Wieder mal ein Sicherheitshinweis, und zwar zur:
2023 Felseneck Riesling Spätlese Goldkapsel, 7.5 Vol%:
Nachdem Bernd die 2020er-Version über den grünen Klee gelobt und mir die 2022er-Variante eine sehr kalte Dusche verpasst hatte, nun die 2023er. Kurz: "Whoa!" (Galloni). Zwar ist der Schäfer-Fröhlich-Furz, der deutlich anders riecht als der Furz derer von und zu Prüm und sehr eigenständig ist, deshalb denke ich, daß der Schäfer-Fröhlich-Furz mittlerweile ganz oben auf dem Furz-Olymp angekommen ist und seinen rechtmäßigen Platz im Furz-Pantheon einnehmen sollte - das ist so ein bißchen wie der Unterschied zwischen Laphroaig und Lagavulin, deren Rauch auch erkennbar und prägend unterschiedlich riecht und schmeckt -, also, wo war ich... ah, ja, richtig: zwar anfänglich mit einem sehr starken Spontanfurz, der auch sehr würzig-expressiv und ausdauernd auf halber Höhe in der Luft hängenbleibt, als ob er auf Applaus wartete, aber vielleicht muss ich wirklich mal davon wegkommen, mich auf die Fürze der Anderen zu kaprizieren, sonst gewinne ich am Ende auch noch einen Oscar, und dann muss ich der Deutschen Weinakademie danken und meiner Mutter und allen, die immer an mich geglaubt haben, aber es ist halt ein Sicherheitshinweis, also muss ich schon irgendwie darauf hinweisen, daß da was ist, findet ihr nicht? Dahinter jedenfalls eine ganz sublime Spätlese, sehr aromatisch und blumig-fruchtig, wilde (oder Pfingst?)Rose, Orangenblüte und Orangenöl, Walderdbeere(!), Grapefruitschale, blutjunge, sehr aromatische Rieslingfrucht, dazu auch reife, knackige, mit Morgentau benetzte Muskattrauben, die im Mund zerplatzen. Die Süße noch etwas hoch, mit vielleicht einem Hauch Botrytis, die sich durch einen gaaaanz feinen Honigschmelz bemerkbar macht, aber die superbe Säure kümmert sich: alles sehr beiläufig und federleicht und doch sehr(!) konzentiert, nicht ganz so dahingehaucht und auch nicht so komplex wie die Auslese von Haag neulich und auch etwas weniger kristallklar definiert, aber doch mit sehr viel Spitze, fein, fein, fein. Und unter der Oberfläche bewegen sich dräuend dunkle Schatten, wie von einer braun-röstigen Mineralität: Das, so raunt der Wein mit Verschwörermiene, das ist der Berg!
Aaaaalso. Das ist schon ziemlich gut. Sehr ziemlich sogar. Deutlich besser als die 2022er-Version, und hier kommen mir Bernds 95 Punkte für den 2020er schon sehr viel plausibler vor. Puuuh!
Aber Vorsicht! Das Kung-Furz dieses Weines ist stark! Und eingedenk, wie lange die GGs davon geprägt sind, wird man sehen müssen, wohin es diese Spätlese, ähm, weht.
Cheers,
Ollie
Schäfer-Fröhlich
Re: Schäfer-Fröhlich
Yeah, well, you know, that’s just like, uh, your opinion, man.
Parfois, quand c'est trop minéral, on s'emmerde.
"Souvent, l'élégance, c'est le refuge des faibles." (Florence Cathiard)
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Re: Schäfer-Fröhlich
Viele Grüße
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
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was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
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Re: Schäfer-Fröhlich
Gestern im Restaurant überraschte mich das
Felsenberg GG 2019.
Die Nase war unglaublich offen mit einem Korb an süßen gelben Früchten, Ananas, Pfirsich und reifem Apfel. Reduktionsnoten sind eher zu erahnen. In früheren Bewertungen fand ich diese als prominent beschrieben, interessant, dass der Wein mittlerweile schon eine solch starke Wandlung durchgemacht hat.
