BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
Mr. I
Beiträge: 90
Registriert: Di 7. Dez 2010, 12:11
Wohnort: Saarland

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von Mr. I »

Frankie Wilberforce hat geschrieben::P Dazu fällt mir gerade ein alter Queen Song ein: "The Show must go on!" :lol: :twisted:
aber die "Show" findet offensichtlich nicht mehr für den europäischen Durchschnittsbürger statt ;)
Frankie Wilberforce
Beiträge: 812
Registriert: Do 30. Dez 2010, 22:18

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von Frankie Wilberforce »

Mr. I hat geschrieben:
Frankie Wilberforce hat geschrieben::P Dazu fällt mir gerade ein alter Queen Song ein: "The Show must go on!" :lol: :twisted:
aber die "Show" findet offensichtlich nicht mehr für den europäischen Durchschnittsbürger statt ;)
Ja, leider hast Du Recht. Und die Bordelaiser merken nicht, daß das hier sich wie ein "Schwanen-Ab-gesang" anhört. :!:

Dann muß China und Rußland, Brazil und India sehr viel Bordeaux kaufen um die Ausfälle aus der EU und den USA zu kompensieren. Daß den Bordelaisern auch ein solcher Mangel an Fingerspitzengefühl und Einsicht bei der Preisgestaltung herrscht, ist schon dreist. :|
Wenn der Schuß nicht mal nach hinten losgeht...
Grüße Armin

Sie fragen mich nach den besten Wein, den ich getrunken habe? Der ist wahrscheinlich im nächsten Glas ...
Benutzeravatar
harti
Beiträge: 2603
Registriert: Mo 9. Aug 2010, 15:49
Wohnort: Deutschland

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von harti »

Hier sind die heutigen Neuerscheinungen im Überblick, jeweils ex Negociant:

2010 Chateau Smith Haut Lafitte Rouge @ 77.00 Euro
2010 Chateau Smith Haut Lafitte Blanc @ 65.00 Euro
2010 Chateau Leoville Barton @ 72.00 Euro
2010 Chateau Climens @ 72.00 Euro (were these guys talking to each other in the morning?)
2010 Chateau Gloria @ 27.00 Euro
2010 Chateau Prieure Lichine @ 37.50 Euro
2010 Clos de Sarpe @ 54.00 Euro
2010 Chateau Branas Grand Poujeaux @ 19.50 Euro
2010 Chateau Lusseau @ 15.00 Euro
2010 Chateau Villemaurine @ 27.50 Euro
2010 Chateau La Dominique @ 30.00 Euro
2010 Chateau Lagrange @ 39.60 Euro
2010 Les Fiefs de Lagrange @ 15.00 Euro
2010 Les Arums de Lagrange @ 12.00 Euro
2010 Chateau Grand Puy Lacoste @ 57.60 Euro
2010 Chateau La Pointe @ 24.00 Euro
2010 Chateau La Couspaude @ 33.00 Euro
2010 Chateau Canon La Gaffeliere @ 59.00 Euro

Wenn La Dominique das auf die Flasche bekommt, was als Fassmuster angestellt wurde, ist dieser Wein in 2010 sicher eine interessante Alternative für die Figeac- und Cheval Blanc-Liebhaber unter Euch ;) .

Grüße

Hartmut
Zuletzt geändert von harti am Di 14. Jun 2011, 12:57, insgesamt 1-mal geändert.
Mr. I
Beiträge: 90
Registriert: Di 7. Dez 2010, 12:11
Wohnort: Saarland

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von Mr. I »

Frankie Wilberforce hat geschrieben: Ja, leider hast Du Recht. Und die Bordelaiser merken nicht, daß das hier sich wie ein "Schwanen-Ab-gesang" anhört. :!:

Dann muß China und Rußland, Brazil und India sehr viel Bordeaux kaufen um die Ausfälle aus der EU und den USA zu kompensieren. Daß den Bordelaisern auch ein solcher Mangel an Fingerspitzengefühl und Einsicht bei der Preisgestaltung herrscht, ist schon dreist. :|
Wenn der Schuß nicht mal nach hinten losgeht...

ich finde es - die gesamte Kampagne betrachtend - zwar wenig überraschend, aber auch irgendwie schade und auch etwas unverständlich, dass keines der "größeren" Châteaux bzw. der Cru Classé Weine auf die Idee kam, sich bewusst für den europäischen Mark zu entscheiden!

Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle niedrigklassifizierten Gewächse in Asien "ziehen" wie die ganz bekannten Namen; ich denke da an HBL, Ferriere, etc, auch Langoa, Lagrange sowie Weine wie Gloria und Phelan-Segur.
Wenn von diesen einer seinen Preis im Verhältnis zu 09 um 10-15% reduziert hätte (anstatt ihn entsprechend zu erhöhen), kann ich mir gut vorstellen, dass dieser Wein - schon ob dieses Alleinstellungsmerkmals - sich in "Good Old Europe" gut verkauft hätte, wahrscheinlich sogar sehr schnell vollständig ausverkauft wäre - was ich mir bei den derzeitigen Preisen nicht so vorstellen kann. Und so hätte man sich auch einen "Sympathiebonus" bei der europäischen Kundschaft erwerben können, welcher einem Château in einem schlechteren Jahr vielleicht sehr hilfreich wäre... aber es habe sich alle für die Taube auf dem Dach entschieden...

naja, ich kann es nicht ändern, bin aber immerhin stolz auf mich, dass ich an meinem Vorsatz, keinen preiserhöhten Wein zu subsen, festgehalten hab *aufdieschulterklopf* :mrgreen:
Benutzeravatar
tubermagnatumpico
Beiträge: 276
Registriert: Mo 6. Dez 2010, 12:09

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von tubermagnatumpico »

Mr. I hat geschrieben:
Frankie Wilberforce hat geschrieben: ...
Wenn von diesen einer seinen Preis im Verhältnis zu 09 um 10-15% reduziert hätte (anstatt ihn entsprechend zu erhöhen), kann ich mir gut vorstellen, dass dieser Wein - schon ob dieses Alleinstellungsmerkmals - sich in "Good Old Europe" gut verkauft hätte, ...
Frankie, dann werden aber Zweifel an der Qualität laut, wegen des niedrigen Preises :mrgreen:

Habe ich das richtig gesehen? Smith-Haut-Lafitte rouge für 107,- Euro EVP :shock: Der 2005er war fast unschlagbar und damals habe ich geschrieben:

Der Preis dieses Weines ist gemein, hinterlistig und bösartig. Würde
der SHL 40,- Euro kosten wäre die Sache klar: kaufen, kaufen, kaufen.
Für 80,- Euro würde ich dankend abwinken. Aber 60,- Euro sind einfach
fies.


Insofern bleiben mir jegliche inneren Konflikte "soll ich oder soll ich nicht?" erspart. 8-) Sogar bei diesem hochgeschätzten Wein.
Die haben doch echt den Schuss nicht gehört...
Es grüßt von Hib de Bach
Tilo
Benutzeravatar
dylan
Beiträge: 851
Registriert: Mo 22. Nov 2010, 15:04
Wohnort: NRW

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von dylan »

tubermagnatumpico hat geschrieben:
Frankie, dann werden aber Zweifel an der Qualität laut, wegen des niedrigen Preises :mrgreen:

"Mit scharfem Blick, nach Kennerweise,
seh ich zuerst mal nach dem Preise,
und bei genauerer Betrachtung steigt
mit dem Preise auch die Achtung."

wusste schon Wilhelm Busch :o

Grüsse

dylan
Moskalito
Beiträge: 24
Registriert: Mo 16. Mai 2011, 10:24

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von Moskalito »

Hallo Wolfgang!
Oberpfälzer hat geschrieben:Für mich waren die Fassmuster der beiden Milles Roses (Haut Medoc und Margaux), Clos du Jaugueyron und Senejac ganz toll gelungen und ich wäre nicht überrascht, wenn ich diese Weine nach der Arrivage in ordentlichen Mengen bestellen werde, weil super Weinwert für kleines Budget.
Wo lag der Alkohol beim Sénéjac den bitte? Bisher konnte ich dazu herzlich wenig finden-- außer einigen Verkostern, die während der Verkostung "heat" am Gaumen wahrnehmen konnten.

