Hallo,
Ich kenne mich leider mit Wein überhaupt nicht aus und hätte eine Frage zum Kaliumgehalt eines Weines.
Ich weiß, dass der Kaliumgehalt Rückschlüsse auf eventuelle Weinverfälschung liefern kann.
Deshalb würde mich interessen, ob es irgendwelche gesetzlichen Vorgaben in Deutschland bezüglich des maximalen Kaliumgehaltes in Wein gibt bzw. ab welchen Kaliumwerten man eine Weinverfälschung annehmen könnte?
LG
Lebensreform
Kaliumgehalt eines Weines
Re: Kaliumgehalt eines Weines
Koenntest du das bitte erlaeutern?Lebensreform hat geschrieben:Ich weiß, dass der Kaliumgehalt Rückschlüsse auf eventuelle Weinverfälschung liefern kann.
Danke & Cheers,
Ollie
Yeah, well, you know, that’s just like, uh, your opinion, man.
Parfois, quand c'est trop minéral, on s'emmerde.
"Souvent, l'élégance, c'est le refuge des faibles." (Florence Cathiard)
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Lebensreform
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Re: Kaliumgehalt eines Weines
Naja, das steht jedenfalls in meinem Chemie-Skript. Ansonsten kann ich dazu leider nichts sagen.
Stimmt das denn nicht?
Stimmt das denn nicht?
- weingeist
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Re: Kaliumgehalt eines Weines
Nun, Kalium ist jedenfalls im Wein natürlich vorhanden.
Siehe hier
https://www.uni-hohenheim.de/wwwin140/INFO/LM/plmns.htm
http://www.remstalkellerei.de/glossareintrag/Kalium
http://www.wein-plus.eu/de/Kalium_3.0.3317.html
Meinst Du jetzt Weinverfälschungen oder Weinfälschungen?
Manche Verkoster schätzen nämlich sogar einen höheren Kaliumgehalt, da der Wein dadurch vollmundiger wirkt.
Siehe hier
https://www.uni-hohenheim.de/wwwin140/INFO/LM/plmns.htm
http://www.remstalkellerei.de/glossareintrag/Kalium
http://www.wein-plus.eu/de/Kalium_3.0.3317.html
Meinst Du jetzt Weinverfälschungen oder Weinfälschungen?
Manche Verkoster schätzen nämlich sogar einen höheren Kaliumgehalt, da der Wein dadurch vollmundiger wirkt.
Liebe Grüße
weingeist
weingeist
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Lebensreform
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Re: Kaliumgehalt eines Weines
Also in meinem Chemie-Skript steht leider bloß, dass der Klaiumgehalt ein Hinweis auf Weinverfälschung darstellen kann. Jetzt bin ich auf der Suche nach Referenzwerten für den Kaliumgehalt im Wein. Gibt es da nur Durchschnittswerte oder auch einen Bereich, in dem der Kaliumgehalt beim Wein liegen MUSS?
LG
Lebensreform
LG
Lebensreform
- Gerald
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Re: Kaliumgehalt eines Weines
Na ja, ganz falsch ist die Annahme natürlich nicht, dass man über den Kaliumgehalt auch Rückschlüsse auf die Herkunft (und damit auf Verfälschungen) machen kann. Denn der Kaliumgehalt im Wein hängt von zwei Faktorenkomplexen ab:
a) die Kaliumaufnahme durch die Weinrebe (hängt vom verfügbaren Kalium im Boden ab, aber auch von der Feuchtigkeitsversorgung und vielen weiteren Faktoren)
b) wieviel Kalium wieder zusammen mit Weinsäure als Weinstein ausgefällt wird
Der interessanteste Faktor dürfte in dem Zusammenhang der Boden sein (ein reiner Kalkboden wird naturgemäß viel weniger Kalium enthalten als ein Boden, der durch Verwitterung kaliumreicher Mineral wie z.B. Granit entstanden ist).
Siehe dazu auch eine interessante Studie über die Unterschiede der burgenländischen Weinbauregionen:
http://www.krutzler.at/pdf/Der%20Winzer_02_2009.pdf
Aber mit einer reinen Kaliumanalyse wird man wohl gar nichts beweisen können, da die anderen (vermutlich unbekannten) Einflussfaktoren eine zu große Rolle spielen.
