Südtirol - die Weißweine

olifant
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Re: Südtirol - die Weißweine

Beitrag von olifant »

... gestern im Glas ...

Sirmian 2018 Pinot Bianco DOC, KG Nals/Margreid - Nals, NK, 14°alc

glänzende Gold-Messing-Farbe; Mix aus mürben Äpfeln und Birnen, Bananen, (Akazien-)Blüten, Heu, Zitronat und etwas feuchtem Stein; am Gaumen kräftig und stoffig, Aromenmix korrespondierend zur Nase, mürb-reifem Kernobst, kandierte Südfruchtschalen, gewelkte Blüten, Kurkuma, Muskatnuss, Möbelpolitur, insgesamt schon weit gereift, reife gut stützende Säure, dichte Struktur, Schmelz, recht tief; langer tiefgründiger Abgang auf (sehr entwickelte) Frucht, gute Säure und politurartigem Schmelz - 17,5/20 op

Seit langem mal wieder ein Sirmian ... 18 jetzt im Maximum, austrinken!
Viel Holzfasslager, viel Hefelager - inzwischen gibt es diese Sirmian-Version seit 10 Jahren, Zeit sich ein tieferes Urteil zu bilden.
Innerhalb der erste 5 Jahre (jew. nach Freibage) wirkte dieser "neue" Stil zunächst mal beeindruckend, aber m.E. hat sich hierdurch doch das Reifeverhalten und die Reifearomatik nicht unbedingt zum Besseren gewandelt. Machte es bei der früheren wenig Holz + viel Edelstahl -Variante grossen Spass den Wein erst mal 5 Jahre wegzulegen, bevor man ranging, Flaschenreife bis ca. 10, 12 Jahre war mehr oder minder garantiert, muss man in der jetzigen Variante richtig aufpassen, dass kein Alzter Wein draus wird.
Der 16er machte in diesem Alter schon keine Freude mehr, der 18er ist jetzt da, aber ohne Reserven - nach 1 Tag letztes Glas aus der offenen Flasche bereits ziemlich freudloses Gelabber.
Grüsse

Ralf

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Re: Südtirol - die Weißweine

Beitrag von EThC »

PiWi geht auch in orange:

2019er Souvignier gris – Abendrot – Mitterberg IGT, Thomas Niedermayr – Hof Gandberg

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Viele Grüße
Erich

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Re: Südtirol - die Weißweine

Beitrag von TroisLacs »

Schlossgarten 2022, Pitzner Winery
Sauvignon Blanc


Ziemlich dichtes Gelb mit grünlichen Tönen.
Intensiv in der Nase, vor allem Passionsfrucht und gelber Apfel, vielleicht noch Kräuter.
Am Gaumen etwas präsente Säure und etwas tropische Früchte. Ziemlich rasch und überwältigend kommt dann eine bittere, kräuterige Note, die im langen Abgang einfach bleibt.
Für mich zuwenig ausgewogen, das Bittere erinnert mich an Appenzeller Verdauungsschnaps (Kräutermischung), gefällt mir nicht, daher auch nur 16/20 Punkte. Vielleicht hat er den Zenit auch schon überschritten.
Gruss, Sascha

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Re: Südtirol - die Weißweine

Beitrag von olifant »

Hallo Sascha,

diesen Wein kenn ich konkret nicht, lediglich 3 andere sortenreine Gewächse des Winzers, PG Finell, St. Magdalener Malanders und PN Pinot Nero Riserva.

Der Stil der Winery ist ziemlich fruchtbetont modern, die Sorte (mit Lage) wird stets klar herausgearbeiten, die 3 genannten Weine bereitzeten durchaus Freude ohne zwingend zu sein.
Weder von der Machart her, noch konkret, sollte dieser SB seinen Zenit bereits überschritten haben, eher noch so 2, 3 Jahre Reserven.

