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Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants Ffm.

Berichte von Verkostungen mit Weinen aus mehreren Ländern/Regionen (sonst bitte im Länderforum einstellen)
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mixalhs

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSo 9. Dez 2018, 13:20

Danke für die Verkostungsnotizen der Ducruprobe! Ich habe die relevanten Auszüge mal an meinen Sohn weitergeleitet, für den ich - lange, lange ist es her - eine Kiste Magnums aus seinem Geburtsjahrgang 1994 subskribiert hatte, von denen er bisher noch keine einzige angetastet hat.

Traut sich jemand, eine Prognose für diesen Wein abzugeben?
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maha

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSo 9. Dez 2018, 13:49

Ich wage mal ein paar steile Thesen ;-)
Die wenigen 94er, die ich in den letzten Jahren hatte (Comtesse und Pontet Canet, jeweils aus der Eintel), präsentierten sich jeweils sehr schön.
94 gilt ja gemeinhin als recht schwieriges Jahr. Wenn ich den 96er als Vergleich heran ziehe, der zwar 2 Jahre Reiferückstand hat, dafür aber als „besseres“ Jahr gilt, könnte man hoffen dass sich 94, zumal aus der Magnum, derzeit ähnlich präsentiert. Zumindest vom Reifegrad. Wenn eine ganze Kiste davon vorhanden ist, würde ich das Risiko eingehen und eine davon so langsam antesten.
Achim Becker schreibt zum 94er folgendes:
Ducru Beaucaillou hatte ich mehrfach recht kompakt und anstrengend mit 86-88/100 im Glas. 2009 auf der großen Ducru-Probe in Krems sehr schöne, klassische St. Julien-Nase mit schwarzer Johannisbeere, Leder und Zedernholz. Am Gaumen war er fleischig, speckig, hatte aber auch die etwas staubigen Tannine des Jahrgangs – 90/100. Geradezu euphorisch stimmte 2012 der erste Schluck mit Dichte, Kraft, Fülle und deutlichem Tanningerüst. Auf dem Niveau wären 93/100 fällig gewesen, doch der Ducru entwickelte sich nicht im Glas, er baute rasch ab, wurde dünn und wässrig, ein völlig anderer Wein nach 30 Minuten, für den allenfalls noch Kopfschütteln und gnädige 88/100 blieben

Das „deutliche Tanningerüst“ könnte sich in dem Zusammenhang natürlich auch negativ auswirken. Hier könnte die Magnum auch sich als biestig erweisen

Gruss
Marko
Der schönste Sport ist der Weintransport!
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Jochen R.

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSo 13. Jan 2019, 14:20

Was für ein wunderbarer Start ins neue Jahr! Eine BYOB mit
10 Personen im Trares zu einem phantastischen 4-Gänge-Menü.
Ich habe mir nicht zu allen Weinen (ausführliche) Notizen gemacht,
Marko wird aber bestimmt ergänzen.

Den Start machten ein Riesling (Von Winning Ungeheuer GG 2012)
und ein Schäumer (Pommery Louise 2004). Beide unheimlich frisch,
komplex mit Druck und Länge. Klasse!

Gruaud Larose 2016:
Marzipan, blumig, Ladung dunkle Früchte, bißchen Vanille, schöne
Entwicklung mit Luft, später Tabak. Komplex und intensiv.
Druckvoll, frische Säure, Früchtekorb, floral, dezent würzig, ewig
lang. Groß! 96-97 P.

Gaja Ca Marcanda 2007 vs. Pontet Canet 2004:
Der Gaja mit einer genial komplexen Nase. Mittelgewichtig, Ladung
dunkle Früchte, frisch, floral, ewig lang. Groß! 97 P.
Der Pontet Canet ebenfalls mit einer wunderbar komplexen Nase,
am Gaumen aber nicht ganz auf dem hohen Niveau. 94 P.

Duhart Milon 1996 vs. Cepparello 1997:
Der Duhart mit einer Ladung Tabak in der Nase, animalisch, nasses
Leder, floral/würzig, Kaffee, komplex und intensiv.
Druckvoll, wunderbarer Cabernet, würzig, dunkelfruchtig, frisch,
ewig lang. Hat langfristig etwas abgebaut, trotzdem ganz groß! 97-98 P.
Der Cepparello mit Karamell, floralen Noten und Liebstöckel. Am
Gaumen druckvoll, laktisch, fast lang. 91-92 P.

