Weingut Rainer Schnaitmann

Benutzeravatar
EThC
Beiträge: 10474
Registriert: Fr 27. Feb 2015, 16:17
Wohnort: ...mal hier, mal dort...
Kontaktdaten:

Re: Weingut Rainer Schnaitmann

Beitrag von EThC »

Jochen R. hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 08:54 Die Korken-Qualität hat m. M. noch vor 10-15 Jahren zu Wünschen übrig lassen, was dann bei längerer Lagerung zu deutlichen Varianzen führte - ich meine aber, dass sich das verbessert hat.
...eine -subjektive- Wahrnehmung der Verbesserung sehe ich tatsächlich hinsichtlich TCA, nicht zuletzt wegen der mittlerweile verfügbaren Screening-Technologien, die aber auch nur die Korkoberfläche sensorisch erfassen können, das Korkrisiko wird dadurch nicht gleich "0" (Hofschuster konnte ja. z.B. mal einen Keller-Morstein nicht bewerten, weil er trotz NDTech-Kork verseucht war und er keine Konterflasche hatte...). Ansonsten habe ich persönlich keine Wahrnehmung hinsichtlich einer Verbesserung, woher sollte die auch kommen? Als gewachsenes Naturprodukt unterliegt das Material einfach hohen Streuungen hinsichtlich Zusammensetzung und Struktur, ich wüßte auch nicht, wie man dem Herr werden sollte, denn alle Verfahren zur Sortierung der Korken können mWn nicht unter die Oberfläche schauen.
Kle hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 00:02 Wenn jedenfalls ein Winzer Flaschenviarianzen bewusst in Kauf nimmt, scheint dies zu seinem Stil/ästhetischen Konzept zu gehören.
...scheint mir sehr weit hergeholt zu sein. Allerdings bin ich ein relativ rational denkender Mensch, der sowas zwangsläufig abstrus finden muß. Der allerdings auch weiß, daß er von zunehmend irrationalem Verhalten umgeben ist. Insofern kann man sowas natürlich nicht ausschließen. Gutheißen kann ich's aber nicht...
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.

https://ec1962.wordpress.com/
Nora
Beiträge: 1115
Registriert: So 28. Mär 2021, 11:20
Wohnort: Kühlungsborn
Kontaktdaten:

Re: Weingut Rainer Schnaitmann

Beitrag von Nora »

Jochen R. hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 08:54
Jedenfalls danke für die tolle Notiz, den werde ich mir auch besorgen!

Viele Grüße,
Jochen
Vielen Dank, Jochen, für deine freundliches Rückmeldung! Ich hoffe, dir schmeckt der Wein genauso gut wie mir!

VG Nora
Benutzeravatar
Jochen R.
Beiträge: 2997
Registriert: Mo 6. Dez 2010, 19:53
Bewertungssystem: Auf Benutzername klicken

Re: Weingut Rainer Schnaitmann

Beitrag von Jochen R. »

EThC hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 10:53
Jochen R. hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 08:54 Die Korken-Qualität hat m. M. noch vor 10-15 Jahren zu Wünschen übrig lassen, was dann bei längerer Lagerung zu deutlichen Varianzen führte - ich meine aber, dass sich das verbessert hat.
...eine -subjektive- Wahrnehmung der Verbesserung sehe ich tatsächlich hinsichtlich TCA, nicht zuletzt wegen der mittlerweile verfügbaren Screening-Technologien, die aber auch nur die Korkoberfläche sensorisch erfassen können, das Korkrisiko wird dadurch nicht gleich "0" (Hofschuster konnte ja. z.B. mal einen Keller-Morstein nicht bewerten, weil er trotz NDTech-Kork verseucht war und er keine Konterflasche hatte...). Ansonsten habe ich persönlich keine Wahrnehmung hinsichtlich einer Verbesserung, woher sollte die auch kommen? Als gewachsenes Naturprodukt unterliegt das Material einfach hohen Streuungen hinsichtlich Zusammensetzung und Struktur, ich wüßte auch nicht, wie man dem Herr werden sollte, denn alle Verfahren zur Sortierung der Korken können mWn nicht unter die Oberfläche schauen.
...
Ich spreche hier von den von R. Schnaitmann verwendeten Korken und nicht von Keller´s Morstein.

