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Der eigene Weinberg

Von der Weinbergspflege bis zur Kellertechnik
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Herr S.

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Re: Der eigene Weinberg

BeitragDo 21. Mär 2019, 21:27

Moin Markus,

Ich kontaktiere die Rebschule nochmal. Die Raubmilben habe ich bereits auf dem Plan. Am Wochende wird mal der örtliche Landhandell angefahren bezüglich Drahtrahmen aus Corten-Stahl. Langweilig wird es nicht!

Viele Grüße,
Björn
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Muellimov

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Re: Der eigene Weinberg

BeitragDo 21. Mär 2019, 23:41

Hallo Björn,

An die hier kannst Du Dich auch mal wenden. Auf der Seite findest Du auch eine Preisliste ("aktueller Flyer (PDF)")

http://edelrost-pfaehle.de/

Die Dinger stammen sehr wahrscheinlich aus Südtirol, wo sie auch ziemlich weit verbreitet sind mittlerweile. Kannst dort ja auch mal bzgl. Endpfählen nachfragen.

Viele Grüße
Markus
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Herr S.

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Re: Der eigene Weinberg

BeitragFr 22. Mär 2019, 21:34

Muellimov hat geschrieben:Hallo Björn,

An die hier kannst Du Dich auch mal wenden. Auf der Seite findest Du auch eine Preisliste ("aktueller Flyer (PDF)")

http://edelrost-pfaehle.de/

Die Dinger stammen sehr wahrscheinlich aus Südtirol, wo sie auch ziemlich weit verbreitet sind mittlerweile. Kannst dort ja auch mal bzgl. Endpfählen nachfragen.

Viele Grüße
Markus


Moin Markus,

auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: danke! Hast Du die Pfähle im Einsatz?
Kupfer oder Zink, beides ist toxisch und akkumuliert zudem im Boden als auch in Organismen mit aktivem Transport. Von daher würde ich auf beides gerne verzichten.
Was sagst Du zum angestrebten Pflanzabstand von 80-90 cm bei nur einer Fruchtrute? Klar, die Wasserkonkurrenz wird dadurch stärker. Und wie siehst Du die Gassenbreite ohne Wendemöglichkeit für einen Traktor? 2m?

Viele Grüße,
Björn
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Muellimov

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Re: Der eigene Weinberg

BeitragSa 23. Mär 2019, 00:16

Hallo Björn,

Nun, bei ökologischer Bewirtschaftung wirst Du um Kupfer gegen Peronospora und der sich zunehmend ausbreitenden Schwarzfäule kaum herumkommen. Chardonnay soll gerade gegen letzteren Pilz recht empfindlich sein. Kürzlich war ich im DLR Bernkastel. Dort sagte man mir, dass Zink deutlich kritischer als Kupfer sei. Dort wo verzinkte Pfähle gestanden haben, darf man keinesfalls mehr eine Jungrebe pflanzen, da sie nicht anwachsen bzw. absterben wird. Das hängt natürlich auch mit der lokal erhöhten Zinkkonzentration zusammen. Das Kupfer verteilt sich zumindest bei der PSM-Applikation deutlich weitläufiger.

