Case Basse

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BerlinKitchen
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Case Basse

Beitrag von BerlinKitchen »

Eine Legende.........

2001 Soldera "Case Basse" Brunello Riserva

Ein Meisterwerk. Gehört mit zum Besten aus Bella Italia. Legendär vor einigen Jahren der 83er Risera bei einer Probe bei meinem Freund Thomas Iversen in Kopenhagen, da hat er alle Top-Weine aus Bordeaux, Burgund, Rhone etc. hinter sich gelassen.

Der 01er trinkt sich im Moment ganz vorzüglich. Allein das Bukett raubt einem schon den Atem. Florale Noten und ein Korb von rote Früchte. Sehr, sehr verführerisch!

Am Gaumen eine tiefe&dichte&klare Frucht, ein Potpurri von roten Früchten, insbesondere reife Walderdbeeren, Gewürze&Tee und ein Hauch flüchtige Säure. Ultra-seidige Tannine und dazu eine Balance&Harmonie incl. ewiger Länge, die man nur bei Weltklasse-Weinen vorfindet. Dazu Frische und der typisch ital. Trinkspaß. Mamma mia, ist das gut........

95+/100

Bild


Grüße aus Berlin,
Martin Zwick
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Zuletzt geändert von BerlinKitchen am Di 27. Nov 2012, 21:32, insgesamt 3-mal geändert.
"Ein Leben ohne Riesling ist zwar möglich, aber sinnlos!"
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Re: Case Basse

Beitrag von BerlinKitchen »

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Re: Case Basse

Beitrag von BerlinKitchen »

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Re: Case Basse

Beitrag von BerlinKitchen »

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Dick
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Soldera verliert 6 Jahrgänge durch Vandalismus

Beitrag von Dick »

Mit freundlichen Grüßen aus Holland,
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Re: Case Basse

Beitrag von Dick »

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Gerald
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Re: Case Basse

Beitrag von Gerald »

Nach einem Bericht im Falstaff hat der Übeltäter jetzt eine 4-jährige Haftstrafe ausgefasst ...

http://www.falstaff.at/weinartikel/6200 ... -5826.html

Grüße,
Gerald
Hasi
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Re: Case Basse

Beitrag von Hasi »

falls es hier jemanden interessiert ... die Flagschiffe von Case Basse heißen jetzt nicht mehr Brunello sondern „Toscana Sangiovese IGT Soldera”

hier ein Foto vom alten Grantscherben, das ich letztes Jahr in seiner Stammkneipe geknipst habe:
Dateianhänge
Unknown-20.jpeg
Hasi
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Re: Case Basse

Beitrag von Hasi »