Ich verfolge die Weine von R. Schnaitmann schon sehr lange. Ich hatte bei keiner Flasche bisher ein TCA-Problem - jedenfalls kann ich mich nicht erinnern. Vielmehr erinnere ich mich bei den Jahrgängen 2008 bis 2012 ca., dass nach einigen Jahren Flaschenreife manche Korken fast vollständig durchsuppt waren, andere wiederum nicht. Und deshalb performte der Flascheninhalt auch unterschiedlich. Das war insbesondere beim grandiosen Riesling GG 2010 (Fellb. Lämmler), von dem ich mindestens 12 Flaschen hatte, sehr schade. Die Qualität der Korken scheint mir inzwischen besser und ich meine R. Schnaitmann hat dies auch mal erwähnt.

Viele Grüße,
Jochen
"Viele haben eine Meinung, aber keine Ahnung." (Franz Müntefering)
Benutzeravatar
EThC
Beiträge: 10474
Registriert: Fr 27. Feb 2015, 16:17
Wohnort: ...mal hier, mal dort...
Kontaktdaten:

Re: Weingut Rainer Schnaitmann

Beitrag von EThC »

Jochen R. hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 11:10 Ich spreche hier von den von R. Schnaitmann verwendeten Korken und nicht von Keller´s Morstein.
...ahh, danke für den Hinweis! Ist denn erkennbar, welche er verwendet?
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.

https://ec1962.wordpress.com/
Kle
Beiträge: 1153
Registriert: Fr 10. Dez 2010, 17:18
Wohnort: Hamburg

Re: Weingut Rainer Schnaitmann

Beitrag von Kle »

EThC hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 10:53
Kle hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 00:02 Wenn jedenfalls ein Winzer Flaschenviarianzen bewusst in Kauf nimmt, scheint dies zu seinem Stil/ästhetischen Konzept zu gehören.
...scheint mir sehr weit hergeholt zu sein. Allerdings bin ich ein relativ rational denkender Mensch, der sowas zwangsläufig abstrus finden muß. Der allerdings auch weiß, daß er von zunehmend irrationalem Verhalten umgeben ist. Insofern kann man sowas natürlich nicht ausschließen. Gutheißen kann ich's aber nicht...
ist eine solche (erhöhte) Bereitschaft nicht z.B. bereits mit dem Verzicht auf zugesetzten Schwefel gegeben? Aber das hat jetzt nichts mehr mit Schnaitmann zu tun, ich finde jedenfalls den von Nora beschriebenen Umgang mit dem Thema sympathisch.
Benutzeravatar
EThC
Beiträge: 10474
Registriert: Fr 27. Feb 2015, 16:17
Wohnort: ...mal hier, mal dort...
Kontaktdaten:

Re: Weingut Rainer Schnaitmann

Beitrag von EThC »

Kle hat geschrieben: So 1. Feb 2026, 12:12 ist eine solche (erhöhte) Bereitschaft nicht z.B. bereits mit dem Verzicht auf zugesetzten Schwefel gegeben?
...aus meiner Sicht sicher! Weshalb ich auch bei den Natursachen es sympathischer finde, wenn der Winzer zum Wohle seiner Kundschaft nicht den Schwefelverzichtsdogmatikern angehört...
Viele Grüße
Erich

Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.

https://ec1962.wordpress.com/
Benutzeravatar
Jochen R.
Beiträge: 2997
Registriert: Mo 6. Dez 2010, 19:53
Bewertungssystem: Auf Benutzername klicken

Re: Weingut Rainer Schnaitmann

Beitrag von Jochen R. »

