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Weingut VELICH
Verfasst: Mi 20. Feb 2013, 00:13
von moc
Hallo Ösis!
Ich finde das Weingut VELICH hat einen eigenen Thread verdient. Nach dem ich bis dato diverse, eher jüngere Vertreter von DARSCHO und TIGLAT im Glas hatte, hat es mich gereizt zu erfahren, wie sowas den in gereift schmeckt. Voilá

Heute habe ich einen
Darscho 01 im Glas.
Eine ebay Errungenschaft für einen geradezu lächerlichen Preis.
Füllstand, Korken und Farbe des Weines absolut perfekt. Der Wein sollte bei 12 bis 14 Grad genossen werden und ist einem Chablis (1er Niveau) durchaus ebenbürtig.
In der Nase Bisquitaromen und Orangentarte mit zusätzlicher, mineralischer Komponente. Am Gaumen dann resche Säure, viel Mineral und die olfaktorisch beschriebenen Eindrücke. Lang und druckvoll am Gaumen.
Der Fallstaff schreibt glaube ich, frei angeführt, Velich produziert den besten Chablis, der nicht aus dem Chablis stammt (oder so ähnlich). Ja. Kommt hin....Kaufen und einkellern.....

Re: Weingut VELICH
Verfasst: Mi 20. Feb 2013, 10:47
von mixalhs
Darscho hatte ich auch schon - vor drei Jahren in einem Restaurant in Wien. War gut, von mir 90 Punkte:

Re: Weingut VELICH
Verfasst: Di 26. Mär 2013, 20:31
von C9dP
In den letzten Wochen kam auch bei mir der
Velich- Darscho 2009 ins Glas.
Da muss man die Flasche ganz schön steil stellen. Konsistenz wie Motoröl
Insgesamt schon sehr auf der fetten Seite. Wenig Säure und satte gelbe Früchte inkl. Bananen. Dazu noch nussige Aromen mit einem ziemlichen Buttertouch. Ich hoffe, durch die Reife setzt sich das noch etwas. Gute Anlagen sind ohne Frage da.
Verwunderlich war nach dem ersten Eindruck, dass der Alkohol eigentlich gar nicht spürbar war. Hat aber auch "nur" 13,5%.
Aktuell 86 Punkte mit einem Plus, wenn noch etwas Eleganz Einzug hält.
Gegen den 2008er Gloria von Kollwentz aber nicht den Hauch einer Chance.
Re: Weingut VELICH
Verfasst: Mi 27. Mär 2013, 17:01
von octopussy
Hallo zusammen,
ich finde es ja immer besonders spannend, wenn viele den gleichen Wein trinken. Den
2009 Velich Chardonnay "Darscho" hatte ich vor ein paar Wochen auch. Ich war nicht so begeistert. Aloys' Notiz würde ich in etwa eins zu eins zustimmen. Allerdings hat der Wein meinen persönlichen Geschmack nicht unbedingt getroffen. Gut zu trinken auf jeden Fall, aber irgendwie nicht die Art von Chardonnay, die ich wirklich gerne trinke. Ich glaube, der wird mir auch in fünf Jahren nicht wirklich gut schmecken (aber da kann ich mich irren

).

Re: Weingut VELICH
Verfasst: Sa 20. Feb 2021, 21:01
von amateur des vins
Ein weiteres Mosaiksteinchen meiner vinophilen Österreichentdeckungsreise;
Velich, Darscho 2018
Chardonnay
Hellgold, klar. Dezente Nase ohne große Schwefelreduktionsorgien, wie sie bei uns Piefkes gerade en vogue sind. "Riecht voluminös"; zarte Vanille, etwas Mango, vielleicht eine Spur Mandarine. Und dann doch auch ein Hauch "Stein".
[+10'] Am Gaumen eher cremige Textur mit milder, aber ausreichender Säure. Milde Zirtrusnoten mit einem Hauch Herbheit. Leicht stählern und im Abgang etwas grasig. Insgesamt ziemlich anders, als von der Nase annonciert.
Ziemlich eigenständig. In Deutschland ist man ganz anders unterwegs, und auch in Frankreich könnte ich ihn kaum unterbringen. Am ehesten erinnert er an sehr guten Saint-Véran, oder vielleicht "Goisot on Steroids".
Sehr guter Wein mit eigener Note. Der Funke will aber nicht recht überspringen, was auch daran liegt, daß bei knapp über 30 € die Konkurrenz stark ist. Zugegeben, etwas jung war er, aber ich sehe nicht, wie er mit meinem Geschmack kongruent werden sollte.
Re: Weingut VELICH
Verfasst: Sa 22. Jul 2023, 14:10
von Climins
Gestern Abend geöffnet, wegen der etwas penetranten Kleber-/Nagellacknote aber nach einem Glas wieder in den Kühlschrank gestellt:
Velich TO 2018 (12,5%)
Eine Cuvée aus Chardonnay, Sauvignon Blanc und Welschriesling, die sich nach dem Verfliegen der Klebernote als interessanter Wein präsentiert. Die Nase ist geprägt von reifen gelben Äpfeln und Birnen, Mandarinen(-marmelade) und etwas Marzipan (allerdings nicht so ein hochwertiges, mehr so ein klebrig-süßes

