Moin zusammen,
in den letzten Tagen im Glas:
Château d'Aiguilhe 2022
Castillon Côtes de Bordeaux
90% Me / 10% CF / Vol.14%
Eine bordeaux-typische aber unauffällige Nase.
Im Mund zweigt sich etwas Kirschfrucht, schöne Frische wenig sekundär Aromen.
Im Abgang sind die Tannine dominant, es wirkt alles sehr aufgeräumt und glattgebügelt.
Am Tag zwei wurde die Kirschfrucht deutlicher zur nicht ganz reifen Süßkirsche. Der Rest genauso flach wie zuvor.
88-89/100 P – Nachkauf 0/3
Château Moulin Haut-Laroque 2022
Fronsac
60% Me / 20% CF / 15% CS / 5% Mb / Vol.14,5%
Kühle dezente Nase – ein Hauch Frucht, etwas Traubenschale im Hintergrund versteckt sich noch etwas – für mich nicht fassbar.
Im Mund kommt fast unmittelbar ein „Fass mich nicht an! – Ich will in den Verschluss“ Hinter all der Abweisung Kirsche, rote Johannisbeere, Blaubeere später auch Moncherie.
Im Abgang schlagen die Tannine ebenfalls brachial zu Rappen Holz Tabak alles wild und durcheinander.
Am Tag zwei ist der Wein zugänglicher und die Aromen sind leichter wahrnehmbar.
90-93/100 P – Nachkauf 2/3
Obwohl zur Unzeit geöffnet, ist der MHL der klare Punktsieger. Sowohl für mich, wie auch meine Frau. Ich kann die Lobenbergsche Euphorie schon nachvollziehen, um dessen Bewertung zu erreichen müsste ich allerdings sehr viel zu tief ins Glas schauen. In ca. zehn Jahren wird sich zeigen ob er kann was er jetzt andeutet.
Beide Weine direkt aus der Halbflasche ins Glas. (Unmittelbar nach dem Öffnen hatte ich bei beiden wieder meine ungeliebten Traubenkerne im Mund, allerdings waren diese erstaunlich schnell verflogen.)
Gruß Armin
Bordeaux 2022
Re: Bordeaux 2022
als erstes Wunder verwandelte Jesus Wasser in Wein - na das nenne ich mal einen lebensfrohen Gott
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Chrysostomus
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- Wohnort: Ö/Bgld
Re: Bordeaux 2022
Hallo Wolf!
Danke für deinen Bericht zum HBL! Ich habe den Wein mit langer Belüftungszeit bereits am ersten Tag sehr offen empfunden! Ich denke auch, dass das mit viel Luft im Moment schon großartig ist...für mich ein heimlicher Star des Jahrgangs (in dem Preissegment)!
Danke für deinen Bericht zum HBL! Ich habe den Wein mit langer Belüftungszeit bereits am ersten Tag sehr offen empfunden! Ich denke auch, dass das mit viel Luft im Moment schon großartig ist...für mich ein heimlicher Star des Jahrgangs (in dem Preissegment)!
Schöne Grüße, Markus
Re: Bordeaux 2022
Es gibt schon einen Bericht zur Southwold-Probe der 2022er. EDIT: Link korrigiert.
Und Meyney wird mal wieder über den grünen Klee hochsterilisiert:
Ich bin echt erstaunt, wie das Who is Who der Bordeaux-Kritik jedes Jahr Meyney mit Montrose verwechseln kann.

Cheers,
Ollie
Und Meyney wird mal wieder über den grünen Klee hochsterilisiert:
(Hervorhebung von mir):Matthew Hamming MW hat geschrieben:It was hardly a surprise to see Montrose come out on top, both for me (95/100) and in terms of the group’s average scores. What delighted me even more was to see Meyney take my #2 slot and the group’s #3. Given the chiselled architecture and mineral tannins, I actually questioned whether then Meyney was Montrose and it’s great to see this modest property return to giant-slaying form, besting some of Saint Estephe’s big gun names. The other out-performer at the top of the leader board was Chateau Tronquoy, from the same stable as Montrose. As Montrose continues to challenge the supremacy of the 1st growths, Tronquoy has benefitted from the technical advances of the team and has quietly become one of the region’s best buys.
Ich bin echt erstaunt, wie das Who is Who der Bordeaux-Kritik jedes Jahr Meyney mit Montrose verwechseln kann.
Cheers,
Ollie
Zuletzt geändert von Ollie am Fr 13. Feb 2026, 18:07, insgesamt 1-mal geändert.
Yeah, well, you know, that’s just like, uh, your opinion, man.
Parfois, quand c'est trop minéral, on s'emmerde.
"Souvent, l'élégance, c'est le refuge des faibles." (Florence Cathiard)
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amateur des vins
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Re: Bordeaux 2022
Die kochen auch nur alle mit Wasser. Bzw. ...
Où est le Meyney pour la sauce ?
Besten Gruß, Karsten
Re: Bordeaux 2022
Da ich mir Montrose in 2022 nicht gegönnt habe, bis ich froh, den "Montrose des kleinen Mannes" erworben zu haben. Den gabs bei Kadede in der Subse als DMG zum Preis von 4 Einteln. Spätestens zu meinem 90. Geburtstag wird der dran glauben müssen
.
