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Re: "Best of Red" in Berlin

Verfasst: So 1. Jun 2014, 15:57
von VillaGemma
Mr. Nebbiolo hat geschrieben: Was ich nicht verstehe, lieber Villa Gemma, ist der Unterschied, den du zwischen Probe, Verkostung und Blindprobe machst. Du schreibst ganz dick, es war keine Probe und dann dahinter es war eine Blindverkostung.
Ich wollte darauf hinweisen, dass es keine durchdachte, angeordnete Probe war, so wie sie z.B. Torsten macht. Oder wie man sie sich auch planen kann. Sondern eine Verkostung, wo das Prinzip Zufall stark involviert war. Absichtlich. Und ich kann nix dafür, wenn Weine am Start waren, die eben nicht bei 100% sind, sprich nicht reif. Der Wein, den ich mitgebracht hatte, war voll da. Hätte man mir die Weine vorher benannt, dann hätte ich mich hier schlau gemacht, ob man die jetzt aufmachen kann oder lieber nicht.

Es wurde einfach mir mehrfach in den Mund gelegt, als hätten wir das absichtlich so in der Reihenfolge aufgelegt :roll: ..und darüber rege ich mich dann doch mal auf, wenn ich mehrfach erwähne, dass dem nicht so war.

Die Rangfolge ergab sich, bevor die Weine aufgedeckt wurden. Wir haben die auch von der durchschnittlichen Wertung von hinten nach vorn aufgedeckt :) ...aber ich hätte die Rangfolge nicht hier hinschreiben müssen. Das stimmt. Finde ich aber trotzdem interessant und inzwischen ergeben sich doch viele interessante Aspekte. Und ich bekomme endlich auch ein wenig Geleitschutz ;)

Re: "Best of Red" in Berlin

Verfasst: So 1. Jun 2014, 16:36
von VillaGemma
C9dP hat geschrieben: Ich für meinen Teil kann nicht verstehen, dass sich jemand nur dann als qualifiziert erweist, wenn er auch Burgunder versteht oder eben auch nicht, weil es vielleicht doch nur eine Scheinwelt ist?
Das wollte ich nicht schreiben, weil man sonst wahrscheinlich richtig am Rad drehen würde. Aber ich ahne auch ein wenig, dass es in die Richtung geht ;) ...ein Urteil kann ich mir aber auch nicht erlauben, weil ich die Weine meide. Aber alle bislang gemachten Erfahrungen mit dem "Spätburgunder" waren für mich extrem ernürchtend bis hin zu "Nein, überhaupt nicht meins". Das sieht beim Bordeaux schon anders aus, aber da grätscht mir der Preis rein. Und so richtig sicher bin ich mir da auch nicht. Wenn es mal passt werde ich bin Berlin eine Verkostung reifer Bordeaux besuchen und mich aufschlauen.

Re: "Best of Red" in Berlin

Verfasst: So 1. Jun 2014, 16:46
von Mr. Nebbiolo
C9dP hat geschrieben: Verstehe ich nicht. Warum darf man nur schreiben, die Weine aus dem Burgund sind toll??? Hier gibt es viele, die bei jeder passenden Gelegenheit darüber philosophieren, dass deutsche Spätburgunder ja soviel schlechter sind als französische. Warum ist eine Behauptung, dass Burgunder deutlich dünner (andere sagen eleganter) sind als ein schöner C9dP nicht zulässig?

Ich für meinen Teil kann nicht verstehen, dass sich jemand nur dann als qualifiziert erweist, wenn er auch Burgunder versteht oder eben auch nicht, weil es vielleicht doch nur eine Scheinwelt ist? Demnächst wird das Qualitätsmerkmal, wenn man Weine aus Nordnorwegen versteht, weil die diese ganz besondere Eleganz haben, die den unsäglich fetten Südschweden leider abgeht :twisted: :twisted:

Hallo Aloys,

ich weiß nicht, wo du das bei meinem Post herausliest, dass man nur schreiben darf, dass Weine aus dem Burgund toll sind und das man sich nur als qualifiziert erweist, wenn man Burgunder versteht, habe ich auch nirgends geschrieben. Das mit Burgund war doch nur ein Beispiel, dass kannst du auch umdrehen, wenn dir dann wohler ist (falls du dich hier wegen deines Nick oder deines Weingeschmackes persönlich angesprochen fühlen solltest ;) :oops: ).

Stell dir vor, ich stehe nur auf die dünnen Weinchen, Ch9dP mag ich überhaupt nicht, die sind mir zu fett (Achtung, nur angenommen, nicht Tatsache ;) ). Dann mache ich mit Freunden, denen es auch so geht eine Probe mit 9 Burgundern und einem Ch9dP und dann schreibe ich, dass alle Weine gut waren, nur einer nicht, viel zu fett und schmeckt mir gar nicht und gebe 80 Punkte, schlechtester Wein auf Platz 10.