Am interessantesten derzeit für den Nachweis etwaiger Verfälschungen gilt die Stabilisotopenanalyse, da werden aber vor allem die Isotopen von Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff und Schwefel untersucht, da sie die aussagekräftigsten Resultate liefern. Natürliches Kalium besteht auch aus 2 stabilen Isotopen (39K und 41K), da sind die Unterschiede der Anteile in verschiedenen Regionen aber zu gering, um sie für solche Nachweise zu nützen.
http://www.cvua-mel.de/untersuchung/sta ... alyse.html
Grüße,
Gerald
a) die Kaliumaufnahme durch die Weinrebe (hängt vom verfügbaren Kalium im Boden ab, aber auch von der Feuchtigkeitsversorgung und vielen weiteren Faktoren)
b) wieviel Kalium wieder zusammen mit Weinsäure als Weinstein ausgefällt wird
Der interessanteste Faktor dürfte in dem Zusammenhang der Boden sein (ein reiner Kalkboden wird naturgemäß viel weniger Kalium enthalten als ein Boden, der durch Verwitterung kaliumreicher Mineral wie z.B. Granit entstanden ist).
Siehe dazu auch eine interessante Studie über die Unterschiede der burgenländischen Weinbauregionen:
http://www.krutzler.at/pdf/Der%20Winzer_02_2009.pdf
Aber mit einer reinen Kaliumanalyse wird man wohl gar nichts beweisen können, da die anderen (vermutlich unbekannten) Einflussfaktoren eine zu große Rolle spielen.
Am interessantesten derzeit für den Nachweis etwaiger Verfälschungen gilt die Stabilisotopenanalyse, da werden aber vor allem die Isotopen von Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff und Schwefel untersucht, da sie die aussagekräftigsten Resultate liefern. Natürliches Kalium besteht auch aus 2 stabilen Isotopen (39K und 41K), da sind die Unterschiede der Anteile in verschiedenen Regionen aber zu gering, um sie für solche Nachweise zu nützen.
http://www.cvua-mel.de/untersuchung/sta ... alyse.html
Grüße,
Gerald
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Blaufränkisch
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Re: Kaliumgehalt eines Weines
Hallo Gerald,
ganz so einfach ist die Sache nicht. Du vergißt in deiner Rechnung, dass sich der Kaliumgehalt im Boden (und damit die Aufnahme der Rebe) durch eine Düngung stark beeinflußen läßt. Und dass der Kaliumgehalt des Weines auch von Säuerungs- und Entsäuerungsmaßnahmen im Keller abhängt.
Kalium ist ein wichtiger Bestandteil des Extraktes und trägt damit direkt zum Mundgefühl bei. Zu hohe Kaligehalte (z.B. nach unsachgemäßen Entsäuerungsmaßnahmen) bewirken aber einen negativen ("seifigen") Geschmack.
Wie man hier und in anderen Arbeiten des gleichen Autors zum Thema Entsäuerung lesen kann, ist das Thema Kalium im Wein ziemlich komplex:
http://www.schneider-oenologie.com/down ... ierung.pdf
Die naheliegendste Erklärung zur Ausgangsfrage ("Kaliumgehalt Hinweis auf Verfälschungen"), die ich so auch noch nie gehört habe ist aber möglicherweise viel einfacher: Unterschreitet der Kaliumgehalt einen bestimmten Wert, ist eine Streckung des Weines mit Wasser relativ wahrscheinlich. Den Alkohol (und damit teilweise den Extrakt) kann man in solchen Fällen ja mit Aufbesserungen relativ problemlos auf einem normalen Wert halten, den Kaligehalt aber nicht so einfach (bzw. wäre es zu aufwendig oder teuer).
Grüße
Bernhard
ganz so einfach ist die Sache nicht. Du vergißt in deiner Rechnung, dass sich der Kaliumgehalt im Boden (und damit die Aufnahme der Rebe) durch eine Düngung stark beeinflußen läßt. Und dass der Kaliumgehalt des Weines auch von Säuerungs- und Entsäuerungsmaßnahmen im Keller abhängt.
