Vielleicht an dieser Stelle eine kurze Anmerkung zu Leoville Barton/Gruaud Larose.
Beide Weingüter habe ich "einzeln" besucht - das ist immer dann wichtig, wenn es um die Nuancen - weniger bei der eigentlichen Verkostung - als bei der Besprechung des Jahrgangs geht. Damien Barton offenbarte hier deutlich seine und seiner Familie Jahrgangsvorliebe für 2016 gegenüber 2018, 2019, 2020 und 2022, die er zwar als "great vintage" bezeichnet - aber gleichwohl nicht so hoch einschätzt wie eben 20216. Also ist es nur natürlich, wenn er den Jahrgang 2025 nicht auf dem gleichen Niveau anbietet wie im Vorjahr - schließlich bietet er ihn ja günstiger an als weiland 2016 zur Subskription.
Bei Gruaud Larose wiederum ist man sich durchaus bewusst, derzeit etwas hinter dem historischen Ruf "hinterher zu laufen"; das Beste, was ein Weingut ja selbst tun kann, um dagegen "anzustinken" ist halt, einen großen Jahrgang zu einer ganz ausserordentlichen Opportunität in den Markt zu bringen.
Naturgemäß ist es nun aber so, dass sich diese Opportunität nicht allen Marktteilnehmern in gleichem Maß offensichtlich macht - und so kann man das, was ich hier zu skizzieren versuche, natürlich auch mit Beispielen "bereichern", die ganz andere St. Juliens ins Rampenlicht stellen.
Ich weise hier zur Verdeutlichung auf die Bewertungen des Lafite 2025 (der gleich an den Markt kommen wird) von William Kelley vs Colin Hay hin. Während meine eigene Wahrnehmung des Weins gut auf einer Linie mit Hay liegt (ich wüßte einfach nicht, wie man den Wein irgendeiner Inferiorität unterworfen sehen kann und ihm damit keine Perfektion attribuiert), sieht Kelley das ganz anders.
Wen es interessiert, um 14 Uhr wird das Video, das auf Leoville/Langoa-Barton entstanden ist, auf Youtube hochgeladen. Da kann man die Ausführungen von Damien, die ich hier referiere, von ihm selbst vernehmen.
https://www.youtube.com/@MatthiasHilse
Herzliche Grüße,
Matthias Hilse