Wie ist die Meinung hier zu den Weinen von Martin Schwarz? Kriegt man die eigentlich außerhalb von Sachsen (und vielleicht Berlin)?
Ich bin begeistert. Ich hatte bisher den 2008er Grauburgunder und Weißburgunder, den 2008er Müller-Thurgau und den 2009er Riesling und Traminer, alle sehr individuell, kräftig, aber doch elegant. Der Müller-Thurgau ist für mich zusammen mit dem Rivaner von Johner vielleicht sogar der beste, den ich kenne. Nur eins hält mich ab, mir die Weine in größerer Menge in den Keller zu legen: der Preis. Jedes Mal, wenn ich bei meinem Weinhändler um die Ecke bin und die Schwarz Kisten sehe, bin ich geneigt, zuzugreifen. Dann überlege ich aber, was ich zu dem Preis aus anderen Anbaugebieten bekomme, und nehm dann doch höchstens ein oder zwei Flaschen mit, die ich für Gäste parat halte, denen ich einen lokalen Wein kredenzen möchte.
Martin Schwarz
- octopussy
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Martin Schwarz
Beste Grüße, Stephan
- octopussy
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Re: Martin Schwarz
Hier ist mal ein Wein, den es sich wirklich bundesweit lohnt zu kaufen, auch zum *sächsischen* Preis: der 2009 Weißburgunder + Grauburgunder von Martin Schwarz. Sehr beeindruckt bin ich von dem gelungenen Barrique-Einsatz bei Martin Schwarz. Holznoten hat man bei ihm fast nie, weder von der holzigen noch von der vanilligen Art. Bei ihm gibt das Barrique nur Struktur, und was für eine. Auch wenn der Wein so viel kostet wie ein Villages Chassagne-Montrachet, werde ich mir ein paar Flaschen für den Lokalkolorit und als stilistischen Ersatz für den gerade genannten in den Keller legen.


Beste Grüße, Stephan
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Re: Martin Schwarz
Beim 2008 Spätburgunder + Portugieser hat es Martin Schwarz für meinen Geschmack mit dem Toasting des Holzes übertrieben. Man muss schon stark am Glas schnüffeln, um mehr zu riechen als Röstaromen (leicht angebranntes Toastbrot). Dann - und auch im Mund - hat es der Spätburgunder schwer gegen den aromatisch m.E. etwas aufdringlichen und lauten Portugieser. Der Wein ist passabel, im Gegensatz zu den Weißweinen von Martin Schwarz aber schwach.


Beste Grüße, Stephan
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Re: Martin Schwarz
Vorgestern haben wir mal ein paar schwarze Weine verkostet:








Den gesamten Text zur Horizontale gibt's hier: https://ec1962.wordpress.com/2017/01/05 ... f-sachsen/
Alles in allem waren ein paar sehr schöne, vor allem eigenständige Weine dabei, das Preisniveau ist allerdings -wie eigentlich generell in Sachsen- schon recht hoch. Gehört derzeit sicher zur Spitze Sachsens.








