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Mourvèdre

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amateur des vins

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Mourvèdre

BeitragSo 26. Aug 2018, 13:25

Welche Aromen verbindet ihr mit (reinsortigem) Mourvèdre?

Ich assoziierte bisher dunkelbeerige (Brombeere), kräuterwürzige Weine, mit einer Tendenz zu fleischigen oder sogar animalischen Noten (Haarwild). Bei meiner Recherche eben fand ich Hinweise, daß das bis zu "nassem Fell" gehen kann; außerdem gerne im Verbund mit Stall (Inklination zu Brett wurde nachgesagt), und auch marmeladige Noten seien nicht untypisch. So weit, so gut.

Ich frage, weil ich gerade einen 2010er Matissat im Glas habe, der bis auf Brett und nasses Fell all das aufweist. Aber die Farbe beim Einschenken und die erste Nase, bzw. wenn er im Glas zur Ruhe kommt, schienen mir deutlich oxidiert, so sehr, daß ich spontan von einem Fehler ausging. Der Korken ist perfekt und von höchster Qualität. Wenn man schwenkt, gehen die Aromen eher in Richtung zwar (über)reifer Früchte; marmeladig, aber Oxidation ist kaum zu erkennen, wenn überhaupt. Und am Gaumen ist der Wein dann - besonders nach dem Auftakt - überraschend klar, kühl und geradezu (relativ) "schlank": Keine Spur von Oxidation.

Ist es normal, oder zumindest nicht ungewöhnlich, daß Mourvèdre initial "oxidiert" wirkt, ohne es zu sein? Kann massiver Extrakt wirklich Oxidationsnoten am Gaumen überdecken, die in der Nase stören?
Besten Gruß, Karsten
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weingeist

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Re: Mourvèdre

BeitragSo 26. Aug 2018, 17:08

Ich sage es jetzt ganz brutal und ungeschminkt - "Fäkalien".

Ich habe bis dato ein einziges Mal einen reinsortigen Mourvèdre vorgesetzt bekommen, das war auf einem Seminar der Weinakademie in Rust. Seit diesem Erlebnis habe ich um diese Sorte einen großen Bogen gemacht. Deine Beschreibung klingt noch relativ harmlos, für mich war das damals "Fäkalgeruch" pur.
Liebe Grüße
weingeist
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amateur des vins

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Re: Mourvèdre

BeitragSo 26. Aug 2018, 19:38

weingeist hat geschrieben:Ich sage es jetzt ganz brutal und ungeschminkt - "Fäkalien".
Eher Richtung Gülle, Kläranlage oder Katzenklo? :mrgreen:

Was die Oxidationsnoten angeht: 6h später und leicht gekühlt, ist davon nichts mehr festzustellen. Was mich komplett irritiert, denn ich war mir ziemlich sicher (auch wenn Mme. Amatrice das von Anfang an nicht fand). Ist es also doch meine Fehlinterpretation eines Rebsortenaromas?
Besten Gruß, Karsten
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weingeist

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Re: Mourvèdre

BeitragSo 26. Aug 2018, 19:46

amateur des vins hat geschrieben:Eher Richtung Gülle, Kläranlage oder Katzenklo? :mrgreen:

Sagen wir mal so, wenn wir beide hier scho so tief gehen ;) ;) ;) - übergegangene Kläranlage oder nicht ausgepumptes Plumpsklo. Und jetzt höre ich wieder auf damit, .... aus, Ende, "time out"... :lol:
Liebe Grüße
weingeist
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Tannat

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Re: Mourvèdre

BeitragMo 27. Aug 2018, 04:31

Eigentlich sehr schade wie hier eine sehr spannende Traubensorte schlecht gemacht wird aufgrund von 1-2 Proben.
Wenn ein Wein nicht sauber hergestellt wird schmeckt er halt kacke das gibt es anderswo aber genauso.

Ich habe schon etliche reinsortige Mourvedre oder auch Monastrell getrunken und da waren sehr tolle und manchmal auch eigenwillige Weine dabei.
Aber genau das ist doch das spannende an der Sache zumindest sehe ich das so.

Guten Start in die Woche....
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amateur des vins

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Re: Mourvèdre

BeitragMo 27. Aug 2018, 06:07

Guten Morgen, Marc,

hast Du denn dabei auch schon mal "volatile Oxidationsnoten" assoziiert?
Besten Gruß, Karsten
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weingeist

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Re: Mourvèdre

BeitragMo 27. Aug 2018, 06:35

Lieber Marc,

hier redet niemand eine Traubensorte schlecht, ich habe, auf Frage eines anderen, nur meinen persönlichen Eindruck, den ich eben empfunden habe, beschrieben. Das sei mir geade noch erlaubt.
Liebe Grüße
weingeist
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Gerald

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Re: Mourvèdre

BeitragMo 27. Aug 2018, 07:01

Hallo,

nach meiner Einschätzung wird der Einfluss der Rebsorte in Weinen ohnehin stark überschätzt - ich denke, den größten Anteil hat der Winzer selbst mit Anbau, Lesezeitpunkt und besonders auch Kellertechnik. Und aus einem einzigen Wein auf die Rebsorte ganz allgemein zu schließen, scheint mir vielleicht ein bisschen gewagt.

Interessant daher auch, was in der VKN-Datenbank dazu zu finden ist:

https://www.verkostungsnotizen.net/vkn_ ... DetMax=100

Grüße,
Gerald
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weingeist

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Re: Mourvèdre

BeitragMo 27. Aug 2018, 07:19

Gerald hat geschrieben:Und aus einem einzigen Wein auf die Rebsorte ganz allgemein zu schließen, scheint mir vielleicht ein bisschen gewagt.

Absolut, deshalb auch meine zweite Antwort mit einigen Smileys versehen.

Willi Balanjuk hat uns damals mit den Worten "ihr werdet jetzt einen Eindruck in der Nase gewinnen, den ihr womöglich noch nie - jedenfalls beim Trinken von Wein - hattet" auf den Wein "vorbereitet". Und wie recht er hatte :lol:. Ich persönlich tue mir das jedenfalls kein zweites Mal mehr an, somit hast Du natürlich ebenso recht, dass meine Aussage dazu sehr gewagt ist.
Liebe Grüße
weingeist
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Gerald

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Re: Mourvèdre

BeitragMo 27. Aug 2018, 07:34

Die paar reinsortigen Monastrell (sollte ja identisch mit Mourvèdre sein, oder?), die ich bisher getrunken habe, waren jedenfalls allesamt in Ordnung und ohne jegliche unangenehme Noten.

Ganz allgemein ist es aber sehr oft eine Frage der Dosierung, so können viele - in hoher Konzentration als ekelhaft empfundene - Aromen in minimalen Mengen als fantastische Bereicherung der Komplexität bejubelt werden. :D

In der Parfumerie ist das meines Wissens ganz alltäglich. Viele Komponenten, die in Reinform definitiv nach Fäkalien riechen, gelten in kleiner Menge als besonders "sinnlich" ...

Grüße,
Gerald
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