Bordeaux 2011

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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dyingromeo
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Re: Bordeaux 2011

Beitrag von dyingromeo »

Hi Andreas,

LLC hat 2011 sicherlich eine sehr gelungene Kollektion geschaffen.
Für mich war auf Ducru, das Level allerdings insgesamt einen Ticken besser/höher zu sehen.
Für mich war der Croix de Beaucaillou (91-93) erstmals auch besser wie Clos du Marquis (90-91) und auch den Lalande-Borie (89-91) sah ich deutlich vor Petit Lion....und das nicht, weil die Frauen dort so hübsch angezogen waren ;)
weinfreudige Grüße
Christian

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chris75
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Re: Bordeaux 2011

Beitrag von chris75 »

Mal eine grundsätzliche Überlegung:

Wer Bordeaux auch als Alltagswein trinkt, hat sich mit 2009 und/oder 2010 im unteren Segment qualitativ gut eindecken können.
Wer Bordeaux im Cru classé Bereich wollte, hat wahrscheinlich 2008 gekauft und nachgekauft, 2009 und vielleicht auch zähneknirschend 2010.

Wenn sich die Preise für 2011, wie bisher veröffentlicht, fortsetzen....600€ für Lafite, aber auch Cos für 150€....dafür hat man Montrose 2009 oder Pontet Canet 2010 bekommen.

Soll das die schnelle und "reasonable prized" 2011er Kampagne sein?

Gruß,
Christian.
weinfex
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Re: Bordeaux 2011

Beitrag von weinfex »

Hallo Chris,

was für Preise erwartest Du?
Wer von einem Niveau wie im Jahrgang 2008 ausgeht oder darauf hofft,
dürfte ordentlich an der Realität vorbeigehen...

Wenn die zukünftige Subskriptionsabstinenz von Latour eines ganz klar aufzeigt,
dann ist es eine grundlegende Veränderung der Art des Vertriebes am Platz Bordeaux.
Ich will nicht soweit gehen und einen Abgesang der Subskription im Ganzen anstimmen,
dass glaube ich persönlich nicht, aber die dort angebotenen Mengen der anderen Ch. werden in Zukunft deutlich
geringer werden, wie dies seither der Fall war. Subskription wird nur von den "alten Märkten"
genutzt, die "neuen Märkte" wollen dieses Termingeschäft nicht. Dem trägt man Rechnung
und dies wird sich nicht zuletzt in den Preisen niederschlagen, auch in den Subspreisen...

P.S. Und es ist müssig darüber zu diskutieren ob es klappt oder nicht, denn zumindest um
den Versuch, dass Sie diese Linie durchzuziehen, werden wir nicht darum herumkommen...
Grüsse weinfex
weinfex
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Re: Bordeaux 2011

Beitrag von weinfex »

dyingromeo hat geschrieben:Hi Andreas,

LLC hat 2011 sicherlich eine sehr gelungene Kollektion geschaffen.
Für mich war auf Ducru, das Level allerdings insgesamt einen Ticken besser/höher zu sehen.
Für mich war der Croix de Beaucaillou (91-93) erstmals auch besser wie Clos du Marquis (90-91) und auch den Lalande-Borie (89-91) sah ich deutlich vor Petit Lion....und das nicht, weil die Frauen dort so hübsch angezogen waren ;)
Hallo Christian,

wie Du weisst bin ich da komplett gegenteiliger Meinung... :)
Grüsse weinfex
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harti
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Re: Bordeaux 2011

Beitrag von harti »

Hallo Christian (chris75),

2011 (schlank, kernig) ist anders als 2009 (rund, geschmeidig, vollmundig) und 2010 (kräftig, feurig, reifebedürftig). Jeder Jahrgang hat seine Berechtigung. Eine Messung des PLV in direkter Relation von Preis und Punkten greift m.E. zu kurz.

Grüße

Hartmut
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UlliB
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Re: Bordeaux 2011

Beitrag von UlliB »

weinfex hat geschrieben:
UlliB hat geschrieben: Bei Cos läuft das auf einen EVP von rund 150 Euro hinaus. Zwar deutlich weniger als in 2009 / 2010, aber auch satte 80% (!) über dem Primeurpreis des 2008ers...
Wenn ich mir die Reaktionen der Kunden bis jetzt so ansehe,
wird der Preis "angenommen", [...]
Hallo Andreas,

ich hatte schon vermutet, dass der Preis "angenommen" wird - was nur zeigt, dass das seit mittlerweile rund dreißig Jahren laufende Modell der Preisentwicklung am Markt Bordeaux immer noch funktioniert. Wie Wolf (innauen) schon mehrfach ganz richtig geschrieben hat, "zwei Schritte vor und einer zurück". Wer sich an Preise jenseits von 200 Euro für Cos erst einmal gewöhnt hat, findet 150 plötzlich attraktiv...

