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Ökonomierat Rebholz

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EThC

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Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragSa 31. Aug 2019, 22:12

Ollie hat geschrieben:"Extraktsuesse" gibt's nicht.

Ach was... :twisted:
Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
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Ollie

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Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragSo 1. Sep 2019, 19:57

OK, weil ich von Chemie keine Ahnung habe (und bevor ich von gepufferten pH-Werte anfange), komme ich mit Statistik. :P

Es koennte sein, dass sich bei Weinen der pH-Wert ueber recht kleine Spannen abspielt, auch wenn sich der Gehalt an titrierbarer Gesamtsaeure verhaeltnismaessig stark aendert. Dann wuerde diese sehr schwache Aenderung des pH-Werts (die flache Steigung) in Versuchsreihen fuer einen deutlich schlechteren Korrelationskoeffizienten sorgen als die Aenderung der Gesamtsaeure, und alles waere "nur" ein statistisches Artefakt. Hmmmm.

Ich sollte die Publikation auf einer Festplatte haben, aber leider ist die Festplatte in Potsdam, und Potsdam habe ich gerade nicht dabei. :D

Cheers,
Ollie
Die Erde ist flach, und wir leben auf ihrer Innenseite.
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amateur des vins

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Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragMi 2. Okt 2019, 18:00

Gestern und jetzt gerade den Rest im Glas: mal wieder

Rebholz, Chardonnay R 2015

Helles Goldgelb mit leichtem grünlichen Schimmer.
Tiefe, komplexe Nase: nussig; Holz deulich, aber sehr harmonisch und gut integriert; dunkler Zitrus, Kräuter sowie Ingwer.
Am Gaumen dito; Orange deutlicher. Ganz leicht cremig, frische Säure (aber nicht bissig) - schön! Leichte Adstringenz. Leicht herbe Würze imlangen Abgang.

Ich mag das sehr!
Das Holz wird sich noch ein bißchenbesser integrieren und zur Komplexität beitragen.

[+1d] Wenn überhaupt, ist die Würze und Nussigkeit heute ausgeprägter und das Holz noch weniger prominent. Die Säure ist für mich perfekt: frisch bis knackig, aber nicht bissig, und kein bißchen grün.

Ich weiß ja, daß der Wein polarisiert. Aber ich find' das richtig gut! 8-)

...muß aber zugeben, daß zurückliegende Begegnungen sich mitunter nicht ganz so schön wie diese Flasche zeigten.
Besten Gruß, Karsten
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amateur des vins

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Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragSa 12. Okt 2019, 16:33

Das habe ich gestern Abend schoneinmal getippt und dann auf den falschen Knopf gedrückt. :x

Rebholz, Kastanienbusch GG 2018 (13,5 %)
       Riesling


Nase weiß/hellgelb; intensiv, aber tänzelnd leicht. Dann nach Schwenken nochmals erheblich intensiver, aber ohne jede Schwere. Nur verhalten zitrisch, aber irre mineralisch. Etwas frischerloschenes Streichholz. Zitronengras und Estragon. Toll!

[+10'] Der Gaumen... macht mich erstmal sprachlos.
Zu Beginn kristallklar und weiß/hell, wird er im Mund immer dunkler und würziger/erdiger. Alles bleibt trotz dieser immensen Tiefe immer spielerisch leicht, begleitet von perfekter Säure. Im laaangen Abgang Zitronengras und ein Hauch Eukalyptus, retronasal unterfüttert von frischer Walnuß und reifer Quitte. Und sogar das vielbeschworene "Salz", mit dem eigentlich so garnichts anfangen kann, könnte man hier attestieren.

Aber eigentlich ist mein Vokabular hoffnungslos überfordert, so viel geht da ab.
Großes Kino!

Ich weiß, ich höre mich an wie ein Fanboy. :oops: Aber was soll ich machen - irgendwas paßt da einfach richtig gut zwischen Rebholz' Stilistik und meinem Geschmack.

Ich gebe zu, ohne die guten Besprechungen (danke, Forum, für die Links!) hätte ich mich wohl wieder auf die Weißburgunder-GGe beschränkt, führt Riesling doch bei uns ein wenig ein Stiefmütterchendasein. Aber nachdem ich ihn im Glas hatte, bin ich erstaunt, daß er zwar als jahrgangsbester, in der Jahrgangsrelation jedoch noch vergleichsweise verhalten bewertet wird. Es ist mein erster Kastanienbusch, insofern schwierig einzuordnen. Aber im Vergleich zu den Blue Chips von S-F, Dönnhoff, E-S und Wittmann, die ich nun schon eine Weile verfolge, spielt dieser hier ganz, ganz oben mit, jahrgangsübergreifend. Für mich nahe der Perfektion.
...und übrigens auch nicht "vernagelt", sondern erstaunlich zugänglich, wenn auch etwas infantil.