Bei SB bestimmen Traubenreife und Ausbau den Stil enorm, wobei je reifer auch oft exotischer und weniger Kräuter- / Grün-Geschmack mit sich bringt.
Vielleicht sagt die die Sorte oder diese Ausprägung einfach nicht zu. Welche SB trinkst du sonst so? In Südtirol ist man mit dieser Sorte eigentlich meist sehr gut "aufgehoben".
Grüsse

Ralf

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Re: Südtirol - die Weißweine

Beitrag von TroisLacs »

olifant hat geschrieben: Do 19. Mär 2026, 11:50 Vielleicht sagt die die Sorte oder diese Ausprägung einfach nicht zu. Welche SB trinkst du sonst so? In Südtirol ist man mit dieser Sorte eigentlich meist sehr gut "aufgehoben".
Hallo Ralf
Danke für deine Rückmeldung.
Ich bin noch etwas ratlos. Ich war 2023 auf dem Weingut (war übrigens eine tolle Verkostung mit Markus Puff) und habe den Wein mit nach Hause genommen. Bisher habe ich den Wein recht gerne getrunken, im positiven Sinne "easy drinking".

Ich teste aber nochmals mit den verbleibenden 2-3 Flaschen nach. Eigentlich kann ich mir auch fast nicht vorstellen, dass er schon "drüber" ist. Aber ich muss auch zugeben, dass ich kein eingefleischter SB-Trinker bin (habe sonst nur 3 Flaschen Pouilly-Fumé im Keller). Vielleicht ist es die öminöse Flaschenvarianz ...

Auf das Weingut gestossen waren wir in einem Hotel im Val Gardena, die hatten einen unglaublich leckeren Weisswein (Cuvée Pinot Grigio und Goldmuskateller), den sie aber nicht mehr machen (bzw. den "Büchsenöffner" in einer anderen Zusammensetzung). Und der Lagrein "Scharfegg" ist auch zu empfehlen, insb. zu Wildgerichten sehr schön zu trinken.
Gruss, Sascha

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Re: Südtirol - die Weißweine

Beitrag von olifant »

Da du vor Ort verkostet hast, evtl. ein Flaschenproblem... aber sind die nicht mit DIAM-Korken verschlossen? Vielleicht sagt dir der Stil aber auch nicht wirklich zu.
Pitzner Winery, du schreibst im positiven Sinn "easy drinking", ich würde gefällig sagen, andere evtl. im besten Sinn "gastronomisch".
Kann aber auch sein, dass ein kleines Tief vorliegt. Bei Südtiroler SB gibt's während der "Reife" bei manchen Abfüllungen durchaus mal auch starke Schwankungen.
Grüsse

Ralf

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Re: Südtirol - die Weißweine

Beitrag von olifant »

olifant hat geschrieben: Mi 11. Mär 2026, 13:40 ... gestern im Glas ...

Sirmian 2018 Pinot Bianco DOC, KG Nals/Margreid - Nals, NK, 14°alc

glänzende Gold-Messing-Farbe; Mix aus mürben Äpfeln und Birnen, Bananen, (Akazien-)Blüten, Heu, Zitronat und etwas feuchtem Stein; am Gaumen kräftig und stoffig, Aromenmix korrespondierend zur Nase, mürb-reifem Kernobst, kandierte Südfruchtschalen, gewelkte Blüten, Kurkuma, Muskatnuss, Möbelpolitur, insgesamt schon weit gereift, reife gut stützende Säure, dichte Struktur, Schmelz, recht tief; langer tiefgründiger Abgang auf (sehr entwickelte) Frucht, gute Säure und politurartigem Schmelz - 17,5/20 op
Nach dieser Flasche hatte ich mir das letzte Exemplar auf bald austrinken gelegt um diese bei einem passenden Essen aufzuziehen. Vor Kurzem war es dann soweit, zu einer Oktopus-Oliven-Kapern-Pasta.

Es gibt auch Flaschenglück ;)
... eigentlich alles wie vor, aber ganz einfach alles noch recht "frisch", vorallem auch in der hier deutlich vielschichtigeren Frucht-Aromatik und deutliche fast knackige Mineralik, richtig toller Stoff, passte eigentlich alles. 18-18,5/20 op und auch kein Abbau am Tag 2 ... .
Was heisst das nun für den Sirmian? Wider meinem obigen Urteil, kann er Wein in Abhängigkeit von der Flaschenform, bzw. im Sachen Verschlussglück, ganz oben bei den Südtiroler WB mitspielen. Und in dieser Form ist er auch deutlich Besser als die darunter angesiedelten Penon oder Berg . Aber warum dieses Korklotto?

