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Deutsche Rotweincuvees bis 15 EUR

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maha

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Deutsche Rotweincuvees bis 15 EUR

BeitragMi 29. Aug 2018, 15:46

Und hier auch mal wieder eine VKN

Ich sollte Weine besorgen. Die Aufgabenstellung war: 6x Weiss und 6x Rot, Preisklasse bis ca 15 EUR, Publikum: Biertrinker und Gelegenheits-Weintrinker.

Weiß hab ich (nach kurzer Rückfrage hier im Forum) einfach entschieden: M. Müllen, Kröver Paradies Kabinett Feinherb 2016

Bei Rot hab ich mir ein Probierpaket kommen lassen.
Die ersten drei wurden bereits getestet:
1) Win Win Rot 2013 – von Winning
2) Zunderobsi 2011 – Ziereisen
3) Mano Negra 2015 – Phillip Kuhn

Win Win Rot 2013, von Winning:
Eine Cuvee aus Spätburgunder, Dornfelder, Cabernet Sauvignon, Merlot Lemberger und auch Cabernet Cubin (hab ich noch nie gehört), im Stückfass und im Barrique ausgebaut. Für viele sicher ein crowd pleaser. In der Nase viel dropsige Frucht (ich finde der Dornfelder sticht zu sehr heraus), Kirsche und Holunder, bissi Pflaume und Nelke. Am Gaumen etwas zu süß für meinen Geschmack. Auch hier ist mir die Frucht zu kitschig. Anklänge von Mineralität sind da.
Wahrscheinlich gefällt das der Masse, mir nicht. Kostet knapp 14 Steine

Zunderobsi 2011 – Ziereisen
Wie alles von Ziereisen - zumindest was ich bisher probiert habe - etwas freakig. Auch diese Einstiegs Cuvee aus Regent und etwa 10 % Syrah (12 EUR). „Das vollreife Lesegut wurde in Handarbeit gepflückt und anschliessend 5 Wochen an der Maische vergoren. Danach wurde der Wein in gebrauchten 225 Liter Holzfässern ausgebaut“ (Quelle: Wein Forster)
Eine gelungene Mischung, wie ich finde. In der Nase würzig-dunkelfruchtig. Cassis und etwas Leder, Kaffee. Im Mund schon fast Pauilacesk mit Bleistift und dunkler Schokolade. Auch hier Früchte, nicht ganz so dunkel. Der Regent bringt etwas Tannin und Johannisbeere, der Syrah eine angenehme Säure und Würze. Kein Schmeichler mit etwas Ecken und Kanten. Gefällt mir wesentlich besser. Den anderen auch? Ich bezweifel es.

Mano Negra 2015 - Phillip Kuhn
„Die beiden Rebsorten (Cabernet Sauvignon und Blaufränkisch) wachsen auf Laumersheimer Böden, die aus Lösslehm und Kalksteingries bestehen. Die Trauben werden entrappt und nach der traditionellen Maischegärung rund zwei Wochen vergoren. Die beiden Rotweine werden getrennt voneinander in kleine gebrauchte Barriquefässer abgefüllt und dann für etwa 17 Monate gelagert. Die Vermählung der beiden Weine erfolgt nur kurz vor dem Abfüllen“ (Quelle: Wein Forster)
Wow, für 14 EUR ist das schlicht genial. Mano Negra heisst ja „schwarze Hand“, und wirde angeblich danach benannt, dass man diese beim einmaischen der farbintensiven Trauben bekommt. Und der Wein ist auch sehr farbintensiv. Dunkel, fast lila.
Hammer Cabernet Nase, Schwarze Johannisbeere, Pflaume. Zum reinriechen. Am Gaumen straff, kühl und auch dunkel. Viel Blaubeere, geile Säure, Dörrpflaume, Tabak, Schwarztee. Etwas schwarzer Pfeffer und ganz leicht Nelke.
Mir gefällt das sehr gut (Mdme. maha ebenfalls) und damit ist die Entscheidung auch gefallen. Der Kuhn darf mit ins Rennen.

