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Bordeaux 2015

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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Sauternes

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Re: Bordeaux 2015

BeitragSa 13. Okt 2018, 19:42

Sehr interessant, da ich kürzlich den 2011 La Croix probiert habe, kann der 2015 nur besser sein.
Schon mal Guillot Clauzel getrunken? Für mich deutlich besser und preislich bis Jahrgang 2016 günstiger.
Ich will den La Croix nicht schlechtreden, aber es gibt da schon Konkurrenz in Sachen Preis/Leistung.
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Herr S.

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Re: Bordeaux 2015

BeitragFr 26. Okt 2018, 17:05

la-vita hat geschrieben:Um nochmal die These von "BDX im einstelligen Bereich gibt es nicht" zu widerlegen:

Chateau Clos Fontaine

Je nach Jahrgang zwischen 9 und 12 Euro.

Ist mir seinerzeit in einer Probe von ca. 40 Bordeaux-Weinen aufgefallen. Darunter auch hochkarätige. Hatte ich vorher noch nie gehört. Und doch war die Qualität und der Charakter sofort ersichtlich. Bei verschiedenen deutschen Händlern verfügbar.

Gruß
Detlef


Moin,

just diesen Wein hatte ich zuletzt im Glas. Ich habe keine Notizen gemacht, konsumiert würde er aus den einfachen Duraflex-Gläsern. Die Erinnerung ist deutlich positiv, schöne Frucht ohne Überreife, reifes Tannin,Holz nur dezent spürbar, gute Struktur, klassisch anmutend, ein Alltags-Claret nach meinem Geschmack. Für einen Preis knapp unter 10€ ist das echt klasse.

Viele Grüße,
Björn
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"Tout homme a droit à vingt quatre heures de liberté par jour"
(Wandspruch im "Het Goudblommeke in Papier")
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Jochen R.

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Re: Bordeaux 2015

BeitragMo 29. Okt 2018, 19:28

Du Retout 2015:
Anfangs verhaltene Nase mit Heidelbeeren und Kirschen. Mit Luftzufuhr
floral/tabakig und einer animalischen Note im Hintergrund, Intensität
nimmt mit der Zeit etwas zu.
Mittlerer Körper, schöne Frucht (Heidelbeeren und Kirschen), cremig,
eindimensional – mit Luft später dezent floral, mittellang bis lang.
Gute 85 P. - kein Vergleich zu 10/09/05.

Viele Grüße,
Jochen
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Speedsocke

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Re: Bordeaux 2015

BeitragMi 31. Okt 2018, 06:44

Figeac78 hat geschrieben:Ich hatte in den letzten Wochen drei 2015er im Glas

Cambon La Pelouse 2015, Haut Medoc
Verströmte aus dem Glas einen Duft nach dunklen Kirschen und Beeren mit einem ganz dezenten Toasting, frisch, trinkanimierend, modern. Am Gaumen dann Enttäuschung, die Frucht ist da, es dominiert aber ein sehr kräftiges Tanningerüst, das im Abgang eine leichte Bitternote hinterlässt. Am zweiten Tag dann total verschlossen, Gerbstoffe dominierend, Säure noch da, die Frucht musste man suchen. Ich kenne den Wein aus andern Jahrgängen. Da war er immer ein schöner kleiner Bordeaux mit gutem PLV. Aber dieser Wein hinterlässt mich etwas ratlos. Wo kommt bei diesem Jahrgang das etwas unreif und bitter wirkende Tannin her?


Hatte jetzt voller Vorfreude auch endlich mal eine Flasche geöffnet und kann den Eindruck des ersten tages voll bestätigen. Alle gelesenen Beschreibungen von Händlern ließen etwas besseres vermuten. Doch auch ich fand das Ganze irgendwie nicht richtig rund und hatte auch diese bittere Beinote. Braucht der Wein ggf einfach noch etwas? Und vor allem frage ich mich, ob es sich dann jetzt lohnt den Jahrgang 2016 zu kaufen. Denn der soll ja ganz gut gelungen sein....
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TOM

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Re: Bordeaux 2015

BeitragFr 2. Nov 2018, 14:39

Sauternes hat geschrieben:Hallo,
probiere mal den 15er Pontac Monplaisir, ich finde ihn sehr schön, da du ältere Jahrgänge kennst, wäre deine Meinung sehr interessant.


Hallo Heiko,
habe mir den 2015er Pontac Monplaisir besorgt und über einige Tage getestet. Ich muss dir recht geben, auch ich finde ihn recht schön. Auf mich wirkt der Wein relativ dicht, hat eine leichte Cremigkeit, ist aber keinesfalls fett. Die 15% merkt man absolut nicht. Die deutlich präsenten Tannine lassen zudem auf eine lange Lagerfähigkeit vermuten. Er ist mit Sicherheit besser als der 2013er und 2014er. Ob er den 2010er toppen kann, weiß ich nicht, da ich den jung nicht gekannt habe und 2017 die letzte Flasche getrunken habe. Aus der Erinnerung würde ich sagen, dass der 2010er dichter war und elegantere Holznoten hatte.