Ein Menetekel für diejenigen, die (übrigens seit Bestehen von Weinforen im Internet, also schon eine Weile) die Existenz einer Blase und das unmittelbare Bevorstehen des Platzens derselben diagnostizieren. Ob da jemals etwas platzen wird, ist für mich doch sehr fraglich...

@innauen: doch, doch, für die Flasche :lol:

Gruß
Ulli
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chris75
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Re: Bordeaux 2011

Beitrag von chris75 »

also wenn man sich den Preis für Lafite bei einem großen Händler mit M ansieht, ist der seit 2 Tagen wie festgenagelt. 2009 und 2010 war das noch ganz anders, da konnte man minutenweise zuschauen wie die Preise stiegen. Kann man daraus auf den Absatz schließen?

Gruß,
Christian.
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innauen
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Re: Bordeaux 2011

Beitrag von innauen »

chris75 hat geschrieben:also wenn man sich den Preis für Lafite bei einem großen Händler mit M ansieht, ist der seit 2 Tagen wie festgenagelt. 2009 und 2010 war das noch ganz anders, da konnte man minutenweise zuschauen wie die Preise stiegen. Kann man daraus auf den Absatz schließen?

Gruß,
Christian.
Der Schluss ist zulässig und das Ergebnis glaube ich auch gewollt. Die Chateau, die es sich leisten können, müssen gar nicht so viel verkaufen und brauchen deshalb auch keine preistreibende Nachfrage. Es reicht, wenn der Teil der Ernte verkauft wird, der überhaupt noch in Subskription ausgeliefert wird. Nochmal: Diese Kampagne ist nicht dafür da, die eher kleine Ernte 2011 zu verkaufen. Es geht darum, die hohen Preise für 2010 im Nachhinein zu stabilisieren und für die großen Chateau die Bahn zu einem neuem Vertriebssystem zu ebnen. Die Frage ist, ob das klappt.
„Es war viel mehr.“

Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
kristof
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Re: Bordeaux 2011

Beitrag von kristof »

Cos liegt damit auf dem Subs-Niveau von 2005, Gazin nicht unerheblich darüber.
2005 galt als nicht nur sehr sehr guter, sondern auch als sehr sehr teurer Jahrgang, zumindest bis 09/10.

Wenn sich das Preisniveau so durchsetzt, wird für „gute“ Jahrgänge nunmehr so viel zu zahlen sein wie „früher“ für Spitzenjahrgänge. Das ist zumindest schade – aber vielleicht wäre es sinnvoll, mal einen Vergleich von 2005 und 2011 anzustellen, vielleicht lohnt der Kauf des alten Jahrgangs eher?
Viele Grüße,

Christoph
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UlliB
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Re: Bordeaux 2011

Beitrag von UlliB »

kristof hat geschrieben: Wenn sich das Preisniveau so durchsetzt, wird für „gute“ Jahrgänge nunmehr so viel zu zahlen sein wie „früher“ für Spitzenjahrgänge.
Yep. Und so läuft das Geschäft schon lange, eben genau nach der Innauen-Regel: "zwei Schritte vor und einer zurück". In ein paar Jahren wird man für den eher mittelmäßigen Cos-Jahrgang 2015 den gleichen Preis wie für den grandiosen 2010er bezahlen - weil Cos für den großen Vorjahrgang 2014 über 400 Euro pro Flasche gefordert und bekommen hat.
kristof hat geschrieben: Das ist zumindest schade – aber vielleicht wäre es sinnvoll, mal einen Vergleich von 2005 und 2011 anzustellen, vielleicht lohnt der Kauf des alten Jahrgangs eher?
Mal abgesehen davon, dass dieses Kaufverhalten ex post die Preissetzung der Chateaux rechtfertigt: was kostet denn ein 2005er Cos oder Gazin aktuell? Mir gehlt da der Überblick...

Gruß
Ulli
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