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Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants Ffm.

Berichte von Verkostungen mit Weinen aus mehreren Ländern/Regionen (sonst bitte im Länderforum einstellen)
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Jochen R.

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSo 7. Apr 2019, 16:11

Ergänzend zu Uli´s Notizen ...

Der Beschreibung zu Langrange ´09 vs. Belgrave ´00 gibt es von
meiner Seite nichts hinzuzufügen, außer dass ich den "lauteren"
Lagrange minial höher bewertet habe (92 P. und 91-92 P. für den
Belgrave) - den fetten Holzeinsatz (der mir bei diesem Wein noch
nie derart aufgefallen war) aber schnell "satt-machend" fand.

Beim Montrose ´96 bin ich auch ganz bei Uli - es springt einen
gleich eine genial komplexe Nase an. Großer Wein, 96 P.
Der Montrose ´03 sicherlich ein schlafender Riese, der noch nicht
alles zeigen wollte, die wunderbare Frucht und Frische fand ich
klasse. 93-94 P.

Ja, auch die Comtesse ´86 mit einer genial komplexen Nase, dazu
Druck, wunderbare Frucht und enorme Länge. Groß! 96 P.
Die Comtesse ´00 hatten wir m. M. schon mal offener und somit
besser. Hatte beim Nachverkosten zur späten Stunde leicht zugelegt.
91-92+ P.

Dann oute ich mich jetzt als denjenigen, der den Pavie Macquin ´05
als groß eingestuft hatte - für mich der Wein des abends.
Nasses Laub, floral, Heidelbeeren, Joghurt, Tabak, Marzipan. Komplex
und intensiv. Am Gaumen druckvoll mit wunderbarer Frucht, würzig,
floral, schöne Adstringenz, ewig lang. 98 P.
Der 2003er vom Stil - der vermutlich nicht Jedermann´s Sache ist -
her ähnlich, weniger komplex, 93 P.

Tolle Probe, danke Uli für die Organisation!

Viele Grüße,
Jochen
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duhart09

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSo 7. Apr 2019, 16:17

Jochen R. hat geschrieben:Ergänzend zu Uli´s Notizen ...

Der Beschreibung zu Langrange ´09 vs. Belgrave ´00 gibt es von
meiner Seite nichts hinzuzufügen, außer dass ich den "lauteren"
Lagrange minial höher bewertet habe (92 P. und 91-92 P. für den
Belgrave) - den fetten Holzeinsatz (der mir bei diesem Wein noch
nie derart aufgefallen war) aber schnell "satt-machend" fand.


Na siehste, und ich hatte vorhin noch beim Eintippern überlegt, ob ich beim Lagrange "wirkt überholzt" mit reinschreiben sollte, war mir dann aber unsicher, ob dass nur dem extrem primärfruchtigen Eindruck im Vergleich zu seinem Flightpartner geschuldet war...

Gruß
Uli
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maha

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragFr 12. Apr 2019, 11:13

Tacho,

ich wollte meine Eindrücke zur WOTY Probe auch noch ergänzen:
Here the results of the maha votes:

Aperitif
Seehof Morstein Alte Reben 2013
Würzige Riesling Nase, schon leicht angereift, blumig
Voller Körper, auch würzig, schöne Säure und Balance, Viel Extrakt, hätte ich älter geschätzt. Sehr schön.

Flight 1
Lagrange 2009
Buttrige Weihnachtsgewürze, Hefeteig, Marzipan, Amarenakirsche , riecht „warm“ und alkoholisch, dahinter Pflaume. Ordentlich Kirchenfenster, primärfruchtig, laktisch.
Alkoholisch auch im Mund, wuchtiger antritt, stramme Tannine, Schwarze Johannisbeere, ganz leicht bitter im Abgang, aber länger, warmer Jahrgang? wird mit Luft zahmer, ein Flight auf Augenhöhe.
vs.
Belgrave 2000
Zunächst verhalten Kirsche, bisschen Rosmarin und Veilchen, wird in der Nase immer schöner, Heidelbeere mit Sauerkirsche. Wird mit Luft blumiger
Im Gaumen mundwässernd, schöne Säure und eher blaue Frucht oder doch eher Sauerkirsche? wirkt gegenüber seinem Partner eher filigran aber mit sehr schöne Balance. Klassischer BDX, Margaux?