80 bis 90 cm sind bei Flachbogen nicht allzu viel. Aus meiner Sicht solltest Du den höheren Wert anstreben, vielleicht sogar Richtung 1m gehen. Sonst kann es Dir passieren, dass Du nicht genügend Augen auf der kurzen Strecke unterkriegst. Dafür kannst Du dann eventuell die Gassenbreite reduzieren, vielleicht auf 1,8m. Es hängt natürlich davon ab, was Deine Mitstreiter für Traktoren haben. Natürlich auch, was sie für eine PSM-Maschinerie haben. Ein Traktor mit Tank auf 3 Punkt-Befestigung lässt sich natürlich viel leichter rückwärts manövrieren als ein Nachläufertank. Und viel hängt vor allem auch von den Fahrkünsten des Traktorpiloten ab. Das nutzt aber alles nix, wenn der Traktor per se zu breit ist. Das müsstest Du mit den Leuten vor Ort klären. Der übliche Fall ist es natürlich nicht, dass ein Traktor wieder rückwärts hinaus fahren muss. Dennoch solltest Du Dir überlegen, ob Du nicht den Pflanzenschutz auf kürzere/mittlere Sicht selbst machen willst. Alleine auch aus Autonomiegründen. Für die Winzer wirst Du immer das fünfte Rad am Wagen sein. Deren eigene Arbeit geht für sie naturgemäß immer vor. In kritischen Jahren stehst Du dann blöd da. Ich finde bspw., dass die Motorrückensprühgeräte eine optimale Wahl für den Klein(st)winzer sind. Die Dinger kosten nicht viel, haben eine ausgezeichnete Applikationsqualität aufgrund der Sprühtechnik und vor allem kannst Du damit sehr genau zielen. Es geht durch die Zielgenauigkeit deutlich weniger Mittel durch Abdrift verloren, so dass Du auch den Kupfereintrag geringer halten kannst. ich sehe das immer wieder an der Mosel, wenn die Raupenfahrzeuge in Einzelpfahlanlagen PSM ausbringen. Ein sehr großer Anteil landet zwangsläufig gar nicht auf den Pflanzen, sondern im Nirvana, verpufft also nutzlos (dito Hubschrauber, sehr oft mit noch viel mehr Abdrift). Zwar gibt es Maschinerie, die durch optische Sensoren erkennt, ob eine Pflanze kommt oder nicht und dann entsprechend sprüht oder eben nicht. Aber diese Technik ist sehr teuer und deshalb kaum verbreitet. Natürlich kann ein Profiwinzer mit Motorsprühgerät nicht wirklich ökonomisch agieren, da er dann viel zu wenig Fläche pro Zeiteinheit erzielt. Man muss immer bedenken, dass er Schlagkraft braucht, um notfalls einige Hektar in sehr kurzer Zeit mit PSM versehen zu können. Das brauchst Du aber auf Deinen 400m² alles nicht.

Jetzt bin ich deutlich vom Thema abgeschweift. Zurück zum Flachbogen. Chardonnay soll empfindlich(er) gegen Botrytis sein. Deshalb wäre es eventuell ratsam, die Traubenzone ein wenig gegeneinander zu versetzen. Das erreichst Du durch einen (leicht) geformten Bogen besser. Das ist übrigens auch ein zusätzlicher Vorteil des Drahtrahmens. Du kannst nachträglich problemlos einen zusätzlichen Biegedraht weiter unten anbringen, wenn Du feststellen solltest, dass Du mit Flachbogen nicht so gut hinkommst. Hier noch ein Link zu einem für Dich bestimmt interessanten Artikel:

http://www.lvwo-bw.de/pb/,Lde/Startseit ... AGE=669634

Ich muss anmerken, dass all der Sermon, den ich hier von mir gegeben habe, nur meine unmaßgebliche Meinung und Einschätzung ist. Es wird bestimmt Winzer geben, die anderer Meinung sind, eventuell (wenn nicht sogar: sicherlich) auch fachlich fundierter. Meine "Stärken" liegen eher im önologischen Bereich. Wende Dich vielleicht auch einmal an das DLR in Neustadt oder Bernkastel. Die geben Dir garantiert auch wertvolle Tipps! Die Leute in Neustadt kenne ich nicht (ist für Dich natürlich näher), aber die Leute in Bernkastel sind sehr hilfsbereit. Und beim Telefonat ist es ja eh egal, wie weit die Entfernung voneinander ist, Hauptsache RLP.

http://www.dlr-mosel.rlp.de/Internet/gl ... DSR7JQ672E

Viele Grüße
Markus

PS: noch übersehen. Nein, aktuell habe ich (noch) keine Corten-Pfähle im Einsatz. Meine Drahtrahmenparzelle hatte ich "fertig" gekauft. Sie ist durch die Bank mit Holzpfählen bestückt. Wenn ich jedoch in absehbarer Zeit Pfähle austauschen muss (einige werden wohl bald fällig), dann werde ich auf jeden Fall Corten einsetzen.
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Herr S.