Den gesamten Text zur Horizontale gibt's hier: https://ec1962.wordpress.com/2017/01/05 ... f-sachsen/
Alles in allem waren ein paar sehr schöne, vor allem eigenständige Weine dabei, das Preisniveau ist allerdings -wie eigentlich generell in Sachsen- schon recht hoch. Gehört derzeit sicher zur Spitze Sachsens.
Viele Grüße
Erich
Nicht was lebendig, kraftvoll, sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare. Das ganz Gemeine ist's
DAS EWIG GESTRIGE
was immer war und immer wiederkehrt und morgen gilt, weil's heute hat gegolten.
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Re: Martin Schwarz
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Re: Martin Schwarz
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Re: Martin Schwarz
Hallo,
von Martin Schwarz hatte ich mir vor längerer Zeit aufgrund von teils euphorischen Besprechungen
ein paar Probeflaschen bestellt. Zeitnah habe ich einen Chardonnay und einen Riesling aufgemacht,
die Weine waren gut, aber Euphorie kam nicht auf. Ich habe die Weine dann irgendwie vergessen,
bis ich neulich im Zuge einer kleinen Kellerinventur über sie gestolpert bin.
Im Glas der
2019 Spätburgunder
Unfiltriert, im Barrique gereift, ohne Lagenangabe auf dem Etikett, 13% vol.
Klassisches, leicht transparentes Rot. Ebenso klassische und einnehmende Nase eines
deutschen Spätburgunders, Waldfrüchte, etwas Kirsche, dezent Rauchigkeit und Tabak,
aber keine Specknoten. Am Gaumen mit mittlerem Körper, gute, lebendige Säure, aromatisch
bleibt es bei Walderdbeeren, Brombeeren und Kirsche, sehr klar und sauber; das Barrique ist
spürbar, aber gekonnt eingesetzt, dezentes, abgeschliffenes Tannin, gute Struktur, insgesamt
ein ausgewogener und durchaus eleganter Vertreter seiner Sorte, mittellanger Abgang mit
einer gelungenen Balance aus Frucht und Barrique-Noten.
An dem Wein ist wirklich wenig auszusetzen, blind vorgesetzt würde ich auf einen höherwertigen badischen Spätburgunder
eines besseren Erzeugers tippen.
Allerdings der Preis - ich schaute nochmal in den Emails auf die Rechnung - 24,90 €.
Dass ich das blind zu diesem Preis bestellt habe, erstaunt mich ein wenig, aber offenbar
war ich seinerzeit ganz scharf auf das Zeugs. Aber angesichts der Herkunft und der wirklich gekonnten
Machart, ist das wahrscheinlich ein realistischer Preis. Meinem Gefühl nach sind höherwertige
deutsche Spätburgunder jenseits des Gutsweins nicht mehr unter 15 Euro zu haben.
Würde ich das zu diesem Preis nachbestellen (im Angebot ist jetzt der 2022er, immerhin zum selben Preis)
- vielleicht. (Während ich diese Zeilen schreibe, trinke ich den Rest der Flasche, und der Wein hat seit gestern nochmal an
Substanz und Feinheit zugelegt). Ob die VDP-Mirgliedschaft des Winzers den Preis beeinflusst kann gut sein, aber komplett überzogen
ist er sicherlich nicht.
Insgesamt ein sehr überzeugender Spätburgunder, der mir viel Vergnügen bereitet hat (und noch schätzungsweise 30 Minuten bereiten wird
)
von Martin Schwarz hatte ich mir vor längerer Zeit aufgrund von teils euphorischen Besprechungen
ein paar Probeflaschen bestellt. Zeitnah habe ich einen Chardonnay und einen Riesling aufgemacht,
die Weine waren gut, aber Euphorie kam nicht auf. Ich habe die Weine dann irgendwie vergessen,
bis ich neulich im Zuge einer kleinen Kellerinventur über sie gestolpert bin.
Im Glas der
2019 Spätburgunder
Unfiltriert, im Barrique gereift, ohne Lagenangabe auf dem Etikett, 13% vol.
Klassisches, leicht transparentes Rot. Ebenso klassische und einnehmende Nase eines
deutschen Spätburgunders, Waldfrüchte, etwas Kirsche, dezent Rauchigkeit und Tabak,
aber keine Specknoten. Am Gaumen mit mittlerem Körper, gute, lebendige Säure, aromatisch
bleibt es bei Walderdbeeren, Brombeeren und Kirsche, sehr klar und sauber; das Barrique ist
spürbar, aber gekonnt eingesetzt, dezentes, abgeschliffenes Tannin, gute Struktur, insgesamt
ein ausgewogener und durchaus eleganter Vertreter seiner Sorte, mittellanger Abgang mit
einer gelungenen Balance aus Frucht und Barrique-Noten.
An dem Wein ist wirklich wenig auszusetzen, blind vorgesetzt würde ich auf einen höherwertigen badischen Spätburgunder
eines besseren Erzeugers tippen.
Allerdings der Preis - ich schaute nochmal in den Emails auf die Rechnung - 24,90 €.
Dass ich das blind zu diesem Preis bestellt habe, erstaunt mich ein wenig, aber offenbar
war ich seinerzeit ganz scharf auf das Zeugs. Aber angesichts der Herkunft und der wirklich gekonnten
Machart, ist das wahrscheinlich ein realistischer Preis. Meinem Gefühl nach sind höherwertige
deutsche Spätburgunder jenseits des Gutsweins nicht mehr unter 15 Euro zu haben.
Würde ich das zu diesem Preis nachbestellen (im Angebot ist jetzt der 2022er, immerhin zum selben Preis)
- vielleicht. (Während ich diese Zeilen schreibe, trinke ich den Rest der Flasche, und der Wein hat seit gestern nochmal an
Substanz und Feinheit zugelegt). Ob die VDP-Mirgliedschaft des Winzers den Preis beeinflusst kann gut sein, aber komplett überzogen
ist er sicherlich nicht.
Insgesamt ein sehr überzeugender Spätburgunder, der mir viel Vergnügen bereitet hat (und noch schätzungsweise 30 Minuten bereiten wird
Beste Grüße
Gaston
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Re: Martin Schwarz
Martin Schwarz war schon vor der VDP-Mitgliedschaft nicht wirklich günstig, aber das gilt für Sachsen generell. Es ist schon ein paar Jahre her, seit ich die letzten Weine von ihm im Glas hatte, da war einiges äußerst Gutes dabei, aber auch durchaus was Belangloses bzw. "sehr ambitioniert Bepreistes". Der Müller-Thurgau (im Holz ausgebaut) war seinerzeit das PLV-Highlight...
Viele Grüße
Erich
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Bernd Schulz
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Re: Martin Schwarz
Es gibt seltene Ausnahmen wie zum Beispiel Konstanzers 2017er Spätburgunder aus dem Ihringer Winklerberg, den man aktuell immer noch für 13,50 ab Hof kaufen kann, oder Knabs Spätburgunder aus dem Endinger Engelsberg. Aber im Großen und Ganzen stimmt schon, was du schreibst, wobei ich die Erfahrung gemacht habe, das etliche Guts-Spätburgunder aus besserem Hause von ausgezeichneter Qualität sind und durchaus eine differenzierte Aromatik zeigen. Michael Fiebrich, Shelter Winery, Gebrüder Mathis, Maibachfarm, Fetz, Josef Walter, Peter Lingen, Holger Koch wären Produzenten, die mir da spontan einfallen...
Den sächsischen Spätburgunder von Martin Schwarz würde ich trotzdem gerne mal probieren. Aber aus den sattsam bekannten Gründen wird das leider wohl so schnell nichts werden.
Herzliche Grüße
Bernd
Re: Martin Schwarz
Von Martin Schwarz ist das VDP Probepaket Januar 2026....
1 Flasche 2023 "Friedstein" Radebeul Pinot Noir VDP.Großes Gewächs
1 Flasche 2023 "Kapitelberg" Meißen Riesling VDP.Großes Gewächs
1 Flasche 2023 "Radebeul" Blaufränkisch VDP.Ortswein
sind bereits im Keller... wird demnächst probiert...
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