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Bernhard Huber

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amateur des vins

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Re: Bernhard Huber

BeitragDi 2. Apr 2019, 23:06

Der Wein-Schwede hat geschrieben:Dann fehlen die Weine also jetzt BISS?! 8-) 8-) 8-)

Danke für Deinen Langstreckentest - ich werde erinnern einen Huber Chardonnay nie mehrere tage zu sparen! :lol: :lol: :lol:
Tja, wenn sie mir gefallen, müssen sie für Dich wohl zwangsläufig latschig sein. :roll: :lol:

Aber steh' ruhig zu Deinen Geschmacksverirrungen. Dann bleibt von den wirklich leckeren Sachen mehr für mich! :P :lol: :ugeek:
Besten Gruß, Karsten
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amateur des vins

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Re: Bernhard Huber

BeitragMi 3. Apr 2019, 18:11

amateur des vins hat geschrieben:Bernhard Huber, Alte Reben 2016
Bernhard Huber, Bienenberg 2016
[+5d] Update:
Ein Gutteil der empfundenen Varianz dürfte wohl an der Tagesform des Verkosters liegen...

Heute sind die Weine "inbetween": ein bißchen so wie beim Tee, der zwischen 1st und 2nd Flush gepflückt wird, und der sich nicht so recht entscheiden kann. Hier heißt das: Die betont zitrische Erscheinung ist nicht so krass und bissig wie zu Beginn, aber doch (wieder) etwas deutlicher als gestern.

Die Komplexitätsunterschiede zwischen den beiden empfinde ich heute als vergleichsweise groß: Während A am Gaumen doch recht eindimensional ist, zeigt sich B deutlich vielschichtiger. Der Unterschied war natürlich - wenig überraschend - immer da, aber er erscheint mir gerade größer, als es ein relativer Preisfaktor von 1,5 erwarten läßt, und auch größer als bisher. Auch das kann natürlich wieder meine Tagesform sein.

Ein-mal wer-den wir noch wach... ♬♫
Besten Gruß, Karsten
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OsCor

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Re: Bernhard Huber

BeitragMi 3. Apr 2019, 19:15

amateur des vins hat geschrieben:Ein-mal wer-den wir noch wach... ♬♫
Dass du überhaupt noch schlafen kannst angesichts dieser Herkulesaufgabe… :D
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amateur des vins

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Re: Bernhard Huber

BeitragMi 3. Apr 2019, 19:25

Und das ist erst das lockere Trainingslager! :ugeek:
Aber was ist schon ein bißchen Schlafdefizit gegen Erkenntnisgewinn... :idea: :lol:
Besten Gruß, Karsten
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amateur des vins

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Re: Bernhard Huber

BeitragDo 4. Apr 2019, 20:44

amateur des vins hat geschrieben:Bernhard Huber, Alte Reben 2016
Bernhard Huber, Bienenberg 2016
[+6d] Update und Grande Finale:
Zum Abschluß machen die beiden es nochmal richtig spannend:

Der A hat seine Frucht in der Nase völlig verloren. Ich rieche trockenes Heu und "Granit". Am Gaumen ist im wesentlichen Struktur übrig. Die Säure ist immernoch zitronig, aber nicht mehr bissig. Leider ist auch der Rest verflacht, so daß der Wein nun zwar nicht mehr so "laut" ist, aber immernoch nicht so richtig im Gleichgewicht, und insgesamt deutlich verloren hat.

Der B ist wesentlich komplexer: Neben dem trockenen Heu finde ich Oregano, die bekannten orangen Fruchtnoten (aber relativ dezent) und diese rauchige Mineralität. Das ist komplex und spannend, wenn auch eher wild und nicht unbedingt harmonisch. Am Gaumen nicht ganz so komplex wie in der Nase; die Würze tritt ggü. weicher oranger Frucht in den Hintergrund. Die zitrische Säure ist schon immernoch präsent, aber so weit abgemildert, daß sie auf Augenhöhe mit dem Rest spielt. Das ist zwar immernoch ein Haufen Solisten, und kein Ensemble, aber ich mag nicht ausschließen, daß sie sich eines schönen Tages vielleicht doch noch finden.

Beeindruckend war, wie stabil sich die Weine über die Woche gezeigt haben. Ich habe nicht gepumpt, geschweige denn Schutzgas appliziert (könnte und wollte ich auch garnicht), sondern einfach die offenen Flaschen im Weinkühlschrank aufbewahrt. Und erst heute hat der A signifikant abgebaut.

Ich fand letztlich auch bestätigt, was ich nicht erst einmal anmerkte: Für meinen Geschmack sind die Weine sehr "gemacht": Reduktion und zitrische Säure sind die Leitmotive. Ja, aus der Reduktion resultiert auch eine gewisse Würze. Aber für meinen Geschmack hat sich zu keinem Zeitpunkt wirkliche Balance eingestellt. An anderer Stelle charakterisierte ich die Hubers mit "Krawall im Glas", und das trifft es für mich ganz gut. Und sie sind auf eine Art "Nasenriesen": Die Nase war regelmäßig komplexer und spannender als der Gaumen.

