octopussy hat geschrieben:
Bei meinen zwei Besuchen vor Ort kam mir der Ort immer ein wenig vor, wie das kommerzielle und industrielle Zentrum des Beaujolais-Gebiets, vielleicht liegt das daran, dass Georges Duboeuf sein "Hameau du Vin" dort stehen hat. Vor diesem Hintergrund habe ich den Vergleich zu Nuits St. Georges gezogen. Denn der Ort wirkte für mich - anders als Beaune und auch anders als die anderen Weindörfer - ebenfalls meist eher industriell bzw. kommerziell geprägt.
Hallo Stephan,
wie gesagt, es ist über zwanzig Jahre her, dass ich da war. Aber wenn das mittlerweile das "kommerzielle und industrielle Zentrum des Beaujolais-Gebiets" geworden ist, muss sich da schon sehr viel getan haben. Damals war das nur ein Dorf (richtig, mit der Weinfabrik von Georges Duboeuf

) und nicht viel mehr. Als kommerzielles und industrielles Oberzentrum hätte ich eher Macon angesehen, aber das gehört natürlich nicht mehr zum Beaujolais.
Apropos Georges Duboeuf: lebt der eigentlich noch? Damals wurde der in der Gegend als eine Art Heilsbringer angesehen, weil er nach dem Krieg das Geschäft mit Beaujolais und insbesondere mit
Beaujolais primeur quasi im Alleingang hochgezogen hatte. Noch bis weit in die 90er lief das Primeur-Geschäft irre gut, es gab jedes Jahr einen echten Hype darum, und es hat sehr viel schnelles Geld in die Gegend gespült. Mittlerweile scheint es damit aber total vorbei zu sein, dieses Jahr musste man in den Supermärkten hier in der Gegend nach ein paar Flaschen Primeur suchen und wurde meist nicht fündig.
Wahrscheinlich sieht man heute vor Ort das Primeur-Geschäft und damit auch Duboeuf deutlich kritischer; die zum Teil absolut lausige Qualität der im Eiltempo zusammengekloppten Weine hat den Ruf des Gebietes gründlich beschädigt. Man muss allerdings zugeben, dass die unter dem Etikett von Georges Duboeuf verkauften Weine meistens ganz ok waren, und zumindest immer technisch einwandfrei.
Gruß
Ulli