Am Gaumen war der Wein schlank, fokussiert, sehr zitrusbetont mit einer reifen, kräftigen Säure und Mineralik und einer schönen Länge. Etwas mehr Konzentration und Tiefe hätte ich mir gewünscht.
Das Restaurant, Kinfelts Kitchen & Wine, ist durchaus zu empfehlen, sehr angehme Atmosphäre und Bedienung, sehr gutes Essen und eine schöne Weinkarte wunderbar gelegen in der Hafencity neben der Elbphilharmonie. Hat Spaß gemacht!
VG Nora
Felsenberg GG 2019.
Die Nase war unglaublich offen mit einem Korb an süßen gelben Früchten, Ananas, Pfirsich und reifem Apfel. Reduktionsnoten sind eher zu erahnen. In früheren Bewertungen fand ich diese als prominent beschrieben, interessant, dass der Wein mittlerweile schon eine solch starke Wandlung durchgemacht hat.
Am Gaumen war der Wein schlank, fokussiert, sehr zitrusbetont mit einer reifen, kräftigen Säure und Mineralik und einer schönen Länge. Etwas mehr Konzentration und Tiefe hätte ich mir gewünscht.
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Re: Schäfer-Fröhlich
...des einen Freud, des anderen Leid! Gerade S-F schafft es für mich immer wieder sehr schön, auch eine ausgeprägte Reduktivität wunderbar in Szene zu setzen und dabei die Fruchtseite dennoch ordentlich mitspielen zu lassen, das kann sonst kaum jemand so gut, auch wenn die Sachen schon etwas gereift sind. Deshalb würde mir hier möglicherweise was fehlen...
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Erich
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Re: Schäfer-Fröhlich
...für siebeneinhalb Euronen Rampenpreis schon i.O., für den regulären Preis -ca. 18 EUR- finde ich persönlich das Ganze bei Weitem nicht spannend / expressiv genug. Aber das kann man natürlich auch anders sehen...


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Re: Schäfer-Fröhlich
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Re: Schäfer-Fröhlich
Ich hatte den Wein neulich im Glas und kann die Eindrücke nachvollziehen und zum grossen Teil bestätigen. Ich kann auch eine deutliche Note bestätigen, würde sie aber nicht als "kaugummi-esk - kaltvergoren" identifizieren oder bezeichnen – ist es nicht eher diese leichte Lychee-Note, die hier für meinen Geschmack ein wenig zu deutlich hervorlugt? Allerdings muss auch gesagt werden, dass sich diese Note mit zunehmender Belüftung zurückgezogen hat.amateur des vins hat geschrieben: ↑Do 4. Mai 2023, 22:50 Ein faux pas!
Ich hätte schwören können, daß dieser Wein noch darauf wartete, angetestet zu werden - und dann sehe ich, daß ich ihn nicht nur bereits probierte, sondern auch hier verewigte [Link]! Aber ist ja auch mal schön, sich selbst nach nur einem halben Jahr zu widersprechen.![]()
S-F, Weisser Burgunder ‚R’ 2021 (13,0 %)
Sehr blaß. Die Nase floral (Orchidee), aber auch etwas kaugummi-esk - kaltvergoren? Etwas Reduktion, kühl, weißer Pfirsich, Nektarine, Ananas. Auch am Gaumen "charakterstark", um nicht zu sagen: untypisch. Für WB sehr frische Säure. Hier wenig Frucht; wieder weißer Eindruck, aber undefiniert - nur Lychee lugt hier hervor.
Hmm, was soll ich davon halten? Bin eigentlich großer Fan dieses Weines, aber das ist schon recht speziell.
...so, und jetzt vergleichen wir das mit meinem ersten Geschreibsel zu diesem Wein: Die Beschreibung ist ja noch garnichtmal so unähnlich. Aber mein Fazit fällt heute signifikant anders aus. Was schert mich mein Geschreibsel von gestern?![]()
Aber im Ernst: Am meisten stört mich diese etwas künstlich wirkende, an Kaltvergärung erinnernde Note, und daß ich (im Ggs. zur ersten Flasche) die Rebsorte nicht erkenne. "Fruchtbefreiter Steinwein" stimmt soweit, und die Struktur ist gut. Aber "stimmig und interessant" zögere ich doch ein wenig zu bestätigen. Heute könnte das irgendwas sein; Friulano oder so; ich muß ein wenig an Vie di Romans denken (mal wieder ein aufmachen!). Ja, das ist immernoch gut gemacht, aber von seinen teilweise außerordentlich schönen, stimmigen(!) und ausdrucksstarken Vorgängern sehe ich diesen Wein doch ein Stück entfernt.
