“Die Inflation der Kritiker”…

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Weinzelmännchen
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Re: “Die Inflation der Kritiker”…

Beitrag von Weinzelmännchen »

Gerald hat geschrieben:b) die Tatsache, dass sich die meisten Konsumenten gar nicht erst die Frage stellen, ob die Beschreibungen/Bewertungen in Weinguides mit ihrem eigenen Eindruck übereinstimmen. Wenn der Wein im Guide 95 Punkte bekommen hat, wird er gekauft und fertig. Man könnte das auch den "Des Kaisers neue Kleider"-Effekt nennen ;)
Liebe Forianer!

Zu dem von Gerald angerissenen Thema darf ich nur auf die Diskussion bei uns über den Amaren aus der Rioja erinnern, der bei Penin 100 Punkte einheimste, was bei den hier tätigen Amtateuren auf schieres Unverständnis stieß. Die Profi-Bewertung war - so mutmaße ich einmal - für die Amateure zumindest mit ein Anreiz, sich den Wein zu besorgen; bis er dann in Blitzesschnelle entzaubert wurde. Ich meine hier nicht, dass der Wein als mäßig oder weniger eingestuft wurde, nur die Vergabe der 100 Punkte durch Penin konnte niemand nachvollziehen.

P.S.:
Ähnliches höre ich auch immer wieder von den von Gambero Rosso vergebenen "tre bicchieri", was ich selbst bei einigen Weinen durchaus nachvollziehen kann.
Zuletzt geändert von Weinzelmännchen am Mi 11. Mai 2011, 22:53, insgesamt 1-mal geändert.
MvG
(Mit vinophilen Grüssen)

Daniel
Bernd Schulz
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Re: “Die Inflation der Kritiker”…

Beitrag von Bernd Schulz »

Ja, selbst ich habe mir seinerzeit die 02er Hochheimer Hölle Auslese trocken Goldkapsel von Künstler gekauft, nachdem dieser Wein von Hofschuster mit 100 Punkten bewertet worden war.:oops:

Auf 100 Punkte bin ich allerdings auch nie gekommen, in meinen Datenbank-Notizen finden sich einmal 87 und einmal 88 :shock: . Und wenn ich mich recht erinnere, hat Marcus Hofschuster den Wein in einer Blindprobe dann selber auch deutlich niedriger bewertet als in seinem Führer.

Oft bin ich richtig froh darüber, dass ich kein Profi-Kritiker bin....

Beste Grüße

Bernd
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harti
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Re: “Die Inflation der Kritiker”…

Beitrag von harti »

Bernd Schulz hat geschrieben:Ja, selbst ich habe mir seinerzeit die 02er Hochheimer Hölle Auslese trocken Goldkapsel von Künstler gekauft, nachdem dieser Wein von Hofschuster mit 100 Punkten bewertet worden war.:oops:

Auf 100 Punkte bin ich allerdings auch nie gekommen, in meinen Datenbank-Notizen finden sich einmal 87 und einmal 88 :shock: . Und wenn ich mich recht erinnere, hat Marcus Hofschuster den Wein in einer Blindprobe dann selber auch deutlich niedriger bewertet als in seinem Führer.

Oft bin ich richtig froh darüber, dass ich kein Profi-Kritiker bin....

Beste Grüße

Bernd
Hallo Bernd,

ging mir bei diesem Wein genauso. Ich habe meine letzte Flasche über ebay entsorgt.

Grüße

Hartmut
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innauen
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Re: “Die Inflation der Kritiker”…

Beitrag von innauen »

Habe ich die etwa von Dir gekauft :D na, wenigstens hat meine keinen Plastikkorken.

Grüsse,

Wolf
„Es war viel mehr.“

Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
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Charlie
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Re: “Die Inflation der Kritiker”…

Beitrag von Charlie »

Auch wenn ich nicht glaube, dass es viel bringen würde, wenn die Profis akkreditiert und geprüft werden müssten, wäre ich aber trotzdem neugierig zu erfahren, was es auf diesem Gebiet gibt.

Neuer Thread?
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Gerald
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Re: “Die Inflation der Kritiker”…

Beitrag von Gerald »

Ja, mach bitte einen entsprechenden Thread auf. Was es tatsächlich in dem Bereich schon gibt und wie weit das verbreitet bzw. anerkannt ist, habe ich leider keine Ahnung - nur die Idee, dass so etwas durchaus nützlich wäre.

Grüße,
Gerald
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Chris
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Re: “Die Inflation der Kritiker”…

Beitrag von Chris »

Gerald hat geschrieben:
So gesehen setzt sich am Markt nicht der "fähigste" Verkoster durch, sondern der, der sich gegenüber den Partnern (Konsumenten, Weingüter etc.) einfach am geschicktesten präsentiert.
Das ist in vielen Bereichen ausserhalb des Weines nicht anders.

Charlie hat geschrieben: In gewisser Weise ist die Diskussion dann doch absurd: Branchen mit viel fetteren Märkten als die Weinbranche scheinen sich solche Fragen nicht zu stellen. Man denke nur an Finanzmarktanalysten, Ratingagenturen und Autotester. Kann sein, dass ich nichts mitkriege.
Es gibt auch in der Finanzwelt genug Blogger, Kritiker und selbsternannte Analysten. Nur da läuft das etwas anders ab. Viele Angebote sind Bezahldienste. Die Logik des Marktes ist hier: Man kann theoretisch mit den Analysen viel Geld verdienen, also ist man auch bereit dafür entsprechend zu zahlen. Ich glaube ich brauche nicht zu erwähnen, das es da ohne Ende Spinner und Betrüger gibt, wie eigentlich immer, wenn das große Geld lockt...


Um auf das Titel Thema zurückzukommen: Ich glaube nicht das die Anzahl der Weinblogs bzw Online Kritiker überproportional zum restlichen Web 2.0 gewachsen ist. Ich habe natürlich keine Statistik zu dem Thema aber es scheint mir einfach so.
Grüße, Chris
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Erdener Prälat
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Re: “Die Inflation der Kritiker”…

Beitrag von Erdener Prälat »

Ob diese Breitseite gegen die Berliner Küche auch in diese Rubrik gehört?
http://www.wein-plus.de/forum/mb,a,t,49 ... on!!!.html
weinfidél
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Re: “Die Inflation der Kritiker”…

Beitrag von weinfidél »

weinfidél, völlig relaxt... : jaaaa :lol: ;)

Ach bin ich froh, dass ich nur bedingt Weinfreak bin. Harald war vorhin absolute Weltklasse: 100 points :!:

...und der Pannobile 2007 von Judith Beck dazu, ergab dann ca. 117,5 Pünktchen

Träumt schöööööön... 8-)
Es gibt nichts, was es nicht gibt
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harti
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Re: “Die Inflation der Kritiker”…

Beitrag von harti »

Hallo Rico,

da Du gerade hier bist, den Ungerberg habe ich jetzt nicht eingepackt, da Du mir keine Freigabe erteilt hast ;) .

Grüße

Hartmut
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