Brunello di Montalcino

Rotundweiss
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Re: Brunello di Montalcino

Beitrag von Rotundweiss »

Nora hat geschrieben: Mo 30. Mär 2026, 20:20 Das finde ich jetzt hochinteressant, Georg. Auf einen Vergleich dieses Brunellos von Ciacci Piccolomini mit dem Tondonia wäre ich jetzt nie gekommen. Für mich sind das zwei grundverschiedene (Wein-)Welten.

Ich bin gespannt auf deinen Bericht.

VG Nora
Hallo Nora,

mir ist schon klar, dass wir hier über verschiedene (Wein-)Welten sprechen und der Vergleich gewagt ist.
Umso mehr bin ich gespannt, ob mich meine Sinne trügen oder es zumindest aromatisch in eine ähnliche Richtung geht. Sofern du vom 16er CPD hast, probiere es doch gerne einmal aus. Dann wirst du wissen,, ob du meine These weiterhin hochinteressant oder hochinteressanten Quatsch findest 🫣. Nichts für ungut...

Liebe Grüße,
Georg
KlausS98
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Re: Brunello di Montalcino

Beitrag von KlausS98 »

Spannend, hab da auch was von im Keller
Hasi
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Re: Brunello di Montalcino

Beitrag von Hasi »

da ich mich aktuell in Tag 11 einer Heilfasten-Kur befinde (nur Wasser, Kräutertees und Gemüsesäfte für 14 Tage), und vermutlich danach ein paar Wochen (oder nur Tage?) leiser trete gibt es zur Zeit keine News von meiner Seite

Hasi
Hasi
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Re: Brunello di Montalcino

Beitrag von Hasi »

es gibt DOCH news von meiner Seite, denn heute sind einige der 2021-er Brunellos - die ich wild durcheinander bestelle - gekommen!
Zuletzt gabs im Falstaff-Heft eine ausführliche Brunello 2021-Reportage mit sehr hohen Bewertungen (gleich 3 x 100 Punkte).
Falls es jemanden interessiert, kann ich die Scans der Reportgae hier einstellen
Ciao
Hasi
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Marvin77
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Re: Brunello di Montalcino

Beitrag von Marvin77 »

Hi Hasi,
Hasi hat geschrieben: Fr 17. Apr 2026, 21:09 es gibt DOCH news von meiner Seite, denn heute sind einige der 2021-er Brunellos - die ich wild durcheinander bestelle - gekommen!
Zuletzt gabs im Falstaff-Heft eine ausführliche Brunello 2021-Reportage mit sehr hohen Bewertungen (gleich 3 x 100 Punkte).
Falls es jemanden interessiert, kann ich die Scans der Reportgae hier einstellen
also mich würde der Falstaff-Artikel zu den BdM 2021 sehr interessieren :).

Herzliche Grüße
Alex
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EThC
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Re: Brunello di Montalcino

Beitrag von EThC »

...aus (urheber-) rechtlichen Gründen sollte das hier nicht veröffentlicht werden, was ihr per PM untereinander austauscht, ist eine andere Sache...
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.

https://ec1962.wordpress.com/
Marvin77
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Re: Brunello di Montalcino

Beitrag von Marvin77 »

Hallo an alle,

in den letzten Wochen habe ich mich ziemlich intensiv durch Brunello aus den Jahrgängen 2018 und 2019 probiert – und ehrlich gesagt: Ich hatte fast nur sehr gute bis großartige Weine im Glas. Selbst mein Vater war durchweg begeistert (und das will wirklich etwas heißen 😄).

Hier mal eine kurze, lockere Zusammenfassung meiner Eindrücke – ich möchte mal etwas für die schönen Beiträge hier im Forum zurückgeben und vielleicht hilft’s dem ein oder anderen:

Baricci BdM 2018
Sehr gut. Mittlerer Körper, kraftvoll aber gleichzeitig elegant. Klassisch mit erdigen Noten, etwas getrocknete Kräuter, dazu florale Anklänge (Veilchen). Am Gaumen rote Kirsche, etwas Leder und eine schöne, klare Säurestruktur. Wirkt sehr typisch und balanciert.

Podere le Ripe „Cielo d’Ulisse“ 2019
Sehr gut mit richtig starkem Preis-Leistungs-Verhältnis. Mittlerer bis voller Körper. Ich hatte ihn zweimal – und total unterschiedlich: einmal eher elegant, floral, fast burgundisch mit heller Frucht und feinen Tanninen; das andere Mal deutlich kräftiger, dunklere Frucht, mehr Druck und Würze.
War ehrlich gesagt irritiert – könnte Flaschenvarianz sein oder einfach Tagesform / Rahmenbedingungen. Beide Male aber richtig gut, nur hätte ich den Wein blind vermutlich nicht wiedererkannt.

