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Quinta do Crasto

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robertz

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Quinta do Crasto

BeitragDo 6. Jan 2011, 21:24

So, dann starte ich nun den DUORO-Thread mit einem meiner Favoriten, der Quinta do Crasto.

Die Quinto do Crasto bringt mit ihrem Reserva einen leider immer seltener werdenden portugiesischen Rotweintyp in die Flasche, einen „Gemischten Satz“ aus roten Trauben (mehr als 25 Rebsorten) von über 70 Jahre alten Rebstöcken.

Hier paart sich die typische Wildheit des Duoro’s mit gekonnter (manchmal kritisierter) internationaler Vinifikation. Trotzdem gefallen mir persönlich die Reserva’s immer wieder, obwohl sie etliche Jahre an Reifung benötigen. Es handelt sich hierbei auch um keinen "teuren" Garagenwein, sie bringen davon immerhin über 100.000 Flaschen auf den Markt.

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Gruss Robert
Vergeblich klopft, wer ohne Wein ist, an der Musen Pforte. ;)
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Desmirail

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Re: Quinta do Crasto

BeitragDo 6. Jan 2011, 22:41

Hallo Robert,

das was Du schreibst klingt sehr lecker.

Ich selbst habe mich in letzter Zeit etwas mit Weinen aus dem Duoro beschäftigt und muss sagen, da gibt es sehr, sehr leckere Tropfen.
Mein Top Tip ist derzeit der Quinta Do Noval 2008. Klar, der muss auch noch liegen, aber die Testflasche war von außerordentlicher Qualität.
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nougat

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Re: Quinta do Crasto

BeitragFr 7. Jan 2011, 17:39

Hallo Robert,
von Quinta do Crasto Reserva hatte ich kürzlich zweimal den 2007er geköpft. Ich trinke normalerweise kaum solch körperreichen und konzentrierten Wein. Aber dieser Wein ist trotz dieser Eigenschaften so animierend und bekömmlich, dass ich gerne eine Ausnahme mache ;) Wie Du so schön schreibst, kriegt er die Kurve vom gesichtslosen internationelm Stil zu einem komplexen Charakterwein. Den 2007 halte ich dabei noch für besser als 2005. Hast Du einen Vergleich zw. dem 2008 und 2007?

An Weihnachten Niepoort Redoma 2001 geköpft. Ich war wg. einer Erkältung angeschlagen und konnte den Wein sicherlich nur unter Wert verkosten. Bei aller Urteilsvorsicht: Überraschend war für mich die Weichheit des Weins. Ich las im Vorfeld viel von einem rustikalen Tanninklumpen, der viel Geduld erfordert. Im Glas präsentierte sich ein weichgespülter Schmeichler, weit wenig komplex als Crasto, der sich auch im Laufe des Abends nicht mehr veränderte. Was positiv zurückbleibt, alles andere als ein Blockbuster, trinkt sich ebenfalls gut, ohne satt zu machen. Gegenüber Crasto fällt er aber was Komplexität, Expressivität und Länge angeht, deutlich ab - und das für einen ähnlichen Preis.

Grüße
Martin
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Martin

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robertz

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Re: Quinta do Crasto

BeitragFr 7. Jan 2011, 23:35

Hallo Martin

Ich verfolge schon länger die Weine der Quinta do Crasto und sehe in ihrer Reserva einen ausgezeichneten PLV- Vertreter in der Reserva-Klasse. Inzwischen haben alle Jahrgänge seit 2004 meinen Weinkeller gefunden, meistens um etwa 20,- EUR. Damit ist er um mindestens 1/3 günstiger als die meisten anderen Reservas der diversen Quintas.

In den letzten Monaten habe ich ebenfalls den 2006 und 2007 verkostet.

Im September 2010 habe ich den Riserva 2007 verkostet, er wirkte schon etwas verkapselt, die Struktur war etwas kerniger und vom Tannin körniger. Den 2008 sehe ich momentan etwas eleganter, er hat auch nur 14% Alk. im Gegensatz zu den meisten anderen Jahrgängen mit 14,5%.

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Im Februar 2010 habe ich das letzte Mal einen Reserva 2006 geöffnet. Diese konnte ich um etwa 10,- EUR (ja ein großer deutscher Händler beendete den Vertrieb von Quinta do Crasto und machte großen Ausverkauf) in ausreichender Menge erwerben.

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Der Reserva 2006 kann von der Struktur eher mit dem 2008 verglichen werden.

Den Redoma 2001 von Niepoort habe ich im Dezember 2009 das letzte Mal verkostet.

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Ich sehe diesen Wein ebenfalls schwächer als die Reserva’s der Quinta do Crasto.

Neben den Weinen von Crasto gefallen mir auch insbesondere die Weine von Jorge Moreira, der Poeira und der Po de Poeira (Zweitwein, hatte 2005 noch den Namen J).

