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Bordeaux 2002 - ein überflüssiger Jahrgang?

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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Ollie

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Re: Bordeaux 2002 - ein überflüssiger Jahrgang?

BeitragMi 4. Jan 2017, 15:41

Schoene Notiz, die sich nach einem sehr typischen d'Armailhac anhoert. Vor allem

Frankie Wilberforce hat geschrieben:nur ein mittlerer Körper, der ein Hauch zu leicht daher kam


ist standardmaessige Werkseinstellung. :mrgreen: Wenn er nur nicht so teuer waere... seufz.

Cheers,
Ollie
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toska

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Re: Bordeaux 2002 - ein überflüssiger Jahrgang?

BeitragMi 4. Jan 2017, 20:50

Haut Bailly 2002

Völlig gedeckter rubinroter Kern, granatroter bereits deutlich aufgehellter Rand.

Sehr harmonisches Bukett, fein und komplex, Waldboden, Pilze, etwas nasser Ziegelstein, etwas Säuerliches kommt durch, viell. Blutorange, etwas Weichsel, dann deutlich Johannisbeeren mit Eukalyptusblättern, etwas Leder und gewürzig-rauchige Noten.

Am Gaumen nicht ganz die nasal angekündigte Fülle, feinsandige zart wegschmelzende Tannine, zartes Bitterl, etwas schlank in der Mitte, aber schön balanciert, guter Trinkfluss, mittellang, am Anfang etwas nachwärmend (12,5% Alk.), guter Wert (44€ in 2016), sehr klassisch, ungemein trinkig/saftig bei längerer Zuwendung. 92P
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Jochen R.

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Re: Bordeaux 2002 - ein überflüssiger Jahrgang?

BeitragSo 22. Jan 2017, 10:26

Ein weiterer, alles andere als überflüssiger, 2002er: Sociando Mallet

Fast schwarz. Zedernholz, heller Tabak, florale Noten und Paprika in der Nase,
dahinter Minze und Kaffee. Mittelkräftig bis (anfangs fast) intensiv.
Am Gaumen mittelgewichtig und eher rustikal mit viel Paprika, sicher nicht
ganz auf dem Niveau der fein duftigen Nase, sehr lang.
Perfekter Begleiter zur Lammlachse mit Rosmarinkartoffeln und auch solo
hervorragend! 91 P.

M. M. deutlich besser als kürzlich Rauzan Segla 2002 (88-89 P.), den allerdings
meine Tischnachbarn viel besser sahen. Trotzdem auch ein schöner, mir etwas
"zu eleganter" Jahrgangsvertreter.

Viele Grüße,
Jochen
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Moulis

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Re: Bordeaux 2002 - ein überflüssiger Jahrgang?

BeitragSo 22. Jan 2017, 12:44

Sociando ist immer eine Bank.
Ich hatte bisher noch keinen wirklich schlechten Jahrgang.
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Jochen R.

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Re: Bordeaux 2002 - ein überflüssiger Jahrgang?

BeitragSo 22. Jan 2017, 14:13

Moulis hat geschrieben:Sociando ist immer eine Bank.
Ich hatte bisher noch keinen wirklich schlechten Jahrgang.

Christoph,
dem kann ich mich uneingeschränkt anschließen!

Viele Grüße,
Jochen
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Dilbert

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Re: Bordeaux 2002 - ein überflüssiger Jahrgang?

BeitragDi 24. Jan 2017, 14:36

Dem kann ich mich ebenfalls anschließen!

Habe in den letzten Jahren recht oft 2002er Sociando getrunken. Die Weine waren immer sehr ansprechend und nie richtig weg! Für mich eine typischer "Brückenjahrgang" bei Sociando. Aus 2000, 2001, 2003 oder 2005 hab ich bis auf eine Flasche 2001er noch nichts angerührt!!

Gruß,
Jochen
„Eine Magnum-Flasche? Genau die richtige Größe für einen schönen Abend. Vorausgesetzt, man beginnt mit einem Champagner, man endet das Menu mit einem Sauternes, und man ist allein daheim…“
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Moulis

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Re: Bordeaux 2002 - ein überflüssiger Jahrgang?

BeitragDi 24. Jan 2017, 15:31

Ist zwar o.t., aber ich habe von den neueren Jahrgängen 2001,2002,2003,2004,2006 und 2008 gehabt.
00,05,09 und 10 noch nicht.
Auch aus den 89zigern 82,83,86,88 und 89 und 90zigern 90,94,95,96 und 98.
Da war nicht ein schlechter Wein bei.