Gruß, C.
Benutzeravatar
innauen
Beiträge: 3515
Registriert: Mi 3. Nov 2010, 11:33
Wohnort: Berlin

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von innauen »

Hallo,

Clos Fourtet kommt mit +20 % ex nego und damit auf einen EVP von knapp unter 100 Euro. Das ist zwar laut übereinstimmenden Angaben einer der frischeren und damit besseren Weine vom rechten Ufer, aber was ich als Fassmuster getrunken habe, rechtfertigt diesen hohen Preis nicht.

Vom rechten Ufer kamen heute noch einige Weine mit unterschiedlicher Preistendenz. Da meinen nicht alle den Weg der China-Spekulation gehen zu können.

Ingesamt wundert mich das alles nicht mehr, nachdem letzte Woche einige wirklich wenige bedeutende Weine mit 24% Aufschlag daherkamen. Könnte mir vorstellen, dass die Superseconds sogar versuchen werden, den Abstand zu den sicher nochmals teureren Premier Cru nicht zu groß werden zu lassen. Schließlich ist dies hier alles ein Kartell und da schaut jeder auf seine Stellung innerhalb des Syndicats (bei der Gelegenheit mag mir jemand erklären, warum Palmer als Troiseme Cru zu einem Preis oberhalb der zweiten Gewächse rauskommen darf).

An die Preise scheint man sich mittlerweile auch gewöhnt zu haben, denn nach der Pontet-Canet-Empörungswelle schwabbt die Diskussion hier wieder etwas ab. Das ist nicht verwunderlich, denn für die meisten unter uns sind die Preise nicht mehr diskussionswürdig. Dabei würde ich gerne wissen, was man zB zu moderaten Preisen noch vom rechten Ufer empfehlen kann und welche Cru Bourgois den Einkauf lohnen.

Grüße,

wolf
„Es war viel mehr.“

Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
Frankie Wilberforce
Beiträge: 812
Registriert: Do 30. Dez 2010, 22:18

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von Frankie Wilberforce »

Hallo Wolf,
welche CB lohnen sich denn noch im Jahrgang 2010?

Für die Subse: Keiner wirklich.

Nach der Arrivage: nach probieren und positivem Geschmacksempfinden: du Glana(?), Bellegrave (Pauillac, sofern verfügbar), Sociando, Pibran, Meyney, Phelan Segur(?), Tour de Pez, Les Ormes de Pez, de Pez, Tronquoy Lalande, Charmail (?),Tour Haut-Caussan, d'Escurac, Lamothe Bergeron, du Retout, La Garde, Belle-Vue, Chantegrive, Reysson (erhielt wieder einmal bessere Punkte)

Aber eigentlich ist nicht wirklich etwas dabei, das mich zum Kaufen reizt. Irgendwie ist heuer die Stimmung komplett anders als noch vor einem Jahr (bei den Preisen aber auch nicht wirklich verwunderlich :| , dazu kommen noch meine überfüllten Keller :roll: )
Grüße Armin

Sie fragen mich nach den besten Wein, den ich getrunken habe? Der ist wahrscheinlich im nächsten Glas ...
Bottlebinder
Beiträge: 184
Registriert: So 20. Feb 2011, 12:57

Re: BORDEAUX 2010 - Aktuelles zur Primeurkampagne

Beitrag von Bottlebinder »

innauen hat geschrieben:... bei der Gelegenheit mag mir jemand erklären, warum Palmer als Troiseme Cru zu einem Preis oberhalb der zweiten Gewächse rauskommen darf ...
Hallo Wolf,

ohne den Anflug von Lakonie zu überhören:

verbieten tut die Preise wohl niemand. Palmer hat sich seinen Stand sicher mit konstant hoher Qualität erarbeitet (wenn er auch für mich wegen des Preises höchstens mal für ein Sammlerfläschchen in Betracht gezogen wurde).

Wenn man hinsichtlich der hirarchischen Einordnung im Verhältnis zum Preis ganz streng urteilt, kommt man in dieser Kampagne an Gruaud Larose nicht vorbei, der offensichtlich von den Verkostern seit langem einheitlich wieder mal als bemerkenswert bis außergewöhnlich beurteilt wird.
Grüße
Mathias
Antworten

Zurück zu „Bordeaux und Umgebung“