Was ist denn jetzt eigentlich das Problem mit Schnaitmann´s Cabernet Franc? Beim einen oder anderen Kommentar muss ich mich echt wundern. Und das ausgerechnet von Usern, die persönlich gleich die beleidigte Leberwurst spielen (oder sogar noch ganz besondere Geschütze auffahren ;-), wenn es die eigene VKN betrifft) :lol:
"Viele haben eine Meinung, aber keine Ahnung." (Franz Müntefering)
Benutzeravatar
Jochen R.
Beiträge: 2997
Registriert: Mo 6. Dez 2010, 19:53
Bewertungssystem: Auf Benutzername klicken

Re: Weingut Rainer Schnaitmann

Beitrag von Jochen R. »

Simonroth Cabernet Franc 2020:
Aufgrund Nora´s animierender VKN zum 2022er wollte (will !) ich mir diesen Wein auch zulegen, bis jetzt konnte ich aber nur 1 Flasche aus dem Jahrgang 2020 organisieren.
Gleich nach dem Öffnen kräutrig/würzig, Paprika, Menthol, Kirschen, nasses Leder, eine animalische Note. Mit Luftzufuhr wird´s herbstlich, Mon Cherie. Superschöne, mind. mittelkräftige, Nase mit ständig wechselnden Eindrücken.
Am Gaumen nicht ganz auf dem Niveau. Schlank bis mittelgewichtig, nasses Laub, leicht trocknende Tannine, grüner Paprika, knapp reife Brombeeren, Trinkfluss, gerade so mittellang.
Einwandfreier Begleiter zum Hirschgulasch, macht (mir!) auch solo viel Spaß. Profitiert von Luftzufuhr. 90-91 P.

Nochmals danke für den Tipp! Den Cabernet Franc hatte ich bisher nicht auf dem Schirm.

Viele Grüße,
Jochen
Nora hat geschrieben: Sa 31. Jan 2026, 20:29 Vor ein paar Tagen hatte ich die Möglichkeit, mit Rainer Schnaitmann Weine von ihm zu verkosten.

Besonders angetan war ich vom

Simonroth Cabernet Franc 2022:

Betörende, recht volle Nase, die leicht rauchig daherkommt mit dunklen Beeren und Sauerkirschen, dann ganz deutlich grüne Paprika und grüner Pfeffer, dabei auch leicht animalisch. Was für eine tolle Nase! Rainer Schnaitmann merkte dazu an, dass er die Pyrazine im Cabernet Franc suche und haben wolle. Auch die animalischen Noten seien im gewissen Maße erwünscht, würden von Flasche zu Flasche in ihrer Intensität leicht variieren, er habe Flaschen gehabt, bei denen sie viel weniger deutlich gewesen seien, als bei der Flasche an diesem Abend. Bei der Nachverkostung des Weins an den nächsten beiden Tagen ist mir aufgefallen, dass die animalischen Noten etwas zurückgetreten sind.

Am Gaumen ist der Wein unheimlich strukturiert; zunächst saftig, fruchtig und dann wird er straffer durch die tollen feinsandigen und dabei präsenten Gerbstoffe und die feine, reife Säure, die den Gaumen trotz der 14 % Alkohol kühl und frisch wirken lässt.

Der Wein ist äußerst lebendig, hat einen großen Trinkfluss und zeigt im recht lang anhaltenden Abgang noch einen Hauch Espresso.

Ein wunderbarer Wein, der mir ganz viel Spaß gemacht hat! Wäre mein Keller nicht so voll, würde ich sofort nachkaufen.

VG Nora
"Viele haben eine Meinung, aber keine Ahnung." (Franz Müntefering)
Nora
Beiträge: 1115
Registriert: So 28. Mär 2021, 11:20
Wohnort: Kühlungsborn
Kontaktdaten:

Re: Weingut Rainer Schnaitmann

Beitrag von Nora »

Vielen Dank Jochen für deine Notiz!

Bleib ruhig dran am 22er Jahrgang. Rainer Schnaitmann betonte bei der Verkostung, dass auch bei ihm das Jahr 2022 insbesondere für die Rotweine ganz besonders gut war.

VG Nora
Antworten

Zurück zu „Württemberg“