Flight 2
Montrose 1996
Beide zunächst sehr ähnlich in der Nase. Hellrote Frucht, bisschen Kuhstall, Rosenblätter, Erdbeere, sehr schön, hängt R in der Nase jetzt ab, wird dunkler und komplexer
Sehr schön auch am Gaumen, frisch, blumig, perfekte Balance, super eingebundene Säure und Tannine, sehr schöne Frucht (Blaubeere, Pflaume, Cassis) sehr stimmiges Gesamtpaket, komplex, und länger hintenraus. Mein Flightsieger
vs.
Montrose 2003
Rote Johannisbeere, eher kühle Frucht, etwas würziger, floral, bisschen verhaltener, laktisch, wird später würziger, bleibt aber eher eindimensional
Sehr fruchtig aber im Mund, auch würzig, Lorbeer, bisschen störendes Tanningerüst, etwas mehr trocknend, nicht ganz so komplex

Flight 3
Comtesse 1986
Noch etwas verhalten zu Beginn, schon ganz leicht tertiär, mit Luft Waldhonig, malzig, bisschen „staubig“, auch charmant.
Mittlerer Körper, die Frucht auch hier etwas staubig, Säure dominant, Tannine abgeschmolzen aber noch präsent. Der älteste Wein bisher? Filigraner als 2000, ich weiß nicht, holt mich gerade nicht ab, die Meinung hab ich am Tisch allerdings recht exklusiv.
vs.
Comtesse 2000
Ganz anders rechts, ordentlich Kuhstall, laktisch, Cassis, Pumpernickel, Colakraut,
Schön im Mund, Dunkle Frucht, wunderschöne Säure, der hat so nen schönen „Oberton“. Cabernet Paprika, aber nicht grün, schöne Frische. Kaffee, Geiler Wein
Beim Nachverkosten holen beide Comtessen deutlich auf. Vor allem 86 dreht deutlich auf.

Flight 4, beide mit etwas Muff, beide Weine beruhigen sich aber
Pavie Macquin 2003
Amarenakirsche, Marzipan, Schwarzbrot, bisschen Gemüsesuppe, Teebaum
Extraktsüsse im Mund, anstrengend, alkoholisch, brandig, das legt sich aber. Ordentliche Frucht, kräftige Tanninstruktur, immer noch alkoholisch, aber durchaus ansprechend, auch „teebaumig“ im Mund, schöner Flight
vs.
Pavie Macquin 2005
Auch etwas gemüsig, ganz ähnliche Nase wie die seines Partners. Schwarzbrot, Rosmarin, Kirschlikör, Kräuterwürze. Das gemüsige legt sich dann aber
Nicht ganz so anstrengend im Mund, schön balanciert, schöne Säure, nicht ganz so anstrengende Tannine, dennoch präsent. Die Frucht eher dunkel, ins Cassis gehend. Wuchtige Anmutung bei schöner Frische

Dessertwein (Danke Jochen)
Doisy Daene 2005
Kandierter Pirsich, bisschen Streichholz, weißer Pfeffer,
Ölige Textur, süße geht sogar, Türkischer Honig, Akazie, und geräuchertes Holz. Säure fehlt (aber die fehlt mir bei Sauternes fast immer)

Mir hat die 2000er Comtesse am besten gefallen, gefolgt von Montrose 1996

Gruss
Marko
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Jochen R.

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragDi 21. Mai 2019, 21:22

Letzten Samstag trafen wir uns im Trares zu einer Gazin-Vertikale.
Besondern Dank an Marko für die Organisation: ein durchweg extrem hohes
Niveau der Weine, und auch das Essen verdient (wieder) eine besondere
Erwähnung!

