Chateau Meyney 2022
Château Meyney ein Jahr später. Direkt nach dem Einschenken steigt einem eine intensive Duftwolke entgegen, geprägt von dunkler Frucht, Schwarzkirsche, Brombeere und Cassis, dazu Veilchen, asiatische Gewürze, etwas Leder sowie feine florale und leicht rauchige Nuancen.
Am Gaumen ist der Wein extrem verführerisch und charmant, mit saftiger Frucht, viel Frische und einer dezenten Extraktsüße. Trotz des Jahrgangs und seiner Konzentration wirkt er keineswegs schwer oder massiv, sondern eher mitteltfüßig mit einer angenehm kühlen Anmutung und irgendwie wirkt er auch ein Stück weit luftig, trotz der 14% Vol. Alkohol, welche sehr gut eingebunden sind.
Mit zunehmender Luft gewinnt er weiter an Definition und Eigenständigkeit. Die Herkunft wird klarer, stilistisch geht das schon sehr deutlich in Richtung Saint-Estèphe, mit der typischen Kombination aus dunkler Frucht, feiner Würze und einer mineralischen Note, die an Graphit erinnert. Das Tanningerüst ist noch jugendlich und leicht fordernd, dabei aber reif und gut integriert.
Insgesamt ein sehr stimmiger, balancierter Meyney, bei dem nichts heraussticht oder stört, sondern alles ineinandergreift. Alle Anlagen sind vorhanden, und ich bin überzeugt, dass er sich sehr gut weiterentwickeln wird.
Aktuell 92 Punkte mit weiterem Potenzial.
Beste Grüße,
Steffen
Bordeaux 2022
Re: Bordeaux 2022
Zuletzt geändert von Charmail am So 7. Jun 2026, 11:20, insgesamt 3-mal geändert.
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amateur des vins
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Re: Bordeaux 2022
Sehr einladend, Steffen - danke!
Meyney war mit eine meiner ersten "besseren" Bordeaux-Erfahrungen, und nach längerer Pause habe ich die Weine nun wieder regelmäßig auf dem Schirm.
Meyney war mit eine meiner ersten "besseren" Bordeaux-Erfahrungen, und nach längerer Pause habe ich die Weine nun wieder regelmäßig auf dem Schirm.
Besten Gruß, Karsten
Re: Bordeaux 2022
Heute hab ich zum Test mit meinen Gästen die erste Flasche vom
Château Beau-Séjour Bécot 2022
getrunken.
Recht primäre, üppige, schwarzbeerige Frucht mit etwas Hitze; leicht likörig, daneben Lakritze und feine grüne Noten.
Am Gaumen wirkt die Frucht kühler als in der Nase, was vermutlich an dem Zusammenspiel mit den hier stärker auftretenen grünen Noten von Paprika und ätherische Kräuten, insb. viel Minze liegt. Zunächst hatte ich Whole-Cluster-Fermentation gedacht, aber ich finde keine Hinweise im Netz darauf, dass das im Weingut gemacht wird. Anscheinend schlägt die Aromatik des Cabernet Franc, obwohl nur 22%, erheblich durch. Jedenfalls steht diese kühlere Aromatik am Gaumen dem Wein sehr gut.
Ansonsten ist er dicht, tief, erdig und maskulin und trotzdem sehr blanciert durch das viele feine Tannin, die steinige Mineralik und die feinnervige Säure, die dem Wein Frische verleiht und ihn am Ende enorm in die Länge zieht. Sehr schön!
Sollte der 25er ähnlich gut gelungen sein, wäre eine Subskription zu erwägen.
VG Nora
Château Beau-Séjour Bécot 2022
getrunken.
Recht primäre, üppige, schwarzbeerige Frucht mit etwas Hitze; leicht likörig, daneben Lakritze und feine grüne Noten.
Am Gaumen wirkt die Frucht kühler als in der Nase, was vermutlich an dem Zusammenspiel mit den hier stärker auftretenen grünen Noten von Paprika und ätherische Kräuten, insb. viel Minze liegt. Zunächst hatte ich Whole-Cluster-Fermentation gedacht, aber ich finde keine Hinweise im Netz darauf, dass das im Weingut gemacht wird. Anscheinend schlägt die Aromatik des Cabernet Franc, obwohl nur 22%, erheblich durch. Jedenfalls steht diese kühlere Aromatik am Gaumen dem Wein sehr gut.
Ansonsten ist er dicht, tief, erdig und maskulin und trotzdem sehr blanciert durch das viele feine Tannin, die steinige Mineralik und die feinnervige Säure, die dem Wein Frische verleiht und ihn am Ende enorm in die Länge zieht. Sehr schön!
