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2017 Keller

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dylan

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Re: 2017 Keller

BeitragDo 6. Sep 2018, 19:12

Bernd Schulz hat geschrieben:
Bradetti hat geschrieben:Das Weingut könnte das Spekulieren schon unterbinden. Nämlich indem es dem Beispiel der DRC folgt.
Die DRC versieht alle Flaschen mit einer laufenden Nummer und welcher Käufer welche Flaschen mit welchen Nummern kauft wird dokumentiert.
Taucht eine Flasche mit Nr. 12345 von Käufer XY bei ebay auf, darf er beim erwischt werden davon ausgehen, dass er von der Zuteilungsliste des Weinguts gestrichen wird...


Das wäre eine Möglichkeit.

Im Sinne der Vermeidung von Spekulation wäre es allerdings eine noch viel einfachere Maßnahme, keine "Kisten" zu verkaufen, sondern die Spitzenweine ausschließlich so zu vermarkten, wie das die anderen erstklassigen Betriebe auch machen. Meines Wissens gibt es weder eine "Dönnhoff-Kiste" noch eine "Wittmann-Kiste" noch eine "J.J. Prüm-Kiste" noch.......

Herzliche Grüße

Bernd


Das würde wohl nicht viel ändern. Nicht die Kiste, sondern deren Inhalt ist schließlich das Objekt der Begierde. Und was die Vermarktung angeht:
Ich sehe immer wieder, daß Händler die GG von Keller mit moderaten Aufschlägen listen, jedoch nicht verfügbar haben.
Ich halte es für durchaus möglich, daß einige dieser Händler auf den bescheidenen Gewinn beim Privatkundengeschäft pfeifen
und stattdessen die ihnen vom Weingut zugeteilten Flaschen direkt in den Sekundärmarkt geben.

Beste Grüße

dylan
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Bernd Schulz

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Re: 2017 Keller

BeitragDo 6. Sep 2018, 20:27

dylan hat geschrieben:Das würde wohl nicht viel ändern. Nicht die Kiste, sondern deren Inhalt ist schließlich das Objekt der Begierde.


Ob es da ausschließlich um den Inhalt geht, weiß ich nicht. Der Erzeuger hat es halt geschafft, die "Keller-Kiste" als Kultobjekt zu etablieren. Es geht hier (und beim G-MAX, der auch Kultstatus erreicht hat) um etwas anderes als bei den einzelnen Lagenweinen. Deren Qualität im einzelnen (die sicherlich sehr gut ist), ist in der Perspektive derjenigen, die die "Kiste" kaufen oder besitzen wollen, nicht so vorrangig wie die Summe der Weine als solche, würde ich meinen wollen.

Auf jeden Fall befördert ein Erzeuger, der bewusst Kultobjekte produziert, damit auch das spekulative Element im Handel mit derartigen Produkten. Anders kann ich das nicht sehen, wobei es noch einmal auf einem anderen Blatt steht, wie erfreulich oder unerfreulich ich das persönlich finde. Es gibt ja eine nachvollziehbare Argumentationslinie, die darauf abzielt, dass das, was Keller in puncto Preisniveau erreicht hat, der internationalen Reputation des deutschen Rieslings sehr genutzt hat....

Herzliche Grüße

Bernd
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EThC

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Re: 2017 Keller

BeitragDo 6. Sep 2018, 20:52

Bernd Schulz hat geschrieben:Es gibt ja eine nachvollziehbare Argumentationslinie, die darauf abzielt, dass das, was Keller in puncto Preisniveau erreicht hat, der internationalen Reputation des deutschen Rieslings sehr genutzt hat...

Da ist sicher was dran, aber das erhöht die Attraktivität dieses Weinguts für mich nicht. Die "großen" Sachen kenne ich -leider- nicht, da einfach preislich zu weit über dem, was ich bereit bin, für Wein auszugeben, vor allem, wenn ich's blind kaufen müßte. Wäre zwar schön, wenn ich da mitreden könnte, aber...
Mitreden kann ich nur bei einigen Orts- und Gutsweinen, die waren allesamt soweit ganz ok, aber auch nichts wirklich herausragendes, vor allem, wenn man sich den jeweiligen Preis dazu anschaut. Aber wenn man die Sachen für das Geld zuverlässig losbekommt, warum sollte man sie dann für weniger Geld verhökern. Würde ich genauso machen...
Viele Grüße
Erich


Über Geschmack soll man nicht streiten, vorausgesetzt man hat einen...
https://ec1962.wordpress.com/
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Bradetti

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Re: 2017 Keller

BeitragDo 6. Sep 2018, 21:23

Hallo EThC,
da ist was dran.
Und wenn man die Preise der Keller-GG's heranzieht, die bei eBay und Co erzielt werden, hast du qualitativ im Vergleich mit anderen deutschen Top-Erzeugern nix verpasst - behaupte ich mal.
Ich hatte kürzlich für eine Flasche kirchspiel GG 2014 100€ privat angeboten bekommen. Da habe ich nicht lange überlegt und die Flasche abgegeben. Für das Geld hab ich mir 4 grandiose trockene Auslesen 2009 von j.b. Becker nachgekauft.

Nicht falsch verstehen, ich finde die Keller- GG's toll und bin bereit, dafür den Subs- Preis zu bezahlen. Aber mehr nicht. Da gibt's dann ganz klar Super-Alternativen - steht dann halt nicht Keller drauf.
Wer's braucht...
Im internationalen Kontext sind die Keller-GG's natürlich unter Preis/Qualitäts-Aspekten preiswert - zumindest kirchspiel, Hubacker und Abtserde.

