Bewertung der Kritiker analog Preis?

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thvins
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Re: Bewertung der Kritiker analog Preis?

Beitrag von thvins »

Oje...

Nachdem ich jetzt diesen Faden hier gelesen habe, gehen in Betroffenheit meine Blicke nachdenklich zu Boden. Selten einen Faden gelesen, in dem so viele oder noch mehr verdächtigende Klischees absichtlich oder unabsichtlich unterstellend bemüht worden sind...

Und ja, natürlich mag es Kritiker geben, die Gefälligkeitsbewertungen verkaufen und es mag Händler geben, die ihre Weine als die einzig Guten, die es zu kaufen gilt, darstellen. Und es mag Winzer geben, die Ihre Weine unterschiedlich ausbauen und dann unterschiedliche Preise dafür ausrufen und dass bei denen blöderweise nicht die Basisweine die Höchstnoten bekommen sondern deren Spitzen... Und dass dann der Kritiker nicht erkennt, dass der Basiswein, viermal günstiger als der Spitzenwein nicht doch besser ist als jener... weil er dem zweifelnden, kritischen Kunden grade viermal besser schmeckt in seiner blendenden Offenheit als das vernagelte Spitzengewächs, was ja erst mal 15 Jahre weg gesperrt werden muss - um dann wegen Bröselkork oder anderem zu versagen...

Momentan frage ich mich, was in meinem Leben der bereuenswerteste Moment ist :
- der, an dem ich mich nicht einfach als Flußfährmann beworben habe, um an frischer Luft meine Ruhe und ein krisensicheres Einkommen im öffentlichen Dienst zu haben
- der Moment, wo ich im Größenwahn entschieden habe, Weinbewertungen in einem Forum öffentlich zu machen, statt sie gefälligst für mich zu behalten und der Moment, wo ich aus Verzweiflung und / oder Mitleid vor denen, die nicht vor Ort fahren können, beschlossen habe, mit Weinen auch zu handeln,
- oder einfach nur der Moment, wo ich aus lauter Dummheit begonnen habe, meine Freude über den Genuss mit anderen zu teilen und als Empfehlung öffentlich weiter zu geben, um dann Jahre später über einen Thread wie diesen ins Grübeln kommen zu müssen... - auch und gerade, weil aus dem einstigen Hobby ein Beruf geworden ist, den wahrscheinlich nur ich als Berufung empfunden habe... :oops: :shock: :?

;)

Zumindest ahne ich, wenn ich das alles so lese, warum die Geschäfte so schwerfällig gehen, wie sie gehen...
Beste Grüße

Torsten

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EThC
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Re: Bewertung der Kritiker analog Preis?

Beitrag von EThC »

thvins hat geschrieben: Sa 23. Nov 2024, 16:14 Zumindest ahne ich, wenn ich das alles so lese, warum die Geschäfte so schwerfällig gehen, wie sie gehen...
..., nun, ich bin ja "nur" zahlender Endverbraucher, aber ich denke, die schleppenden Geschäfte haben wenig bis gar nichts mit dem hier diskutierten Thema zu tun. Das hat nach meiner Wahrnehmung in erster Linie mit einem Gemenge aus ökonomischer und gesellschaftlicher Entwicklung zu tun. Insgesamt geht der Weinkonsum zurück, das bleibt natürlich nicht ohne Folgen für den Handel. Und je nachdem, in welchem Segment man sich bewegt, trifft es den einen mehr, den anderen weniger.

Und was die Weinkritik angeht: wer im "Weinbiz" tätig ist und sein Geld damit verdient und dementsprechend auch in gewissen Abhängigkeiten steckt, wird -wie in allen anderen Branchen auch- im Mittel immer anders werten (bewußt oder unbewußt) als jemand, der hier völlig unabhängig ist. Das ist auch nicht wirklich verwerflich, aber es ist halt einfach wie es ist und dem sollte man sich einfach bewußt sein. Dann kann man sich auch die teils empörten Diskussionen darüber sparen...
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.

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thvins
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Re: Bewertung der Kritiker analog Preis?