Man mag jetzt zu GIANFRANCO SOLDERA stehen wie man will (mir selbst hat er vor 10 Jahren eine Interview-Anfrage zu meinem Buch verweigert, allerdings hatte ich in der selben Woche das Vergnügen mit ihm einige Gläser Brunello in seiner Stamm-Osteria bei Gianfanco Tognazzi trinken zu dürfen), aber nachdem hier schon seit Jahren kein Hahn mehr nach Soldera kräht, scheint der umstrittene Gianfranco ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein. Umso verblüffender ist die Tatsache, dass seine Erben nach wie vor ähnliche bzw. höhere Preise für die gewaltigen Weine aus dem Südwesten Montalcinos aufrufen (können?). Es muss also einige tausend Menschen auf diesem Planeten geben, die ohne Probleme 800.-€ (superiore & lobenberg für 2020) und mehr für ein Flasche Sangiovese über den Tresen schieben, auch wenn es EXTREM hohes Ausgrenzen an Traubenmaterial am Sortiertisch gibt, wie vom Meister immer selbst durchgeführt, und somit vermutlich nach wie vor maximal 15.000 Flaschen in den Handel kommen (wie schon unter dem alten Eigenbrötler). Sein Alleinstellungsmerkmal als Qualitätsfanatiker machte ihn ab MItte der 1970-er, als er die Case Basse gründete, bei den Einheimischen „verdächtig”, aber was Soldera für Montalcino bewirkte war fast ausserirdisch. Erst durch seine Akribie mit Bodenanalysen, Zusammenarbeit mit Universitäten in Sachen Naturforschung, intensiver wissenschaftlicher Arbeit usw., vor allem aber auch durch seine enge Freundschaft zum legendären Önologen Giulio Gambelli und nicht zuletzt durch den Garten Eden, den seine Frau damals auf 2ha als botanischen Garten anlegte, bekamen auch andere Weingüter den Ansporn umzudenken und Montalcino begann zu boomen!
Bei mir schlummert nach wie vor einer seiner gewaltigen Sangiovese im Keller (aus 2013), ich hatte aber bereits einige Male das Vergnügen ein Glas verschiedener Jahrgänge trinken zu können - und - JA - Solderas Brunellos (ich nenne sie immer noch so, obwohl er nach seinem Zerwürfnis mit dem Consorzio seine Brunellos als „Toscana IGP Sangiovese Soldera” labelte) sind anders, von monumentaler Dichte und dennoch fein. Das hat viele Gründe. Zum einen die enorm kargen Böden seiner Rebanlagen, auf der sich der ausgepflanzte Wein zuerst mühsam seinen Weg in die Tiefe bahnen musste und dann aber unzerstörbare Weinstöcke formte, auch das NICHTzurückschneiden am Stock! Soldera liess im Gegensatz zu fast allen anderen Winzern alle Blätter und alle Früchte auf den Stöcken, was ungewohnt wild anmutete. Dafür ging es dann nach der Ernte am Sortiertisch so richtig „ans Eingemachte”, hier wurde strengstens aussortiert, und noch dazu SEHR VIEL aussortiert (Der mögliche Ertrag wären auf Case Basse um die 70.000 Liter Wein, es wurde/wird aber auf nur 12.000 bis 15.000 Flaschen selektiert, in manchen Jahren die komplette Ernte degradiert!). Last but not least spielen vermutlich auch die ganz speziellen Botte und die lange Lagerung in diesen eine entscheidende Rolle beim Geschmack des Case Basse-Weins!. Gianfranco Soldera führte dazu seinerezeit mit dem bekannten italienischen Küfer Garbelotto viele Feldversuche durch um die optimalen Fässer für seine Sangiovese zu kreieren. Für den Fassbau in Frage kam letztendlich ausschliesslich das Holz von sehr alten Eichen (über 200 Jahre) aus Slawonien. Die Fässer auf Case Basse sind sehr mächtig und fassen bis zu 150hl. Der Wein lagert je nach Jahrgang mindestens 36 Monate bis zu 60 Monate im großen Holz! Danach wird die Hälfte eine Fasses mit natürlicher Gravitation in die Flaschen gefüllt, für den Rest vorischtig kleine Pumpen verwendet. Es gibt keinerlei Einsatz von Filtration, Eiklar, Bentonit oder sonstigen Zaubereien.
Wer mal ein wenig zu viel Kohle im Hosensack hat sollte sich einen Case Basse Sangiovese gönnen!

Ciao

Hasi

P.S.: auf fast identen Bodenverhältnissen wachsen Reben der Nachbarweingüter Fossacolle, Caprili, Gaja, Castelli Martinozzi, Mate und FATTOI. Die Fattoi-Brunellos kaufe ich seit 1989, und irgendwie erinnern sie mich geschmacklich in Richtung Solderas Sangiovese
Zuletzt geändert von Hasi am Do 21. Mai 2026, 10:24, insgesamt 2-mal geändert.
Hasi
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Re: Case Basse

Beitrag von Hasi »

ich reiche hier ein feines Video von Soldera nach, das vielleicht einige kennen, wo er auf seine Weingärten und die Fasslagerung näher eingeht: https://www.youtube.com/watch?v=v21Tig7P0EA
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