Am Ende zählt wie immer, wie viel man für wie viel Genuss ausgeben möchte / kann.
Das kann man dann nicht nur auf Keller projizieren....
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Bernd Schulz

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Re: 2017 Keller

BeitragDo 6. Sep 2018, 21:50

EThC hat geschrieben:Da ist sicher was dran, aber das erhöht die Attraktivität dieses Weinguts für mich nicht.


Erich, für mich am Ende auch nicht! Das Argument ist für mich nachvollziehbar, aber keineswegs mein Argument....

EThC hat geschrieben:Die "großen" Sachen kenne ich -leider- nicht....


Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole :oops: : Bei Norbert Kreutzer hatte ich weiland mal einen G-MAX im Glas. Das war schon ein sehr guter Wein, wohl einer der zwanzig besten trockenen Rieslinge, die ich in meinem Leben getrunken habe - wobei die anderen neunzehn Exemplare etwas anders gepreist waren..... ;)

Ansonsten kenne ich die großen Sachen leider auch nicht.

Herzliche Grüße

Bernd
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BerlinKitchen

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Re: 2017 Keller

BeitragSa 8. Sep 2018, 19:16

2017 Keller "Feuervogel" Silvaner

Öffnet sich erst nach 4-5 Tagen. Beeindruckend klar, kühl, präzise, elegant und im Finish eine zarte Frucht.
Ich glaube nicht, daß es noch allzuviele Silvaner gibt, die das noch toppen können.

Man merkt mal wieder was für ein Genie KP ist. Es sind eben nicht nur die GGs oder G-Max, dazu kommen noch Scheurebe, Kabinett, Spätburgunder, Riesling restsüss und Silvaner + Ausbildung der Jungwinzer, die Praktikum bei ihm machen.


Bild


Grüße aus Berlin,
Martin Zwick
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duhart09

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Re: 2017 Keller

BeitragSo 16. Sep 2018, 11:01

An die Keller-Profis hier: wie ist denn der "normale" trockene Nierstein (QbA) von Keller qualitativ einzuordnen? Wurde (wird??) vom Weingut limitiert angeboten zum gleichen Preis wie Kirchspiel/Hubacker. Scheint aber nicht so gehypet zu sein/keinen so spekulativ geprägten Sekundärmarkt wie bei den Keller-GGs zu geben. Irgendwelche Erfahrungen mit 2017 (außer den hier schon geposteten) oder früheren Jahrgängen?

Gruß
Uli
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Invest

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Re: 2017 Keller

BeitragDi 18. Sep 2018, 12:32

Apropos Scheurebe 2017, die hatte ich gestern Abend im Glas:

Spontistinker, keine Frucht wahrnehmbar, reduktiv und karg, ein wenig bitter. Deutliche Säure, Aromen von Steinen, Mineralität und Salz. Trinkspass eher gering. Nur etwas für Freaks und Hardcore Trinker. Was Klaus Peter Keller da wohl geritten hat ;-). Nächste Flasche in zwei Jahren.

Viele Grüsse
Christian

P.S.: Tage zuvor gab es den 16er von der Fels. Ein Wein mit der nötigen Kraft und dennoch dezent und edel. Hat alles, was es für viel Trinkfreude braucht. Qualitativ auf Augenhöhe dazu der einfache 2017er Riesling von Battenfeld Spanier. Für nur 12 Euro ein sehr erfreuliches intensives Rieslingerlebnis mit tollem Trinkfluss. Im Vergleich dazu war der 17er Tonschiefer von Dönnhoff blass und es fehlte ein wenig die Substanz. Und letzteres ist wahrlich kein schlechter.
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Leo

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Re: 2017 Keller

BeitragSo 23. Sep 2018, 17:14

[quote="duhart09"]An die Keller-Profis hier: wie ist denn der "normale" trockene Nierstein (QbA) von Keller qualitativ einzuordnen? Wurde (wird??) vom Weingut limitiert angeboten zum gleichen Preis wie Kirchspiel/Hubacker. Scheint aber nicht so gehypet zu sein/keinen so spekulativ geprägten Sekundärmarkt wie bei den Keller-GGs zu geben. Irgendwelche Erfahrungen mit 2017 (außer den hier schon geposteten) oder früheren Jahrgängen?

Ich habe direkt vom Weingut je eine Kiste vom 16er und auch vom 17er Niersteiner erhalten.

Beides sind excellente Qualitäten auf GG-Niveau. Nicht umsonst vergibt der aktuelle G-Millau für den 16er respektable 96 P.

Es wären nicht die Kellers, wenn sie nicht noch eine Stufe darüber anzubieten hätten. Diese Tropfen wandern aber wohl vornehmlich in die Kellerkisten und auf Versteigerungen.

Die Niersteiner Ortswein sind so gesehen fast Schnäppchen, und das gilt auch für den 17er "von der Fels", den ich gerade vor mir im Glas habe.Da würde sich so manches GG die Zähne daran ausbeißen...

Gruß Leo
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BerlinKitchen

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Re: 2017 Keller

BeitragSo 23. Sep 2018, 21:30

760€ für 2017 Pettenthal GG bei der Versteigerung in Bad Kreuznach.
"Ein Leben ohne Riesling ist zwar möglich, aber sinnlos!"
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