Kalium ist ein wichtiger Bestandteil des Extraktes und trägt damit direkt zum Mundgefühl bei. Zu hohe Kaligehalte (z.B. nach unsachgemäßen Entsäuerungsmaßnahmen) bewirken aber einen negativen ("seifigen") Geschmack.
Wie man hier und in anderen Arbeiten des gleichen Autors zum Thema Entsäuerung lesen kann, ist das Thema Kalium im Wein ziemlich komplex:
http://www.schneider-oenologie.com/down ... ierung.pdf
Die naheliegendste Erklärung zur Ausgangsfrage ("Kaliumgehalt Hinweis auf Verfälschungen"), die ich so auch noch nie gehört habe ist aber möglicherweise viel einfacher: Unterschreitet der Kaliumgehalt einen bestimmten Wert, ist eine Streckung des Weines mit Wasser relativ wahrscheinlich. Den Alkohol (und damit teilweise den Extrakt) kann man in solchen Fällen ja mit Aufbesserungen relativ problemlos auf einem normalen Wert halten, den Kaligehalt aber nicht so einfach (bzw. wäre es zu aufwendig oder teuer).
Grüße
Bernhard
Hier gibts mehr von mir zu lesen: www.bernhard-fiedler.at
- Gerald
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Re: Kaliumgehalt eines Weines
Hallo Bernhard,
*) Kaliumsulfat ist als E 515 ein weit verbreiteter Lebensmittelzusatz und sollte daher in Lebensmittelqualität ganz leicht zu beschaffen sein.
Grüße,
Gerald
na ja, ein Gramm oder so Kaliumsulfat*) (oder ein anderes Kaliumsalz mit einem "unverdächtigen" Anion) pro Liter zuzusetzen, ist eigentlich weder aufwändig noch teuer. Kann aber natürlich sein, dass noch niemand daran gedacht hat.Den Alkohol (und damit teilweise den Extrakt) kann man in solchen Fällen ja mit Aufbesserungen relativ problemlos auf einem normalen Wert halten, den Kaligehalt aber nicht so einfach (bzw. wäre es zu aufwendig oder teuer)
*) Kaliumsulfat ist als E 515 ein weit verbreiteter Lebensmittelzusatz und sollte daher in Lebensmittelqualität ganz leicht zu beschaffen sein.
Grüße,
Gerald
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Lebensreform
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Re: Kaliumgehalt eines Weines
Danke erstmal für eure Antworten. Ich merke, ich weiß wirklich gar nichts über Wein. 
Aber kann mir jemand von euch vielleicht sagen, ob es irgendwelche gesetzlichen Normwerte bzgl. des Kaliumgehaltes in Deutschland gibt?
LG
Lebensreform
Aber kann mir jemand von euch vielleicht sagen, ob es irgendwelche gesetzlichen Normwerte bzgl. des Kaliumgehaltes in Deutschland gibt?
LG
Lebensreform
- Gerald
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Re: Kaliumgehalt eines Weines
Gesetzliche Grenzwerte (Mindest- oder Höchstwerte) für Kalium sind mir zumindest nicht bekannt. Hätte meiner Meinung nach auch eher wenig Sinn, da diese Werte ja sehr stark von den jeweiligen Gegebenheiten (Wasserversorgung, Boden sowie weitere von Bernhard angesprochene Faktoren) abhängen. Letztendlich muss das Ganze geschmacklich eine harmonische Einheit bilden.
Was nicht heißt, dass es nicht zu denken geben sollte, wenn die Werte - falls sie überhaupt jemand untersucht (die Analyse erfordert ziemlich teure Instrumente) - dramatisch von normalen Konzentrationen abweichen.
Grüße,
Gerald
Was nicht heißt, dass es nicht zu denken geben sollte, wenn die Werte - falls sie überhaupt jemand untersucht (die Analyse erfordert ziemlich teure Instrumente) - dramatisch von normalen Konzentrationen abweichen.
Grüße,
Gerald