Die anderen 3 kommen irgendwann später auf den Prüfstand: Rings – Roter Satz, Leitz Red und Friedrich Becker – Ink red
To be continued (kann aber noch dauern)

Gruss
Marko
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Jochen R.

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Re: Deutsche Rotweincuvees bis 15 EUR

BeitragMi 29. Aug 2018, 16:10

Hallo Marko,
Collegium Wirtemberg - Salucci :idea:
Das ist richtig gut und kaufe ich für mich
persönlich hin und wieder. Sicherlich mit
Jahrgangs-abhängigen Schwankungen!
Kann gerne mal eine Flasche zum testen
mitbringen.

Viele Grüße,
Jochen
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glauer

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Re: Deutsche Rotweincuvees bis 15 EUR

BeitragMi 29. Aug 2018, 16:36

Ich finde auch, dass Württemberg in dem Bereich ganz weit vorne spielt. Sowohl Knauss als auch Beurer haben einen Basisrotwein, der je um die 8 Euro kostet und eigentlich immer grosses Trinkvergnügen bietet. Man muss allerdings einen etwas leichteren und vor allem frischen Weinstil mögen (bei Knauss kann es auch in manchen Jahren etwas wuchtiger werden). Knauss hat jetzt auch eine Cuvee in etwas höherer Preislage (11.50), den Wein habe ich aber noch nicht probiert.
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Herr S.

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Re: Deutsche Rotweincuvees bis 15 EUR

BeitragMi 29. Aug 2018, 16:43

Hallo Marko,

der Mano Negra hat sich über die Jahre zu meiner Allzweckwaffe entwickelt. Außer bekennende "Spätburgunder feinherb"-Trinker (ich rede von wirklich süßem Stoff), kann man eigentlich jeden damit einfangen. Wenn er sich mal ergibt probier die Cuvee S von Brand. Ich hatte das Zeug mal blind an der südlichen Rhone verortet, bis mir der Wirt steckte, dass es sich um eine Cuvée aus Dornfelder und Portugieser handelt (ohne Gewähr für die Korrektheit). Der gemeinsame Nenner ist beim Mano Negra sicherlich größer, aber für das ein oder andere Aha-Erlebnis dürfte der Wein sorgen. Ggf. bringe ich Dir mal eine Flasche mit, zur Ducru-B-Probe habe ich mich schon vormerken lassen!

Viele Grüße,
Björn
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(Wandspruch im "Het Goudblommeke in Papier")
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Jochen R.

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Re: Deutsche Rotweincuvees bis 15 EUR

BeitragMi 29. Aug 2018, 16:48

Herr S. hat geschrieben:..., zur Ducru-B-Probe habe ich mich schon vormerken lassen!

Viele Grüße,
Björn

Hui, da möchte ich aber auch dabei sein!
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anonymouse

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Re: Deutsche Rotweincuvees bis 15 EUR

BeitragMi 29. Aug 2018, 16:52

Ein weiterer absoluter Crowd-Pleaser, den ich aber nie zu gefällig, einfach oder süß fand, ist die "Rote Jura" Cuvée von Dolde, die normal sehr Spätburgunder-lastig ausfällt und für 9 Euro viel liefert.

Danke für den Hinweis auf den Signatur Rot von Knauss. Der wird übernächste Woche probiert.
Wir haben aber gar keine Pistolen, unterbrach ihn Momo bekümmert.
Dann machen wir es eben ohne Pistolen, antwortete Gigi großartig.
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Canardo

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Re: Deutsche Rotweincuvees bis 15 EUR

BeitragMi 29. Aug 2018, 17:46

Ich werfe mal folgendes in den Ring:

Braunewell, Der kleine Francois

Cuvée aus Spätburgunder, St. Laurent, Merlot, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon.
Liegt mit um die € 15,00 am oberen Ende der Preisskala. Wartet dafür mit "internationaler Stilistik" auf, die schon höheren Ansprüchen genügt und den "Anfänger" erstaunen wird, wenn man ihm eröffnet, dass so etwas aus Rheinhessen kommt.


