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BORDEAUX 2012

Medoc und seine Appellationen, Bourg und Umgebung, Fronsac, Pomerol, Saint Emilion und Umgebung, Entre Deux Mers, Graves und Pessac-Leognan, Sauternes und Co.
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pessac-léognan

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Re: BORDEAUX 2012

BeitragSo 13. Jan 2019, 18:17

AmonA hat geschrieben:Gestern Abend zum Braten:
Domaine de Chevalier 2012
Dekantiert, nach ca. 3 h probiert. Purpurfarben, in der Nase zunächst Schokolade, dann Cassis und Graphit. Am Gaumen dicht, kräftig mit viel feinem Tannin. Wunderbare Textur - ein Wein, der uns ein Lächeln ins Gesicht zauberte :D Die nächste Flasche würde ich erst in 1-2 Jahren wieder probieren. Mein Flaschenbestand ist allerdings mickrig - spüre starken Nachkaufreflex! :lol:


Nachkaufen!
Im Dezember eine Flasche getrunken, über 3 Tage hinweg. Bereits erstaunlich offen. So fruchtig, mehr rote als schwarze Beeren. So filigran gleichzeitig, wie ich noch nie einen großen Bordeaux getrunken habe. Ein Wein wie Samt, eher noch wie Seide. Kein Wunder, wird der DdC immer wieder mit einem großen Burgunder verglichen! Gleichzeitig ist aber aus der Frucht und mehr noch aus der Farbe überdeutlich erkennbar, dass hier CS dominiert, nichts von Pinot Noir!
Ich habe die Flasche nur deshalb geöffnet, weil ich DdC bis dahin nicht kannte und ein Angebot auf DdC 2015 hatte. Die einzige Magnum DdC 2015 in meinem Keller wollte ich andererseits noch nicht antasten. Nun liegen daneben auch Normalflaschen 2015 ... :)
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pessac-léognan

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Re: BORDEAUX 2012

BeitragSo 13. Jan 2019, 18:30

UlliB hat geschrieben:
Olaf Nikolai hat geschrieben:Der 12er Jahrgang erinnert mich qualitativ sehr an 2004, 1999 und 1985...nur besser.

2004 und 1999 als qualitativer "Benchmark" für 2012 passt aus meiner Sicht recht gut; stilistisch gibt es da aber ein paar Unterschiede - sowohl '99 als auch '04 waren von eher knapper Reife geprägt, und das scheint in '12 nicht das Problem zu sein. Was man da nun besser findet oder nicht, ist wohl eine Frage persönlicher Präferenzen.

1985 habe ich in ziemlich guter Erinnerung, auch im Kontext der allgemein sehr erfreulichen 80er. Aber zugegebenermaßen hatte ich eine gefühlte Ewigkeit keinen 85er mehr im Glas, und möglicherweise ist meine Erinnerung an diesen mittlerweile doch weit zurückliegenden Jahrgang ein wenig "rosa eingefärbt".

Als ein stilistisch und auch qualitativ in etwa vergleichbarer Jahrgang zu 2012 fällt mir da eher noch 1997 ein.

Gruß
Ulli


Ich achte, lieber Ulli, deine Notizen hier sehr hoch. 2007 mit 2012 zu vergleichen, scheint mir aber doch etwas abwegig. Ich hatte z.B. noch nie einen erfreulichen 1997er im Glas, während mir ein kürzlich getrunkener 2012er DdC in seiner grandiosen und gleichzeitig so filigranen Fruchtigkeit so viel Freude bereitet hat wie seit Jahren kein Bordeaux mehr. Einen Verdacht habe ich allerdings schon: Das ist kein Wein für die sehr lange Dauer! Aber 10 bis 15 Jahre Hochgenuss ist mir lieber als 20 - 30 Jahre zu warten, und es wird dann doch nix... ;)
Gruß
Jean
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pessac-léognan

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Re: BORDEAUX 2012

BeitragSo 13. Jan 2019, 20:11

UlliB hat geschrieben:
octopussy hat geschrieben:Ich trinke zwar nur selten weißen Bordeaux und habe auch nur wenige im Keller, aber mit den Weinen aus dem "besseren Register" habe ich auch des öfteren eher zwiespältige Erfahrungen gemacht: Smith Haut Lafitte, Pape Clement, selbst Domaine de Chevalier. Da ist mir teilweise zu viel Holz im Spiel und zu viel Wucht. Eine Nummer drunter (z.B. Clos Floridène, Doisy Daëne sec, Carbonnieux, De Fieuzal, Olivier) habe ich mehr Freude, nicht nur preislich.

Stephan,

es kommt halt drauf an, was man will: mag man die Weine auf der Frucht trinken, ist man mit den von Dir genannten Kandidaten wie Clos Floridène und Doisy Daene sec tatsächlich am besten bedient, hier stimmt dann auch das PLV.

Weine wie Domaine de Chevalier blanc oder der leider in völlig absurde Preisbereiche entschwebte La Mission Haut Brion blanc (früher Laville Haut Brion) werden hingegen erst richtig gut, wenn sie voll gereift sind, und das kann je nach Jahrgang schon mal 15 bis 20 Jahre oder auch länger dauern. Das schaffen die preisgünstigeren Exemplare nicht, und sie entwickeln beim Reifen auch nicht die enorme Komplexität, die die besseren Exemplare erreichen.

Ob man allerdings die besondere Aromatik wirklich vollreifer weißer Bordeaux mag, ist dann noch eine andere Frage. Ich kenne genügend Leute, die diese Weine völlig ablehnen.

Gruß
Ulli


Lieber Ulli

Nach meiner Erfahrung sind die ganz großen weißen Pessac-Léognans tatsächlich fast unendlich haltbar, buchstäblich nicht tot zu kriegen. Sie sind zwar sehr teuer, einige völlig abgehoben, da die Franzosen sie sehr mögen und sie überdies knapp bis sehr knapp sind.
Lustigerweise halte ich die Weißen mittlerweile für viel alterungsfähiger als die roten, seit mir der 90er Haut-Brion 2015 bereits überaltert vorgekommen ist...

Gruß
Jean
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