Sine Qua Non (Pinot) 1998 vs. Heitz Cellar CS 2005:
Beim Sine Qua Non anfangs Hustensaft, Zitronen und dunkle Früchte,
floral, Tabak, intensiv.
Mittelgewichtig, frisch, Sauerkirschen, floral, würzig, ewig lang.
Groß! 96-97 P.
Beim Heitz florale Noten, Gewürze, Zedern und ein Früchtekorb mit
Eckes Edelkirsch in der Nase. Mittelgewichtig, würzig, süße dunkle
Früchte, frisch, ewig lang. Groß! 95-96 P.

Mouton 1990 vs. Ridge Monte Bello 2000:
Der Mouton ist schon jetzt mein Anwärter auf den Wein des Jahres.
Geniale Nase, animalisch, Leder, Pilze, Tabak. Pauillac at its best.
Druckvoll, floral, extrem würzig, dunkelfruchtig, frisch und ewig
lang. Ein Wein nahe der Pefektion! 98-99 P.
Der Ridge laktisch, floral, würzig, Kirschen, Tabak, intensiv.
Wuchtig, Ladung dunkle Früchte, frisch, trinkig, würzig, komplex,
ewig lang. Großes Kino! 97-98 P.

Zum Abschluss noch einen schönen Sauternes und einen Riesling -
da muss mir aber jemand auf die Sprünge helfen :oops:

Viele Dank Marko (maha) für die Organisation - so kann´s weitergehen :-)

Viele Grüße,
Jochen
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maha

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragMo 14. Jan 2019, 10:31

Hallo zusammen,

Anbei meine Notizen.
Getrunken wurde wieder blind, aufgedeckt nach jedem Flight.
Dadurch dass sich dieses Mal ein nicht anwesender Weinfreund bereit erklärt hatte im Vorfeld die Flights zusammenzustellen, hatten wir dieses Mal perfekte Paarungen.

1) Zum Apero: von Winning Ungeheuer, 2012
Saftig, angenehme Säure, schöne Reislingnase, fast rotbeerig, sehr komplex, lang und harmonisch, schöne Mineralik. Jetzt super zu trinken

2) Einzelflight: Gruaud Larose, 2016
Riecht nach Vanille, jung. Marzipan, Mandelöl. Die Nase wird immer schöner, fast Syrahesk, die Vanille zieht sich zurück. Ein Nasentier.
Schöne Säure im Mund, zunächst viel Alkohol, seidige Tannine, eher dunkelbeerig, schöne Länge, mittlerer bis voller Körper, wird mit Luft schön harmonisch. Schöne Kühle, etwas Minze, Erdbeere. Toller Start. Blind wär ich da zunächst nicht auf BDX gekommen.

Zur Vorspeise: Champagner Pommery Cuvee Louise, 2004
Geile Nase, wuchtige Beeren Nase, Weizensauerteig,
Feine Perlage, schön beerig-fruchtig auch im Mund, voller Körper, Pinotlasig. Leichte Reifenoten. Ich hab zu wenig Erfahrung mit gereiften Champagnern. Der ist aber nicht so furz trocken und hat eine schöne Saftigkeit. Gefällt mir außerordentlich gut, dafür dass ich sonst kein großer Schampus Fan bin

3) Gaja, Bolgeheri, Ca‘Marcanda, 2007
Cassis in der Nase und noch mal Cassis, dazu blumige Noten, wahnsinns Nase zum reinlegen, Minze, Gewürze, ungestüm und wild, sich später beruhigend.
Wuchtig und würzig am Gaumen, Schöne Tanninstruktur, Säure eher zurückhaltend, Laaaang, harmonisch und doch komplex. Später Kaffee und Süßholz. Wird mit Luft immer besser. Ich könnte ein großer Fan dieses Weins werden
vs.
3) Pontet Canet, 2004
Kirsche, dunkel und tiefe Nase. Später doch eher Blaubeere, etwas ruhiger in der Nase. Buttriger Gaumen, dunkelbeerig, voller Körper, schöne Säure, integrierte Tannine, den hätte ich älter geschätzt. Auch würzig am Gaumen, wie sein Flightpartner auch sehr lang, Hammer Flight.

