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Re: Martin Müllen

Verfasst: Sa 31. Aug 2019, 00:12
von Bernd Schulz
Der Wein-Schwede hat geschrieben:Was ich sehr schön finde ist dass der Wein nur 10,5% Alkohol hat, aber alle nötige Bestandteile sind vorhanden. Muss ein Wein wirklich 13-14% haben?
Rolf, mich fasziniert es auch besonders, wenn ein trockener Riesling bei guter Substanz mit so wenig Alkohol auskommt! Und ich kenne derartige Weine eigentlich nur aus dem M-S-R-Gebiet - woanders bekommt man das in dieser Form nicht hin, wobei es auch an der Mosel nicht viele Winzer gibt, die erstklassige trockene Kabinette erzeugen. Man muss das wollen und können - und zudem über entsprechende Lagen verfügen. Der Hühnerberg ist meines Wissens eine Lage, die bei hoher physiologischer Reife der Trauben vergleichsweise geringe Mostgewichte hervorbringt....
Der Wein-Schwede hat geschrieben:Aber ich würde blind nie auf einen Mosel-Riesling tippen, eher Rheingau/Rheinhessen.
Typische Rheingauer Rieslinge zeigen für mich einen ganz anderen Charakter als alle Hühnerberger, die ich kenne (den besagten 2017er kenne ich ja leider nicht). Auf mich wirken die Rheingauer schwerer, körperreicher und (viel) erdiger.

Herzliche Grüße

Bernd

Re: Martin Müllen

Verfasst: Sa 31. Aug 2019, 01:17
von Der Wein-Schwede
Hallo Bernd,

der Trarbacher Hühnerberg Kabinett trocken 2017 ist Körperreich, erdig und herb. Aber auch Zitronen-salzig wie ein Rheinhessen Riesling.

Gruß
Rolf

Re: Martin Müllen

Verfasst: Sa 31. Aug 2019, 08:12
von EThC
...ich kenne nur den 15er, den wir seinerzeit blind verkostet haben. Rein das Bukett hat mich im ersten Moment in die Pfalz irregeleitet, einmal im Mund war mir klar, daß das was von der Mosel sein muß. Der Wein war damals durchaus aromatisch "dicht", aber nicht körperreich, eher sehr klar, fast karg, aber ohne dabei irgendwie substanzlos zu wirken. Auch für mich war erstaunlich, wie man mit 10,5 Umdrehungen (in 2015!) so viel Aromatik ohne jegliches Zuckerschwänzchen hinbekommt.

Re: Martin Müllen

Verfasst: So 1. Sep 2019, 21:29
von puschel
Kle hat geschrieben:....bis zuletzt hatte ich gehofft, an der Jahrgangspräsentation teilnehmen zu können, aber leider klappt es dieses Jahr nicht. Es ist völliger Unsinn, nicht hinzufahren, weil der Mehrwert - oder Placebo-Effekt – durch die Umgebung, die wie frisch entbundenen Weine und die auskunftsfreudigen Winzer unbezahlbar, bzw. sehr genusssteigernd ist. Ein hier probierter Wein kann später, was er auch tut, nie beliebig werden.
Neugierig hoffe ich auf Deine Erfahrungsberichte, zumal nach Lektüre des Müllen-Newsletter über die eher milde Säure...
Hallo Zusammen,
hallo Kle,
mit einigen Rieslingen vom Rheingau und von der Mosel im Gepäck, bin ich Samstag nachmittag
zur Jahresverkostung, - präsentation der Familie Müllen nach Traben gefahren
und habe es natürlich nicht bereut. :D

Da in der Ausbaustufe ' Trocken ' die vermeintlich besten Gewächse noch nicht abgefüllt sind, habe ich mich
als überwiegend Restsüß-Trinker,
mit den Feinherben, Rest - und Edelsüßen Prädikatsweine beschäftigt.
Alle Rieslinge jahrgangstypisch mit etwas weicherer Säure und schon recht zugänglich.

• Schon der feinherbe Kabinett* aus dem Würzgarten 2593 ueberzeugte als Kabinett und ist
wie sollte es anders sein kräuter-, schieferwürzig geprägt.
• Der feinherbe Hühnerberg Kabinett* 2609 jedoch feingliedriger, eleganter ...
• Die Hühnerberg Spätlese* 2615 feinherb dichter, noch verspielter, mit viel Spannung und Nachhall - ein feinherber Spitzenriesling mit bereits, wie beim Kabi, sehr schön eingebundener Restsüße.
Beide Hühner haben es in meinen klimatisierten PKW - Innenraum geschafft .

Wie auch die Spätlesen • Steffensberg *** 3600, • Hühnerberg ** 3604.
Hier hat mich die Steffensberg Spätlese am meisten überrascht und begeistert, hat vor Ort sogar die Hühnerberg Spätlesen getoppt - so schlank, kristallklar, elegant und feingliedrig verspielt ... und •die Auslese* 3606 aus der gleichen Lage, mit exotischen Fruchtnoten, sauberer Botrytis und kühler Schiefermineralik, schlank, dicht mit großer Tiefe - komplex mit beeindruckender Gaumenhaftung.
Exzellent auch der aus dem Ungsberg vinifizierte Spätburgunder 2015
Dies meine Highlights :D


Gruß Adi

Re: Martin Müllen

Verfasst: Mo 2. Sep 2019, 00:11
von Kle
puschel hat geschrieben: Wie auch die Spätlesen • Steffensberg *** 3600, • Hühnerberg ** 3604.
Hier hat mich die Steffensberg Spätlese am meisten überrascht und begeistert, hat vor Ort sogar die Hühnerberg Spätlesen getoppt - so schlank, kristallklar, elegant und feingliedrig verspielt ...
Gruß Adi
Hallo Adi,

schon öfter dieses Wochenende habe ich geguckt, ob breaking news aus Traben-Trarbach kommen. Vielen Dank! Leider bin ich zu einem noch entschiedeneren Trocken-Trinker geworden, aber was Du über Steffensberg schreibst – den ich bislang vernachlässigt habe – ist sehr (kauf-)animierend.

Gruß, Kle

Re: Martin Müllen

Verfasst: Mo 2. Sep 2019, 10:30
von Moselglück
Ja, hört sich wohl so an als ob ich dann auch auf die Steffensberg Spätlese trocken warten sollte :D

Gruß,

Daniel

Re: Martin Müllen

Verfasst: Mo 2. Sep 2019, 17:10
von puschel
Moselglück hat geschrieben:Ja, hört sich wohl so an als ob ich dann auch auf die Steffensberg Spätlese trocken
warten sollte :D
Hallo Daniel,
ich hab auf keiner Liste eine 2018er Kröver Steffensberg Spätlese trocken gesehen, mmmh ;)
Gruß Adi

Re: Martin Müllen

Verfasst: Mo 2. Sep 2019, 19:57
von Moselglück
Ich dachte die gärt noch?
Wenn nicht ist auch nicht schlimm :mrgreen:

Gruß,

Daniel

Re: Martin Müllen

Verfasst: Do 5. Sep 2019, 18:32
von puschel
... jetzt schon jahrgangstypisch sehr zugänglich, eine Spätlese die mich begeistert und
eins meiner Highlights auf der Jahrgangsspräsentation der Müllens im Bellevue.
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Gruß Adi

Re: Martin Müllen

Verfasst: So 8. Sep 2019, 09:11
von puschel
Gestern die 2018er Hühnerberg 2Stern Spätlese im Glas, mmmh

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Gruß Adi