Gruss Robert
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nougat

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Re: Quinta do Crasto

BeitragMo 10. Jan 2011, 16:27

Herzlichen Dank für die ausführliche Antwort, Robert.
Mein Neid für den günstig erworbenen 2006 sei Dir gewiss ;)
Grüße
Martin
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susa

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Re: Quinta do Crasto

BeitragMo 10. Jan 2011, 18:18

Ich kenne mich bei den Weinen der Quinta do Crasto nicht sehr gut aus, gibt es einen Reserva und einen Reserva Old Vines oder ist das beides derselbe Wein. Ich habe vor kurzem dem 2006er Reserve Old Vines getrunken und nur kurz notiert (ich hatte mir in den Finger geschnitten und nur das Nötigste geschrieben, daran erinnere ich mich noch ;))

kraftvoll, warm, dicht und komplex, Frucht- und Beerenaromen in der Nase, am Gaumen feines Zusammenspiel von erdiger Süße, reifem Tannin, Schokoladen- und Holznote, fast schon wuchtiger Abgang

lieben Gruß
susa
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robertz

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Re: Quinta do Crasto

BeitragDi 11. Jan 2011, 09:59

Hallo Susa

Die Quinta do Crasto hat nebem ihren Lagen-Weinen (Vinha Maria Teresa und Vinha da Ponte) und ihren Sorten-Weinen (Touriga Nacional und Tinta Roriz) eben die „Reserva Old Vines“. Mit „Old Vines“ bezeichnen sie ihre sehr alten Weingärten, die mit über 20 unterschiedlichen Rebsorten bepflanzt sind, eben einen „Gemischten roten Satz“, wie es die Wiener Winzer nennen würden.

In schlechteren Jahren machen Sie keinen Lagenwein und geben die Trauben auch zu ihrem Reserva Old Vines. So gab es z.B 2006 keinen Vinha Da Ponte (durchschnittlich 90 Jahre alte Reben).

Ein Teil der Trauben wird noch in den Legares getreten, desweiteren verwenden sie zum Teil auch noch alte Korbpressen.

Liebe Grüsse

Robert
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Aspirin

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Re: Quinta do Crasto

BeitragDi 11. Jan 2011, 12:56

Hallo,

ich war vor 2 Jahren auf dem Weingut. Mir ist sofort aufgefallen, dass Sie sehr gut organisiert aber eher traditionell arbeiten. Die hochwertigeren Weine werden mit modernen Korbkeltern gepresst und alles ist eher auf Gelassenheit einegestellt. Die Trauben für Port werden nach Fehlversuchen mit moderner Technik wieder mit Füßen gestampft und auch mit viel Zeit ausgebaut. Ein tolles, überhaupt nicht bombastische Weingut.

Und die Weine sind entsprechend. Sie brauchen viel Zeit, aber hier lohnt sich das Warten noch. Dann überraschen sie nämlich, weil sie eher mit Burgunder oder Nebiolo vergleichbar sind. Keine überextrahierten Bordeaux oder Südfranzosen. Sie gehören eigentlich in andere Flaschen.
Und die Ports sind absolut eigenständig und für meinen Geschmack großartig.

Ich schreibe nur noch selten über Weingüter, aber hier mache ich aus Begeisterung eine Ausnahme. Eine der schönsten Entdeckungen der letzten Jahre.

Grüße von Ingmar
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robertz

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Re: Quinta do Crasto

BeitragDi 11. Jan 2011, 22:03

Hallo

Als ich im Juni 2007 die Quinta besuchen durfte, waren die Lagares schon mechanisiert.
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Für das Pressen der hochwertigen Weine benutzten sie unter anderem auch zwei der folgenden Pressen.
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Insgesamt werden hier traditionelle Methoden mit neuer Technik kombiniert.
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Voriges Jahr habe ich in Portugal (Reise durch die Algarve) gesehen, dass inzwischen mehrere unterschiedliche lokale Einkaufsketten den einfachen „Quinta do Crasto“ um 7,- bis 9,- EUR vermarkten. Von diesem Wein werden inzwischen über 400.000 Flaschen abgefüllt.

Grüsse Robert
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Aspirin

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Re: Quinta do Crasto

BeitragMi 12. Jan 2011, 01:03

Hallo,

sehr schön! ich kann nichts dafür, daß man Dir nur den touristischen Teil gezeigt hat. Es war wahrscheinlich die dicke Kamera die an Deinem Bauch baumelte.
Genau diese komischen Ersatzfüße auf dem ersten Bild haben sich nicht bewährt und werden nicht mehr eingestzt. Und im unteren Keller stehen zwei absolut geniale Korbpressen von Bucher.
Im übrigen kann man auch mit so einem alten Ding wie Du es fotografiert hast hervoragende Weine produzieren. Und tatsächlich werden sie für den Portwein noch benutzt.

Grüße von Ingmar
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