Sehr fraglich ist allerdings, dass Meyney dieses vermeintlich überirdische Niveau in der Flasche wird halten können. Spätestens in 6 Jahren bei der Southwold 10 years after werden wir es erfahren.
Grüße
Hartmut
Sehr fraglich ist allerdings, dass Meyney dieses vermeintlich überirdische Niveau in der Flasche wird halten können. Spätestens in 6 Jahren bei der Southwold 10 years after werden wir es erfahren.
Grüße
Hartmut
Re: Bordeaux 2022
Dafür sind sie aber schon seit 10 Jahren sehr konsistent mit ihrem Irrtum...
Louis de Funès?
Da fällt mir ein:
Ist nun auch schon wieder 50 Jahre her...
Cheers,
Ollie
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Re: Bordeaux 2022
Weil's noch niemand gepostet hat: Farr Vinters' Thomas Parker MW ist draußen mit seinem Bericht zu Southwold 2022.
(Seine Bewertungen trägt er typischerweise in den kommenden Tagen jeweils ein, so kann man eine Idee dafür bekommen, welche Weine überhaupt im Line-Up waren. Ich denke, sie müssen erst einmal Neal Martins 2023er-"in bottle"-Notizen verarzten.)
NACHTRAG: Natürlich hat auch vinolent seinen Bericht online gestellt - und wie immer deutlich kritisch auf den Zirkus geschaut.
Interessant finde ich hier zu lesen, wieso einige große Namen bei Farr nicht auftauchen, etwa LCHB:
Ollie
(Seine Bewertungen trägt er typischerweise in den kommenden Tagen jeweils ein, so kann man eine Idee dafür bekommen, welche Weine überhaupt im Line-Up waren. Ich denke, sie müssen erst einmal Neal Martins 2023er-"in bottle"-Notizen verarzten.)
NACHTRAG: Natürlich hat auch vinolent seinen Bericht online gestellt - und wie immer deutlich kritisch auf den Zirkus geschaut.
Interessant finde ich hier zu lesen, wieso einige große Namen bei Farr nicht auftauchen, etwa LCHB:
Cheers,vinolent hat geschrieben:Carmes Haut Brion split the room: more than one taster had it at the top; others thought differently. To use one of my favourite posh wine merchant phrases, they “didn’t taste it very well”…
Ollie
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Re: Bordeaux 2022
Gestern war Wiedervorlage:
Am Gaumen wiederholt sich diese Aromenparade mit sehr schöner Intensität, unterstützt durch eine ausgeprägte Fruchtsüße, die fast zu viel würde, wären da nicht eine Säure, die für genug Frische sorgt, und die dunklen und kräuterigen Noten, die dem Ganzen etwas mehr Ernsthaftigkeit verleihen. Das Tannin ist eher samtig als seidig und drängt mit Luft immer mehr an die Oberfläche (Zeichen eines anstehenden Verschlusses?). Ein sehr entspannter und gelassener Wein. Sehr schöner, durchaus langer und sehr aromatischer Abgang mit viel Frucht- und Blumeneindruck. Wenn die Flaschenreife unfruchtige Komplexität von Leder und Tabak erbringt, wird das richtig schick!
Ich erhöhe mal auf 92-94. Damit rutscht der Wein in eine preislich attraktivere Liga, zumal er aromatisch sehr eigenständig ist, aber man muss mit dem etwas deutlichen Süßeeindruck klarkommen. It's the Jahrgang, baby!
Cheers,
Ollie
In der sehr ausdrucksvollen und konzentrierten Nase allerlei süße Beeren - rote und schwarze Johannisbeeren (rote Grütze, Crème de Cassis), duftige Brom- und Blaubeeren (die echten aus dem Wald), jeweils als Konzentrat - und Blumen (alte Rosensorten mit ihrem schweren, schwülen Duft). Keine Orangen mehr wie noch letztes Jahr, dafür Cabernet-Franc-typische "Blättrigkeit" (zerrissenes Blatt der Cassis-Staude, Brombeerhecke an einem heißen Sommertag) und leicht bitter-süße Kräuter (Estragon? Chartreuse verte?). Darüber (darunter?) ein dunkler, tiefbrauner Ton, an dessen Identifikation ich den ganzen Abend herumlaboriert habe: Malz? Türkischer Malzkaffee mit Milch (falls es diese schräge Kombi gibt)? Pumpernickel? Aus dem leeren Glas dann Fassnoten, wie ich sie manchmal bei ungetorften Sherrymonstern aus Schottland habe. Also eher eine leichte, Sherry-artige Nussigkeit oder sogar Rancio..? Auf jeden Fall zeigt der Wein ein sehr eigenständiges Aromaprofil. (Während ich diese Zeilen schreibe, fällt mir ein, daß ich den "Pumpernickel" schon bei Les Perrières de Lafleur hatte, dort aber in viel strenger und bitterer.)Ollie hat geschrieben: ↑Mo 4. Aug 2025, 23:13 Jean Faure (St-Em) - Rot- und dunkelfruchtig mit viel warmen Gewürzen und Orangenschalen - im Prinzip hervorragender Glühwein (die Frucht entsprechend nicht frisch und knackig, sondern leicht gekocht). Erstaunlich feiner (schlanker) Körper, sehr feines, seidiges Tannin, gute Säure, ein tatsächlich „burgundischer“ Stil. 90-92 und dafür arg teuer, aber vielleicht unterschätze ich den Wein auch.