Ich verstehe, daß diese Weine ihre Liebhaber finden. Das ist extrem, springt Dich an, und natürlich ist da auch Qualität drin. Ich bleibe aber dabei: Für mich ist das stilistisch eher vordergründig, wenig subtil und auch unbalanciert.


~~~~~~ Le Fin ~~~~~~
Besten Gruß, Karsten
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Der Wein-Schwede

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Re: Bernhard Huber

BeitragDo 4. Apr 2019, 23:48

amateur des vins hat geschrieben:
amateur des vins hat geschrieben:Bernhard Huber, Alte Reben 2016
Bernhard Huber, Bienenberg 2016

Der B ist wesentlich komplexer: Neben dem trockenen Heu finde ich Oregano, die bekannten orangen Fruchtnoten (aber relativ dezent) und diese rauchige Mineralität. Das ist komplex und spannend, wenn auch eher wild und nicht unbedingt harmonisch. Am Gaumen nicht ganz so komplex wie in der Nase; die Würze tritt ggü. weicher oranger Frucht in den Hintergrund. Die zitrische Säure ist schon immernoch präsent, aber so weit abgemildert, daß sie auf Augenhöhe mit dem Rest spielt. Das ist zwar immernoch ein Haufen Solisten, und kein Ensemble, aber ich mag nicht ausschließen, daß sie sich eines schönen Tages vielleicht doch noch finden.

Und sie sind auf eine Art "Nasenriesen": Die Nase war regelmäßig komplexer und spannender als der Gaumen.

Ich verstehe, daß diese Weine ihre Liebhaber finden. Das ist extrem, springt Dich an, und natürlich ist da auch Qualität drin. Ich bleibe aber dabei: Für mich ist das stilistisch eher vordergründig, wenig subtil und auch unbalanciert.

Diese Beschreibung kann ich fast vollständig zustimmen - weil ich mag es und es stört mich nicht. Die sind "Nasenriesen" und wilde Burschen. Und die Nase ist komplexer als der Geschmack - richtig!
Huber ist Huber - und ist einzigartig!

Gruss
Rolf
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AmonA

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Re: Bernhard Huber

BeitragMi 1. Mai 2019, 18:04

Servus,
heute dann Chardonnay "Alte Reben" 2016 im Vergleich zu Henri Boillot Bourgogne blanc aus dem gleichen Jahr.
Anfangs kräutrig würziges Bouquet, das aber schnell einer deutlichen Reduktion weicht. Am Gaumen Feuerstein (?), deutlich Zitrone und Mineralik, nach dem Runterschlucken bleiben Zitrone, Mineralik und zu guter Letzt die Säure im Gedächtnis und im Magen. Hubers Chardonnay ist unausgewogen und wird sich hoffentlich mit der Zeit noch berappeln.
Boillots Chardonnay ist deutlich harmonischer, im Geruch und am Gaumen allerdings sehr brav im Vergleich zum Huber. "coraviniert", ein Hauch Zitrone und möglicherweise reife Melone, keine Reduktion für mich schmeckbar, am Gaumen sehr feine Mineralik und sehr feine Säure, der Wein machte mir einfach mehr Spass. :D Meiner Frau gefiel allerdings der Huberwein besser. :shock:
Grüße
AmonA (aka Volker)
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amateur des vins

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Re: Bernhard Huber

BeitragMi 1. Mai 2019, 18:49

Hi Volker, laß' uns einen Club aufmachen! (nee, besser nicht...)

Stilistik - kannst Du von ihr abstrahieren, und wie siehst Du die (relative) Qualität jenseits ihrer?
Besten Gruß, Karsten
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AmonA

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Re: Bernhard Huber

BeitragMi 1. Mai 2019, 20:14

amateur des vins hat geschrieben:...Stilistik - kannst Du von ihr abstrahieren, und wie siehst Du die (relative) Qualität jenseits ihrer?

Hallo Karsten, ui, das fällt mir etwas schwer, da ich keine "Referenz" zu älteren Weinen beider Stilistiken habe. Ich habe überwiegend weisse Burgunder in der Preisklasse < 30 € getrunken und nur sehr wenige, die an der 100 € Marke gekratzt haben. Alle waren bisher sehr jung (3 - 9 Jahre alt), aber alle zeigten eine Stilistik ähnlich wie der "kleine" Boillot: verhaltene Nase, kräftig am Gaumen (sozusagen im "Mittelteil") und feiner Abgang. Den Bourgogne blanc von Boillot sehe ich als typischen Vertreter und bin gespannt auf seine Entwicklung (gelesene Prognose 2025+).
Der "kleine" Huber ist gerade das Gegenteil: "laut" im Geruch und im Abgang, im Mittelteil fehlt's a bisserl. Qualität ist zweifellos vorhanden, ich merke den Wein immer noch am Gaumen. Aber das ist weder gebietstypisch noch burgundisch - der Wein ist einfach Julian Huber. Aufgrund der Säure wird der Wein gut altern können, aber was wird übrigbleiben? Wenn er im Alter nur noch sauer schmeckt, war es ein misslungenes Experiment.
Grüße
AmonA (aka Volker)
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AmonA

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Re: Bernhard Huber

BeitragSa 18. Mai 2019, 17:33

Nachdem wir gestern einen etwas fehlerhaften SB "Alte Reben" von 2015 im Glas hatten, nun den Jahrgang 2016, diesmal im Goldfischglas:
Helles Granatrot, kein Toasting wie früher spürbar, der Kalkstein springt einem fast in die Nase, etwas Kirsche, am Gaumen sehr pur, freundlich ausgedrückt, im Abgang beisst bei mir die Säure wieder zu, allerdings setzt sich Sauerkirsche noch für Minuten durch. Alter Falter, was für ein Wandel in der Stilistik. Ich werde die Entwicklung meiner Weine von 2015 und 2016 noch verfolgen und dann erst mal mit den Huberbuam aussetzen. Diesen Weinstil mag ich gar nicht, vielleicht die Jüngeren mit robusterem Magen... :o :lol:
Grüße
AmonA (aka Volker)
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