... und weiter mit den restlichen 4 Burgunderweinen:
2009er Michelbacher Apostelgarten Frühburgunder QW tr. (Heilmann)
kräftiges Kirschrot, deutliche Barriquenase in Richtung Räucherspeck, dahinter aber eine ganze Fruchtladung (Kirsche, Preiselbeere, Pflaume), sehr dicht im Mund, konzentriert, aber ohne marmeladige Noten, deutliche Extraktsüsse, gute Länge. Ein hervorragender Frühburgunder, der beim fränkischen Wein-Wettbewerb "Best of Gold" zu Recht sehr gut abgeschnitten hatte. Ein toller Frühburgunder, der mir mit etwas moderateren Holzeinsatz noch besser gefallen würde. Nötig hätte er dies aufgrund seiner Struktur und Fruchtdichte ohnehin nicht. Ein fair bepreister Wein (18 EURO) aus diesem Mini-Weingut (3,5 ha).
90P.
1999er Savigny-les-Beaune "Clos des Guettes" 1er Cru (A. F. Gros, Pommard)
wunderschön gereifter Pinot aus dieser weniger bekantten 1er Cru-Lage: kühle Stilistik, dezent animalisch, Unterholz, dunkle Beeren, durchaus komplex, mittlerer Körper, voll auf Finesse setzend, es fehlt ein klein wenig an Dichte und Länge, trotzdem ein sehr feiner und vor allem trinkanimierender Bourgogne für relativ kleines Geld. 89P.
2007er Vosne-Romanee "les Petits Monts" 1er Cru (Gerbet, Vosne-Romanee)
schon in der Nase Vosne-Romanee in Reinkultur: spinnwebenzarte Fruchtnase, ein Kaleidoskop an reifen dunklen Früchten mit einem deutlichem Schuss Himbeere, nicht ist zuviel oder zuwenig an diesem Wein, sehr finessenreich auf der Zunge, hat sich noch nicht vollständig entfaltet, steht aber kurz davor, absolut kein Blockbuster, aber unendlich fein und trinkig. Macht jetzt schon ungeheuer Spass und wird dies bestimmt noch die nächsten 3-6 Jahren bestätigen. Kein Wein für längere Lagerung, aber ein erschwinglicher Wein, der exemplarisch zeigt, warum ein Burgunder so verführerisch sein kann. 91 P
2004er Latricieres-Chambertin Grand Cru (Rossignol-Trapet, Gevrey)
wow, das ist schon verdammt guter Stoff und zeigt deutlich den Qualitätssprung vom 1er Cru zum Grand Cru: Grosse Finesse schon in der Nase, dazu aber das deutliche Mehr an Tiefe,reifes Frucht-Potpourri mit nur stützendem Holzeinsatz, ein echter Nasenbär !
Auf der Zunge Reife, Dichte u n d viel Feinheit, deutliche Extraktsüsse, sehr tief und lang (obwohl 2004 sicher nicht der ganz große Jahrgang war), definitiv Grand Cru-Qualität, wie man sich das wünscht, nur leider nicht immer erhält. Auch wenn man kein Burgunder-Liebhaber ist, muss man hier tief in die Punktekiste greifen ! Angesichts der heute aufgerufenen Preise für diesen bio-dynamisch erzeugten Wein (2011er bei PdP aktuell 119 EURO) war dieser Wein damals ein echtes Schnäppchen !!
95 P.
So das wars in aller Kürze. Über die noch folgenden 2 Proben (autochthone Rebsorten und Cabernet/Merlot-Weine weltweit) werde ich nach Möglichkeit auch berichten.
Grüsse
Bodo
Weinprobe Burgundersorten in Würzburg
Re: Weinprobe Burgundersorten in Würzburg
Eben Bodo,Hallo Ralf,
der 2010er Passion war für mich auch eine große Enttäuschung, angesichts des eher für Frische sorgenden Jahrganges und der doch recht hoch gelegenen Weinberge dieser Genossenschaft. Der Wein hat aber analytisch nur 4,57 Promill Säure (warum auch immer!?) und das schmeckt man leider. Dabei hat Südtirol gerade im Weißburgunderbereich meist Ausgezeichnetes zu bieten.
dass dachte ich mir auch, WB im allg. und 2010 im besonderen - gerade in Südtirol gibt es ja eigentlich sowas von Weissburgunder, und durchaus noch gut strukturierte bei den höheren Qualitäten.