Am Gaumen wiederholt sich diese Aromenparade mit sehr schöner Intensität, unterstützt durch eine ausgeprägte Fruchtsüße, die fast zu viel würde, wären da nicht eine Säure, die für genug Frische sorgt, und die dunklen und kräuterigen Noten, die dem Ganzen etwas mehr Ernsthaftigkeit verleihen. Das Tannin ist eher samtig als seidig und drängt mit Luft immer mehr an die Oberfläche (Zeichen eines anstehenden Verschlusses?). Ein sehr entspannter und gelassener Wein. Sehr schöner, durchaus langer und sehr aromatischer Abgang mit viel Frucht- und Blumeneindruck. Wenn die Flaschenreife unfruchtige Komplexität von Leder und Tabak erbringt, wird das richtig schick!
Ich erhöhe mal auf 92-94. Damit rutscht der Wein in eine preislich attraktivere Liga, zumal er aromatisch sehr eigenständig ist, aber man muss mit dem etwas deutlichen Süßeeindruck klarkommen. It's the Jahrgang, baby!
Cheers,
Ollie
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Re: Bordeaux 2022
Hmm, das liest sich nach viel von allem vielem: Reife, Frucht, Toasting, Ausbau, ... Ok, samtige Tannine zeigen vielleicht in eine etwas andere Richtung.
Wie geht das mit "erstaunlich feinem (schlankem) Körper" und "tatsächlich „burgundischem“ Stil" zusammen? Oder hast Du den verworfen?
Wie geht das mit "erstaunlich feinem (schlankem) Körper" und "tatsächlich „burgundischem“ Stil" zusammen? Oder hast Du den verworfen?
Besten Gruß, Karsten
Re: Bordeaux 2022
Ah, gute Frage! Aus dieser Flasche hatte der Wein tatsächlich mehr Körper als aus der letzten (waren jeweils Halbe), aber insgesamt würde ich das Attribut "burgundisch gebaut" gerade noch gelten lassen wollen, ja, doch, schon. Aber schon eher Pommard oder Gevrey, also was mit Erde und Schultern.
Die Reife war nicht übermäßig, aber halt schon 2022, und der Fruchtausdruck durchaus so intensiv, daß ich kühlere Vergärung und in der Tat gute Küferarbeit im Verdacht habe (aber natürlich alles superartigianale, hüstel). Der Ausbau erfolgt auch in Amphoren, insofern ist alles voll auf Linie dessen, was auch andere Châteaux machen - aber halt mit anderen Ergebnisse. Keine Ahnung, weshalb der Jean Faure so eigen ist. Vielleicht war die Amphore aus Schokolade.
Vielleicht liegt es am Boden - die (teilweise sehr alten) Reben stehen auf einem sehr tonreichen Unterboden, so sehr, daß bei Jeff Leve zu lesen steht (Hervorhebungen von mir):
Vielleicht ist es aber auch die berühmte Lobenbergsche "Würze der Biodynamik".
Cheers,
Ollie
Na, a bissle Wein ist auch noch dabei.amateur des vins hat geschrieben: ↑Sa 14. Feb 2026, 12:46 Hmm, das liest sich nach viel von allem vielem: Reife, Frucht, Toasting, Ausbau, ...
Vielleicht liegt es am Boden - die (teilweise sehr alten) Reben stehen auf einem sehr tonreichen Unterboden, so sehr, daß bei Jeff Leve zu lesen steht (Hervorhebungen von mir):
(Soviel zur Annahme, nur weil es direkter Nachbar zu Cheval Blanc ist, habe Jean Faure ein Subbadubbaterroir. Kennt man ja von, ehehehe, Menyey.)The Wine Cellar Insider hat geschrieben:The Decelle family made a large investment in Jean Faure and changed their vineyard management techniques as well. One of their first decision was to improve the drainage in the vineyards. To accomplish this, they built new drainage channels.
To assist with the soil’s ability to hold the right amount of water, they added several tons of stones to their vineyards. Most importantly, they are now using organic farming techniques and are heading into a biodynamic direction on at least some of their parcels.
Read more at:https://www.thewinecellarinsider.com/bo ... ean-faure/
Vielleicht ist es aber auch die berühmte Lobenbergsche "Würze der Biodynamik".
Cheers,
Ollie
Yeah, well, you know, that’s just like, uh, your opinion, man.
Parfois, quand c'est trop minéral, on s'emmerde.
"Souvent, l'élégance, c'est le refuge des faibles." (Florence Cathiard)
Parfois, quand c'est trop minéral, on s'emmerde.
"Souvent, l'élégance, c'est le refuge des faibles." (Florence Cathiard)