1. Flight: 2000 vs. 2005:
Schöner Auftakt, wenngleich ich den 2000er schon besser im Glas hatte und
dieser im laufe des abends auch etwas abgebaut hat. 93 P.
Der 2005 kam noch sehr jung daher, zeigte aber einer tolle Entwicklung mit
Luftzufuhr. (91-)92 P.

2. Flight: 2001 vs. VCC 2001 (Pirat):
Der 2001er mit einer genialen Nase, dezent laktisch, Zedern, floral, Tabak,
Leder und Kirschen. Komplex! Mittelgewichtig mit schöner Tanninstruktur,
dunkelfruchtig, frisch und trinkig, ewig lang. Großer Wein! 96 P.
Der Pirat nur knapp dahinter mit 95 P.

3. Flight: 1982 vs 1961:
Der 1982er war zunächst nicht so mein Ding: anfangs Malz und Gemüse in der
Nase, hat sich mit Luftzufuhr aber "berappelt". 91 P.
Dass der Flightpartner der deutlich ältere Wein ist, hätte ich nicht gedacht.
Der 1961er m. M. nahe der Pefektion mit floralen Noten, Zedern, Tabak und
Minze, Leder. Hat mit Luftzufuhr sogar noch zugelegt, schöne Frucht am Gaumen,
komplex und ewig lang. 98(-99) P.

4. Flight: 1990 vs. 1989:
Beim 1990er fand ich anfangs die Nase etwas schwierig (Kümmel?), aber auch
hier schöne Entwicklung mit Luft. 92-93 P.
Der 1989er von Beginn mit toller, intensiver, Nase: florale Noten, Tabak, Zedern.
Setzt sich so am Gaumen mit super Frucht fort, cremig, würzig, ewig lang. Großer
Wein, 95 P.

Das Line-Up war übrigens nur Marko bekannt, verkostet wurde also blind.
Das meine Kurzfassung, ich denke der eine oder andere wird noch ergänzen.

Viele Grüße,
Jochen
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maha

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSa 25. Mai 2019, 15:03

Danke Jeochen.
Jetzt endlich auch meine Eindrücke zu Chateau Gazin:

Apero:
Molitor, Zeltinger Sonnenuhr, Riesling Spätlese, 2010
Schöne angereifte Riesling Nase, Aprikose,
Super saftiger Gaumen, schöne Säure, viel Extrakt, schöne Länge, sehr schön!

Flight 1
2000
Etwas hellere Farbe als 05, leichter Stinker, Blaubeere, florale Noten, etwas würze, bisschen filigraner
Frisches Mundgefühl, schöne Säure, etwas filligraner auch am Gaumen, ohne dünn zu wirken.

2005
Wuchtige Nase, sehr dunkel (auch die Farbe), dunkle Kirsche etwas eingekocht, laktisch, Bitterschoki
Konzentriert im Mund, wuchtig, dunkles Cassis, Grafit, kräftige Tannine eher noch ungestüm, auch hier Bitterschokolade

Flight 2
Vieux Chateau Certran, 2001
Vielschichtige Nase, Kräuter, Salmiak, Klebstoff, Limette
Auch am Gaumen sehr komplex, straffe Säure, schön eingebunden, Kirsche, Erdbeere, schöne softe Tannine, Granaten Trinkfluss

2001 Gazin
Schöne Nase, riecht „warm“, dunkle Frucht, Pflaume, Punpernickel
Etwas wuchtigerer Gaumen, ebenfalls schöne Säure, mehr Cassis, Rosmarin, schön ausbalanciert, voller Körper, die Tannine noch etwas harscher
Schöner Fligtht!

Flight 3:
1982
Deutliche Altersnoten, fast schon Liebstöckel, Malzbonbon, Likör. Kirsche, Marzipan,
Am Gaumen ganz anders, schöne Malzsüsse, voller Körper, präsente Säure, voller Körper, noch ganz leich adstringierend,

1961
Traumnase. Gereift aber frisch, leichte Kräuterwürze, Leder, Zigarrenkiste,
Am Gaumen für mich nahe an der Perfektion. Wahnsinnig Komplex, in würde gereift, geile Säure, hier auch die Malzsüsse, Hammer Komplexität, wandelt sich ständig, super in Balance. Wahnsinns Wein!