4) Duhart Milon, 1996
Wahnsinns Nase. Das ist bisher ein Nasenabend. Animalisch, Cabernet geprägt, Herzkirsche, Leder und Zedernholz. am Gaunern sehr komplex, Graphit, Feingliedriger Körper. Pauillac? Großer Wein! Samtige Tannine, perfekte Säure, Sehr harmonisch. Im optimalen Trinkfenster. Auch das wird immer besser.
vs.
4 ) Isole e Olena, Cepparello Toscana IGT, 1997
Am Anfang Liebstöckel, Karamell und ein ganzer Strauß voll Kräuter. Die Nase beruhigt sich später deutlich. Heftige Tannine (zuerst war ich im Piemont), mittlerer Körper, viel frischer im Mund als in der Nase, Blaubeere, Pumpernickel, Majoran. Wird langsam ruhiger und das liebstöckelige wird deutlich weniger. Einem Mittrinker ist das aber too much Gemüsesuppe und vermutet einen Flaschenfehler. Ich bin mir da nicht sicher, dafür kenn ich den Wein zu wenig, aber mit der Zeit beruhigt sich das alles und fügt sich besser ineinander.

5) Sine Qua Non, Veiled Pinot Noir, 1998
Die Farbe ist interessant, durchsichtiges hellrot bis schmutziges braun. Zunächst eine eher limonadige Nase, dann gesellen sich Kräuter dazu, wenig Frucht, eher erdige Noten. Auf Pinot wäre ich hier never ever gekommen. Mit mehr Luft rauchig, speckig, Hustensaft.
Auch rauchig am Gaumen, spitze Säure, Zwetschgenröster, schon etwas fortgeschrittener. Hat was Süßes am Gaumen das nicht zur Nase passt. Später Waldmeister, Ganz jung ist das sicher nicht mehr. Ich verorte das blind in die südliche Rhone, evtl. ein in Würde gereifter C9, aber auch vom Geschmacksbild wäre ich hier nicht auf Pinot gekommen. Mein erster SQN, und aufgrund der mittlerweile dafür aufgerufenen Preise werden hier wahrscheinlich auch nicht allzu viele dazu kommen. Dennoch eine sehr schöne Erfahrung!
vs.
5) Heitz Cellars, Cabernet, 2005
Geruch: Laktisch, Weihnachtsgewürze, Syrah, wuchtig, likörig (Eckes Edelkirsch), Ich glaub das wird heftig im Mund. Wird es dann auch. Jochen fand ihn eher mittelgewichtig. Ich nicht :). Wuchtiger Gaumen, voluminöser Körper, strotzt nur so vor Kraft, Amarenakirsche, Marzipan, Rosinen. Ich hätte ihn noch jünger als 05 geschätzt. Ebenfalls ein wundervoller Wein. Passt gut in den etwas freakigen Flight

6) Mouton Rothschild, 1990
Würzig, Rosmarin, leicht rauchig, Fleisch. Ultra komplex, geile Nase, nahe an der Perfektion! Unschwer im BDX zu verorten.
Am Gaumen auch typisch Pauillac. Grafit, Voluminöse Frucht, Espresso, wahnsinnig komplex und tief. Am Gaumen aber nicht ganz so harmonisch wie der Ridge, aber das ist ein Hammer Flight.
vs.
6) Ridge, Monte Bello, 2000
Nase: Cabernet, Blaubeere, Dunkles Brot, Salmiak. Hier gefällt mir die Mouton Nase besser, aber das ist jammern auf ganz hohem Niveau.
Mund: Explosiv, komplex, auch tief, noch wuchtiger als der Mouton. Dunkle Beeren, dunkle Schoki, großer Wein. Schöne Extraktsüsse, geile Säure, harmonisch, tänzelnd. Tabak, Wunderschön komplex und doch spielerisch.
Gegen einen Mouton anzutreten ist immer schwierig. Aber blind nehmen sich die beiden nicht viel. Mir gefällt der Mouton besser in der Nase, dafür der Ridge besser am Gaumen. Was für ein Finale!

