Diese Cuvée aus den Sorten Touriga Nacional und Tinta Barroca kann mal wohl trinken, aber man verpasst für meine Begriffe kaum etwas, wenn man sie nicht trinkt:
Die Händlerlyrik, für die PdP über lange Zeit berüchtigt war, wirkte zuletzt zwar nicht mehr so maßlos überzogen wie vor Jahren, aber die Beschreibung des Weins auf der PdP-Website kann ich trotzdem nicht nachvollziehen. Jenseits des hohen Alkohols schmecke ich jedenfalls nichts von einem "feinen Säurenerv" und kaum etwas von einem "kühlen Charme".
Bernd Schulz hat geschrieben:Die Händlerlyrik, für die PdP über lange Zeit berüchtigt war, wirkte zuletzt zwar nicht mehr so maßlos überzogen wie vor Jahren, aber die Beschreibung des Weins auf der PdP-Website kann ich trotzdem nicht nachvollziehen. Jenseits des hohen Alkohols schmecke ich jedenfalls nichts von einem "feinen Säurenerv" und kaum etwas von einem "kühlen Charme".
...nicht daß es in diesem Fall so sein muß, aber häufig genug habe ich den Eindruck, daß die Weinbeschreibungen einfach von Jahrgang zu Jahrgang weiterkopiert werden, weshalb ich mittlerweile bei den meisten Händlern nix mehr drauf gebe...
Viele Grüße
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
...vor ein paar Tagen mal wieder eine nachgeholte Online-Probe mit Natur-Weinen aus dem Douro, die einen etwas gespaltenen Eindruck hinterließen:
Viele Grüße
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
...leicht im Sinkflug, aktuell aber noch sehr schön:
Viele Grüße
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
...ganz netter Begleiter zu allerlei saugnapfigem Getier:
Viele Grüße
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
Den gab es vor kurzem bei Lobenberg im Angebot, und ich war neugierig:
Touriga Nacional Cima Corgo 2021 (Maçanita ) 14,5%Vol. Douro DOC. Sehr dunkles Purpur, in der Mitte praktisch schwarz. Sehr dunkel ist auch die Frucht, Schwarzkirsche (die ganz kleinen, aber hoch aromatischen Dinger, die fast nur aus Kernen bestehen und die man mit Glück mal findet), mit Luft dann auch Pflaume, etwas hitzig vom Alkohol. Ein Brocken von Wein, ungeheuer konzentriert, auch sehr viel Tannin, das ist aber feinkörnig. Glücklicherweise auch genügend Säure, die verhindert, dass der Wein ganz ins Fette abgleitet. Dennoch sehr sättigend, ein Winterwein am brennenden Kamin, nur leider gibt's hier seit Anfang Dezember keinen Winter mehr.
Erwartungsgemäß sehr jung, der wird lange halten, und vielleicht kommt irgendwann noch so etwas wie Eleganz, die dem Wein im Moment doch völlig abgeht.
Im Glas liegt gerade ein Wein aus der absolut mehrheitsfähigen Abteilung:
Größere Ecken und Kanten sucht man hier vergebens, und dass dieser Rote so ist, wie er ist, verwundert einen angesichts der Größe des Betriebs (110 Hektar Rebfläche laut PdP) nicht wirklich. Aber er wirkt bei aller Zugänglichkeit nicht zu banal oder plakativ, und das muss man auch erst einmal so hinbekommen! Wer einen Winterfetenwein oder ein Geschenk für den weniger weinaffinen Onkel Jupp sucht, liegt mit dem Altano Tinto sicher nicht verkehrt, und selbst wenn einem der Onkel Jupp den Wein beim nächsten Besuch vorsetzen sollte, muss man sich beim Trinken überhaupt nicht quälen. Ich könnte mir sogar gut vorstellen, für knappe 8 Euro mal wieder eine Flasche davon zu ordern (Nachkauf = 2 von 3 auf der Erich-Skala).
Kommt erstmal etwas schräg daher, Spiritus. Dann wird’s sehr würzig aber der Wein baut keine Tiefe auf, außer dass die Tanine noch deutlich nachhallen. Die Frucht, die man aber suchen muss, liegt zwischen roter Kirsche und Himbeere.
Edit: Nach ner guten halben Stunde macht das auf, kriegt einen interessanten Chili-Punch und gewinnt an Frucht.
Portugiesische Naturweine mit Anspruch zu entdecken, ist keine Selbstverständlichkeit. Wer das Thema jedoch undogmatisch angeht, kann mit echten Entdeckungen belohnt werden. Eine davon ist Rita Ferreira Marques. Seit 2005 verfolgt sie mit ihrem Weingut Conceito (Konzept) ihre ganz eigene Idee von Wein. In einer abgelegenen Region im Vale da Teja, auf 450 bis 600 Metern Höhe, bewirtschaftet sie fünf (!) Weingüter. Zu den wichtigsten zählen die Quinta da Veiga, die Quinta do Chão-do-Pereiro und die Quinta do Cabido.
Schenkt man den offiziellen Verlautbarungen Glauben werden alle Rebflächen konsequent ökologisch bearbeitet, Herbizide und Pestizide haben hier keinen Platz. Über den Einsatz von Schwefel habe ich keine Angaben ermitteln können.
Die teils 80 bis 100 Jahre alten Reben wurzeln in kargen Granitböden und liefern Trauben für rund 120.000 Flaschen pro Jahr.
Ein besonders gelungenes Beispiel ihrer Arbeit ist für mich der „Ontem“ 2016 („gestern“).
Rufete, Baga, Castelão, Touriga Franca und Tinta Roriz werden von Hand gelesen und mit einheimischen Hefen im kleinen Edelstahltank vergoren.
Mit 13,5 % Vol. zeigt sich der Wein dunkelrot mit violetten Reflexen. In der Nase zunächst floral mit Lavendel und Veilchen, dazu feine Anklänge von Schießpulver und später Rauch. Am Gaumen wirkt er dank Macération carbonique hell und saftig, mit perfekt ausbalancierter Säure und rundem Tannin, schöner Komplexität und einem langen Abgang. Er erinnert durchaus an einen guten Beaujolais.
Der Wein ist einerseits nicht opulent oder gar fett, aber schon gar kein lapidarer „Zechwein“. Der macht mir und einigen Mittrinkern in letzter Zeit sehr viel Trinkfreude, mit Anspruch!
officertommy hat geschrieben: ↑Fr 9. Jan 2026, 22:20
Portugiesische Naturweine mit Anspruch zu entdecken, ist keine Selbstverständlichkeit.
...zumindest hier nicht. Ich habe den Eindruck, daß eher wenig Naturzeugs aus P hierher findet. Zuletzt in Porto gab's aber einige schöne Läden / Vinotheken, wo man diesbezüglich aus dem Vollen schöpfen kann, die Szene dort ist deutlich lebendiger als es von hier aus den Anschein hat.
Viele Grüße
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.