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Re: Der eigene Weinberg

BeitragDi 26. Mär 2019, 21:24

Moin,

Letzten Samstag war ich im örtlichen Landhandel, die haben Corten-Stahl-Pfähle. Die Order ich aber erst, wenn der Pachtvertrag endlich unter Dach und Fach ist.
Familie Brand bereitet mir die Scholle noch vor.
Bezüglich der Unterlage war keine Änderung mehr möglich, allerdings wurde mir versichert, dass die SO4 mit den Selektion massale Reben eine sehr gute Kombination ist während ggf. verfügbare, trockenresistentere Unterlagen die Verrieselungsneigung deutlich erhöhen. Na dann schauen wir mal.
Und um den Sachkundekram kümmere ich mich, ich bin bereits in Kontakt mit dem DLR Neustadt.

Fazit: Es wird.

Viele Grüße,
Björn
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Herr S.

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Re: Der eigene Weinberg

BeitragDo 2. Mai 2019, 19:51

Moin,

so langsam wird es ernst: der Pachtvertrag ist unterzeichnet, der Acker dank tatkräftiger Unterstützung der Brands umgebuddelt, die Reihen abgesteckt und seit heute sind auch die Reben da. Samstag bei bestem Weinbergwetter (kalt, regnerisch) geht es dann rund.
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Winedom

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Re: Der eigene Weinberg

BeitragDo 2. Mai 2019, 20:44

Genial!
Gratuliere! Viel Glück und Frohsinn mit der Weinbergsarbeit!

Gruß Rainer
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Der Wein-Schwede

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Re: Der eigene Weinberg

BeitragDo 2. Mai 2019, 21:11

Ich gratuliere auch, Björn!

Wird spannend dein Projekt zu folgen.

Was für eine Bodenart hast Du da?

Gruss
Rolf
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weingeist

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Re: Der eigene Weinberg

BeitragFr 3. Mai 2019, 16:32

Da ich mich da ja schon zu Beginn der "Geschichte" zu Wort meldete, auch von mir herzliche Gratulation zum "Stand der Dinge". Alles Gute für die Zukunft!
Liebe Grüße
weingeist
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Herr S.

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Re: Der eigene Weinberg

BeitragMo 6. Mai 2019, 20:51

Moin moin,

es ist vollbracht: Samstag und Sonntag wurden in insgesamt 12 Stunden 186 Reben unter Zuhilfenahme von einem Spaten, Seil, Gießkanne, 1200 Litern Wasser und der Familie in die Erde verbracht. Der direkte Lohn ist Ganzkörpermuskelkater der bösen Sorte. Am Samstag habe fast komplett alleine ca. 100 Reben gesetzt, am Sonntag kam dann der Rest mit Hilfe der Familie. Der Boden, ein typischer Kalksteinverwitterungsboden, hat sich dabei als außerordentlich harter Gegner erwiesen. Im oberen Teil war der Oberbodenhorizont noch ca. 35 cm stark und stark mit Steinen durchsetzt. Im unteren Teil stand hingegen nach ca. 20 cm bereits der Knallharte Verwitterungsteil des C-Horizonts an. Der Knorpel meines rechten Knies dürfte sich dieser Tatsache noch lange entsinnen (Spaten in den Boden treten). Aber soll ich Euch etwas sagen: ich würde es wieder machen, es war jede Sekunde wert! Und wenn der Große mit seinen 8 Lenze hinten raus sagt, dass es ihm Spaß gemacht hat (das hat man gemerkt da er echt gut geholfen hat), dann ist es umso schöner!

Viele Grüße,
Björn
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