Beitrag von thvins »

EThC hat geschrieben: Sa 23. Nov 2024, 17:14
thvins hat geschrieben: Sa 23. Nov 2024, 16:14 Zumindest ahne ich, wenn ich das alles so lese, warum die Geschäfte so schwerfällig gehen, wie sie gehen...
..., nun, ich bin ja "nur" zahlender Endverbraucher, aber ich denke, die schleppenden Geschäfte haben wenig bis gar nichts mit dem hier diskutierten Thema zu tun. Das hat nach meiner Wahrnehmung in erster Linie mit einem Gemenge aus ökonomischer und gesellschaftlicher Entwicklung zu tun. Insgesamt geht der Weinkonsum zurück, das bleibt natürlich nicht ohne Folgen für den Handel. Und je nachdem, in welchem Segment man sich bewegt, trifft es den einen mehr, den anderen weniger.
Da hast du natürlich Recht - deswegen auch der Zwinkersmilie... Dennoch machen mich solche dann doch verallgemeinernden Unterstellungen bzw. Vermutungen traurig. Aber auch hier sehe ich eine gesellschaftliche Entwicklung... Wir leben halt in Zeiten großen Misstrauens - in alles und fast jeden. Da ist für Idealisten kaum noch eine Nische. Und warum sollte das beim Thema Wein anders sein als in anderen Feldern des Zusammenlebens?
Beste Grüße

Torsten

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Rieslingfan
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Weinbewertungen analog Preis

Beitrag von Rieslingfan »

Mir fällt immer wieder auf, dass Weine häufig analog des Preises bewertet werden.

Hier ein aktuelles Beispiel von Hofschuster (Rheinhessen)
Bildschirmfoto vom 2026-07-06 16-28-15.png
Info Admin: hierher verschoben, da genau gleiches Thema
Gruß Markus
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Dominik Mueller
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Re: Weinbewertungen analog Preis

Beitrag von Dominik Mueller »

Was ist deine Aussage? Wein.plus bewertet blind.

Ich sehe auch einen klaren Zusammenhang zwischen Preis und Qualität. Gutes Zeug ist oder wird irgendwann teurer. Sehr wenige Ausnahmen. Ich finde fast nichts für mich akzeptables für weniger als 10 Euro mehr.

Es tut aber wahrscheinlich gut, die Preise einfach zu ignorieren. Haben in VKNs nach meiner Meinung keinen Platz. Mache ich zumindest so.
Meine Wein-Notizen
Ihr findet mich außerdem in den wineBANKs, zumeist im Rheingau.
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Rieslingfan
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Re: Weinbewertungen analog Preis

Beitrag von Rieslingfan »

Dominik Mueller hat geschrieben: Mo 6. Jul 2026, 17:46 Was ist deine Aussage?
Mich erstaunt es halt immer wieder, dass sich die Höhe des Preises zumeist analog zu den Bewertungen verhält. Hofschuster habe ich hier nur als Beispiel gewählt.
Gruß Markus
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Dominik Mueller
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Re: Weinbewertungen analog Preis

Beitrag von Dominik Mueller »

Ok, wundert mich halt gar nicht, weil man meines Erachtens für mindestens 95% der Fälle nichts Anderes erwarten kann.

Auf Wein.plus gibt es unter den 170.000 Notizen außerdem einige Beispiele dafür, dass sogar innerhalb eines Weinguts auch mal der günstigere Wein bevorzugt worden ist. Das ist dann aber eher die Ausnahme und im nächsten Jahr wahrscheinlich wieder alles "in Reihe".

Versteh mich nicht falsch. Ich denke natürlich nicht, dass ein hoher Preis den Wein besser macht ;) Sondern bin überzeugt, dass erfahrene Winzer gemeinsam mit dem Markt gut einordnen können, wie viel ein Wein dem Käufer wert ist. Mehrheitlich bedeutet eine hohe Qualität eben einen höheren Preis. (Innerhalb der Vergleichsgruppe.)
Meine Wein-Notizen
Ihr findet mich außerdem in den wineBANKs, zumeist im Rheingau.
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Rieslingfan
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Re: Bewertung der Kritiker analog Preis?

Beitrag von Rieslingfan »

@Admin: Danke fürs verschieben.
Gruß Markus
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