Schloss Johannisberg

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EThC
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Re: Schloss Johannisberg

Beitrag von EThC »

...neulich bei Bodos Kultweinprobe:

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Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
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was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.

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icedtea
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Re: Schloss Johannisberg

Beitrag von icedtea »

Heute ist die letzte Flasche des Testpakets aus WI-Nordenstadt im Glas:

2022er Riesling Gelblack Feinherb von und aus Schloss Johannisberg mit 12 Vol%. Eine von meines Wissens vier Lagen in Deutschland, die ein eigener Orts-/Stadtteil sind und daher keine weitere Ortsangabe benötigen. Die drei anderen sind Steinberg, Schloss Vollrads und Schloss Reichartshausen, alle im Rheingau recht nahe beieinander.

Auch der volle Name des Weinguts ist ja etwas sperrig: Fürst von Metternich-Winneburg'sche Domäne Schloss Johannisberg GbR
Eigentümer der Oetker-Konzern, bei dem es wohl gerade ein paar Erbstreitigkeiten gibt.

Aber nun endlich zum Wein:

Schon im Duft sehr opulent, fast barock, was ja zu einem Bau aus der Zeit des heutigen Schlosses gut passt. Der ganze Weiß-/Gelbe Obstkorb, der sich auch im Mund wiederfindet. Gut, dass ausreichend Säure die fruchtige Süße und Frucht im Zaum hält, denn sonst könnte es schnell klebrig werden.

Das ist schon ein super Rheingau Riesling und wäre erneut bei vielen Gütern die Spitze der Pyramide, aber es wirkt schon ein wenig auf den Geschmack der internationalen Schlossbesucher hingebügelt, den man dann mit der wahrscheinlich größten Flaschenanzahl des Gutes bedienen kann.

Dennoch ist es schon eine Freude einen solchen Riesling trinken zu dürfen, auch wenn mir der trockene Gelblack wahrscheinlich besser taugen würde. Kann man ja immer noch probieren.

Mal schauen, was das Wochenende bringt; viel Spaß auf allen Wegen und Pisten oder wo auch immer!

Sorry, wenn ich hier manchmal Dinge erzähle, die jeder kennt, aber im Skiforum, aus dem ich kopiere, ist das nicht so ;-)
Dateianhänge
20240216_202323.jpg
Save water, drink Riesling

Grüße
Sascha
Ursula
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Re: Schloss Johannisberg

Beitrag von Ursula »

solche Geschenke landen nicht im Regal der " Geschenkten", sondern rasch in unseren Gläsern :

2023 Schloss Johannisberg, Riesling Tr.GG Silberlack mit 12,5 Vol.% Alk. und Pr.Nr.07/25, 45er Naturkork

leuchtendes Gelb im Glas.

minziger, kräuteriger Duft mit einem Hauch Honigsponti.
Im Gegensatz zum kürzlich verkosteten 24er Schlossberg von Breuer zeigt sich sich der Schloss Johannisberger deutlich zugänglicher auf der Zunge, die Säure ist präsent, deutlich feiner als beim Breuer-Riesling; einer meiner Weinbrüder empfand sie als " aristokratisch und nobel".Der Wein ist sehr gut strukturiert und balanciert, engmaschig dicht und mineralisch. Das bestechend Rieslinghafte wirkt äußerst gekonnt und elegant.

Ein wahrhaft großer Wein aus einem Haus, das wieder voll in die Spur gefunden hat und dem wir gerne auch wieder mehr Aufmerksamkeit widmen werden.

Gruß Ursus
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Schönibert
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Re: Schloss Johannisberg

Beitrag von Schönibert »

Ursula hat geschrieben: Fr 8. Mai 2026, 18:45
Ein wahrhaft großer Wein aus einem Haus, das wieder voll in die Spur gefunden hat und dem wir gerne auch wieder mehr Aufmerksamkeit widmen werden.

Gruß Ursus
Schön zu hören, das wäre dann in der Tat ein sehr tiefes und auch langes Tal für das Weingut gewesen, wenn sie es nun hinter sich lassen. Auf den letzten VDP-Proben fand ich die Weine auch schon ganz nice aber in Anbetracht der aufgerufenen Preise dann noch nicht so attraktiv, im Verhältnis.

Irgendwie finde ich die eigene Klassifikation der Weine innerhalb ihrer selbst gewählten und durchaus traditionsbewussten Range mit den Lackierungen grob unverständlich aber es hat mir auch noch nie jemand richtig erklärt oder erklären können, was da aus welchem Teil des Johannisberg für welchen Wein verwendet und wie unterschiedlich es ausgebaut wird. Vermutlich kann man das einfach irgendwo nachlesen, mea culpa.
Viele Grüße,
Euer Schöni
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