VDP-Klassifikation - Sinn und Unsinn

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Rieslingfan
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Re: VDP-Klassifikation - Sinn und Unsinn

Beitrag von Rieslingfan »

EThC hat geschrieben: Do 11. Dez 2025, 21:05 Selbst Dein Lieblingswinzer hat beide Spielarten der rheinhessischen EL im Sortiment... ;)
Ich sehe dort in diesem Zusammenhang nur die Klassifikation VDP. Erste Lage.
Gruß Markus
amateur des vins
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Re: VDP-Klassifikation - Sinn und Unsinn

Beitrag von amateur des vins »

Rieslingfan hat geschrieben: Fr 12. Dez 2025, 14:37
EThC hat geschrieben: Do 11. Dez 2025, 21:05 Selbst Dein Lieblingswinzer hat beide Spielarten der rheinhessischen EL im Sortiment... ;)
Ich sehe dort in diesem Zusammenhang nur die Klassifikation VDP. Erste Lage.
Dann guck Dir nochmal genau die von Wittmann verlinkten Expertisen eines beliebigen "1G"-Rieslings ("Westhofener", "Gundersheimer", Niersteiner") bis zurück zum Jahr 2018 an. Du wirst staunen!

Und wenn Du die Verblüffung noch steigern möchtest, schau Dir die Expertisen eines beliebigen Burgunders aus der "Westhofener Steingrube" an.

Und zuletzt schau Dir die exakten Bezeichnungen all dieser Weine an. Was fällt auf?
Besten Gruß, Karsten
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EThC
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Re: VDP-Klassifikation - Sinn und Unsinn

Beitrag von EThC »

...hmm, da werden aber viele Steigbügel gebraucht...

In Rheinhessen gibt es abweichend zu den anderen Regionen vorrangig "VDP.Aus Ersten Lagen", was so eine Art "Ortswein DeLuxe" oder "Erste Lage light" ist, je nachdem wie man's sehen will. Die Weine "Aus Ersten Lagen" stammen aus einer oder mehreren als "Erste Lage" klassifizierten Flächen, ohne daß dabei ein Lagenname genannt werden darf, in der VDP-Lagenkarte sind deshalb auch keinerlei Lagennamen diesbezüglich dokumentiert, sondern lediglich der jeweils zugehörige Ortsname. So kann ein "Westhofen Aus Ersten Lagen"-Wein Trauben aus den entsprechend klassifizierten Bereichen von Aulerde, Brunnenhäuschen, Kirchspiel, Morstein und / oder Steingrube (jeweils in den offiziellen Abgrenzungen, die sich von denen des VDP unterscheiden) enthalten.
Dann gibt es aber mittlerweile auch zwei Handvoll "echte" Erste Lagen in ganz Rheinhessen, u.a. in Westhofen die Lage Steingrube. Wobei nicht die gesamte -offizielle- Steingrube als VDP.Erste Lage klassifiziert ist, ein Teil davon gilt beim VDP nur als VDP.Aus Ersten Lagen.

Und bei Deinem Lieblingsweingut gibt's unter "Erste Lage" 3 Rieslinge als "VDP.Aus Ersten Lagen" (Gundersheimer, Westhofener, Niersteiner) sowie 2 Burgunder "VDP.Erste Lage" Westhofener Steingrube.

Ist doch ganz einfach, sonnenklar, selbsterklärend, logisch, kann doch gar nicht anders sein, oder? Der VDP macht ja nix, was kompliziert ist... :mrgreen:
Viele Grüße
Erich

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Rieslingfan
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Re: VDP-Klassifikation - Sinn und Unsinn

Beitrag von Rieslingfan »

Aus meiner Sicht macht ihr daraus ein Problem wo keins ist.
Gruß Markus
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EThC
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Re: VDP-Klassifikation - Sinn und Unsinn

Beitrag von EThC »

...es wird ja auch niemand dazu gezwungen, das als Problem zu sehen. Aber wenn innerhalb des VDP die Klassifikationen je nach Region mal so, mal so gehandhabt werden, ist das m.E. zumindest inkonsequent und es wird auch nicht klar kommuniziert. Bzw. ist es mittlerweile so kompliziert, daß ein einfaches Verständnis des Systems nicht mehr möglich ist. Wie man sieht...
Viele Grüße
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Re: VDP-Klassifikation - Sinn und Unsinn

Beitrag von OsCor »

…und es ist alles andere als kundenfreundlich, wenn ich mich erstmal in alle möglichen Regelungen einlesen muss, damit ich auch klar verstehe, was ich erwarten darf und was nicht.
Für meine Begriffe ist die Diskussion darüber keine unnötige Problemsuche, sondern absolut nützlicher Hinweis. Deshalb danke ich den Diskutanten für die Belehrung.

Oswald
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Re: VDP-Klassifikation - Sinn und Unsinn

Beitrag von Udo2009 »

Ich hab einfach mal auf der Seite eines Winzers gesucht… (Name ist mir entfallen)

VDP.Erste Lage = ein Wein aus einer ersten Lage
VDP.Aus ersten Lagen = eine „Cuvée“ der selben Rebsorte aus verschiedenen Ersten Lagen

Nix geheimnisvolles, stand in den Weinbeschreibungen…
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EThC
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Re: VDP-Klassifikation - Sinn und Unsinn

Beitrag von EThC »

Udo2009 hat geschrieben: Fr 12. Dez 2025, 16:08 VDP.Aus ersten Lagen = eine „Cuvée“ der selben Rebsorte aus verschiedenen Ersten Lagen
...wobei es die "verschiedenen Ersten Lagen" beim VDP namentlich nicht gibt, es gibt in Rheinhessen meistens je Ort nur einen zusammenfassenden Bereich "VDP.Aus Ersten Lagen", der sich über eine endliche Anzahl an realen Lagen gemäß Weinbergsrolle erstreckt, kann auch nur eine einzelne sein. Insofern aus meiner Sicht keine "Cuvée", sondern einfach ein Ortswein, der aus speziellen, vom VDP klassifizierten Bereichen stammt.
Viele Grüße
Erich

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Re: VDP-Klassifikation - Sinn und Unsinn

Beitrag von Rieslingfan »

amateur des vins hat geschrieben: Fr 12. Dez 2025, 14:56 Dann guck Dir nochmal genau die von Wittmann verlinkten Expertisen eines beliebigen "1G"-Rieslings ("Westhofener", "Gundersheimer", Niersteiner") bis zurück zum Jahr 2018 an. Du wirst staunen!

Und wenn Du die Verblüffung noch steigern möchtest, schau Dir die Expertisen eines beliebigen Burgunders aus der "Westhofener Steingrube" an.
Stimmt, ich habe den Unterschied erkannt, doch letztendlich werden diese Weine alle unter VDP. erste Lage vermarktet und entsprechen somit auch den Regeln des VDP.
Gruß Markus
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EThC
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Re: VDP-Klassifikation - Sinn und Unsinn

Beitrag von EThC »

...na, dann ist ja alles in bester Ordnung :!: :mrgreen:
Viele Grüße
Erich

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