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Beaujolais

Chablis, Auxerre und Umgebung, Côte de Nuits, Côte de Beaune, Châlonnais, Maconnais, Beaujolais und Lyonnais
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port_ellen

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Re: Beaujolais

BeitragFr 3. Aug 2018, 00:30

domaine de vissoux 2012 fleurie les garants
VKN octopussy (11/2017)
Von einer 2,7 ha Parzelle. Maceration Semi-carbonique. Ausbau 6 Monate zu 90% in gebrauchten Fudern und zu 10% in neuen 228 l Fässern. Dunkles Rubinrot. In der Nase etwas verhalten, deutliche Kirscharomen, minimal grünlich-vegetabile Noten, recht viel reduktiver Funk, keine Altersnoten. Im Mund wunderbar, sehr schlank bis fast dünn, kräftige Säure, die aber durch ausreichend Substanz abgepuffert ist, etwas kantiges, aber gut eingebundenes Tannin, sehr saftig, kräftige Kirscharomen wieder. Eher kurz. Toll.


trinke den gerade; die farbe jetzt heller und etwas bräunlicher, schlank ja, aber nicht dünn, sehr saftig, tannin nicht mehr kantig, nicht nur kirsche, auch frische saure blaubeeren.
noch toller, da etwas runder geworden. keine eile.
serviere den morgen mal für riesling-trinker und bin gespannt. bojo ist für mich mehr und mehr der rote riesling.

gruss, m
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Gaston

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Re: Beaujolais

BeitragMi 28. Nov 2018, 22:54

Hallo,
ich schicke voraus, dass Beaujolais für mich ziemlich unbekanntes Terrain ist, und ich kaum Ahnung von diesen Weinen habe.
In einem gemischten Aktionspaket kam mir unter anderem auch diese Flasche ins Haus:

Louis Jadot, Combe aux Jacques, Beaujolais Villages 2016, 12,5 vol.

Da einzige, was ich weiß, ist, dass es sich bei Louis Jadot um einen burgundischen Großproduzenten (Negociant?) handelt. Preis ca. 7-8 Euro.
Nun zum Wein: Schöne Sauerkirsch-Nase, durchaus an Pinot erinnernd, am Gaumen eher leichtgewichtig, wieder Sauerkirsche, sehr gute Säure, gewisse Erdigkeit, wirkt frisch und belebend, gut integriertes Tannin, einfach ohne banal zu sein, in sich stimmig und durchaus "süffig", 86 P., angesichts des Preis ein guter Kauf, macht eigentlich neugierig auf mehr und seriösere Beaujolais. Gibts die denn zu einigermaßen vernünftigen Preisen?
Beste Grüße
Gaston
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Michl

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Re: Beaujolais

BeitragDo 29. Nov 2018, 21:14

Gaston hat geschrieben: macht eigentlich neugierig auf mehr und seriösere Beaujolais. Gibts die denn zu einigermaßen vernünftigen Preisen?


Die gibt es! Vor geraumer Zeit ging es mir wie dir. Ich war angefixt und insbesondere Stephans (Octopussys) Beiträge führten mich ins Beaujolais ein. Mittlerweile habe ich einige Weine im Keller, aber schon lange keinen mehr getrunken, da sie meines Erachtens nicht wenig von Reife profitieren. Octopussys Einkaufstipp will ich dir gleich vorneweg nenne: Nobbi Müller aus Hamburg bietet eine schöne Auswahl an. Klassiker wie Jean-Paul Brun findest du aber auch bei anderen, den von vielen geschätzten Daniel Bouland bei Karl Kerler (der auch sonst ein interessantes Angebot hat). Grundsätzlich solltest du bereit sein, ca.10 bis 16 Euro auszugeben, unter 10 findet sich wenig Interessantes (bzw. es ist mir einfach nicht bekannt). In dieser Preisklasse finden sich dann jedoch zahlreiche Weine, die ihren Preis wirklich wert sind. Im Verhältnis zum Pinot Noir aus Burgund sind die Weine sogar tendenziell durchgängig als Schnäppchen zu bezeichnen und werden ja oft auch mit diesen verglichen, was aber meines Erachtens wirklich hinkt, denn sowohl die Rebsorte als auch z.T. der Ausbau liefern doch ein völlig anderes Aromenprofil. Nach meiner Wahrnehmung gibt es keine Region/Rebsorte, die in Rot eine so glockenklare Frucht hervorbringt wie das Beaujolais. Nix Waldboden wie häufig beim Pinot, einfach primär wunderschöne Frucht (aber natürlich auch andere Aromen). Dabei bleiben die Weine in aller Regel ernst, gleiten also nicht ins Vulgäre, Banale, Dropsige ab, und fallen häufig kühl aus. Wenn ich dir einen aktuell verfügbaren Wein exemplarisch ans Herz legen darf, dann folgenden (gibt's bei Kierdorf):

