Re: Seeger
Verfasst: Sa 30. Mai 2020, 07:27
Den Auxerrois kenne ich nicht, aber Seeger hatte ich vor längerem mal in die Ecke "überholzt, nicht für mich" gestellt. Wie sieht's denn damit aus?
Einen für mich "überholzten Seeger" hatte ich noch nicht im Glas. Wobei ich auch nicht der "Massivholz"-Fan bin, ich kann mich nur an ganz wenige "reine" Holzweine erinnern, mit denen ich wirklich Freude hatte, aber bei manchen Sachen hat's einfach gepaßt. Der Seeger-Wein, bei dem mir der Holzeinsatz am meisten prägnant erschien, war wohl die weiße Burgunder-Cuvée "GeorG", da hab' ich mir notiert "viel, aber erstaunlicherweise nicht zu viel" und "Angesichts der Holzkonzentration dürfte mir der GeorG erfahrungsgemäß eigentlich gar nicht schmecken, tut er aber dennoch, wohl weil er trotz aller Fülle irgendwie frisch im weitesten Sinne bleibt; ich würde hier auch keine Cremigkeit attestieren, eher „üppige Eleganz“."amateur des vins hat geschrieben:Seeger hatte ich vor längerem mal in die Ecke "überholzt, nicht für mich" gestellt. Wie sieht's denn damit aus?
Der Auxerrois "AS" müßte in gebrauchten Barriques ausgebaut sein, die Gutsweine haben aber meines Wissens nach allesamt nur Stahl gesehen.OsCor hat geschrieben:Ich habe mir deshalb mal ein Paket mit 5 verschiedenen Gutsweinen und einem Auxerrois (Erste Lage) bestellt. Auf das Empfinden des Holzeinsatzes bin ich dabei sehr gespannt.
Da möchte ich nach der ersten Flasche Gutswein (WB) nachfragen: die Basislinie hast du vermutlich nicht im Glas gehabt?Georg R. hat geschrieben:Die Weine von Seeger gehen schon in die Richtung kräftig würzig, zuviel Holz habe ich dabei aber nie empfunden.
...wie war er denn nun? Meiner Erfahrung nach sind die weißen Seeger-Burgunder -auch die von der Basis- anfangs häufig fast schon belanglos, die tauen erst meist nach 2 bis 3 Jahren richtig auf, wenn die Frucht etwas abgeschmolzen und die Mineralik präsenter ist...OsCor hat geschrieben:Da möchte ich nach der ersten Flasche Gutswein (WB) nachfragen...
Um einen Wein als belanglos erkennen zu können, braucht es eine gewisse Breite bei der Trinkerfahrung. Die fehlt mir eindeutig. Aber da ich zuletzt mehrfach WB von jungen, ehrgeizigen Winzern aus der Nachbarschaft probiert habe, kann ich wenigstens mit denen vergleichen und da kann ich keinen Qualitätsunterschied ausmachen - bei etwas höherer Trinktemperatur hatte ich beim Seeger-Wein den Eindruck von mehr Substanz und Ausgeglichenheit. Auf jeden Fall habe ich bei allen Basisweinen (auch von Seeger) den Eindruck, dass sie erst am nächsten oder gar übernächsten Tag so richtig „auftauen”.EThC hat geschrieben:...wie war er denn nun? Meiner Erfahrung nach sind die weißen Seeger-Burgunder -auch die von der Basis- anfangs häufig fast schon belanglos,
Beim 2019-er WB von Seeger hatte ich nicht den Eindruck eines besonders ausgeprägten Fruchtextraktes.die tauen erst meist nach 2 bis 3 Jahren richtig auf, wenn die Frucht etwas abgeschmolzen und die Mineralik präsenter ist...
...ob das wirklich notwendig ist, ist auch den persönlichen geschmacklichen Präferenzen geschuldet. Meine jüngsten Seeger-Weine sind von 2016, da bin ich der Meinung, daß die jetzt so langsam was werden. Nur der "Weisse Riesling"-Gutswein hat schon deutlich früher richtig viel Spaß gemacht, profitiert aber sicher auch von etwas Reife. Ist auch gut möglich, daß sich die 19er insgesamt erheblich früher gut präsentieren, war halt doch ein wärmeres Jahr als 2016. Als ich 2017 auf dem Gut war und einiges probiert habe, war da sehr viel noch arg in den Kinderschuhen und ich habe versucht, herauszufiltern, was da am meisten Entwicklungspotential mitbringt. Perfekt bin ich da leider auch nicht, z.B. ein Grauburgunder vom Heidelberger Herrenberg (Erste Lage) blieb bis jetzt deutlich hinter meinen Erwartungen zurück...OsCor hat geschrieben:Die von dir angedeutete Notwendigkeit, solche Weine noch ein paar Jahre liegen lassen zu müssen, schreckt mich ein wenig.