis aber was du meinst 8-)

Re: Dalmau

Verfasst: Mi 4. Jun 2014, 17:44
von Weinschlumpf
austria_traveller hat geschrieben:
Don Miguel hat geschrieben:man muss sich nur bewusst sein, dass das eine Spaßprobe :) mit einem begrenzten objektiven Erkenntniswert ist.
Naja, einen 2010er Clau de Nell als Spaßwein zu bezeichnen, empfinde ich doch als eher weniger lustig.
ich weis aber was du meinst 8-)
Hallo Gerhard,

ich denke du hast Spaßwein mit Spaßprobe verwechselt ;) . Man kann auch mit ernsthaften und/oder anspruchsvollen Weinen eine Menge Spaß haben, oder?

Viele Grüße

Nikolai

Re: Dalmau

Verfasst: Do 5. Jun 2014, 09:52
von austria_traveller
Weinschlumpf hat geschrieben:ich denke du hast Spaßwein mit Spaßprobe verwechselt ;) . Man kann auch mit ernsthaften und/oder anspruchsvollen Weinen eine Menge Spaß haben, oder?
Ja natürlich kann man das.
Sorry, mein Fehler 8-)

Re: Dalmau

Verfasst: Do 5. Jun 2014, 20:25
von VillaGemma
Don Miguel hat geschrieben:Über alle Weine wird mehr oder weniger ausführlich gesprochen, völlig unerwähnt bleibt leider der vermeintliche „Sieger des Abends“, der Marques de Murrieta, Dalmau Reserva, 2004. Schade eigentlich!
Hallo Don,

sorry, unter der Woche komme ich kaum noch zum Schreiben, zumal der eine oder andere Kommentar auch mMn neben der Kappe war. Aber egal. Zum nicht nur vermeintlichen Sieger des Abends, denn es war in unserer Runde mit unserem Geschmack der Wein, der am meisten Punkte einheimste. Punkt.
Don Miguel hat geschrieben: ...aber diesen Wein hatten wir nicht einmal nach Spanien verortet, das war schon krass, denn Riojas und auch Tempranillo kann man schon relativ gut erraten oder erkennen.
Das kann ich 100% nachvollziehen beim 2004er. Da hätte ich die Hand für ins Feuer gelegt, dass das kein Rioja ist. Niemals, weil ich die "eigentlich" gar nicht mehr mag und korrekt, man Tempranillo doch häufig sehr gut erkennen kann ;)

Zu meinen Notizen:

Farbe: Schon leicht wässriger Rand, vermutlich ein gereifter Wein.
Nase: Wenig, ein bißchen Johannisbeere
Geschmack: Kirsche, Plaume schön rund gereift, voller Körper, im Abgang etwas, ganz leicht bittere/holzige Note

Ich persönlich habe ja die beiden Prioratos vor diesem "gesehen", aber fast alle anderen am Tisch haben das anders benotet...waren dann aber auch Nuanzen. Mir hat im Abgang etwas nicht gepasst, ohne das ich es direkt greifen konnte. Ich würde sagen, der Wein überzeugte durch seine Kraft und Harmonie, die eben erst im späten Abgang (bei mir) verloren ging.
Don Miguel hat geschrieben: Ansonsten fand ich diese Probe völlig in Ordnung, man muss sich nur bewusst sein, dass das eine Spaßprobe :) mit einem begrenzten objektiven Erkenntniswert ist.
Absolut, denn genau das war die Intention der Probe: Spass am Wein zu haben. Und den hatten wir. Und die Diskussion hat auch geholfen, für mich wo ich viele Weine gar nicht kannte, zu verstehen, warum die so "wenig" schmeckten, wie sie schmecken. Da geht der Dank an Ulli mit der klaren Ansage: Keine Überraschung, die sind auch noch lange nicht trinkbar.

Re: Dalmau

Verfasst: Fr 6. Jun 2014, 07:06
von austria_traveller
VillaGemma hat geschrieben:Absolut, denn genau das war die Intention der Probe: Spass am Wein zu haben.
Servus,
Ich finde das überhaupt bewundernswert, dass du dir bei so einer Spaßprobe überhaupt Notitzen gemacht hast.
Ich kenn das von uns - wenn lustig wird, schreibe ich meist überhaupt nichts mehr .... :lol:

Re: Dalmau

Verfasst: Fr 6. Jun 2014, 15:38
von Don Miguel
VillaGemma hat geschrieben:
Don Miguel hat geschrieben: ...aber diesen Wein hatten wir nicht einmal nach Spanien verortet, das war schon krass, denn Riojas und auch Tempranillo kann man schon relativ gut erraten oder erkennen.
Das kann ich 100% nachvollziehen beim 2004er. Da hätte ich die Hand für ins Feuer gelegt, dass das kein Rioja ist. Niemals, weil ich die "eigentlich" gar nicht mehr mag und korrekt, man Tempranillo doch häufig sehr gut erkennen kann ;)
Servus VillaGemma und vielen Dank für die nachgelieferten Notizen :) !

Ist mir ja zumindest ein kleiner Trost, dass ich nicht alleine so völlig daneben lag. Rioja ist weltweit noch eine der wenigen Regionen, deren Weine einigermaßen zuordenbar sind. Allerdings verwischt diese Typizität jährlich mehr, auch hier werden viele Weine immer internationaler und zwar in allen Güteklassen. Die nächste Stufe der Erkennbarkeit war dann wenigstens "Spanien", häufig vor allem an der amerikanischen Eiche auszumachen, aber auch hier ändert sich vieles.

Bestes Beispiel eben der Dalmau: Im Wege des Ausschlussverfahrens hatte ich Spanien, Deutschland und Österreich sofort und voller Überzeugung :lol: von der Liste gestrichen und das auch noch inbrünstig und vorlaut verkündet :roll: . Ein Lapsus und ein gefundenes Fressen für meinen Freund Mr. Nebbiolo, der mir das natürlich die nächsten Jahre genüsslich vorhalten wird :evil: .

Aber was soll´s, wir hatten ja auch eine "Spaß"probe gemacht und den hatten wir dann auch reichlich.

Grüße
Don