Flight 4:
1990
Die Nase springt einem förmlich ins Gesicht! Sauerkirsche, Kräuter, Blaubeersaft,
Etwas wärmere Frucht, die Tannine etwas griffiger, die Säure sehr schön.

1989
Auch hier sehr schöne Nase, etwas laktischer, bisschen verhaltener, wird mit Luft würziger, Waldmeister, Minze,
Kühle Frucht, Wuchtiger Antritt, Blaubeere, schöne Säure, seidige Tannine,

Dessertwein: Franz Ehses-Geller Erben, Zeltinger Sonnenuhr, Riesling Auslese, 1976
Deutlich Reifenoten, Aprikose, Firness, buttrig, Zuckerwatte, Kräuter
Die Süße schon abgeschmolzen aber noch erkennbar, frische Säure, etwas eindimensional, aber durchaus nicht uninteressant. Begleitet das Dessert sehr schön.

Wieder mal ein sehr genialer Weinabend. Alle Flaschen haben super performed. Die Weine auch :lol:

Gruss
Marko
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Ollie

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSa 25. Mai 2019, 15:41

maha hat geschrieben:Alle Flaschen haben super performed. Die Weine auch :lol:


:lol: :lol: :lol:

Eure Probennotizen zeigen immer sehr schoen, dass diese ganze Subskriptionshektik, die im anderen Strang um Punkte und Preise stattfindet, in 30 Jahren sowieso vergessen sein wird (entweder aus dem einen oder aus dem anderen Grund).

Cheers,
Ollie
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Jochen R.

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragDo 20. Jun 2019, 18:26

Gestern trafen wir uns in der Winebank zu einer BDX 2016 Arrivage-Probe.

Verkostet wurden 8 rote BDX in der Preisklasse 30 - 80 EUR, blind in 2er Flights.
Die Weine wurden kurz vor Probenbeginn geöffnet.

Vorweg: Die Weine brauchten zu meiner Überraschung fast durchweg viel Luft um
aufzudrehen bzw. überhaupt etwas zu zeigen. Das hatte ich bei meinen bisherigen
Stichproben nicht so.

Aperitif: Le Retout blanc 2016.
Kräutrig/würzig, mineralisch mit Zitrusfrüchten, schöne Länge und tolle Entwicklung
im laufe des Abends. Ein schöner, "kleiner", weißer BDX mit ungewöhnlichem Rebsortenmix.
89 P.

1. Flight: Meyney vs. Lafon La Tuilerie.
Der Meyney mit einer verhalten bis mittekräftige Nase: Heidelbeer- und Kirschjoghurt,
Vanille und Karamell. Druckvoll am Gaumen. mollig, mittellang und erst am späten Abend
überzeugend. Den hatte ich schon besser. 89-90 P.
Ein Fan von Lafon La Tuilerie werde ich wohl nicht mehr. Sicher kein schlechter Wein,
aber too much - jemand meinte: "von allem zuviel" - macht schnell satt. Wohlwollende 88 P.

2. Flight: Malescot St. Exupery vs. Giscours.
Der Malescot mit verhaltener Nase und auch mit Luft kommt da nicht viel. Mittelgewichtig,
wunderbar frisch mit Kirschen, dezent laktisch, sehr lang. Aktuell nicht mehr als 91 P.
Der Giscours mit einer kräutrig/würzigen Cabernetnase mit feinem Tabak, nasses Leder,
mit viel Luft genial! (Anfangs schlank bis) mittelgewichtig, frisch, Brombeeren, schöne
Adstringenz, später Tabak, sehr lang. Super Entwicklung mit Luftzufuhr über den Abend
hinweg, 93-94 P.