Wie auch immer - auch ich bin ein Neu-Fan dieses Weines, im Glas hatte ich 19,20,21,22. Und ja, in einer Rangliste würde ich 21 den hintersten Platz zuweisen. Bitte nicht falsch vestehen - das ist nach wie vor ein sehr sehr guter Wein, aber (noch?) nicht grossartig.
Was mich doch eher über den Jahrgang 2021 nachdenken lässt. Mittlerweile denke ich auch, dass er allgemein überbewertet wird. Im Vergleich gefällt mir oft 20 oder 22 besser. 2021 empfinde ich oft als (zu) puristisch und demzufolge ein wenig freudlos. Ob es daran liegt, dass man mit zunehmendem Alter säureempfindlicher wird und etwas weichere Weine mehr zu schätzen lernt? Keine Ahnung...
Beste Grüße
Gaston
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amateur des vins
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Re: Schäfer-Fröhlich
Interessant, Gaston, daß Du den Wein ziemlich ähnlich siehst.
Aber 2021 überbewertet? Ich habe eigentlich überwiegend kritische Töne im Ohr - zurecht, wie ich meine. Nur Erich hofft immernoch, daß das häßliche Entlein sich noch in einen schönen Schwan verwandeln könnte.
Aber 2021 überbewertet? Ich habe eigentlich überwiegend kritische Töne im Ohr - zurecht, wie ich meine. Nur Erich hofft immernoch, daß das häßliche Entlein sich noch in einen schönen Schwan verwandeln könnte.
Besten Gruß, Karsten
Re: Schäfer-Fröhlich
Echt? Ich hab ein ganz anderes Narrativ im Ohr. Meinem Empfinden nach wurde der Jahrgang regelrecht hochgejubelt - anders als seine Vorläufer und Nachfolger. Habe mich dummerweise dadurch auch anstecken lassen und relativ gosszügig eingekauft...amateur des vins hat geschrieben: ↑Fr 6. Jun 2025, 11:32 Aber 2021 überbewertet? Ich habe eigentlich überwiegend kritische Töne im Ohr - zurecht, wie ich meine.
Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt...amateur des vins hat geschrieben: ↑Fr 6. Jun 2025, 11:32Nur Erich hofft immernoch, daß das häßliche Entlein sich noch in einen schönen Schwan verwandeln könnte.![]()
Beste Grüße
Gaston
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Re: Schäfer-Fröhlich
...hab ich so nur bezüglich der restsüßen Rieslinge vernommen. Oder auch für Südtirol und die Steiermark.
...ist halt ein Winzerjahrgang. Da hatte ich bis dato schon sehr sehr schöne Sachen im Glas, welche die sicher noch brauchen (analog dazu haben viele 2010er auch erst nach 6 bis 8 Jahren aufgedreht), welche bei denen ich leider nicht denke, daß sich da mit der Zeit noch was Relevantes tut und auch komplette Themaverfehlungen (so nach dem Motto "ich begegne der höheren Säure und der geringeren Anfangssubstanz mit mehr Zucker"). Insgesamt gefällt mir im Hinblick auf meine Vorlieben der Jahrgang aber jetzt schon deutlich besser als z.B. 2022. Für den schnelleren Genuß -also bis zu dem Zeitpunkt, ab dem die 21er hoffentlich gut dastehen- finde ich einige 23er aber recht apart...amateur des vins hat geschrieben: ↑Fr 6. Jun 2025, 11:32 Nur Erich hofft immernoch, daß das häßliche Entlein sich noch in einen schönen Schwan verwandeln könnte.
Viele Grüße
Erich
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