Wie's auch ohne Kork als Verschluss geht zeigte der
Gewürztraminer 2011 DOC, Weingut Baron Widmann - Kurtatsch, Schrauber, 14,5°alc.
recht helles Gold-Strohgelb mit leicht grünlichen Reflexen; recht unopulente feine Exotik-Gewürz-Nase (Lischi, Honigmelone, reife Pomelo...); recht kräftiger Ansatz, recht konzentrierte Frucht, jedoch ohne ölige Anmutung, etwas Phenolik, erstaunliche gut balanziert durch die spürbare Säure, trinkt sich bei allem Gehalt recht unbeschwert, durchaus mit Nachschenkreflex...; langer Abgang auf Fruchtcocktail mit phenolischem Bitterl 17,5/20 op

Stramme 15 Jahre auf dem Buckel und unglaublich jung, da gehen noch mal lockere 10Jahre...
Grüsse

Ralf

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Re: Südtirol - die Weißweine

Beitrag von Udo2009 »

olifant hat geschrieben: Mi 1. Apr 2026, 11:51 .... Aber warum dieses Korklotto?
Hm... selbsterfüllende Prophezeihung? Kork muss Sch...e sein, also ist der Wein Sch...e...
Habe immer noch durchschnittlich einen Korkfehler pro Jahr.... das ist für mich kein Lotto...
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Re: Südtirol - die Weißweine

Beitrag von EThC »

Udo2009 hat geschrieben: Mi 1. Apr 2026, 13:28 Habe immer noch durchschnittlich einen Korkfehler pro Jahr.... das ist für mich kein Lotto...
...Du Glücklicher! Das schaut bei mir deutlich anders aus, Reifeunzulänglichkeiten erheblich mehr als TCA, deshalb trifft bei mir der Lottobegriff absolut zu...
Viele Grüße
Erich

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Re: Südtirol - die Weißweine

Beitrag von olifant »

Udo2009 hat geschrieben: Mi 1. Apr 2026, 13:28
olifant hat geschrieben: Mi 1. Apr 2026, 11:51 .... Aber warum dieses Korklotto?
Hm... selbsterfüllende Prophezeihung? Kork muss Sch...e sein, also ist der Wein Sch...e...
Habe immer noch durchschnittlich einen Korkfehler pro Jahr.... das ist für mich kein Lotto...
Wegen mir kann jeder Winzer seinen Wein verschliessen wie er mag, allerdings fühlt es sich einfach nicht gut an, wenn klar ist, dass ein topp Wein in der Flasche sein sollte, aufgrund des Verschlusses aber nicht klar ist, in welcher Verfassung der Wein aus der Flasche kommt.
Bei Kork als Verschluss wird das Auftreten von Flaschenvarianzen wohl als zu normal wahrgenommen, oder eben gar nicht, denn zumeist wird ja nicht unmittelbar oder zeitnah eine Konterflasche geöffnet.

Und mal so nebenbei gefragt, habe ich geschrieben der Wein sei S...e, weil Kork grundsätzlich s...e ist?
Eine Flasche mit 17,5, die andere 18-18,5/20 op bewertet, klingt eigentlich anders, oder? Aber der Unterschied zwischen sehr gut und excellent ist halt auch ein Unterschied. Diesen Unterschied auch als Glück zu bezeichnen, sehe ich nicht als unangemessen.

Und freu dich, wenn du nur einmal im Jahr einen korkbedingten Ausfall wahrnimmst. Ich würde mal sagen, im Jahresschnitt so ca. 4 - 6 echte TCA-Korker und dazu eben noch Flaschenvarianzen, die ohne Konterflasche wohl so gar nicht auffallen...
Grüsse

Ralf

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