Bordeaux 2023

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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vanvelsen
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Re: Bordeaux 2023

Beitrag von vanvelsen »

Kle hat geschrieben: Mo 30. Mär 2026, 15:11
vanvelsen hat geschrieben: Mo 30. Mär 2026, 11:16
Und nochmals: Stilistisch ist 2023 sehr nahe an dem, was viele "80er-Jahre-Bordeaux-Liebhaber" schätzen - nicht zu hoch im Alk, ausgewogen, klassisch Bordeaux jedoch mit reifen, feinen Tanninen - nix grün, nix Paprika... Probiert euch durch die Weine, findet die Perlen, statt nichtsahnend ins Horn der pauschalverurteilenden Schreiberzunft zu blasen.

Cheers.
Adrian
Mir scheint, dass sich Laien über die Bewertungen von Profis eher wundern, als ihnen blind zu glauben.
Hast du Erklärungen dafür? Muss man sehr BDX-geübt sein, um einen Wein wie Pontet-Canet 23 jetzt angemessen einzuschätzen?
Denn dieser Wein hat ja weiter oben teils entrüstete Reaktionen (teilweise gelöscht, bzw. in der Datenbank zu finden) hervorgerufen. Ich war auch nur mäßig angetan.Sind stark divergierende Wahrnehmungen zu diesem Zeitpunkt nach deiner Meinung normal oder lässt sich alles durch individuelle Geschmäcker erklären? Natürlich wollen und können Kritiker nicht „objektiv“ urteilen. Das andere Extrem wäre, dass sie jeweils nur für kleine Schnittmengen individueller Geschmäcker zuständig sind.

Gruß, Kle
Hi Kle

Ich bin überzeugt, dass sich die Grösse eines Pontet Canet 23 bestätigen wird und ja, es braucht etwas Erfahrung, so junge Weine einschätzen zu können. Ich "übe" seit rund 25 Jahren und habe die Chance jährlich 600 Bordeaux Weine verkosten zu dürfen (jeweils ab Fass und ab Flasche, macht 1200 pro Jahr). Und dann, vor Ort, habe ich das Glück, regelmässig ältere und alte Jahrgänge erleben zu dürfen. Da kommt schon einiges an Data Points zusammen.

Und, vielleicht nicht ganz unwichtig: Ich glaube meinen eigenen Notizen, habe meiner Nase und meinem Gaumen stets vertraut, selbst auch Weine gekauft und genossen... so schlecht bin ich nicht gefahren ;)

Cheers

Adrian
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Jochen R.
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Re: Bordeaux 2023

Beitrag von Jochen R. »

Nach den Eindrücken der letzten Woche konnte ich nicht widerstehen ...
Branaire Ducru 2023:
Tief dunkel mit einem dezenten Violettstich, Aufhellungen am Rand. Nasses Leder, Pfeifentabak, Pfeffer, Minze, Bittermandeln. Dann Kirschen und Cassis.
Mittelgewichtig mit würziger Cabernetfrucht, braut Druck auf, florale Noten, kräftige Tanninstruktur, Zedernholz, sehr langer würzig/fruchtiger Abgang. Ganz hervorragend mit Potential!

Wer sich ob der überhaupt nicht Weingut-typischen Performance des 2022er Branaire und der teilweise überschwänglichen Bewertungen (wie z. B. ich, spätestens als ich den Wein im Glas hatte) verwundert die Augen gerieben hat: das hier passt mehr zu meinen (persönlichen) Vorlieben.

Viele Grüße,
Jochen
"Viele haben eine Meinung, aber keine Ahnung." (Franz Müntefering)
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Jochen R.
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Re: Bordeaux 2023

Beitrag von Jochen R. »

Kle hat geschrieben: Mo 30. Mär 2026, 15:11 ...
Hast du Erklärungen dafür? Muss man sehr BDX-geübt sein, um einen Wein wie Pontet-Canet 23 jetzt angemessen einzuschätzen?
Denn dieser Wein hat ja weiter oben teils entrüstete Reaktionen (teilweise gelöscht, bzw. in der Datenbank zu finden) hervorgerufen. Ich war auch nur mäßig angetan. ...
Gruß, Kle
Hallo Kle,
auch als wenig BDX-geübter (was ich dir in keinster Weise unterstellen möchte!) darf eine Einschätzung als "angemessen" wahrgenommen werden. Denn im Gegensatz zu den ganzen Profis wird der Laie in der Regel nicht zum Weinverkosten oder gar Weintrinken eingelagen (und Bebauchpinselt) und muss einen Haufen Geld für seine Leidenschaft zahlen. Da sollte man im Zweifel auch kritisch mal was zu sagen dürfen.

Viele Grüße,
Jochen
"Viele haben eine Meinung, aber keine Ahnung." (Franz Müntefering)
Kle
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Re: Bordeaux 2023

Beitrag von Kle »

Jochen R. hat geschrieben: Di 31. Mär 2026, 19:19
Kle hat geschrieben: Mo 30. Mär 2026, 15:11 ...
Hast du Erklärungen dafür? Muss man sehr BDX-geübt sein, um einen Wein wie Pontet-Canet 23 jetzt angemessen einzuschätzen?
Denn dieser Wein hat ja weiter oben teils entrüstete Reaktionen (teilweise gelöscht, bzw. in der Datenbank zu finden) hervorgerufen. Ich war auch nur mäßig angetan. ...
Gruß, Kle
Hallo Kle,
auch als wenig BDX-geübter (was ich dir in keinster Weise unterstellen möchte!) darf eine Einschätzung als "angemessen" wahrgenommen werden. Denn im Gegensatz zu den ganzen Profis wird der Laie in der Regel nicht zum Weinverkosten oder gar Weintrinken eingelagen (und Bebauchpinselt) und muss einen Haufen Geld für seine Leidenschaft zahlen. Da sollte man im Zweifel auch kritisch mal was zu sagen dürfen.

Viele Grüße,
Jochen
Klar, Jochen! Nach meiner Meinung braucht es überhaupt keine Übung, um sagen zu können/sollen/müssen: schmeckt mir, schmeckt mir nicht. Ich versuche nur zu verstehen, wie es zu den Diskrepanzen in der Beurteilung kommt. „Angemessen“ sollte daher genau so blass klingen… Als sei man ein nüchterner :o Prüfer, der entscheiden muss, ob ein Wein versteckte Qualitäten hat… und nicht ein Genießer, den aus gutem Grund vor allem das Hier und Jetzt interessiert.

Gruß, Kle
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