Zum Dessert gabs noch einen Carmes de Rieussec 2010, der sich ebenfalls sehr schön präsentierte. Macht gereift sicher noch mehr Spaß. In der Nase Pfirsich und reife Birne. Im Mund Honig, Botrytis, Mango und ebenfalls Pfirsich. Angenehm puffernde Säure, sehr harmonisch aber auch noch sehr süß.

Und weil wir dann den Hals nicht vollkriegen konnten, musste noch ein Riesling dran glauben.
Weingut Winter, Leckerberg trocken, 2008. Hier schwinden aber meine Erinnerungen

Unterschlagen möchte ich auch nicht unseren Tischwein: Eine Magnum Chateau de Cayx, Cahors, 1998 (100% Malbec).
Ich hab bisher nur Erfahrungen mit Argentinischen Malbecs gemacht. Dieser präsentiert sich durchaus frisch für sein Alter, mit einer schönen Würzigkeit und roten Früchten. Kein Ausbund an Komplexität, aber er begleitet den Fleischgang zuverlässig. Hat aber auch aus der Magnum das Ende seines Trinkfensters erreicht.

Vielen herzlichen Dank an alle großzügigen Spender für diesen wundervollen Abend.
Lobend erwähnt werden sollte unbedingt noch das Restaurant Trares für das hervorragende Menü und den exquisiten Service. Gerne bald wieder

Gruss
Marko
Der schönste Sport ist der Weintransport!
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Olaf Nikolai

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragMo 14. Jan 2019, 14:06

Schön dass sich der 96er Duhart so toll präsentierte. Ich habe das vor einiger Zeit auch schon einmal geschrieben. Klasse Wein. Ich fand meine bisherigen Flaschen aber schon recht weit entwickelt. Habe das Gefühl man sollte hier nicht zu lange warten.
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Jochen R.

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSo 10. Mär 2019, 15:16

Gestern trafen wir uns im Goldmund zu einer "kleinen" Bordeaux 2009
10-years-after-Probe.

1. Flight: Lafon La Tuilerie vs. Clos de L´Oratoire
2. Flight: Prieuré-Lichine vs. Cantenac Brown
3. Flight: Gloria vs. Lagrange
4. Flight: Haut Batailley vs. Batailley
5. Flight: Meyney vs. Phelan Segur

Ich fasse mich kurz, m. M. - bis auf den Lafon La Tuilerie - ein durchweg
sehr gutes bis hervorragendes Niveau (90 - 92 P.).

Mein Wein des Abends: Haut Batailley 2009
Braucht bißchen Luft, dann Tabak, Zedern, Minze, Bleistiftabrieb, Heidelbeeren,
florale Noten, komplex, Nase genial.
Druckvoll, schöne Frucht (Korb dunkler Früchte), frisch, floral/würzig, dezentes
bitterl, ewig lang. Jetzt schon ganz toll, wird aber von weiterer Lagerung profitieren.
92+ P.
Der Lagrange und v. a. der Batailley brauchten viel Luft um etwas zu zeigen.
Defintiv ganz hervorragende Weine mit Luft nach oben. Beide aktuell 91-92+ P.

Der Lafon La Tuilerie direkt nach dem Öffnen bei 88 P., hat sich mit Luftzufuhr
quasi im 30-min-Takt in eine für meinen Geschmack sehr unangenehme Richtung
entwickelt: gekochte Frucht, Soja, portig, alkoholisch. Wohlwohllende 86-87 P.

Jan-Henning, vielen Dank für die Organisation!

Viele Grüße,
Jochen
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Herr S.

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragDi 12. Mär 2019, 20:39

Moin moin, 

anbei noch meine Gedanken und Erinnerungen zu den gestrigen Weinen:
Das Setting war gut ( mal abgesehen von den nicht ganz optimalen, grobschlächtigen Gläsern), das Essen gut und die werten Mittrinker - wie nicht anders zu erwarten - sehr nett und extrem kompetent.

