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Julia Bertram

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Georg R.

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Julia Bertram

BeitragSo 20. Mai 2018, 12:35

...heißt jetzt Baltes und hat meiner Meinung nach, nachdem ich Ihre Kollektion auf dem elterlichen Weingut Ernst Sebastian verkosten durfte, einen eigenen Thread verdient.

Spätburgunder Handwerk 2016
Ein schlanker, frischer Einstiegswein den man auch leicht gekühlt auf der Terrasse genießen kann.
Der Wein beweist, daß man auch ohne hohe Alkoholwerte ne Menge Geschmack in die Flasche bringen kann.
Vorbildliche 11.5% (11€)

Dernauer Spätburgunder 2016
Auch dieser Wein sehr schlank mit 12%, feine Pinotnase, hat Substanz und eine markante Säure, das Holz noch schmeckbar aber schon gut eingebunden. Hat richtig Zug - am Gaumen erinnert er mich ein wenig an den 15er Malterdinger von Huber. (17€)

Spätburgunder Trotzenberg 2016
Ganz feine Nase, Schieferwürze, Kirschen, tief, komplex, das Holz ist nie dominant sondern trägt den Wein, am Gaumen wieder diese frische knackige Säure...und all das bei nur 12.5%
Wow!...das ist Pinot wie ich ihn liebe. (38€)


13 Weinprobe Julia Bertram.JPG
.

Bei allen Weinen fällt auf, daß sie sehr schlank und frisch sind, die Säurewerte scheinen höher zu liegen als es in der Region üblich ist. Trotz der geringen Alkoholgrade besitzen sie aber immer genügend Substanz.

Erstaunlich, wie jemand in jungen Jahren schon solch geschliffene präzise Weine in die Flasche füllt.
Chapeau!


Gruß
Georg
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Ralf Gundlach

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Re: Julia Bertram

BeitragDo 31. Mai 2018, 22:51

Im Glas: 2016 Handwerk Spätburgunder
Das hat mich schon gereizt, einen Basis-Spätburgunder mit so wenig Alkohol zu probieren, obwohl die aufgerufenen 11,50 Euro bei Vinocentral für einen Basiswein sehr ambitionbiert sind. In der Nase riecht er erstaunlicherweise eher wie ein Badener, sprich leichte, geräucherte Speckstreifennoten, am Gaumen schlank, aber kraftvoll, das ist ein richtiger SB Kabinett. Zeigt schöne Noten von Sauerkirschen, dabei sehr mineralisch. Kräftige, aber perfekt eingebundene Säure.
Wenn das ein Riesling wäre, dann von Martin Müllen. Und wenn das ein Silvaner wäre, dann von Teschke (gestern den 2016 Ohne Grenzen getrunken, klasse). Schlanke Weine mit viel Extrakt. Zum richtigen Zeitpunkt perfekt gelesen. Perfekt viniviziert. Sehr eigenständig. Da passen auch hier die 11,50 Euro. Dieser Wein wäre auch perfekt zu einem gegrillten Rumpsteak, da hat er genügend Substanz für. 88 Punkte. Samt Schraubverschluß ;) . Den Blanc de Noirs habe ich auch probiert, nicht schlecht, aber für das gleiche Geld trinke ich doch lieber den Spätburgunder, da ist z.B. der Blanc de Noirs von Fiebrich viel spannender, wenn es schon über 10 Euro geht.

Viele Grüsse

Ralf
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Ralf Gundlach

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Re: Julia Bertram

BeitragFr 1. Jun 2018, 20:46

Noch ein kurzer Nachtrag: die Specknoten sind am zweiten schlichtweg und einfach: weg! Ahr pur!
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Georg R.

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Re: Julia Bertram

BeitragSa 2. Jun 2018, 22:19

Hallo Ralf,

Spätburgunder Kabinett trifft es genau richtig.
Die allermeisten Weine die Vorort zur Verkostung angeboten wurden, stammten aus 2015, da war ich schon darauf vorbereitet, daß sie eine jahrgangsbedingte Fülle mitbringen, die Weine von Julia Bertram waren 2016er.

Ich frage mich ob das schon ein eigener Stil ist oder doch auch typisch für die Ahr und lediglich der Jahrgang den Unterschied ausmachte.

Gruß
Georg
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Ralf Gundlach

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Re: Julia Bertram

BeitragSa 2. Jun 2018, 22:24

Hallo Georg,

das liegt an den Ambitionen der Julia Bertram , da bin ich mir sicher!

Gruß

Ralf
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Georg R.

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Re: Julia Bertram

BeitragSa 2. Jun 2018, 22:31

Wenn das so ist dann hat sie einen neuen Stammkunden :)

Gruß
Georg
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weinaffe

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Re: Julia Bertram

BeitragSo 3. Jun 2018, 13:28

Hallo zusammen,

Julia Bertram verzichtet so weit wie möglich auf jegliche Chaptalisation und produziert daher PN im "Roten-Riesling-Stil". PN muss nicht unbedingt 13 und mehr Umdrehungen haben, um richtig gut zu schmecken. Der 2015er Dernauer Ortswein mit seinen 12 Vol. % zeigt exemplarisch, dass Klasse auch bei wenig Alkohol möglich ist. Ich persönlich mag diesen Stil unheimlich gerne.

Grüsse
Bodo
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Re: Julia Bertram

BeitragSo 3. Jun 2018, 13:57

Hallo Bodo,
ich stelle immer wieder fest, daß die Meinung weit verbreitet ist, daß es -bei trockenen Weinen- eine lineare Abhängigkeit zwischen Alk-Gehalt und der Aromendichte gibt. Daß es da ganz andere Mechanismen gibt -die man allerdings beherrschen muß- ist eher unbekannt und führt in meinem Umfeld regelmäßig zu erstaunten Bemerkungen wie "Nur 12 Umdrehungen? Schmeckt wie 14einhalb..."
Viele Grüße
Erich


Über Geschmack soll man nicht streiten, vorausgesetzt man hat einen...
https://ec1962.wordpress.com/

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