Findest du das so hilfreich, bzw. aussagekräftig. Oder sollte ich lieber, wenn ich vorher weiß, dass ich den Ch9dP nicht mag lieber keine Punkte geben, bzw. sagen, dass ich das nicht einschätzen kann, weil ich den Stil nicht mag, oder zumindest nicht direkt miteinander vergleichen ?

Ich persönlich mag viele Burgunder nicht, kann viele nicht einschätzen und bei anderen Weinen ist das auch so, aber um das geht es nicht.

Bitte also nichts rauslesen, was ich nicht geschrieben habe.

Re: "Best of Red" in Berlin

Verfasst: So 1. Jun 2014, 16:55
von Mr. Nebbiolo
VillaGemma hat geschrieben: ...ein Urteil kann ich mir aber auch nicht erlauben, weil ich die Weine meide.
Hallo VillaGemma,

aber nichts anderes meinte ich. Eine Punktezahl, eine Wertung und eine Rangliste ist aber doch ein Urteil.
Aber alle bislang gemachten Erfahrungen mit dem "Spätburgunder" waren für mich extrem ernürchtend bis hin zu "Nein, überhaupt nicht meins
Die Weine müssen dir doch auch nicht schmecken, sie dürfen dir doch auch "nicht gefallen". Es sagt doch niemand, dass einem Burgunder schmecken müssen und man nicht nur Priorat, Ch9dP, Amarone oder sonst was trinken darf, um das geht es doch nicht. Hier muss sich doch niemand rechtfertigen, welche Weine einem schmecken. Es ging lediglich um die Wertung und ob das so passt, bzw. aussagekräftig ist ;)

Re: "Best of Red" in Berlin

Verfasst: So 1. Jun 2014, 17:58
von C9dP
Hallo Klaus,

das war gar nicht gegen dich persönlich. Ich hätte insbesondere auch Ullis Kommentar als Zitat nehmen können. Da kommt es vielleicht noch deutlicher zur Geltung.
Merke: Konzentration ist ein Qualitätskriterium für Wein. Summarisch betrachtet, ist Konzentration aber auf Grund seiner einfachen Erkennbarkeit das Qualitätskriterium für Anfänger.
Das war glaube ich sogar mal noch drastischer formuliert, wenn ich nicht irre.

Natürlich hat Robert und jeder andere das Recht, die Weine auch zu bepunkten. Und wenn ihm die Weine nicht gefallen, dannn hat er auch das Recht, dies in Punkten zu bewerten. Ich weiß ja, dass die Bewertungen von jemandem kommen, dem eher wuchtige Weine liegen. Somit würde ich sogar hellhörig werden, wenn er auf einmal einem Burgunder deutlich höhere Punktzahlen geben würde. Vielleicht ist es dann einer, der auch meinen Präferenzen entspricht.

Jeder, der hier Punkte vergibt urteilt subjektiv auch nach eigenen Vorlieben. Und da ist eine Wertung von Robert genauso aussagekräftig wie viele andere auch. Dies dann implizit auf "Anfängerfehler" zurück zu führen ist aus meiner Sicht zumindest fragwürdig.

Ich mag sogar die Rebsorte Pinot Noir durchaus gerne. Allerdings eher die von Molitor oder z.B. einige Südtiroler. Mangels Budget tummel ich mich allerdings auch nicht regelmäßig in den obersten Preisregionen im Burgund. Ob ich mir dadurch ein Urteil erlauben darf oder vergleichen darf mag jeder für sich selber entscheiden. Ich mach es aber trotzdem. :lol:

Meine Interpretation einiger Reaktionen hier ist eher: "Die Erde ist eine Scheibe, ist eine Scheibe, ist eine Scheibe... und darf niemals rund sein!!!" ;)

Re: "Best of Red" in Berlin

Verfasst: So 1. Jun 2014, 18:27
von VillaGemma
C9dP hat geschrieben: Natürlich hat Robert und jeder andere das Recht, die Weine auch zu bepunkten. Und wenn ihm die Weine nicht gefallen, dannn hat er auch das Recht, dies in Punkten zu bewerten. Ich weiß ja, dass die Bewertungen von jemandem kommen, dem eher wuchtige Weine liegen. Somit würde ich sogar hellhörig werden, wenn er auf einmal einem Burgunder deutlich höhere Punktzahlen geben würde. Vielleicht ist es dann einer, der auch meinen Präferenzen entspricht.