Der Vollständigkeit halber hier meine vollständigen Notizen:
Direkt nach dem Öffnen zeigt der Wein ein wenig Kirsche, kräftige Adstringenz, süßer Tabak, gefolgt von leichtem Bitterton der Gerbstoffe. Auch der mittellange Abgang wird von diesen Gerbstoffen eingeleitet, dann kommt wieder etwas süßer Tabak, auf Dauer gesellt sich etwas Brombeere dazu.
Am Folgetag sind die Gerbstoffe fast komplett verschwunden, die (seidigen) Tannine sind im Mund und Abgang noch deutlich präsent die Brombeere wird dominanter und hält lange an. Der Wein beginnt Spaß zu machen.
Am 2.+3. Tag zeigte der Wein keine große Veränderung. Er wurde etwas runder und fülliger. In Duft und Mund ist er jetzt recht zurückgezogen, nach hinten heraus aber schöne Brombeere…
Das setze sich auch am 4. Tag fort, der Wein war nochmals deutlich runder geworden, hatte aber trotzdem noch (gut eingebundene) Tannine. Verblüffend war, dass sich die Frucht in eingekochte Zwetschge verwandelt hat, bereits im Mund, aber noch intensiver im Abgang. Vielleicht beruht die Veränderung auch darauf, dass nur noch 1 Glas in der Flasche war und der Wein somit viel Luft bekam.
Der Wein ist nun dicht, rund und zugänglich geworden. Er wirkt elegant und seidig trotz der deutlichen Tannine und momentan vorhandenen Unreife. Spannend den in 5-10 Jahren zu trinken.
Wer 14 Tage auf Öl, Wein und Zucker verzichtet, der verliert 2 Wochen.
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Sauternes

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Re: Bordeaux 2015

BeitragFr 2. Nov 2018, 18:25

Oh schön das er dir gefällt, freut mich.
Deine ausführliche Beschreibung ist sehr gut, da trinkt man den Wein nochmal geistig mit :) .
Das ein Wein aus 2015 mit viel Luft zulegt davon kann man ausgehen, aber das ein Wein der Kategorie bis 25€ sich so gut präsentiert, das ist schon etwas besonderes, sicher einer der besseren 2015er bis 25€.
Da drängt sich 2016 auf, so als Vergleich.

Gruß Heiko
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Winedom

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Re: Bordeaux 2015

BeitragSo 4. Nov 2018, 00:36

Hatte jetzt mal den 2015er Clos Louie im Glas über drei Tage!
Ich finde der Wein ist im Moment nicht sehr Aussagekräftig!
Viel dunkle Frucht, sehr dicht und dunkel. Intensität ja!
Klarheit Struktur Ausdruckstärke Bordeauxhaftigkeit sind noch Fehlanzeige.
Aber ich sehe schon viel Potenzial für die Zukunft!
Ist jetzt aber auch keine überragende Fruchtphase so dass man den Wein getrost
noch ein paar Jahre liegen lassen sollte.
Der Tour St. Christophe 2015 war da schon Ausdrucksstärker wobei er dafür auch ein paar Tage benötigte!
Gruss Rainer
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Stephane Franc

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Re: Bordeaux 2015

BeitragDo 15. Nov 2018, 00:42

Neulich Chateau Pontac Monplaisir 2015, Pessac Leognan

In der Nase leicht grüne Elemente, etwas frisch gebohnerte Holzdielen oder gewachstes Leder. Mehr kommt da bei dem 3 Jahre alten Wein derzeit nicht, aber ich mag diese Charakteristik ungemein.

Im Mund bestimmen aktuell die mittelfeinen Tannine das Geschehen. Das mag negativ klingen, ist es aber nicht: Das Dreigestirn aus Tannin, dunkler Fruchtigkeit und dezenter Würzigkeit zaubert ein Lächeln auf mein Gesicht. In 8 Jahren ein Traumwein für ca 17 Euro in der Sub.

Bordeaux lebt !

Grüße, Stephane
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innauen

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Re: Bordeaux 2015

BeitragFr 16. Nov 2018, 11:27

Hallo,

Tour St. Christophe 2015 hatte ich gestern nochmal im Glas und er gefällt mir jetzt deutlich besser als bei der Arrivage. Ok. Ein subtiler Wein wird das nie. Wer aber auf gewaltige Fruchtexpression steht, kommt hier voll auf seine Kosten.

Grüße,

Wolf
„Es war viel mehr.“

Johnny Depp dementiert, 30.000 Dollar im Monat für Alkohol ausgegeben zu haben. (Quelle: „B.Z.“)
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toska

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Re: Bordeaux 2015

BeitragMi 21. Nov 2018, 19:20

" In Margaux schafft es Palmer das Feld knapp hinter sich zu lassen. Drei Güter schaffen es auf 19/20: Margaux, Brane Cantenac und du Tertre."
R.Gabriel

Diesen du Tertre hab ich aus der Demi probiert.

Kein Blockbuster, viel mehr auf der feinen Seite, viel Eiche, Tannine gut eingebunden, eher zurückhaltend extrahiert. Loch in der Mitte anfangs spürbar, legte sich mit Luftzufuhr. Mittlere Länge. In 10 Jahren schön zu trinkender Wein, aber 58€ (C&D) würd ich niemals hinlegen. Parker hat in der Flasche zurückhaltender bewertet (90P) als aus dem Fass (91-93). Zum jetzigen Zeitpunkt würd ich meinen: Gabriel hat ziemlich daneben gegriffen, aber wer weiß, was er en primeur im Glas hatte...

Gruß, Toska
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