3. Flight: Saint Pierre vs. Duhart Milon.
Auch der St. Pierre mit verhaltener Nase und da kam auch nicht viel mehr. Druckvoll,
würzig, floral, Cassis und Kirschen, sehr lang. Aktuell ebenfalls nicht mehr als 91 P.
Der Duhart dreht mit Luft auf. Nase: laktisch, blumig, Karamell, Tabak, Minze.
Mittelgewichtig, floral/tabakig, würzig, schöne Frucht & Adstringenz, sehr lang. 93 P.

4. Flight: Phelan Segur vs. Batailley.
Mein Flight des Abends! Der Phelan mit einer verhalten bis mittelkräftigen Nase:
laktisch, blumig, dezent Vanille, Tabak, schöner Cabernet. Druckvoll, würzig, frisch,
schöne Frucht & Adstringenz, ewig lang. 92 P.
Der Batailley mit einer genial komplexen Nase: floral/kräutrig/würzig, Tabak, Kaffee,
mittelkräftig bis intensiv. Druckvoll, würzig, dunkelfruchtig, dazu Zitronen, frisch,
schöne Adstringenz, Kaffee, ewig lang. 94(-95 P.)

Außerplanmäßig gab´s zum Schluss noch einen Pontet Canet aus der Demi. Mittelkräftige
bis intensive Nase: anfangs sehr beeindruckend - entwickelt sich mit Luftzufuhr aber in eine
Richtung, wie ich sie nicht mag. Druckvoll am Gaumen mit wunderbarer Frucht, frisch,
Karamell, floral, ewig lang. Hochwertiger Wein, 95 P., der vermutlich in etwas größerer
Menge genossen (mich!) schnell satt mach.

Viele Grüße,
Jochen
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maha

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragFr 21. Jun 2019, 15:53

Danke Jochen.

Ich bin mal meine Notizen durchgegangen und habe nicht mehr viel zu ergänzen.

Beim Nachverkosten haben Meyney und Lafon La Tuilerie eine extrem positive Entwicklung hingelegt. Das bittere (und extrem störende), was beide am Anfang hatten, ist komplett weg. Der Lafon hatte später eine schöne Extraktsüße und fast eine Übersee-Nase. Der Meyney hat eine schöne Frische bekommen und die Balance ist deutlich besser geworden.

Meine Favoriten waren Giscours, Batailley und Duhart Milon.

Vielen Dank für die Orga

Bis demnächst
Gruss
Marko
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duhart09

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragMo 24. Jun 2019, 07:30

Am Mittwochabend traf sich unsere Runde zu einer kleinen Bx 2016-Arrivage-Verkostung in der Frankfurter wineBank. Ob die geringe Anzahl der Weine nun ein repräsentatives Urteil erlaubt oder nicht, da war einiges wirklich Schönes mit dabei, aber frühere Arrivages haben mich teils doch noch etwas mehr vom Hocker gehauen.

Verkostet wurde blind in Zweier-Flights, organisiert hatte das Ganze Jochen R., der als einziger auch das Gesamtprogramm kannte. Jochen, danke Dir!! Aufgedeckt wurde nach jedem Flight.

In der Reihenfolge der Verkostung:

Ch. Meyney 2016: N: laktisch, Kirsche, Joghurt, G: unausgewogen, ungestüm, spürbares Bitterl, Mangel an Frucht. 17 P.

Ch. Lafon La Tuilerie 2016: N: rote Johannisbeere, saure rote Beeren, Traubensaft(!), sich schnell ändern, etwas Kokos, Baustaub(!). G: weich, etwas spitze Säure, etwas bitter (passend bemerkte einer der Mittrinker „Schwarztee-bitter“), ebenfalls ein Mangel an Frucht. Knappe 17 P.

Ch. Malescot-Exupery 2016: N: Salami/Fleisch, etwas Kirsch, G: Kirsch, Karamell, sehr harmonisch, schöne Länge. Spürbares Tannin, aber auch mehr Frucht. Ziemlich adstringierend. Mit mehr Luft mehr Süße. Schon schöner als der enttäuschende erste Flight! 18 P.