Podere le Ripi „Amore e Magia“ 2019
Hervorragend. Jetzt mit etwas mehr Abstand wirklich ein Wein, der sich im Glas ständig weiterentwickelt. Mittlerer bis voller Körper, aber nie schwer – eher getragen von Frische und Struktur.
In der Nase zunächst kühl und präzise: Sauerkirsche, etwas dunklere Kirsche, dazu florale Noten (Veilchen), dann kommen mit Luft immer mehr erdige und würzige Komponenten dazu – Waldboden, etwas Trüffel, Kräuter, Graphit. Diese „dunkel-cremige Tee“-Assoziation passt für mich weiterhin erstaunlich gut 😄.
Am Gaumen sehr fein verwoben, nichts sticht heraus. Die Tannine sind präsent, aber extrem geschliffen und seidig, die Säure trägt den Wein wunderbar. Mit Luft wird er immer komplexer, bekommt fast etwas Rauchiges, leicht balsamische Noten. Sehr langer, eleganter Abgang mit viel Tiefe. Für mich ein Wein, der eher über Finesse und Komplexität kommt als über pure Wucht.

Siro Pacenti „Pelagrilli“ 2018
Sehr gut. Eher moderner Stil mit spürbarem Barrique-Einsatz (muss man mögen). Voller Körper, viel reife Frucht (Kirsche, Brombeere), etwas Vanille, Gewürze. Wirkt relativ früh zugänglich, hat aber definitiv auch Reifepotenzial.

Siro Pacenti VV 2018
Gutes PLV (bei gutem Einkaufspreis). Voller Körper, viel Kraft, deutlicher Holzeinfluss, insgesamt noch recht verschlossen und etwas kantig. Dunkle Frucht, Espresso, Kakao, aber aktuell nicht ganz so harmonisch wie andere. Hat aber klar Potenzial und dürfte mit Reife deutlich zulegen.

Siro Pacenti VV 2019
Mein persönlicher Gewinner. Voller Körper, enorme Dichte und gleichzeitig eine fast schwerelose Eleganz. Schon in der Nase extrem vielschichtig: reife rote und dunkle Kirsche, etwas Pflaume, florale Noten, dazu Gewürze, ein Hauch Kakao und sehr feine mineralische/erdige Anklänge.
Am Gaumen dann wirklich beeindruckend: unglaublich saftig, dicht und gleichzeitig seidig. Die Tannine sind ultra fein, perfekt integriert, nichts wirkt kantig. Was mich am meisten fasziniert: die Balance – trotz der Kraft und Konzentration wirkt der Wein nie schwer, der Alkohol ist praktisch nicht wahrnehmbar.
Mit Luft legt er nochmal zu, wird komplexer, fast schichtweise – Frucht, Würze, florale Noten, alles sehr harmonisch ineinander verwoben. Sehr langer, fast „schwebender“ Abgang.
Falls der Zementausbau ab 2019 hier eine größere Rolle spielt, merkt man das definitiv im positiven Sinne – das wirkt alles deutlich feiner und präziser als der 2018er.

Casanova di Neri 2019
Zweimal im Glas gehabt, beide Male sehr gut. Eher fruchtbetont (Kirsche, Himbeere), zugänglich, sauber gemacht, mittlerer bis voller Körper, feine Würze im Hintergrund. Macht viel Spaß, ohne zu fordernd zu sein.

Casanova di Neri „Tenuta Nuova“ 2018
Für den 2018er Jahrgang wirklich stark. Mittlerer bis voller Körper, sehr schöne Balance aus Frucht (wunderbar reife Kirsche, etwas Orange), Säure und feinen Tanninen. Dazu leichte Tabak- und Gewürznoten, etwas Unterholz. Meines Erachtens ein toller Speisebegleiter, weil die elegant-feine Säure unheimlich trinkanimierend ist und somit zu vielen - vor allem italienischen Gerichten - passt. Hatte den TN 2018 auch zweimal im Glas und hätte ihn auch ohne Probleme blind wiedererkannt.
Ich kann mir ehrlich gesagt kaum vorstellen, dass 2019 hier so viel „besser“ sein soll – das ist schon auf sehr hohem Niveau.

Fazit:
2018 wirkt oft etwas klassischer, eleganter, teilweise zugänglicher. 2019 hat (zumindest in meinen Gläsern) häufig mehr Druck, Dichte und gleichzeitig erstaunliche Balance. Beide Jahrgänge machen richtig Spaß – und man kann aktuell schon sehr gut trinken, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Denke mit Reife wird 2019 - sagen auch die Kritiker - noch deutlich zulegen 😉.

Wie sind eure Erfahrungen mit 18/19 Brunello?

Herzliche Grüße
Alex
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