Sollte der 25er ähnlich gut gelungen sein, wäre eine Subskription zu erwägen.
VG Nora
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pessac-léognan
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Re: Bordeaux 2022
Danke, Nora, für deine VKN zum BSB 2022.
Den 2025er habe ich subskribiert und vom 23er gerade 2 Flaschen gekauft, nachdem die Profis ihn auf ähnlichem Niveau sahen wie den 22er, aber bei 13.5% ABV weniger alkoholisch.
Hatte übrigens jemand den 23er unlängst im Glas? Sollte man jetzt eine Flasche öffnen?
Gruß
Jean
Den 2025er habe ich subskribiert und vom 23er gerade 2 Flaschen gekauft, nachdem die Profis ihn auf ähnlichem Niveau sahen wie den 22er, aber bei 13.5% ABV weniger alkoholisch.
Hatte übrigens jemand den 23er unlängst im Glas? Sollte man jetzt eine Flasche öffnen?
Gruß
Jean
Re: Bordeaux 2022
Jean, genau deshalb der Test. Ich ziehe jetzt auch den 25er in Erwägung.
Etwas weniger Alkohol und eine geschliffenere Frucht in der Nase würden den Wein noch attraktiver machen.
VG Nora
Etwas weniger Alkohol und eine geschliffenere Frucht in der Nase würden den Wein noch attraktiver machen.
VG Nora
Zuletzt geändert von Nora am Mo 15. Jun 2026, 08:59, insgesamt 2-mal geändert.
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pessac-léognan
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- Registriert: Fr 11. Jan 2019, 10:57
Re: Bordeaux 2022
Panos Kakaviatos schrieb am 3. Nov. 2025 auf CT zum BSB 2023 Folgendes:
"The estate used some whole cluster fermentation to diminish the alcohol"
Die Winemaker könnten also bereits 2022 in diese Richtung gegangen sein?
Gruß
Jean
Re: Bordeaux 2022
Sehr interessant, Jean! Das würde zu dem, was ich im Glas hatte, sehr gut passen. Insbesondere die Grünkräutrigkeit und Frische am Gaumen deuten darauf hin.
VG Nora
VG Nora
Re: Bordeaux 2022
Ich habe zwar keine Info darüber, ob whole cluster gemacht wird oder nicht, aber diese aromatische Cabernet-Franc-Lastigkeit (also diese Grünkräutrige) ist schon sehr lange eine Charakeristik von BSB. Wäre dann auch ein Zeichen unreifer (grüner) Stiele und Stengel, was ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen kann bei BSB.
Zum 2025er hatte ich ja im entsprechenden Strang geschrieben. "Geschliffen" ist aber etwas, das der BSB traditionell nicht so gut kann, auch wenn seit Beratung durch Thomas Duclos das Rauhbein ein bißchen Manieren bekommen hat. Vielleicht mal La Gaffelière probieren, der auch sehr "burgundisch" unterwegs sein möchte, weil der Besitzer voll drauf abfährt.
Cheers,
Ollie
Zum 2025er hatte ich ja im entsprechenden Strang geschrieben. "Geschliffen" ist aber etwas, das der BSB traditionell nicht so gut kann, auch wenn seit Beratung durch Thomas Duclos das Rauhbein ein bißchen Manieren bekommen hat. Vielleicht mal La Gaffelière probieren, der auch sehr "burgundisch" unterwegs sein möchte, weil der Besitzer voll drauf abfährt.
Cheers,
Ollie
Zuletzt geändert von Ollie am Mo 15. Jun 2026, 13:09, insgesamt 1-mal geändert.
Yeah, well, you know, that’s just like, uh, your opinion, man.
Parfois, quand c'est trop minéral, on s'emmerde.
"Souvent, l'élégance, c'est le refuge des faibles." (Florence Cathiard)
Parfois, quand c'est trop minéral, on s'emmerde.
"Souvent, l'élégance, c'est le refuge des faibles." (Florence Cathiard)
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pessac-léognan
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Re: Bordeaux 2022
Ja, Ollie, etwas Gaffelière ist aus SE 2025 auch dabei.
Zuletzt geändert von pessac-léognan am Mo 15. Jun 2026, 18:20, insgesamt 1-mal geändert.
Re: Bordeaux 2022
Die KI Claude hat für BSB keinerlei Belege zu einer Ganztraubengärung gefunden, auch nicht für den Jahrgang 2023. Hier müsste wohl mal beim Weingut nachgefragt werden, um Sicherheit zu erlangen.
Grüße
Hartmut
Grüße
Hartmut