2002 empfinde ich aber als durchaus ok.
Lynch Bages oder Leo P gab es für relativ schmales Geld und die sind wirklich gut.
Und natürlich D ´Agassac, obwohl ich den schon lange nicht mehr hatte. Vll. ist der auch schon über.
Ich habe sicher noch 40 Flaschen BX aus dem Jahrgang.
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toff

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Re: Bordeaux 2002 - ein überflüssiger Jahrgang?

BeitragSo 29. Jan 2017, 21:54

Gerade im Glas:

02 Roc de Cambes, Cotes de Bourg

Relativ dichtes Ziegelrot mit leicht bräunlicher Tendenz, schöne Nase mit blauen Früchten, v.a. Heidelbeere, auch balsamische Anklänge. Im Mund finden sich die Fruchtnoten abgeschwächt wieder, dazu holzwürzige Noten, drei Stunden nach dem Öffnen gesellt sich ein Hauch Milchschokolade dazu. Mitteldichter Körper, gute Struktur, mittellanger, sauberer Abgang.

Befindet sich jetzt in einer guten Trinkreife, Eile scheint mir aber nicht geboten. Sehr guter Wein (89 - 90 P), für eine höhere Bewertung fehlt es etwas an Tiefe.

Beste Grüße

Christopher
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ledexter

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Re: Bordeaux 2002 - ein überflüssiger Jahrgang?

BeitragSa 4. Feb 2017, 17:44

2002 Smith-Haut-Lafitte (Pessac Leognan)

Optik:
Dunkelrot, Mittlere Tiefe

Geruch:
Noten von Tabak, Leder, Rauch, BBQ. entwickeltes Bouquet

Geschmack:
Gerösteter Espresso, Tabak, Waldboden, Rauch, dahinter etwas schwarze Johannisbeere, insgesamt wenig Frucht. Die Tanine zupackend und leider etwas grün. Der Wein hatte schon viele Reifearomen entwickelt. Insgesamt sehr ruppig, am Tisch fielen Worte wie "Männerwein", in meinen Augen mangelte es an der Harmonie. Wäre es ein kleiner Wein gewesen hätte ich das alles verschmerzen können, doch für SHL zu schwach.

Fazit:
Die Qualität des Chateaus war zu erahnen, hat aber hier nicht ganz sein Potential ausgeschöpft. Für mich leider eine kleine Enttäuschung, die Gäste hatten ein etwas positiveres Bild als ich.

89 P
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Frankie Wilberforce

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Re: Bordeaux 2002 - ein überflüssiger Jahrgang?

BeitragSo 5. Mär 2017, 13:09

Letztes Wochenende wurden auch die folgenden zwei Weine gegeneinander getrunken:
Chateau Grand Mayne, GCC, St. Emillion,2002
und Chateau Pontet Canet, 5.GCC, Pauillac, 2002
Zuerst kam der Grand Mayne dran und überraschte uns alle. Tiefdunkles Rot in der MItte fast schwarz, tolles druckvolles Bukett nach Brombeeren, Leder, Lakritze, Cassis,Banane(?) und Frühlingsblumen.
Am Gaumen setzte sich die druckvolle Aromatik fort. Frische Säure, gepaart mit fetten abgerundetetn Tanninen und ordentlichen Schuß Alkohol (14,5%), dazu Lakritze, Edelholz, Kaffee, und wieder dunkle Beeren, ein saftiger und mundfüllender Wein mit sattem Schmelz.
Ein richtig langer Abgang mit viel fruchtigen Beeren.
Wow, das hatte niemand von uns erwartet. Auf dem Höhepunkt seiner Reife.
92FW Punkte.

Geich danach kam der Pontet Canet dran. Dunkles Rot auch ohne Randaufhellung. In der Nase leicht nach Zedern und Graphit, sowie Brombeeren, rote und schwarze Johannisbeeren, Eichenholz.
Am Gaumen samtene Textur, mittler Körper, eleganter Schliff, leichte frische Säure, seidige Tannine, Cassis, Brombeeren aber insgesamt nicht so druckvoll und eindruckvoll wie der Grand Mayne bei nur 13% Alkohol.
Mittlerer Abgang wie Gaumen.
90+ FW Punkte, kann sich noch weiter entwickeln und zulegen. Für sich allein oder zuerst genossen hätte er einen besseren Eindruck hinterlassen. Der Pontet Canet ist noch nicht auf seinem Reifehöhepunkt angelangt.
Grüße Armin

Sie fragen mich nach den besten Wein? Sicher das nächste Glas ...
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