Das mit Jean-Baptiste Boudier ist eine längere Geschichte, die bei Feinkost Braunach in Würzburg beginnt, einige vor-Ort-Käufe an der Cote d'Or streift und dann in einem Online-Shop in Österreich endet und nebenbei vielleicht den Begriff des "Etikettenkäufers/-trinkers" neu konnotiert:
Station 1:
Im Mai stand ein Urlaub an, der sich vornehmlich um Thema Wein drehen sollte. Erste Station war der hervorragend sortierte Wein- und Feinkostladen Braunach in Würzburg. Dort sollte eigentlich nur mein Vorrat fränkischer Weine um Einzelflaschen mehrerer Weingüter ergänzt werden. Im Frankreich-Regal fielen mir die vom üblichen Burgunderstil leicht abweichenden Etiketten und die edle Ausstattung (rote bzw. grüne Wachskapsel) der Weine von Boudier auf, ohne dass ich mir den Winzernamen gemerkt oder auch nur über einen Kauf nachgedacht hätte..
Station 2:
Ein paar Tage später wollte ich dann unbedingt in und um Beaune herum Burgunderweine vor Ort kaufen. Superstarwinzer kann/will ich mir nicht leisten. Die großen Handelshäuser wollte ich bewusst meiden. Die gekauften Weine sollten Ortsweine (oder aufwärts) sein. Wer von den kleineren Namen gut oder weniger gut ist, wusste ich nicht. In Beaune gab es Einzelflaschenkäufe von Huber-Verdereau, Agnes Paquet, Antoine Olivier, Chapuis&Chapuis, Le Grappin, La Chaume des Lies. Irgendwie geriet ich später zur Domaine Caroline Frey und deren Verkaufsraum in dem herrlichen Schloss Corton und war von den neuen Etiketten der Domaine dermaßen angetan, dass ich nicht nur 2 Flaschen, sondern gleich einen ganzen 6er Karton unterschiedlicher Weine der Domaine kaufte. Ein paar Stunden später in der Cave Saint Aubin war es wieder eine spontane Entscheidung anhand der sympathischen Etiketten, die mich zum Kauf von 4 Flaschen der Domaine Gilles Bouton veranlasste.
Hier hätte das Thema Burgund erstmal erledigt sein können, denn es ging weiter zur Nordrhone.
Station 3:
Nach dem Urlaub verschaffte ich mir einen sehr intensiven Überblick über das Angebot diverser Wein-Onlineshops für die Regionen Burgund und Rhone. Dabei kam mir dann zufällig auch wieder die Domaine Jean-Baptiste Boudier unter, weil ich mich positiv an deren Etiketten erinnerte und die Etiketten mit den roten und grünen Farbakzenten hervorragend zu meinen Weinen der Domaines Frey und Bouton passen

. Aber auch, um mit relativ preiswerten Weinen (beim Shop Trinkvergnügen aus Österreich gab es im Juni eine Rabattaktion) Vergleichsweine zu den Appellationen Savigny-Les-Beaune und Aloxe-Corton von der Domaine Frey zu haben.
Der Text zum Winzer auf der Shop-Seite von Trinkvergügen (internationale Erfahrung; Wein anders machen, als noch der Vater; deshalb Gründung einer eigenen Domaine), die Erwähnung der Domaine Boudier in Jasper Morris' Buch Inside Burgundy und die mich sehr ansprechende Website der Domaine taten ihr übriges, hier unverkostet einen Blindkauf von 6 Flaschen zu wagen. Also: kaufentscheidend war ganz viel Intuition. Die erste geöffnete Flasche bewies aber, dass es kein Fehlkauf war

.
Nachher stelle ich mal eine meine knappe VKN der ersten Flasche, die ich kurz nach dem Kauf getrunken hatte, in den "Burgund 2023" Thread ein.