Jeder, der hier Punkte vergibt urteilt subjektiv auch nach eigenen Vorlieben. Und da ist eine Wertung von Robert genauso aussagekräftig wie viele andere auch. Dies dann implizit auf "Anfängerfehler" zurück zu führen ist aus meiner Sicht zumindest fragwürdig.
Exakt so sehe ich das. Das sind absolut subjektive Noten. Das daraus resultierende Ranking ist subjektiv, wenn den Abend auch gemittelt über den Personenkreis, der wohl insgesamt keine (unreifen) Burgunder mag.
Auf meinem Zettel sah das sogar noch deutlicher aus ;) ...und genau so kann man das auch lesen. Als subjektive Meinung von einem, der eine bestimmte Weinart (Süd-Rhone/Nord-Rhone/Priorat...wobei das schon echt total verschiedene Weine sind ;) ) mag. Und umgedreht mag das genaus aussehen. Natürlich. Ich sage ja nicht: Die Rhone-Weine sind Weltspitze. Und wenn schon, wen interessiert es. Schließlich ist mein Nachnahme net Parker ;)

Re: "Best of Red" in Berlin

Verfasst: Mo 2. Jun 2014, 09:45
von octopussy
Ich denke doch, dass die geschmacklichen Vorlieben von Villa Gemma hier im Forum recht deutlich werden. Insofern, warum soll er nicht seine eigenen subjektiven Punkte und seine Rangliste veröffentlichen? Ich glaube kaum, dass irgendjemand, der sich für Burgund interessiert, deshalb meint, der 2008 Vosne Romanée Les Champs Perdrix von Bruno Clair werde schon nichts taugen.

Was ich viel wichtiger finde, aber das ist jedem selbst überlassen, ist, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Zum Beispiel: Burgund ist ein teures Minenfeld, Bordeaux ist teuer und hat hartes Tannin, Kalifornische Zinfandel sind marmeladig, usw.

Sicher, es gibt Leute, die bestimmte Weine schlicht nicht mögen, egal in welcher Situation. Villa Gemma hat schon des öfteren geäußert, dass er keine säurestarken Rotweine und so gut wie keine Weißweine mag. Fein. Da hilft auch Bekehren nichts. Und da würde das Aha-Erlebnis vielleicht nicht mal bei einem 1999er Vosne-Romanée Champs Perdrix von Bruno Clair mit einem Rehrücken eintreten. Ich persönlich habe Probleme mit einem konzentrierten, alkoholstarken, säurearmen Stil, ggf. noch mit etwas flüchtiger Säure, sogar wenn ich diesen zu einer geschmorten Ochsenbacke mit einer konzentrierten Sauce trinke. Auch da hilft es vielleicht nichts, wenn ich den besten Jahrgang im optimalen Reifestadium mit bestem Essen serviert bekomme (wobei, wer weiß :roll:).

Jedenfalls bin ich aber der Meinung, dass man aus einer "Best of Red" Probe auch für einen persönlich nicht den Schluss ziehen darf, dass Wein x "besser" sei als Wein y. Und das nicht mal, wenn die Rangliste die Summe aller Einzelbewertungen ist. Und Aussagen wie "Ziemlich lange Gesichter gab es beim Clos Estournel 2008, aber hallo: Wer gegen dann gleich Prioratos antritt, der muss damit rechnen, verhauen zu werden." sind m.E. größter Käse. Dagegen richtet sich Ulli zurecht. Denn das impliziert ja etwas wie "Puh, sind die Leute blöd, die sich einen Cos d'Estournel für 100 Euro kaufen, wo ich doch für die Hälfte im Priorat viel mehr Wein kriege". Solche Gleichungen funktionieren einfach nicht. Rotwein ist nicht Rotwein und der Trinkzeitpunkt sowie der Kontext spielen eine ganz erhebliche Rolle, die man nicht ausblenden kann.

Re: "Best of Red" in Berlin

Verfasst: Mo 2. Jun 2014, 10:59
von Goldtröpfchen
octopussy hat geschrieben:Ich denke doch, dass die geschmacklichen Vorlieben von Villa Gemma hier im Forum recht deutlich werden. Insofern, warum soll er nicht seine eigenen subjektiven Punkte und seine Rangliste veröffentlichen? Ich glaube kaum, dass irgendjemand, der sich für Burgund interessiert, deshalb meint, der 2008 Vosne Romanée Les Champs Perdrix von Bruno Clair werde schon nichts taugen.

Was ich viel wichtiger finde, aber das ist jedem selbst überlassen, ist, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Zum Beispiel: Burgund ist ein teures Minenfeld, Bordeaux ist teuer und hat hartes Tannin, Kalifornische Zinfandel sind marmeladig, usw.