Bild

Falls es für dich als weiteres Kriterium interessant sein sollte: I.d.R. haben die Weine etwas mehr Tannin als deutscher Spätburgunder, manchmal auch trocknendes, dennoch sind es häufig keine tanninstarken Weine.
Viele Grüße

Michl
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Créot

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Re: Beaujolais

BeitragDi 11. Dez 2018, 09:37

gleich nochmal ein Thivin, diesmal aber ein Côte de Brouilly La Chapelle 2011

Ich mag Thivin sehr, weil er, finde ich, aromatisch auf dem halben Weg ins Burgund ist und die mir nicht so angenehmen dropsigen Noten schnell abstreift.

einfach sehr, sehr gut. In der Nase sehr tiefe dunkelrote Kirschfrucht, leichte Würz- und Herbstnoten. Am Gaumen crunchy Frucht, Süß- und Sauerkirsche, etwas Kirschkern, etwas Nelke und andere Weihnachtsgewürze. Dicht, gute Frische, toll balanciert, sehr viel Energie, leichte Tanninstruktur, sehr lang.

Von dem 11er Chapelle hatte ich leider nur eine Flasche und bin froh, dass ich von den Folgejahrgängen größere Mengen im Keller habe...

Grüße
Stefan
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amateur des vins

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Re: Beaujolais

BeitragDo 17. Jan 2019, 21:07

Kürzlich ein paar Flaschen mitbestellt und gerade im Glas:

Thillardon, Chénas «Les Blémonts» 2015

Ich kenne von Thillardon bisher zwar erst ein paar 2014er, aber der Eindruck war gut. Der Blémonts war nicht darunter, daher weiß ich nicht, ob's an der Lage liegt, aber meine Vermutung wäre, daß hier recht deutlich der Jahrgangscharakter durchkommt:

Ziemlich reif und dicht, blaufruchtig, etwas erdig und sehr mineralisch. Sehr feine Tannine, Säure gerade ausreichend und für Gamay eher auf der niedrigen Seite, trotz ganz leichten CO₂-Bitzelns. Mit nominell 13,9 Umdrehungen auch nicht gerade auf der alkoholarmen Seite, obwohl exzellent eingebunden. Sehr harmonisch, aber auch spannend durch komplexe Aromen. Laaanger Abgang, getragen von den erdigen und mineralischen Anteilen, was eine sehr interesssante und eigenständige Kombination ergibt.

Wirklich lecker™ und süffig, ohne langweilig zu sein. Ich würde auch garnicht lange warten, sondern ihn jetzt trinken (gefühlt niedrige Säure und geringe Schwefelung). Und schließlich sind Thillardons Weine auch noch "bio", das finde ich unterstützenswert - wenn's denn schmeckt, was es tut.

Edit:
Sooo knapp ist die Säure eigentlich garnicht. Vielleicht habe ich mich da vom weichen, samtigen Antrunk irritieren lassen.
Besten Gruß, Karsten
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AmonA

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Re: Beaujolais

BeitragDo 21. Feb 2019, 00:19

Soeben im Gläsle:
Moulin-A-Vent "Les Perelles" 2014, Thibault Liger-Belair
Ca. 2h belüftet, kleiner Kuhstallstinker, gibt sich aber nach einigen Minuten im Glas.
Im Geruch Veilchen und v.a. Pflaumen, am Gaumen kraftvoll, stoffig, wieder Pflaumen, sehr mineralisch und mundwässernd. Bereits jetzt gut zu trinken, darf aber noch länger reifen ;)
Grüße
AmonA (aka Volker)
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Ostbelgier

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Re: Beaujolais

BeitragSa 16. Mär 2019, 20:15

Hallo zusammen,

ein wunderbarer Begleiter zu Rognons a la moutarde (Nierchen in Senfsauce), leider die letzte Flasche: Moulin à Vent 2015 der Domaine des Terres Dessus. Immer noch eine sehr tiefe Farbe, und als Besonderheit ein Tanningerüst, wie man es im Beaujolais eher selten findet. Dabei aber nicht von der schmirgeligen Sorte, sondern bei aller Kraft sehr fein. Ein Duft nach Brombeeren und Cassis, am Gaumen auch ein Hauch von gutem Leder. Sehr ernsthaft und kräftig mit 13,5 Vol., aber eben auch ungeheuer "trinkig". Hat ab Domaine bei einer Messe in Belgien 2015 8,20 Euro gekostet- ein echtes Schnäppchen.

Viele Grüße

Markus
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Bernd Schulz

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Re: Beaujolais

BeitragMo 27. Mai 2019, 21:49

Auch bei diesem Wein aus Wolfgang Kerns Sortiment handelt es sich um ein sehr erfreuliches Getränk:

Bild

Größere Ecken und Kanten finden sich hier nicht, der Wein ist auch kein Ausbund an Eleganz, aber er zeigt trotz seiner für einen Beaujolais ziemlich kraftvollen und konzentrierten Art durchaus immer noch eine gewisse Feinheit. Zu einem Preis von 8,30 auf jeden Fall sehr empfehlenswert!

Herzliche Grüße

Bernd
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