Zu den Weinen: im ersten Flight konnte der Lafon la Tuilerie nicht überzeugen. Wo auch immer Rene Gabriel die 19 Punkte gesehen hat, hier waren sie nicht im Glas. Der Wein war anfangs recht ruppig und adstringierend und wurde mit mehr Luft zwar zugänglicher aber auch unterlegt mit Noten von Kohl. Momentan absolut nicht wirklich mit Genuss trinkbar. Der parallel getrunkene Clos de l'Oratoire war in seiner Ausprägung deutlich klarer mit Gewürznoten und eingekochten Früchten. Allerdings war mir der Wein etwas zu „warm“ der Alkohol merkbar, die Aromatik zu reif.
Im zweiten Fight wurde es dann deutlich interessanter: Der Prieuré Lichine hatte eine dezent gemüsig-grüne Cabernet-Note und einen mittleren Körper mit eher kurzem Abgang. Gegen den Cantenac-Brown war er klar auf verlorenem Posten, dieser war wunderbar dicht und mit dunkler Aromatik mit Cassis,, Heidelbeere und etwas Kaffee/Kakao. Dazu griffige aber reife Tannine und eine präsente Säure aber nie in die Breite gehend. Mir gefiel das außerordentlich gut.
Im 3. Flight kamen dann zwei weitere Highlights. Der Haut-Batailley hatte eine wunderbare Nase mit reifer Beerenfrucht, etwas Süßholz und dunklem Malz. Am Gaumen war der Wein ebenfalls gut strukturiert. Der Batailley war vom Duft her deutlich zurückhaltender, und brauchte mehr Luft. Dann zeigte sich aber ein schöne Wein mit kühler Beerenfrucht und etwas Zedernholz.Auch am Gaumen durchweg überzeugend.
Im 4. Flight dann wusste vor allem der Lagrange zu überzeugen, ein dichter Wein aber frisch, mit schönem, griffigen Tannin. Der Gloria hingegen war mit am Gaumen zu extraktsüss, da fehlte mir persönlich etwas die Frische und Ausgewogenheit.
Im letzten Flight gab es dann nochmal zwei schöne Weine. Einmal den würzigen Meyney und andererseits den etwas fruchtigeren Phelan-Ségur. Hier gefiel mir der Meyney eine Spur besser aufgrund seine Rasse und seiner zupackenden Art ggegüber dem eher weicheren, einschmeichelnden Phelan-Ségur.

Wie Jochen schon angemerkt hat, war das Niveau fast durchweg hoch (Ausnahme Lafon la Tuilerie) und für jeden Geschmack war etwas dabei.

Viele Grüße,
Björn

Unbenannt.JPG
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"Tout homme a droit à vingt quatre heures de liberté par jour"
(Wandspruch im "Het Goudblommeke in Papier")
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Jochen R.

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragDi 12. Mär 2019, 22:04

Herr S. hat geschrieben:...

Zu den Weinen: im ersten Flight konnte der Lafon la Tuilerie nicht überzeugen. Wo auch immer Rene Gabriel die 19 Punkte gesehen hat, hier waren sie nicht im Glas.
...

Hallo Björn,
weil du die 19 Gabriel-Punkte erwähnst, ich kopiere hier mal seine
damalige VKN dazu
"100 % Merlot. Nur etwa 7500 Flaschen. Undurchdringliche Farbe Violett mit fast schwarzen Reflexen. Ein wahnsinniges, schwarzes Fruchtkonzentrat, viel Heidelbeeren, Black Currant und Lakritze. Im Gaumen eine wahre Merlotbombe, keine Spur von Überreife und auch hier wieder Frucht, Frucht und nochmals Frucht, Brombeeren und Cassis im schon fast überaromatischen Finale, Korinthen, Schokonoten, pfeffrig, rassig und mit einer stützenden Adstringenz. Trotzdem der Wein mit etwa 15 % Volumenprozent in der Flasche landen wird, merkt man den Alkohol nicht, alles ist gut eingeschnürt und es bahnt sich hier ein legendärer, rarer Wein an den es sich zu suchen lohnt."

Na ja ... :mrgreen: Will mich aber nicht beschweren, ich habe seinerzeits
den Haut-Batailley eigentlich nur wegen der 19 Gabriel-Punkte gekauft :oops:
Zwar etwas hoch gegriffen, aber die Notiz beschreibt den Wein gut.
Ein sehr guter Kauf (für den damaligen Preis)!

Viele Grüße,
Jochen
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