Sicher, es gibt Leute, die bestimmte Weine schlicht nicht mögen, egal in welcher Situation. Villa Gemma hat schon des öfteren geäußert, dass er keine säurestarken Rotweine und so gut wie keine Weißweine mag. Fein. Da hilft auch Bekehren nichts. Und da würde das Aha-Erlebnis vielleicht nicht mal bei einem 1999er Vosne-Romanée Champs Perdrix von Bruno Clair mit einem Rehrücken eintreten. Ich persönlich habe Probleme mit einem konzentrierten, alkoholstarken, säurearmen Stil, ggf. noch mit etwas flüchtiger Säure, sogar wenn ich diesen zu einer geschmorten Ochsenbacke mit einer konzentrierten Sauce trinke. Auch da hilft es vielleicht nichts, wenn ich den besten Jahrgang im optimalen Reifestadium mit bestem Essen serviert bekomme (wobei, wer weiß :roll:).

Jedenfalls bin ich aber der Meinung, dass man aus einer "Best of Red" Probe auch für einen persönlich nicht den Schluss ziehen darf, dass Wein x "besser" sei als Wein y. Und das nicht mal, wenn die Rangliste die Summe aller Einzelbewertungen ist. Und Aussagen wie "Ziemlich lange Gesichter gab es beim Clos Estournel 2008, aber hallo: Wer gegen dann gleich Prioratos antritt, der muss damit rechnen, verhauen zu werden." sind m.E. größter Käse. Dagegen richtet sich Ulli zurecht. Denn das impliziert ja etwas wie "Puh, sind die Leute blöd, die sich einen Cos d'Estournel für 100 Euro kaufen, wo ich doch für die Hälfte im Priorat viel mehr Wein kriege". Solche Gleichungen funktionieren einfach nicht. Rotwein ist nicht Rotwein und der Trinkzeitpunkt sowie der Kontext spielen eine ganz erhebliche Rolle, die man nicht ausblenden kann.
Wo ist hier im Forum eigentlich der "Gefällt mir"-Button? Gut zusammengefasst.

Grüße,
Harriet

Re: "Best of Red" in Berlin

Verfasst: Mo 2. Jun 2014, 21:31
von VillaGemma
octopussy hat geschrieben: Jedenfalls bin ich aber der Meinung, dass man aus einer "Best of Red" Probe auch für einen persönlich nicht den Schluss ziehen darf, dass Wein x "besser" sei als Wein y. Und das nicht mal, wenn die Rangliste die Summe aller Einzelbewertungen ist. Und Aussagen wie "Ziemlich lange Gesichter gab es beim Clos Estournel 2008, aber hallo: Wer gegen dann gleich Prioratos antritt, der muss damit rechnen, verhauen zu werden." sind m.E. größter Käse. Dagegen richtet sich Ulli zurecht.
Ich stimme Dir in vielen zu...eigentlich in fast allem. Ein paar wenige Ergänzungen vielleicht noch:

1. Es ist nicht alles bierernst. Schon gar nicht so eine Veranstaltung.
2. Das Ranking muss man ja auch nicht wirklich ernst nehmen. Und wem es nicht aufgefallen sein sollte. Meine Wortwahl hat durchaus angedeutet, dass da ein Augenzwinkern dabei ist...Thema "verhauen"...
octopussy hat geschrieben: Denn das impliziert ja etwas wie "Puh, sind die Leute blöd, die sich einen Cos d'Estournel für 100 Euro kaufen, wo ich doch für die Hälfte im Priorat viel mehr Wein kriege". Solche Gleichungen funktionieren einfach nicht. Rotwein ist nicht Rotwein und der Trinkzeitpunkt sowie der Kontext spielen eine ganz erhebliche Rolle, die man nicht ausblenden kann.
Das mit dem Trinkzeitpunkt ist ein wichtiger Punkt. Min. 3 Weine waren absolut nicht reif. Sehr schade...aber nicht mehr zu ändern. Von daher relativieren sich *natürlich* auch die Wertungen.

Und mit "blöd sein" hat das ja mal gar nix zu tun! :?: ...hallo, die Geschmäcker sind nunmal unterschiedlich. Ich würde doch keinen als blöd bezeichnen, außer mich selbst, wenn er der Meinung ist, nur Spitzenburgunder trinken zu müssen. Ich wäre def. neben der Kapp, weil ich die nicht mag ;)

Interessant wäre für mich nochmal der Vergleich, wenn der Bordeaux reif ist. Aber leider ist mir das Ding zu teuer, viel zu teuer.

Re: "Best of Red" in Berlin

Verfasst: Di 3. Jun 2014, 00:22
von MichaelWagner
Ich zerre mir jetzt ne Beerenauslese rein und dann genieße ich nen schönen halbtrockenen Kabinett...mal sehen, vielleicht passt ja auch noch ein kühles Pils dazwischen. Dem Kabi gebe ich ohne zu probieren schonmal 48 Punkte...