Mal sehen, wie sich die zweite Hälfte nachher präsentiert...
Besten Gruß, Karsten
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EThC

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Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragSa 12. Okt 2019, 17:42

...der 16er war zumindest mir in jung noch zu jung;

viewtopic.php?f=51&t=500&start=70#p117960
Viele Grüße
Erich


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amateur des vins

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Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragDo 28. Nov 2019, 23:01

Heute nochmal, im Hedonismus-Modus ohne Analyse:

Rebholz, Chardonnay R 2015

Ja, da ist ein bißchen Vanille und Holz vom Ausbau. Aber ich finde das völlig im Rahmen. Und vor allem:

Zum Steinpilz-Radicchio-Risotto mit angebratenen Zucchinischeiben kann ich mir beim besten Willen keinen anstrengend reduzierten Wein mit auf die Spitze getriebener Säure vorstellen. Die Marriage war äußerst gelungen!

Ja, zur pochierten Seezunge vielleicht weniger geeignet. Aber dafür hat man ja einen Weinkeller! :ugeek:

Der Wein hat noch jede Menge Zeit, und ich freue mich, noch ein paar Flaschen zu haben. :D
Besten Gruß, Karsten
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Der Wein-Schwede

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Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragDo 28. Nov 2019, 23:16

Hallo Karsten,

Du gehst richtig los auf "meinen" Rebholz Ch R 2015er!
Es freucht mich dass der Wein Dir gefällt!
Ich habe noch einen Joblot 1er Mademoiselle 2014 im Keller .... mmmm.... sehr schön!

Viele Grüsse
Rolf
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amateur des vins

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Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragMi 4. Mär 2020, 11:04

Gestern Abend zum BYO, entsprechend nur "nebenbei" ohne große Aufmerksamkeit:

Rebholz, Kastanienbusch GG 2018

Extra für eine Freundin Pfälzer Rieslinge eingepackt. Pop'n'pour. Meine Eindrücke von vor 5 Monaten passen eigentlich immernoch ganz gut. Ich vermisse allerdings etwas das Spielerische, Komplexität und Brillianz. Das läßt einen immernoch sehr guten Wein, und mag - aufgrund seiner Finesse viel mehr als beim Bordeaux und Puligny - den Umständen (s.o.) geschuldet sein. Also:

Alles mit mehr als einem Körnchen Salz zu nehmen...
Besten Gruß, Karsten
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Der Wein-Schwede

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Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragFr 13. Mär 2020, 21:13

Rebholz - Chardonnay R 2015

Farbe: Klar, mittel Gold
Nase: Tief, konzentriert, Marillen, Orangenschalen, leicht kräutrig, sehr feines eingebundetes Holz, weniger pflanzliche Noten als was bei Chardonnay üblich ist.
Gaumen: Was? Eine sehr feine, äusserst reife, konzentrierte und frische Säure! Ich habe diesen Wein vielmals getrunken und so gut war er früher noch nie. Das Holz ist perfekt integriert, aber was beeindruckt ist die richtig zupackende Konzentration. Der Wein ist am Gaumen fast sirupartig, aber dennoch frisch! Sehr, sehr lang, wie ein kreidiges fruchtelixier welches sehr träge runterfliesst.

Der Wein schmeckt weder Burgundisch oder Deutsch, ist einfach nur ein toller Chardonnay.
Ich habe fast ein Dutzend Flaschen gehabt, fast alle schon getrunken, war so la-la beindruckt, und habe 3 Flaschen an Karsten abgegeben! :evil: ;)
Ich hoffe Du noch etwas davon hast und dass die auch so gut wie diese sind! :) Für Info: Ich habe alle Flaschen direkt am Weingut gekauft.
Eine grosse Flaschenvariation hat es auch gegeben, die bisjetztige Flaschen haben überhaupt nicht die superkonzentrierte Sirup-Säure gehabt, waren auch "holziger". Und die Flasche in der FFM Probe in Juni letztes jahr war Kork.

Ah, es muss ja auch Punkte geben….
93 W-S Punkte

Viele Grüsse
Rolf
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amateur des vins

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Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragFr 13. Mär 2020, 22:01

2 Flaschen hab ich noch vom 15er, und die gebe ich nicht wieder her! :twisted:

Freut mich sehr, daß Du (endlich) Spaß mit dem Wein hattest!

Ich bin ja bekennender Rebholz-Fan. Neben dem Chardonnay R mag ich besonders die Weißburgunder-GGe, und seit neuestem auch den Kastanienbusch. Es paßt bei mir einfach mit Rebholz! 8-)
Besten Gruß, Karsten
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