Re: Weinprobe Burgundersorten in Würzburg
Verfasst: Di 19. Nov 2013, 12:05
... und weiter mit den restlichen 4 Burgunderweinen:
2009er Michelbacher Apostelgarten Frühburgunder QW tr. (Heilmann)
kräftiges Kirschrot, deutliche Barriquenase in Richtung Räucherspeck, dahinter aber eine ganze Fruchtladung (Kirsche, Preiselbeere, Pflaume), sehr dicht im Mund, konzentriert, aber ohne marmeladige Noten, deutliche Extraktsüsse, gute Länge. Ein hervorragender Frühburgunder, der beim fränkischen Wein-Wettbewerb "Best of Gold" zu Recht sehr gut abgeschnitten hatte. Ein toller Frühburgunder, der mir mit etwas moderateren Holzeinsatz noch besser gefallen würde. Nötig hätte er dies aufgrund seiner Struktur und Fruchtdichte ohnehin nicht. Ein fair bepreister Wein (18 EURO) aus diesem Mini-Weingut (3,5 ha).
90P.
1999er Savigny-les-Beaune "Clos des Guettes" 1er Cru (A. F. Gros, Pommard)
wunderschön gereifter Pinot aus dieser weniger bekantten 1er Cru-Lage: kühle Stilistik, dezent animalisch, Unterholz, dunkle Beeren, durchaus komplex, mittlerer Körper, voll auf Finesse setzend, es fehlt ein klein wenig an Dichte und Länge, trotzdem ein sehr feiner und vor allem trinkanimierender Bourgogne für relativ kleines Geld. 89P.
2007er Vosne-Romanee "les Petits Monts" 1er Cru (Gerbet, Vosne-Romanee)
schon in der Nase Vosne-Romanee in Reinkultur: spinnwebenzarte Fruchtnase, ein Kaleidoskop an reifen dunklen Früchten mit einem deutlichem Schuss Himbeere, nicht ist zuviel oder zuwenig an diesem Wein, sehr finessenreich auf der Zunge, hat sich noch nicht vollständig entfaltet, steht aber kurz davor, absolut kein Blockbuster, aber unendlich fein und trinkig. Macht jetzt schon ungeheuer Spass und wird dies bestimmt noch die nächsten 3-6 Jahren bestätigen. Kein Wein für längere Lagerung, aber ein erschwinglicher Wein, der exemplarisch zeigt, warum ein Burgunder so verführerisch sein kann. 91 P
2004er Latricieres-Chambertin Grand Cru (Rossignol-Trapet, Gevrey)
wow, das ist schon verdammt guter Stoff und zeigt deutlich den Qualitätssprung vom 1er Cru zum Grand Cru: Grosse Finesse schon in der Nase, dazu aber das deutliche Mehr an Tiefe,reifes Frucht-Potpourri mit nur stützendem Holzeinsatz, ein echter Nasenbär !
Auf der Zunge Reife, Dichte u n d viel Feinheit, deutliche Extraktsüsse, sehr tief und lang (obwohl 2004 sicher nicht der ganz große Jahrgang war), definitiv Grand Cru-Qualität, wie man sich das wünscht, nur leider nicht immer erhält. Auch wenn man kein Burgunder-Liebhaber ist, muss man hier tief in die Punktekiste greifen ! Angesichts der heute aufgerufenen Preise für diesen bio-dynamisch erzeugten Wein (2011er bei PdP aktuell 119 EURO) war dieser Wein damals ein echtes Schnäppchen !!
95 P.
So das wars in aller Kürze. Über die noch folgenden 2 Proben (autochthone Rebsorten und Cabernet/Merlot-Weine weltweit) werde ich nach Möglichkeit auch berichten.
Grüsse
Bodo
2009er Michelbacher Apostelgarten Frühburgunder QW tr. (Heilmann)
kräftiges Kirschrot, deutliche Barriquenase in Richtung Räucherspeck, dahinter aber eine ganze Fruchtladung (Kirsche, Preiselbeere, Pflaume), sehr dicht im Mund, konzentriert, aber ohne marmeladige Noten, deutliche Extraktsüsse, gute Länge. Ein hervorragender Frühburgunder, der beim fränkischen Wein-Wettbewerb "Best of Gold" zu Recht sehr gut abgeschnitten hatte. Ein toller Frühburgunder, der mir mit etwas moderateren Holzeinsatz noch besser gefallen würde. Nötig hätte er dies aufgrund seiner Struktur und Fruchtdichte ohnehin nicht. Ein fair bepreister Wein (18 EURO) aus diesem Mini-Weingut (3,5 ha).
90P.
1999er Savigny-les-Beaune "Clos des Guettes" 1er Cru (A. F. Gros, Pommard)
wunderschön gereifter Pinot aus dieser weniger bekantten 1er Cru-Lage: kühle Stilistik, dezent animalisch, Unterholz, dunkle Beeren, durchaus komplex, mittlerer Körper, voll auf Finesse setzend, es fehlt ein klein wenig an Dichte und Länge, trotzdem ein sehr feiner und vor allem trinkanimierender Bourgogne für relativ kleines Geld. 89P.
2007er Vosne-Romanee "les Petits Monts" 1er Cru (Gerbet, Vosne-Romanee)
schon in der Nase Vosne-Romanee in Reinkultur: spinnwebenzarte Fruchtnase, ein Kaleidoskop an reifen dunklen Früchten mit einem deutlichem Schuss Himbeere, nicht ist zuviel oder zuwenig an diesem Wein, sehr finessenreich auf der Zunge, hat sich noch nicht vollständig entfaltet, steht aber kurz davor, absolut kein Blockbuster, aber unendlich fein und trinkig. Macht jetzt schon ungeheuer Spass und wird dies bestimmt noch die nächsten 3-6 Jahren bestätigen. Kein Wein für längere Lagerung, aber ein erschwinglicher Wein, der exemplarisch zeigt, warum ein Burgunder so verführerisch sein kann. 91 P
2004er Latricieres-Chambertin Grand Cru (Rossignol-Trapet, Gevrey)
wow, das ist schon verdammt guter Stoff und zeigt deutlich den Qualitätssprung vom 1er Cru zum Grand Cru: Grosse Finesse schon in der Nase, dazu aber das deutliche Mehr an Tiefe,reifes Frucht-Potpourri mit nur stützendem Holzeinsatz, ein echter Nasenbär !
Auf der Zunge Reife, Dichte u n d viel Feinheit, deutliche Extraktsüsse, sehr tief und lang (obwohl 2004 sicher nicht der ganz große Jahrgang war), definitiv Grand Cru-Qualität, wie man sich das wünscht, nur leider nicht immer erhält. Auch wenn man kein Burgunder-Liebhaber ist, muss man hier tief in die Punktekiste greifen ! Angesichts der heute aufgerufenen Preise für diesen bio-dynamisch erzeugten Wein (2011er bei PdP aktuell 119 EURO) war dieser Wein damals ein echtes Schnäppchen !!
95 P.
So das wars in aller Kürze. Über die noch folgenden 2 Proben (autochthone Rebsorten und Cabernet/Merlot-Weine weltweit) werde ich nach Möglichkeit auch berichten.
Grüsse
Bodo