)
Im Mund kommen die Aromen gut zusammen, genug Säure ist da (ist das der Welschriesling?) um die eher warmen Noten, die der Wein hat in gute Bahnen zu lenken. Sehr lang ist der Wein nicht - aber das ist definitiv ein spannender Wein, der Naturweinaromen präsentiert sich aber nicht nur auf dieser Spielwiese tummelt. Das gefällt mir gut und ist die etwa 15 Euro sehr wert, die der Wein kostet.
Re: Weingut VELICH
Verfasst: Sa 24. Aug 2024, 18:20
von Chrysostomus
Velich, Tiglat 2012
Aus der Magnum im Rahmen einer größeren Verkostungsrunde. Die Weine wurden einige Stunden davor geöffnet. Ich gebe hier meine subjektive Einschätzung wieder, die sich aber mehr oder weniger mit der der anderen VK-Teilnehmer deckt:
Typische Burgundernase, wenn auch zunächst etwas verhalten. Hat im Glas zulegen können, obwohl davor bereits länger belüftet. Schöne Salzigkeit und Spannung am Gaumen, wurde mit jedem Schluck besser. Hat mit Sicherheit noch mindestens 10 Jahre vor sich und ist bestenfalls am Beginn seines Trinkfensters. Knapper Verlierer im Flight mit Kollwentz Neusatz 2013, der perfekt auf den Punkt gereift scheint.
93 Punkte
Re: Weingut VELICH
Verfasst: So 27. Okt 2024, 22:49
von Bernd Schulz
Im Glas liegt ein weiterer Wein aus der jüngsten Lieferung von Pinard de Picard:
Auf eindrucksvolle Art wird hier bewiesen, dass man auch aus einer eher verrufenen Rebsorte einen ungewöhnlichen Charakterdarsteller machen kann, wenn man es denn wirklich will und sein Handwerk hervorragend beherrscht. Das Zeug zu jedermanns Liebling hat dieser Muskat-Ottonel (auf dem spartanisch schmucklosen Etikett wird die Sorte ohne Bindestrich aufgeführt) sicher nicht, aber mir macht er gerade mehr Freude, als die nackten Punkte wiedergeben können. Im Rahmen der Zehn-Euro-Klasse ist das unerwartet spannender, aber trotzdem ohne Anstrengungsfalten zu genießender Stoff. 3 von 3 auf der Erich-Nachkaufskala!
Herzliche Grüße
Bernd
Re: Weingut VELICH
Verfasst: So 27. Okt 2024, 23:29
von EThC
Bernd Schulz hat geschrieben: ↑So 27. Okt 2024, 22:49
Auf eindrucksvolle Art wird hier bewiesen, dass man auch aus einer eher verrufenen Rebsorte einen ungewöhnlichen Charakterdarsteller machen kann, wenn man es denn wirklich will und sein Handwerk hervorragend beherrscht.
...tatsächlich hab ich bisher noch keinen reinsortigen M-O im Glas gehabt, weiß aber um den schlechten Ruf der Sorte, ähnlich wie beim Welschriesling, vielleicht sogar noch schlimmer. Schon deswegen hab ich mir gerade vor zwei Wochen einen Wein aus der Sorte von Lichtenberger-Gonzáles mitbestellt (der allerdings geringfügig mehr als 10 Euronen gekostet hat

), mal sehen. Vermutlich werde ich mit dem Wein aber keinen Einblick in die typische Machart der Sorte bekommen...
