Jochen R. hat geschrieben: ↑Mo 6. Apr 2026, 12:34
Idig Riesling GG 2016:
Farblich leicht ins Güldene. Der Wein ist gleich nach dem Öffnen voll da. Intensiv, in der Nase rauchig/tabakig, erste feine Reifenoten, ein Hauch brauner Kandis, geriebene Zitronenschale und Petrol im Hintergrund. Dann wird’s auf einmal zitrusfruchtig, ständig wechselnde Eindrücke.
Druckvoll am Gaumen, auch hier wunderbar tabakig/würzig, Zitronen und Orangen, frische Säure, Gerbstoffgrip, ewig langer zitrusfruchtiger Abgang. Für meinen Geschmack ganz großes Riesling-Kino, 97 P., Trinkfluss, sollte man eigentlich nur aus der Magnum trinken.
Viele Grüße,
Jochen
bin gespannt, ob der Neustadter Vogelsang Riesling 21 auch so offen wird.
Es gibt manchmal Sprüche, die mich lange verfolgen, so wie jemand mal schrieb, junger Veltliner hätte was von frisch Erbrochenem.
Und jetzt sagte kürzlich ein Weinnerd, er sei weg von Rieslingen, die schmeckten alle gleich. Ich musste immer wieder daran denken… gibt es da ein Korn Wahrheit? Beim Probieren vom Vogelsang verdichtete sich der Verdacht… Ja, dieses satte Riesling-Aroma, später Äpfel, Dichte, Schmackes, Säure - und sonst? Es dauerte zwei Tage, bis der Wein eine eher oberflächliche Aromatik verlor und etwas tiefgründig Öliges bekam. Er faltete sich nicht großzügig und detailreich auseinander, sondern blieb bei sich. Nicht ganz undurchdringlich, aber widerständig, mit in der Tiefe sich abzeichnenden, kaum sagbaren Aromen, zu denen vielleicht irgendwann ein paar Kräuter oder helle Beeren einfallen. Jetzt ein sehr edler, feingewebter Wein. Für meinen Geschmack sollte aber noch etwas kommen, um Riesling von jedem Verdacht freizusprechen.
Gruß, Kle