Schnaitmann, Evoé!

Cuvée aus Cabernet Dorsa, Cabernet Cubin, Cabernet Dorio, Lemberger und Dornfelder.
Schmeckt besser, als das klingt. Typ "Pizzawein". Für ca. € 8,50 top Preis-Genuss-Verhältnis.

Was bei Bier- und Gelegenheitstrinkern erfahrungsgemäß natürlich auch für ein "Erweckungserlebnis" in Sachen deutscher Rotwein sorgen kann, ist der Black Print des in "Kennerkreisen" viel geschmähten Markus Schneider. Stichwort: Wurm, Fisch und Angler...

Gruß,
Canardo
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glauer

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Re: Deutsche Rotweincuvees bis 15 EUR

BeitragMi 29. Aug 2018, 18:00

anonymouse hat geschrieben:Ein weiterer absoluter Crowd-Pleaser, den ich aber nie zu gefällig, einfach oder süß fand, ist die "Rote Jura" Cuvée von Dolde, die normal sehr Spätburgunder-lastig ausfällt und für 9 Euro viel liefert.

Danke für den Hinweis auf den Signatur Rot von Knauss. Der wird übernächste Woche probiert.


Den Dolde hätte ich auch beinahe erwähnt, hatte ihn aber länger nicht mehr.
Bin gespannt was die Signatur bietet.
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maha

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Re: Deutsche Rotweincuvees bis 15 EUR

BeitragMi 29. Aug 2018, 19:33

Danke für die vielen Tipps.
Und schon wieder hat sich das Forum ausgezahlt. Soll einer sagen hier gäbs keinen traffic. Pah ;)

Den einen oder anderen werde ich gerne mal antesten.
Letztes Jahr hatte ich den "einfachen" Cote du Rhone von Guigal im Gepäck. Auch der hat schon für ordentlich Aha gesorgt. .

Jochen, Björn. Ich würde mich riesig freuen euch zur Ducru Probe zu sehen. Ich werde sicher da sein. Die Gänse Probe zum Jahresabschluss ist immer was besonderes.
Und über Probierfläschchen freu ich mich natürlich auch immer 8-)

Gruß Marko
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maha

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Re: Deutsche Rotweincuvees bis 15 EUR

BeitragMi 29. Aug 2018, 19:38

Herr S. hat geschrieben:Hallo Marko,

der Mano Negra hat sich über die Jahre zu meiner Allzweckwaffe entwickelt. Außer bekennende "Spätburgunder feinherb"-Trinker (ich rede von wirklich süßem Stoff), kann man eigentlich jeden damit einfangen. Wenn er sich mal ergibt probier die Cuvee S von Brand. Ich hatte das Zeug mal blind an der südlichen Rhone verortet, bis mir der Wirt steckte, dass es sich um eine Cuvée aus Dornfelder und Portugieser handelt (ohne Gewähr für die Korrektheit). Der gemeinsame Nenner ist beim Mano Negra sicherlich größer, aber für das ein oder andere Aha-Erlebnis dürfte der Wein sorgen. Ggf. bringe ich Dir mal eine Flasche mit, zur Ducru-B-Probe habe ich mich schon vormerken lassen!

Viele Grüße,
Björn

Wenn meine Recherchen richtig sind (ich hab nur mal kurz gegoogelt) dann ist die Cuvee S aus 100% Cabernet Mitos.
Was übrigens sehr interessant ist, denn, zumindest aus 2015, gibt es auch einen Cabernet Mitos trocken. Für 2,50 weniger :lol:
Du wohnst doch direkt neben den Brands, oder? Frag die doch mal bei Gelegenheit wo da der Unterschied ist
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