Die VKN liesst sich so ähnlich wie sich die zwei drei ersten Jahrgänge der Cuvée Weiss (- war aber Weissburgunder und Pinot Grigio, und daher schon mal weniger Säure -) der Abtei Muri getrunken haben. Die haben ihren Weiss jetzt aber deutlich im Griff, was hier noch nicht der Fall zu sein scheint. Hattest Du schon den '11er im Glas?
Grüsse
Ralf
Die Zukunft war früher auch besser.
Karl Valentin
Ralf
Die Zukunft war früher auch besser.
Karl Valentin
Re: Weinprobe Burgundersorten in Würzburg
Hallo Bodo,weinaffe hat geschrieben:
1999er Kirrweiler Mandelberg Weißburgunder Spätlese trocken (Bergdolt)
unglaublich jugendliche Farbe, superklare Apfel und Aprikosenfrucht, trotz 13,6 Umdrehungen fast spielerisch, tolle Würze und Länge, ein filigraner und trotzdem sehr dichter Weißburgunder der absoluten Spitzenklasse. Chapeau, Herr Bergdolt! Leider sind die Weißburgunder aus diesem Hause in den letzten Jahren nicht mehr auf diesem Niveau.
P.S: keiner der Teilnehmer schätzte den Wein älter als 3-4 Jahre ein !!
93P.
leider ist die Qualität der Bergdolt-Weine in den letzten Jahren ungleichmäßiger geworden, die Umstellung auf den Bio-Weinbau scheint wohl nicht ohne Probleme zu verlaufen. Ich habe aber das Gefühl, dass es seit 2010 wieder langsam bergauf geht. Die 2012er Weißburgunder im Kabinettbereich gefallen mir eigentlich sehr gut (insbesondere der Mineral), auch der Literwein Weißburgunder/Chardonnay bietet viel fürs Geld. Die Spätlesen und das GG kenne ich leider nicht.
Grüße
Hartmut
- octopussy
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Re: Weinprobe Burgundersorten in Würzburg
Hallo Bodo,
sowohl die Domaine Trapet (Jean & Jean-Louis) als auch Rossignol-Trapet erzeugen aus meiner Sicht ziemlich beständig sehr gute Weine.
) Latricières von Jean-Louis Trapet zu Hause. Den wollte ich aber eigentlich noch ein bisschen liegenlassen.
sowohl die Domaine Trapet (Jean & Jean-Louis) als auch Rossignol-Trapet erzeugen aus meiner Sicht ziemlich beständig sehr gute Weine.
Das freut mich zu lesen. Pinard hat den 2010er gerade für 69 Euro die Flasche rausgehauen. Ich habe nur zwei Flaschen gekauft, aber eigentlich hätte man zu dem Preis den Laden leerkaufen müssen. Ich habe noch den 2004er (oder 2003erweinaffe hat geschrieben: 2004er Latricieres-Chambertin Grand Cru (Rossignol-Trapet, Gevrey)
wow, das ist schon verdammt guter Stoff und zeigt deutlich den Qualitätssprung vom 1er Cru zum Grand Cru: Grosse Finesse schon in der Nase, dazu aber das deutliche Mehr an Tiefe,reifes Frucht-Potpourri mit nur stützendem Holzeinsatz, ein echter Nasenbär !
Auf der Zunge Reife, Dichte u n d viel Feinheit, deutliche Extraktsüsse, sehr tief und lang (obwohl 2004 sicher nicht der ganz große Jahrgang war), definitiv Grand Cru-Qualität, wie man sich das wünscht, nur leider nicht immer erhält. Auch wenn man kein Burgunder-Liebhaber ist, muss man hier tief in die Punktekiste greifen ! Angesichts der heute aufgerufenen Preise für diesen bio-dynamisch erzeugten Wein (2011er bei PdP aktuell 119 EURO) war dieser Wein damals ein echtes Schnäppchen !!
95 P.
Beste Grüße, Stephan