Ch. Giscours 2016: N: helle rote Beeren, etwas Tabak, etwas Wacholder und tatsächlich etwas Pfirsich (ich dachte erst, das käme von meiner Begleitung, war aber nicht der Fall!). G: sehr harmonisch, Kirschfrucht, etwas Minze. Verschloss sich mit Luft aber tendenziell etwas. 18-19 P.

Ch. Saint Pierre (St. Julien) 2016: N: Ätherisch, Eukalyptus, grüne Bananen, Lakritz, nasser Stein und mit Luft mehr Beerenfrüchte. Abgefahrene Nase! G: hielt da leider nicht mit. Kirsche, eher eindimensional, eher kurz. Inkl. einem Pünktchen extra für die Nase 17-18 P.

Ch. Duhart Milon 2016: N: Klasse! Cassis, Brombeere, Pfeffer, Würze, dezenter/vornehmer. G: Etwas Schärfe/Pfeffer, mit Luft zunehmend Sauerkirsche. Aristokratische Kühle. Wird mit Luft an Nase und Gaumen immer schöner, gewinnt an Statur und Fruchtsüße. 18+ P.

Ch. Phelan-Segur 2016: N: Veilchen, Holz-/Röstaromen, Pfeffer. G: trinkig, schöne Frucht, leicht laktisch, kein Monster an Komplexität. Phelan Segur finde ich bei Arrivages/Jungweinproben oft – ja, wie soll man’s nennen – negativ formuliert tendenziell einen Blender, positiv formuliert sehr gefällig. 18 bis 18+ P.

Ch. Batailley 2016: N: Kaffee, Karamell, Schoko, wenig Pauillac-typisch. Am Gaumen dunkelfruchtig, körperreich, schöne Länge. Ausgeprägte, aber gut zu verkraftende Tannine, und ganz klar am ehesten der Wein, der mit Luft im Glas beständig zulegt. Da stehen am Ende spektakuläre 18-19 P.! Hatte mir vorgenommen, bei einer günstigen Quelle nachzukaufen, aber zwo Tage später war er dort ausverkauft und ich habe Teilnehmer unserer Probe im Verdacht.

Zuguterletzt probierten wir quasi außer Konkurrenz (da preislich doch ziemlich aus dem Rahmen fallend) aus der Demi den neulich von mir eher zurückhaltend bewerteten Pontet Canet 2016 noch einmal nach. Gefiel mir nur minimal besser als zuletzt, aber viele andere Probenteilnehmer konnten darin mehr Bordeaux erkennen als ich und fanden den Wein tendenziell auch eher groß.

Fazit: Für mich waren Giscours und Batailley WOTN und ich glaube im Konsens sah das ähnlich aus, wobei bei der entsprechenden Frage auch der Duhart zwei oder drei Mal genannt wurde (was mich natürlich freute)! Ob 2016 nun wirklich ein so großer Jahrgang ist? Vielleicht finden sich ja noch ein paar an einer Zusatz- oder Nachprobe anderer 16er-Bordeaux’ Interessierte!

Gruß
Uli
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Jochen R.

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragMo 24. Jun 2019, 08:13

duhart09 hat geschrieben:Am Mittwochabend traf sich unsere Runde zu einer kleinen Bx 2016-Arrivage-Verkostung in der Frankfurter wineBank. Ob die geringe Anzahl der Weine nun ein repräsentatives Urteil erlaubt oder nicht, da war einiges wirklich Schönes mit dabei, aber frühere Arrivages haben mich teils doch noch etwas mehr vom Hocker gehauen.
...

Hallo Uli,
wenn ich in den letzten 7 Monaten nicht schon einige 2016er probiert hätte, wäre
dies auch mein Fazit. Die Weine gierten fast durchweg nach Luft und gerade der
Malescot und Saint Pierre sehr bescheiden. Den Meyney hatte ich besser in Erinnerung.
Einzig der Batailley präsentierte sich gegenüber meiner 1. Begegnung einen ticken
besser.
Tagesform? Oder der Vorbote einer frühen Verschlussphase?

Viele Grüße,
Jochen

PS: Zusatz-/Nachprobe - immer gerne, wenn´s zeitlich reinpasst!
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